Zitat des Tages: We lost

We lost. Selbst in der Niederlage gelingt den Pirate-Bay-Machern der größte Scoop. Das Urteil gegen sie wurde bereits vor Verkündung (über Twitter) geleakt. Und doch ist das Urteil ein GAU. Nach Zensursula der nächste Fall, der den heutigen Freitag zu einem Schwarzen Freitag macht. Die Elite hat heute zwei große Schlachten gegen Freiheit, Demokratie und Kultur(austausch) gewonnen. Weitere Informationen hat TorrentFreak, während Dirk von Gehlen das Urteil kommentiert. Die Macher feiern das Urteil wie gehabt: So, the dice courts judgement is here. It was lol to read and hear, crazy verdict. But as in all good movies, the heroes lose in the beginning but have an epic victory in the end anyhow. That’s the only thing hollywood ever taught us. (Links von mir eingefügt)

22 Antworten zu “Zitat des Tages: We lost”

  1. Herr Kaliban sagt:

    Ich will gerne zugeben, dass ich mich mit all diesen Sachen, um die es hier geht nicht viel beschäftigt habe. So mögen mir die Feinheiten entgehen, aber…

    … für mich simplen Menschen sieht das so aus:

    Da sind ein paar Typen, die damit Geld verdienen, dass sie Millionen Leechern beim Auffinden von Raubkopien helfen.

    Das tun sie auf coole Art (Piraten! Robin Hood! David vs Goliath!).

    Dann werden sie, Überraschung!, von einigen Rechteinhabern verklagt und verlegen sich auf «Huh? Raubkopien? Dafür können wir nichts, so war das von uns nicht gedacht.», was ein bisschen so ist, als würde Google abstreiten, dass es der Sinn ihrer Suchmaschine sei, Webseiten zu finden.

    Dann werden sie verknackt.

    Und jetzt ist die Demokratie ist in Gefahr? Und die Freiheit auch?

    Verstehe ich nicht. Echt nicht. Erklärt’s mir.

  2. Chris sagt:

    Den Erklärbär zu spielen, für Typen, die hier ankommen, mit dem Satz ich will gerne zugeben, dass ich mich mit all diesen Sachen, um die es hier geht nicht viel beschäftigt habe, habe ich mir abgewöhnt.

  3. Stefan sagt:

    @Herr Kaliban: Das ist ungefähr das gleiche, als würde man Dich in den Bau stecken, weil einer Deiner Kommentatoren rechtswidrige Kommentare geschrieben hat. Du hast ihm schließlich auch die Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

  4. Herr Kaliban sagt:

    @stefan:

    nein. das ist es nicht.

    wenn ich eine software zum effizienteren versand von spams schreibe und die an spammer verkaufe und meine firma «spam bay» nenne und dann an den pranger gestellt werde, dann kommst du und sagst: «lasst den kaliban in ruhe, der hat doch bloß den unschuldigen code geschrieben.» echt?

  5. FloG sagt:

    Man könnte auch die Landesväter verknacken, so viele Fahrerflüchtige wie es auf den von den Ländern und dem Bund zur Verfügung gestellten Straßen gibt!

  6. Stefan sagt:

    @Chris: Du hattest recht.

  7. Herr Kaliban sagt:

    schon gut.

    wollte niemand provozieren, wollte nur mal ein anderes argument hören als das abgeschmackte «wenn wir nur die infrastruktur stellen, muss das legal sein. sonst muss man die isp ja auch verklagen.»

    geht wohl nicht. schade. dabei hätte es mich wirklich interessiert.

  8. FloG sagt:

    Was ist das denn für ne Forderung? Seit wann ist es ein Kriterium für die Güte eines Arguments, dass es «abgeschmackt» ist? Oo

  9. Herr Kaliban sagt:

    @FloG: Naja, es ist eben meine, hier sicher nicht mehrheitsfähige, MEINUNG, dass das Argument auf tönernen Füßen steht. Wie ich weiter oben auch versucht habe, zu illustrieren.

