zum Glück brauchst du Freiheit, zur Freiheit brauchst du Mut

19 Antworten zu “zum Glück brauchst du Freiheit, zur Freiheit brauchst du Mut”

  1. truetigger sagt:

    Tempo-Limit: Nun ja, es ist für die SPD ein simpler Weg so zu tun als würd sie sich im «Klimaschutz» engagieren, und das gleichzeitige Erhöhen der Steuern wie im verlinkten Artikel angedeutet ist dann reine Abzocke.

    Dennoch ist ein allgemeines Tempolimit nicht die schlechteste Idee. Würde einfach sein, würde gegen den PS-Wahn der Autobauer angehen, würde für ein allgemein entspannteres Fahren sorgen und nebenbei auch die Bahn wieder ein wenig attraktiver machen (das heisst, wenn die SPD da mit der Privatisierung nicht wieder murkst).

    Tempolimit find ich vernünftig.

  2. Oliver sagt:

    >Dennoch ist ein allgemeines Tempolimit nicht die schlechteste Idee. Würde einfach sein, würde gegen den PS-Wahn der Autobauer angehen

    Ich bin eh kein Autonarr, aber mit 130 ist auch nichts entspannt und es kracht ebenso gewaltig. Zudem sind derartige viele Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnen anzutreffen, dazu Wanderbaustellen die sich über das ganze Jahr dort absetzen — Problem es hält sich kein Schwein dran. Und Tempo 130 wirds auch nicht richten, genau da liegt nämlich der Denkfehler, das eine neuerliche Verordnungen auch nur irgendeinen Furz auf Deutschlands Autobahnen ändern würde. Schau dich um, Handy am Ohr ist untersagt im Straßenverkehr, ich sehe diejenigen ebenso häufig wie zuvor. Blödsinn also, wenns keiner kontrolliert …
    Wir haben hier im Umkreis an diversen Landstraßen eine Menge kleine Kreuze stehen, von Eltern angebracht deren Nachwuchs ob eines Idioten umkam, die Polizei steht dort regelmäßig und blitzt, die machen jedes Wochenende durch Kontrollen ob zugekiffter oder angesoffener Fahrer und sie bekommen auch genug — Änderung? Keine. So kannst du also weiterhin der Parteipropaganda lauschen.

  3. truetigger sagt:

    Klar, Partei-Propaganda. Ich vergass, es ist ja nichts so, wie es ist, es kann ja nicht sein, dass andere — und sei es nur zufällig — auch etwas äussern, was nach einem guten Vorschlag klingt.

    Tempo 300 auf den Autobahnen ist meiner Meinung nach gefährlicher Blödsinn — und warum die Kreuze der toten Kinder ein super Argument GEGEN Tempolimits auf Autobahnen sind ergibt für mich auch wenig Sinn.

    Übrigens sieht man an der Grenze Deutschland-Österreich jedesmal, wie sich das Fahrverhalten ändert. Hier hält sich auch bei weitem nicht jeder an Tempo130, aber dieses sinnfreie Gedrängel, wie es in Deutschland normal ist, gibt es hier bei weitem nicht so stark.

    Wie es die SPD verkauft ist schwach, ein Punkt allein kann keine Politik sein. Mehr erwarte ich da auch nicht, denn die SPD ist ihrer Lobby genauso hörig wie die CDU. Ob in Deutschland eine Diskussion um Tempo 130 überhaupt geführt werden kann ist auch offen, allein Reaktionen wie von Dir («hält sich ja eh niemand dran») sind da vielleicht an der Tagesordnung. Mir ging es auch nicht darum, hier für die SPD eine Lanze zu brechen.

  4. Usul sagt:

    Realisiert in Solaris, FreeBSD und als Beta in Leopard. Linux braucht das nicht laut Morton 😀

    Was solln der gehässige Smiley da? :p

    Weiß auch nicht so recht, was ich davon halten soll. Theoretisch hat Linux mit LVM und den Dateisystemen zwei verschiedene Dinge getrennt bereits zur Verfügung, was ZFS alles in einem Topf zusammenrührt, so dass man rein vom ingenieurstheoretischen Standpunkt aus sagen könnte, dass ZFS da eher ein Rückschritt ist.

