… zu guter Letzt

  • Der Fortschritt der SPD. Eine Exegese
    «Noch eine Minute zum SPD-Fortschrittsbegriff. Mein Eindruck: der Text fängt damit an, große Erwartungen zu schüren (»Modernisierung unseres Fortschrittsverständnisses«), baut auf der inzwischen gesellschaftlich tief verankerten Fortschrittskritik der neuen sozialen Bewegungen der 1970er und 1980er Jahre auf, nennt wichtige Ansprüche daran, wie Gesellschaften mit Zukunft umgehen sollten – und verliert dann auf halber Strecke die Lust, was anderes zu machen als eine Aufzählung der alten und wenig fortschrittlichen sozialdemokratischen Programmatik.»
  • Google’s dropping H.264 from Chrome a step backward for openness
    «Google’s decision—a decision to exclude support for an open codec, giving users fewer choices and an objectively inferior browser, does nothing to advance the open web. It means eschewing open standards in favor of Google-controlled proprietary standards, and it means that Flash remains the single best mechanism for delivery of web video.»
  • Gute Zeichen, schlechte Zeichen
    «Bei den neuen Personalausweisen treten Probleme mit bestimmten Schreibweisen von Namen auf. Wer André oder François — oder de Maizière — heißt, bringt mitunter das ganze System zum Absturz.»

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9 Antworten zu “… zu guter Letzt”

  1. Lieber Oliver,

    da wir die offene Debatte schätzen, haben wir neben anderen Beiträgen auch den Beitrag von Till zum Fortschrittspapier veröffentlicht.

    Das Angebot geht wie auch an Till und Christian auch an Dich — wenn Du einen Kommentar zum SPD Fortschrittspapier auf vorwaerts.de veröffentlichen willst — nur her damit!

    Viele Grüße

    Karsten

  2. Hi Karsten,

    sorry, aber das ist alles nur inhaltloses Geschwafel, also das der SPD, nicht von Dir. Dieses ganze Gerede vom Führungs-Triumvirat Gabriel, Nahles, Steinmeier ist sowas von verlogen, dass mir dazu nichts mehr einfällt. Vielleicht sollte man mit der FDP endgültig fusionieren, da haben sich dann zwei gesucht und gefunden…

    Ich erlebe es gerade in Hamburg.

    Man geht unbeirrt den Weg der letzten zwei Jahrzehnte weiter.

    Sorry, aber wer selbst nach den letzten 2 Jahren noch nichts gelernt hat, der hat es nicht anders verdient.

    Ist Euch eigentlich aufgefallen, dass die SPD in der öffentlichen Wahrnehmung kaum noch stattfindet? Nur mal so als Hinweis.

  3. Hi Christian,

    mein Job ist es, eine Debatte anzustossen 😉 mit offenen Armen!

    Lg

    Karsten

  4. Hallo Karsten,

    ich kenne seit meiner Jugend recht viele Genossen und schätze diese sehr. Demokratisch gesinnte, äußerst soziale Menschen, die ihr bestes geben und die Basis zur SPD bilden — ich denke, bei dir wird es ähnlich sein. Während man oft von kopflosem Handeln spricht, scheint es bei euch der Kopf der Partei zu sein, der sich zunehmend verselbstständigt. Medizinisch völlig korrekt, aber wir wissen auch um das Herz einer Partei und dieses schlägt nun einmal in der Basis. In der SPD korrespondieren Basis und Kopf der Partei längst nicht mehr, man trägt es mit, man hofft auf Besserung, spricht teils auch von einem notwendigen Übel, manch einer gar von einer Durststrecke. Ich kann es den Leuten kaum verübeln, da steckt Herzblut drin, man möchte etwas bewegen, lokal gelingt dies gar, doch trübt diese Beschränkung auf lokale Erfolge oftmals auch den Blick. Es fehlt der Abstand, die Einsicht, wohin die SPD sich über die Jahre entwickelte.

    Ich sehe Genossen, die nach knapp 40 Jahren ihr Parteibuch abgeben. Manch einer mag jenen Tradition oder gar Parteisoldatentum unterstellen und doch ist weder das eine noch das andere korrekt. Jene Menschen gaben der SPD unter Schröder einfach noch eine Chance, sahen diverse Dinge ein, konnten die zur Debatte stehende Lösung jedoch nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren. So erklärt sich auch der deutliche Mitgliederschwund, dieser einstmals großen Arbeiterpartei. Wir alle wissen, daß diese «Arbeiterpartei» längst nicht mehr nur das angestammte Klientel abdeckte, aber daß es dieses gar verleugnete bzw. sich von ehemaligen Arbeitern abwendete, sobald diese in das Lager der Erwerbslosen wechselte, dies war dann doch des Guten zuviel. Eine Partei der Mitte ist nicht wirklich griffig, wir kennen diesen schwammigen Zustand von der Union. Alle möchte man bedienen und doch liegt die Präferenz eindeutig bei jenen, bei denen das Spendensäckel gar kräftig klingt. Wer wohl hätte diese Entwicklung in den 70er Jahren erahnen können? Mein Vater war eifriger Vertreter der Genossen, Brandt einer der großen von ihm sehr geschätzten Politiker.

    Wo ist diese SPD geblieben? Sicherlich gab es historisch betrachtet ebenso ein Auf und Ab innerhalb der Genossen, betrachtet man z.B. die erste große Koalition, die Jahre unter Brandt oder auch Schmidts politischen Habitus. Aber wie konnte diese einstmals große sozialdemokratische Partei Deutschlands derart aus dem Ruder geraten? War der Ruf nach der Macht derart stark, daß man einstmals stolz vertretene Ideale für ein «paar Silberlinge» verriet?

