Zu Gast bei Nipponoodles, München

nipponoodles

Ich war letzte Woche in München zu Gast und dort zum Opening des neuen japanischen Restaurants Nipponoodles eingeladen. Dazu muss man wissen, das ich und asiatisches Küche vom Prinzip her die gleichen Dinge sind, wie ich und stricken — das passt einfach nicht zusammen. Anfang der Neunziger, wir beendeten gerade unsere Ausbildung, waren wir auf Norderney für einen Prüfungsvorbereitungskurs und dort waren wir chinesisch essen. Die Luft im Restaurant war extrem schlecht, das Essen hat mir überhaupt nicht geschmeckt, ich habe mir dort im Waschraum die Sache noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Seitdem hab ich asiatische Küche gemieden. Nun sollte ich also japanisch essen — zentral in München gelegen, wusste ich, dass der Hauptbahnhof in der Nähe war, verhungern sollte ich also nicht. Doch der Ausweichplan war nicht nötig.

Das Essen ist einfach weltklasse. Egal, ob frisches Gemüse oder der Fisch — ich habe jeden einzelnen Gang genossen. Und die Nudeln — ich habe bisher noch keine vergleichbare Pasta gegessen. Das liegt neben den grandiosen Köchen daran, dass Nipponoodles eine Nudelmaschine direkt aus Japan hat einfliegen lassen — und die Geschichte dazu lasst Euch bei Nipponoodles direkt erzählen. Ich habe mir erklären lassen, dass der große Unterschied im Knetwerk liegt: In Japan wird der Teig anders zubereitet und erhält er eine andere Konsistenz, wie wir ihn kennen. Einfach lecker: Ob nun gebraten oder als — unschlagbar gut — Nudelsuppe, ich hätte mich in das Essen reinsetzen können.

Das Ambiente hat mich sofort angesprochen. Japanische Restaurants haben ja durchaus den Faible für Kitsch, das ist bei Nipponoodles nicht der Fall. Eine dezente, rot-schwarze Inneneinrichtung unterstreicht das Understatement, das Essen soll überzeugen. Das Team ist perfekt zusammengestellt. Für die Macher mit Markus an der Spitze ist Nipponoodles eine Herzensangelegenheit, Chefkoch Taka zaubert am Herd, Francesco ist der ruhige, alles im Blick habende und wenn nötig bestimmende Betriebsleiter, Namiko und Mika begrüßen jeden Gast mit einem wunderschönen Lächeln, diese Freundlichkeit überträgt sich gleich auf den Gast und die Stimmung. Das Team ist nicht nur vom Wissen her sehr gut aufgestellt, auch die unterschiedlichen Charaktere ergänzen sich wunderbar für das eine Ziel, den Kunden zufrieden zu stellen.

Seit ich aus München zurück bin, sage ich nicht mehr, dass Asiatisch nichts für mich ist. Dazu hat es fast 20 Jahre gebraucht. Wenn Ihr also mal wirklich japanisch Essen gehen wollt, nicht nur nachgemacht mit dem Label japanisch, sondern richtig auf japanisch zubereitet mit original japanischen Rezepten, dann seid ich bei Nipponoodles richtig. Und wer weiß: Wenn Ihr Glück habt, arbeiten Bulo und Daniel nebenan gerade an der neuen Ausgabe des Clap Magazins oder es ist vielleicht ein zukünftiger Tatort-Kommissar zu Gast. Nipponoodles steht für mich ab sofort bei jedem München-Besuch an. Dass ich dies nochmal sagen würde, ich gehe asiatisch essen, hätte ich auch nicht gedacht. Gutes Essen verändert Menschen zum Guten. Bei mir war es Nipponoodles. Danke an das Team.

Full Disclosure: Ich kannte Bulo vorher, mittlerweile das ganze Team.

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7 Antworten zu “Zu Gast bei Nipponoodles, München”

  1. Grainger sagt:

    Ich persönlich mag die asiatische Küche. Ob chinesisch, mongolisch, japanisch oder thailändisch, mir schmeckt da (fast) alles.

    Zugegebenermaßen ist das, was man hier angeboten bekommt, meist schon in gewisser Weise europäisiert und vielleicht mag ich das gerade deshalb, ein Freund von mir ist in Hongkong aufgewachsen und auch mit der «naturbelassenen» chinesischen Küche vertraut. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich alles probieren möchte. 😀

    «Japanische Restaurants haben ja durchaus den Faible für Kitsch, …»

    Ich kenne das eher von chinesischen Restaurants, in den (zugegebenermaßen wenigen) japanischen Restaurants, in denen ich bisher zu Gast war, dominierte meist eine eher schlichte Eleganz. Und auch das mag ich. 😉

    Wenn ich aber das nächste Mal nach München komme werde ich ganz sicher Nipponoodles einen Besuch abstatten.

  2. Bulo sagt:

    Schon spannend: Da braucht es eine gezeichnete Figur (Mr. Nippo) aus der Social-Media-Welt, die zwei Figuren aus der realen Welt (Chris & Bulo) in eben derselben zusammenführt.

    Schön, dass wir uns nach all den digitalen Jahren endlich mal analog getroffen haben!

    :-)

  3. Es war ein schöner Abend. Auch mit all den anderen. Wäre München nicht so weit weg, würde ich Dich ja nach der einen oder anderen Telefonnummer fragen… 😀

  4. Finmike sagt:

    Interessanter Erfahrungsbericht (den Chinesen auf Norderney kenne ich, glaube ich, auch) — das hätte ich nach «asiatisch essen» kaum erwartet. «Asiatisch essen», das ist so ähnlich wie «europäisch essen». So wie es beispielsweise meist die Chinesen sind mit dem Hang zum verkitschten, stehen Japaner eher für ziemlich klare Linie beim Ambiente. Chinesische und japanische Küche, das ist in etwa so asiatisch wie spanische und österreichische Küche irgendwie «europäisch» sind.

    Aber gut zu wissen, wo man in München essen gehen kann…

  5. Paolo Pinkel sagt:

    Ich kann nur empfehlen, mit dem Go spielen zu beginnen. Bei den Turnieren des japanischen Botschafters wird man auch immer kaiserlich bewirtet

  6. Susan sagt:

    Chinesisch ist nicht japanisch. Japanisches Essen ist strukturiert. So bezeichnen sie eine Geschmacksrichtung dort, wenns im Prinzip nach nichts schmeckt. Für mich persönlich ist japanisches Essen nur strukturiert und einfach zu fade und schmeckt immer irgendwie fischig, auch die Nudeln, da die Grundlage meist ausgekochte Fischspäne sind.

  7. Chris sagt:

    Also bei chinesischen Restaurants ist der Hang zum Kitsch gegeben, bei japanischen habe ich das noch nicht beobachten können.

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