    Allerdings besticht die einfache Handhabbarkeit von ZFS durchaus. Rein praktisch gesehen sind zu viele Schichten auch nicht immer das Wahre, sie erhöhen die Komplexität des gesamten Konstrukts, was man einsetzt, und das schadet nur, wenn man die höhere Flexibilität mehrerer Schichten einfach nicht braucht.

    Ich wüßte aber ehrlich gesagt auch nicht wirklich, wie ZFS im Linux-Kernel funktionieren würde. Wäre es dann ein Konstrukt parallel zu LVM und FS, oder wäre es wie ein «normales» FS, was man dann auf LVM draufpacken könnte, so dass man dann unter Umständen zwei Schichten mit LVM-Funktionalität hätte, einmal das wirkliche LVM des Linux-Kernels und zusätzlich die LVM-Features, die ZFS mitbringt? Das würde lustig werden 😀

  5. Oliver sagt:

    >Tempo 300 auf den Autobahnen ist meiner Meinung nach gefährlicher Blödsinn — und warum die Kreuze der toten Kinder ein super Argument GEGEN Tempolimits auf Autobahnen sind ergibt für mich auch wenig Sinn.

    Weils ein Sinnbild ist was x Verbote bringen, wie man sieht gibts ja noch Leute draußen die *glauben* es würde etwas bringen. Verbote bringen überhaupt nichts, man muß die Leute im Land der Autonarren überzeugen. Sorry wenn ich das nicht auf Sendung mit der Maus Niveau erklären kann. Aktuell würde ich mich mal auf Deutschlands Autobahnen umschauen wie schnell man in der Regel überhaupt am Stück fahren *darf*, es interessiert nur keinen. Kleines Detail am Rande, das halt nicht mit der üblichen Kurzschluß-Propaganda korrespondiert.

    @usul

    >so dass man rein vom ingenieurstheoretischen Standpunkt aus sagen könnte, dass ZFS da eher ein Rückschritt ist.

    Warum sollte man? ZFS kann auch die bisherigen Filesysteme mit verwalten im Pool. Ich weiß nicht was die Leute an LVM haben, das sehe ich als Ungetüm an, klar ne Lösung für ein Problem, aber auch nicht mehr.

  6. Usul sagt:

    Warum sollte man? ZFS kann auch die bisherigen Filesysteme mit verwalten im Pool.

    War mir nicht (mehr) bewußt. Dann wäre es ja quasi eine Konkurrenz Alternative zu LVM. Macht es wahrscheinlich auch nicht gerade einfacher. Na mal schauen, mir wäre es jedenfalls sehr recht, das ganze im Kernel zu sehen.

  7. Oliver sagt:

    Naja etwas mehr ist es schon als LVM, BSD besitzt mit gvinum auch etwas wie LVM, von daher weht also nicht der Wind 😉

  8. tante sagt:

    Es ist ja auch so eine komische Situation: Die Linux Kernel Entwickler bekommen viel auf den Deckel wegen des Entwicklungsmodells, andererseits wird über sie gelacht, wenn sie Dinge, die ein Problem sind, nicht einfach so integrieren.

    Wenn Andrew Morton (der ja nun echt nicht für seine Scheu oder Faulheit bekannt ist) große Probleme mit der Layering Violation, die ZFS bedeuten würde, sieht, dann ist das schon ein wichtiger Grund, es erstmal raus zu halten, bis man das Problem sauber gelöst hat.

    Des weiteren ist ZFS immer noch CDDL, wenn ich mich nicht irre, also bewusst GPL inkompatibel. Nun können Menschen über die GPL frozzeln so viel sie wollen, aber sie ist nunmal die Lizenz des Linux Kernels (und meiner Meinung nach auch die beste Wahl aller möglichen Lizenzen für so ein Projekt).