  10. Falk sagt:

    @Herr Kaliban: Es käme auch kaum wer auf die Idee, Hersteller von CDR zu belangen. Aber mit diesen werden laut Angaben DER Musikindustrie Millionenfach Raubkopien erstellt und getauscht. Es kommt niemand auf die Idee, die Post zu belangen, weil in den Briefen ja auch CDR mit Raubkopien sind. Aber bei einer Plattform wie TPB ist das plötzlich legitim? Ich denke auf der Basis lohnt es schlicht nicht, überhaupt zu diskutieren — anstelle sich für einen fairen, dem technologischen Fortschritt angepassten, modernen Urheberrecht stark zu machen, dafür einzutreten, daß Künstler ansprechend entlohnt werden und die Netzgemeinde eben insgesamt in diese Pflicht zu nehmen, dafür zu sorgen, daß ein fairer Ausgleich zwischen den Interessen (kostenlose Inhalte hier, Entlohnung auf Kreativseite) stattfindet, wird hier auf Druck einer rückwärtsgewandten Industrie Politik gemacht. Und das find ich persönlich widerlich. Aber wenn die Menschheit meint, mit Hurra zurück ins Mittelalter stürmen zu müssen, dann sollen sie das eben tun.…

  11. Herr Kaliban sagt:

    Ah.

    Das ist nicht ganz richtig: Selbstverständlich standen die Hersteller von Rohlingen genauso unter Feuer, seit 2003 müssen sie eine Abgabe an die GEMA zahlen. Und das nicht nur Deutschland. Gleiches gilt für die Hersteller von Brennern.

    Und, so bizarr es klingt, die Verwertungsgemeinschaft der Autoren (VG Wort) kassiert Abgaben von Drucker– und Kopiererherstellern. Weil Bücher und Artikel eben kopiert und ausgedruckt werden.

    Es ist durchaus nicht so, dass in dieser Welt die Urheber ohne Rechte wären.

    Anders wird es eben erst durch den massiven Filetausch im Internet, an dem die Urheber nichts verdienen, nur die TPBs und Rapidshares dieser Welt.

    Mich stört die Selbstverständlichkeit, mit der die Leecher kostenlose Inhalte für sich in Anspruch nehmen, mich stört auch die Selbstgefälligkeit, mit der etwa die TPB-Leute, sich als Piraten und Netzaktivisten stilisieren.

    Wenn ich Content herstelle, der mich Geld kostet, muss ich einigermaßen sicher sein können, dass derjenige, der den nutzen will, auch dafür zahlt. Das gilt auch für einen verrotteten Koloss wie die Musikindustrie. Auch wenn ich Metallica die nächste Fantastilliarde wirklich nicht gönne.

  12. Falk sagt:

    Mich stört die Selbstverständlichkeit, mit der die Leecher kostenlose Inhalte für sich in Anspruch nehmen,

    Mich stört die ganz und gar nicht, denn durch diese Selbstverständlichkeit verdiene ich und damit meine Künstler überhaupt erst Geld. Für mich ist dies ebenfalls nur ein Scheinargument, um die Beliebigkeit einer im digitalen Mittelalter lebenden Industrie zu kaschieren.

    Und ich sprach nicht davon, daß ich die Geschäftemacherei auf Kosten von Kunstschaffenden gutheiße. Nur diskutieren hier imho alle Parteien in diesem Streit konsequent am eigentlichen Thema vorbei. Und den Überbringer der Nachricht zu töten, ändert nunmal schon seit Urzeiten nichts am eigentlichen Problem.

    Und zum Thema Urheberrecht empfehl ich jedem, sich mal die Geschichte dieses mal ganz genau anzuschauen und moderne ‘Schöpfungen’ genauestens auf den Prüfstand zu stellen. Und sich dann die Frage zu stellen, woher die Inspiration dazu eigentlich kam und womit hier eigentlich Geld gemacht wird.

  13. Chris sagt:

    Mich stört die Selbstverständlichkeit, mit der die Leecher kostenlose Inhalte für sich in Anspruch nehmen, mich stört auch die Selbstgefälligkeit, mit der etwa die TPB-Leute, sich als Piraten und Netzaktivisten stilisieren.

    Man, man, man, hier treffen Deine Argumente nicht.

    Ganz heißes Eisen
    The Pirate Bay und der Rechtspopulist

    Es geht hier um mehr als um ein paar Leecher oder Pirate Bay…

  14. michael sagt:

    FAKT IST ABER >

    Die Besucher dieser Plattform tauschen wenn überhaupt nur untereinander;
    KEIN EINZIGES BIT wird «über die Plattform» getauscht.