    Wenn heute von neuen Linken gesprochen, die Volkspartei betont, eine völlig absurde Agenda-Politik gemeinhin als korrekt postuliert wird, wie realitätsfremd bzw. machtpolitisch orientiert sind dann diese Leute? Betrachten wir die Linkspartei, ganz klar eine Protestpartei, doch gegen wen richtet sich jener Protest? Gegen die Genossen! Viele Mitglieder dort sind ehemalige Genossen, Menschen die Jahrzehnte ihr Herzblut hingaben für die Ziele der großen Arbeiterpartei. Sie wurden bitterlich enttäuscht, es tat ihnen weh und weil sie es wagten sich zum Protest zu formieren, wurden sie auch noch zu alledem in den Staub getreten.

    Der Mitgliederschwund, die Gründung einer linken Partei, das massiv schwindende Ansehen der Partei, dies alles war kein Egotrip des Saarnapoleons, dies waren Signale, ein unüberhörbarer Schuß vor den Bug des sozialdemokratischen Mutterschiffs. Historisch betrachtet sind derartige Signale nichts neues für die SPD, auch die Ignoranz gegenüber diesen, ist nicht wirklich Novum zu nennen. Aber schaut euch heute an, zu was diese Partei verkommen ist?

    Man fischt um Komplimente, «schaut Leute wir senden Signale der Vernunft aus», die teils vor einem Wahlkampf oder bei anstehenden wichtigen Entscheidungen kaum widersprüchlicher sein konnten. Mal Hü und auch mal Hott, beides zugleich und der linke Gaul taugt einzig für den Gnadenhof. Ihr verspielt die Sozialdemokratie Deutschlands. Die Linken können es nicht richten, die Grünen suchen eine eigene Position, die Union bedankt sich artig für das von Schröder errichtete Fundament.

    Eine Sozialdemokratie ohne eine starke SPD ist unmöglich, diese Einsicht bedeutet jedoch nicht zwangsläufig eine Laudatio auf die SPD. Eher ist diese eine mit einem großen Seufzen geäußerte Einsicht, eine mit Wehmut schwanger gehende Realtität, die bei vielen Bürgern zur Politikverdrossenheit führt. Reden wir doch Tacheles: die SPD ist schuld. Infantil mag diese Aussage auf den ersten Blick wirken, aber die im Moment regierenden Parteien erweckten nie den Anschein der Sozialdemokratie dieses Landes förderlich zu sein. Die SPD steht vor einem Scherbenhaufen und versucht diesen mit Worten zu kitten. Facta non verba! Die Wirkung der Taten verspüren wir heute noch, die Worte jedoch verklingen nur noch hohl im Asphalt.

    Kein Mensch tangiert tatsächlich primär irgendeine Art von Netzpolitik, wenn die Partei gesund ist, sich auf ihre sozialdemokratischen Wurzeln rückbesinnt, dann ist Netzpolitik in diesem Rahmen einzig demokratisches Finetuning. So aber sind es abermals Worte, die ein durch die Bank recht junges Klientel zu den Wahlurnen oder gar Mitarbeit in der Partei bewegen soll. Ich bin beileibe keine Fortschrittsbremse, aber ein Fortschrittspapier ist Augenwischerei, die Partei benötigt zum Überleben ein «back to the roots»-Positionspapier, welchem wohl oder übel auch die eine oder andere liebgewonnene heilige Kuh zum Opfer fallen würde.

    Vielleicht mag man meine Meinung als oberflächliches Gefasel abtun, aber es ist Wehmut, denn die SPD war der Hoffnungsträger für viele, nach langen Jahren einer schwarzen Regierung. Ohne die SPD gibt es keine sozialdemokratische Hoffnung, mit dieser SPD jedoch ebenso wenig — dies nennt man Politikverdrossenheit, ihr habt vielen Menschen die Hoffnung genommen.

  5. Oliver, ich empfinde Deine Meinung nicht als oberflächliches Gefasel. Gerade deswegen würde ich sie gerne auch im vorwärts veröffentlichen.

    Christian hatte damals im vorwärts einen Artikel zur SPD veröffentlicht:

    Die SPD hat in den letzten Jahren jedes Vertrauen verspielt

    Das war zu dieser Zeit einer der am meistgelesensten und am heftigsten diskutierte Artikel — und durch die Veröffentlichung im vorwärts wurde er auch dort in der SPD wahrgenommen, die normalerweise nicht zu den Stammlesern von f!xmbr oder Blogs generell gehören.

    Deswegen — wenn Du Dir schon die Mühe machst, so eine lange und im übrigen in vielen Bereichen richtige Antwort auf mich zu formulieren, dann lass uns die auch an anderer Stelle, auf vorwaerts.de, veröffentlichen. In dem Wissen, dass dann bestimmte Positionen innerhalb der SPD wieder gestärkt werden. Die SPD braucht auch die kritische Stimme, immer und immer wieder!

    Wie gesagt — das Angebot steht!

    Lg

    Karsten

  6. Der Inhalt dieser Publikation steht unter einer Creative Commons, zumindest unsere ureigenen Inhalte, jedem steht es also frei selbst den kompletten Inhalt zu kopieren. Ich habe also nichts dagegen, es würde auch unserem Verständnis des Netzes widersprechen.

  7. Kein Problem. Aber es würde mir helfen, wenn Du mir einfach per Word den Text kurz kopieren und an meine Emailadresse schicken könntest, am besten mit einem Bild oder einem Avatar von Dir und einer kurzen Selbstbeschreibung! Und am besten stellst Du über Deinen Kommentar noch eine Überschrift 😉

  8. Leicht angepaßt ist es just rausgegangen. Ich sehe das ganze zwar weniger als Artikel, vielleicht gereicht der Kommentar aber zum Denkanstoß für den einen oder anderen.

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