    Alles in allem erinnert mich der Hype um ZFS manchmal ein wenig an den Hype um Apple und OSX: Alles ist da super und besser und stabiler und überhaupt. Gerade der Chaosradio Podcast war in der Hinsicht einfach mal schwach, weil sehr unkritisch. Das Kool-Aid wurde geschluckt und gut wars.

  9. Oliver sagt:

    >Des weiteren ist ZFS immer noch CDDL,

    Das wirklich einzige Problem.

    Aber infantile Meinungsmache zu betreiben, wie dort geschehen, ist dann auch nicht das wahre.

    >Alles in allem erinnert mich der Hype um ZFS manchmal ein wenig an den Hype um Apple und OSX

    Es ist definitiv nicht alles super, aber es bietet weitaus mehr, weil u.a. schon der Ansatz ein gänzlich anderer ist. Seien wir doch mal ehrlich, bei *BSD existiert UFS, ein rock-stable Filesystem, das ein paar Jahrzehnte erprobt ist, mit SU als probate Alternative zu Journaling, welches optional ebenso existiert inzwischen.

    Bei Linux existieren jede Menge Filesysteme, von denen in der Praxis dann doch nur eines wirklich Relevanz hat: ext3. Und ext3 wurde selbst schon von Morton und anderen als Flickwerk bezeichnet, das aber noch seinen Dienst tuen kann. JFS kaum erprobt und XFS ebenso, bei letzterem soll die Pflege des SGI Codes recht aufwendig sein und was das heißt dürfte somit klar sein. Reiser? Screw it, ich fand Reiser 3 grottig und es machte nach einer Panic meist mehr schlimmer als das es denn helfen würde. Reiser4, nun ja netter Ansatz, Mängel im Detail und letztendlich wohl so gut wie vergessen. Ext4 wiederum ist ein Frickelaufsatz, imho, um ext3 einige DInge beizubringen, die z.B. UFS schon seit vielen Jahren kennt — weil man sich eben im vorraus, soweit möglich, Gedanken machte.
    ZFS ist ergo kein Wundermittel, aber eine sinnvolle Evolution der Filesysteme, mehr gewappnet für die Zukunft als all die anderen.

    >Das Kool-Aid wurde geschluckt und gut wars.

    Ich könnte ja jetzt einfach mal darauf hinweise, das FreeBSD zwar ebenso gerne damit wirbt, mit der Integration von ZFS, schrottiger Code, waghalsige Technologien, wären jedoch nie ins System aufgenommen worden. Das Gros der Leute dort beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit UNIX Systemen oder gar BSD selbst, da laufen Spezialisten herum die ihre Dissertation über Filesysteme schrieben etc. Ich kann da also behaupten, Hype war wohl der letzte Grund warum es in FBSD eingesetzt wird. Wie gesagt die Entwicklungsmodelle sind gänzlich verschieden …

  10. tante sagt:

    Dass Linux (und nahezu jedes Betriebsystem) Probleme mit Dateisystemen hat, ist klar: Die Platten werden einfach zu groß, so dass sinnvolles Handling kaum noch möglich ist mit aktuellen Technologien.

    ZFS hat ein paar sehr gute Ideen, da stimme ich zu, aber machmal irritiert mich der Hype doch arg: Alles schreit nach ZFS um sich dann, einen grottig zusammengepatchten Kernel nutzend, zu beschweren, Linux sei zu instabil.

    Gerade der Mangel an Kritik bzw. ein etwas objektiveres Betrachten von ZFS fehlt mir sehr oft und macht mich doch eher vorsichtig. Die Vorteile sehe ich auch und die Release-Notes und Werbetexte kann ich auch lesen, ich will wissen, wo die Probleme sind.

    Aber ganz ehrlich hatte ich vom Chaosradio da auch nicht allzuviel erwartet, immerhin will Apple ZFS ja auch irgendwann drin haben, und Tim geht ja nun auf alles, was von Apple hat, kritiklos ab.

  11. Oliver sagt:

    >Alles schreit nach ZFS um sich dann, einen grottig zusammengepatchten Kernel nutzend, zu beschweren, Linux sei zu instabil.

    Das macht den Braten dann insgesamt auch nicht mehr fett, obwohl dort die Lizenz-Religion ohnehin einen Riegel vorschiebt.

    >Die Vorteile sehe ich auch und die Release-Notes und Werbetexte kann ich auch lesen, ich will wissen, wo die Probleme sind.

    Nun die Probleme sind bekannt (Opensolaris Forum, Mailinglists FBSD, OpenSolaris) und werden auch desöfteren erwähnt (es ist ein Filessystem das man ab 1Gb Speicher nutzen sollte). Allerdings kann ich auch mein liebgewonnenes Filesystem mittels ZFS verwalten, auch das ist möglich. Ich setze es hier sogar auf dem Schleppie ein mit 1Gb Hautspeicher und stresse es oft genug just for fun, läuft bisher astrein, obwohl natürlich auch da, ob des jungen Wesens, einige Probleme bekannt sind.

  12. tante sagt:

    Nunja, «Lizenz-Religion» halte ich für einen etwas zu platten Propagandabegriff. Es gibt eine gewählte Lizenz, Sun hat was konstruiert, was zu dieser bewusst inkompatibel ist, das erzeugt halt Probleme.

  13. Oliver sagt:

    >Es gibt eine gewählte Lizenz, Sun hat was konstruiert, was zu dieser bewusst inkompatibel ist, das erzeugt halt Probleme.

    Ahm «bewußt inkompatibel», alleine diese Ausdrucksweise zeigt doch das Problem auf, den Alleinvertretungsanspruch. Es ist zu RMS «inkompatibel» und wer sich näher mit diesem Menschen beschäftigt sieht exakt das Problem. Wenn ihm etwas nicht paßt, wird ein Problem daraus und der Rest der Welt muß sich anpassen. Wo ist die Freiheit, die oft angesprochene, wenns doch da schon fehlt? Die GPL ist imho bewußt inkompatibel gehalten zu *Freiheit*. Ob tatsächlich alles derart inkompatibel ist wird letztendlich auch vom Software Freedom Law Center «bestimmt», Moglen dort, ein feuriger Vertreter der GPL, macht die initiale Befangeheit offenbar. In der Kürze meines Ausdrucks mag zwar der Begriff zu Propaganda-Material gereichen, letztendlich aber auch nur wenn man diese Zusammenhänge geflissentlich übersieht. Es war auch nur ein Hinweis drauf, warum oft etwas gehemmt wird, nicht ob eines techn. lapsus, sondern ob dieser Eiferer. Und der Alleinvertretungsanspruch, den auch die katholische Kirche inne hatte, zeigt die Auffälligkeit in puncto Religion.
    Und last not least selbst Linus ist sich dessen bewußt, er wollte nur eines, das sein Code nicht verschwerbelt wird und andere Developer weiterhin damit arbeiten können. Der Rest der Auswüchse ist selbst ihm höchst zuwider. Erkennt wie Religion arbeitet, und das traue ich mir schon zu, dann weiß man auch auf Parallelen hinzuweisen. Ich verfolge btw. auch oft genug die, manchmals, interessanten Diskussionen auf der LKML und das seit vielen Jahren.

    Die LIzenz ist so wie sie ist, sprich GPL2, aber ob sie denn tatsächlich inkompatibel ist, daran zweifle ich oft genug. Denn das Machtwort wird immer von eben jenen Eiferen gesprochen. Das RMS sogar kürzlich empfahl nicht den Weg Linus zu gehen, wenn man denn Freiheit möchte … nun ich kann dir ähnliche Fälle des Papsttums des Mittelalters nennen en detail.
    Propaganda wäre es, würde ich einfach schlicht sagen, RMS Reden folgen dem gleichen Argumentationsmuster wie jene Schäubles oder Bushs — der Trugschluß, das man Freiheit erhält, indem man diese einschränkt.

  14. tante sagt:

    Die Frage, ob man die GPL nun für gut oder schlecht hält, ist ja eine andere, als die, um die es geht.

    Ich selbst halte die GPL für eine gute Lizenz für Open Source Projekte auch ohne dass ich nun religiös irgendwem hinterherlaufe.

    Ich persönlich halte nach meinem Verständnis und Wissen CDDL und GPL für inkompatibel und ich glaube auch, dass das sehr bewusst seitens Sun so gehandhabt wurde. Nicht aus «Weltverschwörungstheorien» oder so, sondern, weil es eben mehr darum ging, Dinge in Solaris rein zu bekommen als Dinge aus Solaris der Community zu geben. Das ist aber selbstverständlich ihr gutes Recht, Sun ist Autor.

    Man kann zu den Lizenzen stehen wie man will (persönlich halte ichs in einigen Aspekten mit Linus, in anderen mit RMS und in einigen nur mit mir), ich finde nur, dass «Lizenz-Religion» hier echt nicht angebracht ist.

    Zu fordern, alles müsse GPL sein ist offensichtlicher Unfug. Was ich schreibe ist GPL, was jemand anderes schreibt, steht unter der Lizenz, die der andere Autor wählt. Wenn das seine Software für mich unnutzbar macht in meiner Software ist das nunmal einfach so. Das ist vielleicht ärgerlich aber nicht moralisch «gut» oder «schlecht». Aber immer, wenn die GPL eben irgendetwas ausschliesst sofort mit einem Begriff aufzuwarten wie «Religion» ist meiner Ansicht nach falsch und wenig hilfreich.

  15. Oliver sagt:

    >Aber immer, wenn die GPL eben irgendetwas ausschliesst

    Auf die Gründe kommt es eben an und ich spreche eben Leuten wie Moglen und RMS da, logischerweise, Befangenheit zu. Und eben jene sind es auch die Dinge monieren, in Frage stellen und oft genug in der Vergangenheit andere Projekte quasi zu einer Änderung der Lizenz nötigten. Wohl wissend was es teils bedeuten kann, ausgeschlossen zu werden. Um den Vergleich mit Religion zu verstehen, muß man sich von der allgemeinen Vorstellung des nur Glaubens trennen, Religion ist ein Machtgefüge und man strickt sich dort seine eigene Welt, mit eigenen Gesetzen und geht auch gegen andere vehement vor.

    >Man kann zu den Lizenzen stehen wie man will

    Ich habe mich eingehend mit diversen Philosophen beschäftigt, dem Freiheitsbegriff per se usw. fernab von einer BSD Lizenz oder GPL. Beide dienen hier nur als Beispiel, um die ewig gleichen Dogmen aufzuzeigen, mit denen einige Individuen versuchen eben jene Freiheit fortwährend, durch die Geschichte hindurch, mit Füßen zu treten. Die Reduzierung, auf bäh klar der ist BSD Fan ist dabei ziemlich nonsense. Meine Kritik bei Stallman ist, er soll den Vergleich … as in freedom knicken und aufhören diese Parodie auf eben diese Freiheit zu verbreiten. Schau, die anderen Lizenzen existieren und müssen sich heute mehr denn je *verteidigen* gegen die GPL. Es ist die einzige Lizenz die von ihren Anführern fortwährend propagiert wird und gar hochoffiziell andere Lizenzen angreift mit teils realitätsverzerrenden Argumenten wie sie bei Bush und Schäuble usus sind. Diese Leute wollen auch nur die Freiheit schützen.

    Das letztendlich Argument ist dabei immer, hey hier drehts sich nur um Software, um Bedenken abzuwatschen die diese Freiheits-Argumentation kritisiert. Aber Software ist wie wir wissen heutzutage auch ein gewaltiges Druckmittel in den Ländern der dritte Welt. Man kann es sich also einfach machen und nimmt eine GPL, klatscht sie unter den Code und lächelt wie Buddha oder aber man denkt die Sache zu Ende und schafft etwas Nachhaltiges. Freiheit eben konsequent vollzogen. Freiheit braucht auch Mut und das dümmste Argument ist es, nun wenn dir es nicht paßt, dann geh halt. DIe ganze Logik der GPL basiert einzig und allein auf eben diesen Begriffen, diese werden jedoch stante pede verneint und man zieht sich auf die profane Software-Ebene zurück, geradeso als würde man ahnen welchen crap man damit verbreitet.

    Und da eben diese GPL eine große Verbreitung hat gereicht sie zum Druckmittel gegenüber anderen. Siehe hier die Religion, die Ausnahme am Rande kann nie Druckmittel per se sein, die dominierende hingegen schon. Vergleiche lassen sich hier aus beiden Praktiken *en detail* behände aufführen. Ich denke eben das was ich hier im Staate anprangere konsequent zu Ende, nur dann macht es überhaupt Sinn. Greife ich mir Sonderbereiche heraus, bei denen ich ebenso handele wie jene die ich anprangere, so bleibt nur schöngefärbtes Geheuchel über.

    Begriffe stören dich? Nun gut, beschränke dich auf die damit einhergehenden Prinzipien, diese sind völlig identisch.

  16. tante sagt:

    Ich bin mit Dir übereinstimmend durchaus einer Meinung, dass die Lizenzdiskussion absolut analog zu so einigen anderen Diskussionen ist.

    Nehmen wir den Begriff «Freiheit» (der ja in sich schon kaum widerspruchsfrei formulierbar ist, aber das ist eine andere Geschichte). Es gibt Menschen, die definieren Freiheit absolut, ohne Einschränkungen. Ich beispielsweise tue das nicht, ich schränke Freiheit nahezu immer ein und das ganz bewusst.

    Ein beliebtes Thema ist zum Beispiel der Begriff der «Meinungsfreiheit». Auch dort gibt es eine Fraktion, die der Meinung ist, «Meinungsfreiheit» beduete, man dürfe absolut alles meinen. Ich schränke da ein, indem ich zum Beispiel menschenverachtende oder rassistische Meinungen nicht dulde. Mir ist sehr wohl klar, dass ich hier Freiheit einschränke, aber ich kann das vertreten für genau die speziellen Fälle.

    Genauso ist es mit der «Sicherheit». Ich kann einige Einschränkungen der persönlichen Freiheit akzeptieren, um mehr «Sicherheit» zu gewährleisten. Nehmen wir mal ein Beispiel: Ich kann die Einschränkung der Bewegungsfreiheit eines psychopathischen Mörders akzeptieren, weil das mehr Sicherheit für Menschen bedeutet. Genauso kann ich die Einschränkung akzeptieren, dass man erst nach einer Prüfung ein Kraftfahrzeug fahren darf (weil die Dinger einfach mal massiv gefährlich sein können).

    Die «reine» Definition von Freiheit ist ein schönes Ideal, welches ich aber rein pragmatisch nahezu nie verwirklichen kann.

    Software ist wichtig für unser Leben. Ich setze aus genau dem Grunde keine unfreie Software ein (Du würdest das vielleicht anders sehen, weil ich massiv GPL Software einsetze). In diesem Gedanken folge ich durchaus auch RMS: «Jedes Programm hat einen Meister, den es dient. Und wenn Du den Sourcecode nicht hast, dann dienst auch Du diesem Meister.» Somit ist die Diskussion um Software und deren Lizenzen für mich keinesfalls nur Spielerei.

    Ich sehe nur nicht den Druck, den die GPL nach Deiner Beschreibung ausüben soll: Sicherlich gibt es irgendwelche Fanatiker, die, aus welchen Gründen auch immer, alle Welt zwingen will GPL zu nutzen, oder GPL konform zu sein. Das sind aber die Menschen, nicht die Lizenz selbst, Menschen die da mal wieder in irgendetwas einen Ort gefunden haben, an dem sie sich aufspielen können.

    Für mich ist die Entscheidung über die Lizenz einer Software eine nicht einfache, die der Autor zu fällen hat. Nahezu jede Lizenz hat ihre Anwendungsgebiete, gerade deshalb gibt es ja so viele. Die Entscheidung für oder gegen eine Lizenz ist sehr persönlich, und sicherlich mag man manchmal diskutieren wollen, aber letzten Endes läuft es alles darauf hinaus, was der Autor will. Nun kann ich ihm gegenüber meine Unterstützung oder mein Missfallen ausdrücken, ich kann darum bitten auch noch eine weitere Lizenz zuzulassen (Meinungen sind wie Arschlöcher, jeder hat eins ;)) aber das übt so ersteinmal keinen Druck aus.

    Ich halte die Einschränkungen, die die GPL vorgibt, für richtig und ich glaube auch, dass Linux genau wegen der Lizenz ein Erfolg ist. Aber für mich ist Freiheit eben einerseits kaum widerspruchsfrei zu formulieren (wie auch Begriffe wie «Allmacht» oder ähnliche) und andererseits in einer nicht-idealen Welt niemals absolut.

  17. Oliver sagt:

    >Ich beispielsweise tue das nicht, ich schränke Freiheit nahezu immer ein und das ganz bewusst.

    In einem gewissen Rahmen natürlich, auch der Anarchist kennt Regeln. In Freiheit sollte u.a. die Vernunft maßgebend sein.

    >Auch dort gibt es eine Fraktion, die der Meinung ist, “Meinungsfreiheit” beduete, man dürfe absolut alles meinen.

    Dieses kleinen, aber wesentlichen Details z.B. bin ich mir durchaus bewußt, siehe eins zuvor.

    >Software ist wichtig für unser Leben. Ich setze aus genau dem Grunde keine unfreie Software ein (Du würdest das vielleicht anders sehen, weil ich massiv GPL Software einsetze).

    Nein nicht wirklich, ich habe noch nicht einmal per se gegen Linux etwas, allenfalls bis zu einem techn. Punkt von Zeit zu Zeit. Das die Grenzen fließend sind ergibt sich aus der engen Verbundenheit.

    >Das sind aber die Menschen, nicht die Lizenz selbst, Menschen die da mal wieder in irgendetwas einen Ort gefunden haben, an dem sie sich aufspielen können.

    Nun RMS zitierte ich desöfteren und letztendlich ging man dort auch einen Schritt weiter zur GPL3, um eben genau einen Schritt weiter zu gehen.
    Ich kann den Papst nicht von der Kirche abnabeln dessen ganzes System er repräsentiert, welches er propagiert und in dessen Tradition er auch steht — gleiches gilt für Eben Moglen und RMS gegenüber der GPL. Das ist mein Punkt. Viele helfen auch bei der Verbreitung ohne sich tatsächlich Gedanken darum zu machen, was sie da überhaupt tun. Anlaß ist meist, das böse Firmen ihren Code nicht kommerziell nutzen sollen, teils gar ist vielen nicht einmal bewußt, das der Code auch kommerziell verwertet werden darf, halt einhergehend mit der Veröffentlichung des Codes und der Änderungen.

    >Ich halte die Einschränkungen, die die GPL vorgibt, für richtig und ich glaube auch, dass Linux genau wegen der Lizenz ein Erfolg ist.

    Gut das mag bei dir so sein, allgemein folgt eben jedoch auch der letzte Teil der Aussage eben jener Propganda die von RMS & Co vorangetrieben wird. Wenn eine Firma den Code nutzen möchte, dann macht sie es auch — illegal, scheiß egal. Ein paar findet man, wie die berühmte Nadel im Heuhaufen per Zufall, die große Masse nicht. Diesen Umstand z.B. gab auch einer der bekannten Anwälte zu bedenken, der derlei Verletzungen der GPL verfolgt. Dennoch macht er es natürlich weiter, weils ums Prinzip geht und das ist auch verständlich.

    RMS himself z.B. wird nicht müde den «Code-Diebstahl» von allzu freien Lizenzen zu propagieren — er nennt sie sogar «tatsächlich frei», wie zuletzt in einem BSDTalk Podcast mit ihm, den ich hier auf dem Blog postete. Microsoft nahm sich davon, Linux nahm sich davon, Apple machts, Sun machts usw. Mal abgesehen von Microsoft (da weiß ich es nicht) gaben andere auch Code zurück bzw. andere Art von Support, wie z.B. Yahoo mit ihren Servern en masse. Apple machte zuletzt auch wieder mal einen großen Commit usw. Es ist ein ständiges geben und nehmen, auch ohne das ich die Firmen pauschal aburteile und fortwährend nötige. Dann wären wir auch bei dem zweiten Punkt angelangt, viele Code werden eben durch eine massiv virale Lizenz wie die GPL eingeschränkt übergreifend zu arbeiten.

    Die Angst die heute noch Antrieb in der Linux-Community ist, das der Code von bösen Firmen gestohlen wird, basiert in der Praxis nur auf der Paranoia eines Mannes. Und dieser Mann hat zudem noch an einem staatlichen Institut studiert, welches zu großen Teilen von eben dieser bösen Industrie gesponsort wird. Alle große Firmen, Microsoft, Apple, Sun usw. supporten indirekt Opensource, als gigantische Steuerzahler oder direkte Supporter an diversen Unis. Wer trägt denn z.B. die Kosten für die gewaltigen Mirrors in puncto Opensource? Tja wie du schon erwähntest, Freiheit besitzt viele Gesichter, aber mir stößt es übel auf Freiheit einzuschränken, das geschieht schon zuoft, drum nähere ich mich dieser stetig an, anstatt mich zu entfernen.

    Die sogenannten schlechten Beispiele als Begründung für den Freiheitsentzug der GPL kann ich dir m it ebenso vielen Beispielen wiederlegen und das teils schon seit Beginn des ersten Linux Kernels, wenn nicht gar früher.

  18. tante sagt:

    Auf den von Dir angesprochenen Irrtum, dass GPL Software nicht kommerziell genutzt werden dürfte, stoße ich auch oft und versuche den dann immer aufzuklären, leider ist die Lizenz der Wahl für einige Menschen mehr Dogma als logisch durchdacht, in der Hinsicht hast Du Recht.

    Mir persönlich geht es bei der GPL mehr darum, dass, wenn ich etwas der Allgemeinheit gebe, wenn ich versuche, das kollektive Wissen und den kollektiven Werkzeugkasten der Menschen anzureichern, niemand kommt, das ganze aus diesem Allgemeinen Ideenpool nimmt und anfängt es zu verwenden ohne selber auch was beizutragen. Geld ist mir in der Hinsicht egal, ich finde nur, dass dem Grundsatz Newton’s entsprechend («I’ve only been able to see further cause I was standing on the shoulders of giants»), wir einem gesamtmenschlichen Wissenspool zuarbeiten sollten, da eben alle Bruchstücke, auf denen wir aufsetzen, daher kommen. Ich mag das quid pro quo in dem Kontext, die Spielregel funktioniert meiner Einschätzung nach.

    @Freiheit lieber vergrößern als verkleinern:
    Da stimme ich Dir völlig zu. Wir sehen die Einschränkung der GPL da aber glaube ich so unterschiedlich, dass es keinen Konsenz geben wird :)

  19. Oliver sagt:

    >wir einem gesamtmenschlichen Wissenspool zuarbeiten sollten,

    Exakt und da sehe ich es besser an mit positivem Beispiel voran zu gehen, sprich Freiheit zu wagen 😉

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