    Dann müssten auch alle öffentlichen Plätze geschlossen werden, weil sich dort Leute treffen KÖNN(T)EN, die ungesetzliche Dinge tun !!!

  15. Oliver sagt:

    Und du wirst es viell. nicht wissen, aber diese öffentlichen Plätze mit vornehmlich negativen Charakter werden auch beobachtet. Bekannte Umschlagplätze für Hehlerplätze werden beispielsweise geschlossen oder aber man läßt diese, um besseren Zugriff auf gewisse Kreise zu erlangen.

    Fakt ist der Untergang des Abendlandes steht nicht bevor. Fakt ist die Leute die Mitnahmequalitäten mit Kultur verwechseln bekommen ihren Stoff so oder so. Fakt ist auch man bietet eine Plattform zum Austausch an ( siehe z.B. Facebook und deren Probleme mit rechten Umtrieben als ähnliches Beispiel). Fakt ist als Betreiber einer Plattform werde ich überall zu Verantwortung gezogen (siehe auch als Beispiel ein gefallenes großes Deutsches «Undergroundforum»). Fakt ist ein Sandkasten unter vielen wird geschlossen und die Krokodilstränen kullern bei den Jägern und Sammlern. Fakt ist, die Wirtschaft gewinnt mehr und mehr desaströsen Einfluß. Fakt, Fakt, Fakt — aber who cares? Wenn man gemäß dem Credo lebt: illegal — scheißegal, dann sollte man diese Konsequenz auch bis zum bitteren Ende leben.

  16. phoibos sagt:

    Dann müssten auch alle öffentlichen Plätze geschlossen werden, weil sich dort Leute treffen KÖNN(T)EN, die ungesetzliche Dinge tun !!!

    passiert permanent. entweder werden vom spielplatz die tischtennisplatten entfernt, «weil sich dort jugendliche aufhielten» (s. schanzenpark) oder das gelände großflächig videoüberwacht (reeperbahn) mit regelmäßigen repressiven verdachtsunabhängigen kontrollen (kiez, st. georg)… nun hat es die piratenbucht erwischt. ich bin nicht wirklich verwundert. wie oli bin ich erschrocken über die macht der konzerne, jedoch nicht darüber, dass der staat im moment boden gut macht. wobei ich denke, der kampf zwischen irgendwelcher rechtemafia und rechtefreibeutern ist der wettlauf zwischen panzerung und geschoss…

    ciao
    phoibos

  17. ori sagt:

    ich wein tpb auch keine träne nach… Ehrlichgesagt, es ist doch ein wenig absurd das da so arg gegen protestiert wird, das einzige anfechtbare wäre das Strafmaß, aber das ist sogar halbwegs angemessen. (Wobei die Millionen niemals gezahlt werden)

    Es geht hier nicht um öffentliche Plätze, es geht einfach darum das jemand eine Plattform betrieben hat die wissentlich für Menschen betrieben wurde, die das Urheberrecht verletzen wollen. Die Piratenbucht hatte ihren Namen nicht von ungefähr, wir reden hier nicht von einem Schifffahrtsportal. Natürlich ist Datenaustausch wichtig, vor allem freier. Ich schätze auch Bittorrent als Medium für den Datenaustausch. Aber ThePirateBay wussten das 99% ihrer Besucher wegen illegalen Inhalten auf die Plattform kamen, und nur dafür war ThePirateBay da.

    Chris, mal ehrlich, die Kritik an Facebook und die Kritik am PirateBay Urteil passen nicht zusammen. Facebook ist für (nur in Deutschland) strafbare oder auch nicht strafbare Inhalte als Betreiber verantwortlich und ThePirateBay nicht? Wie begründest du denn diese Haltung? ThePirateBay war doch eigentlich nie was anderes als die ehemalige Warezsektion des Gulliboards.

  18. Chris sagt:

    Äpfel und Birnen sind ja noch Gold gegen den hanbüchenden Vergleich, den Du hier auspackst. Gott im Himmel…

  19. kein Name sagt:

    > Selbstverständlich standen die Hersteller von Rohlingen genauso unter Feuer, seit 2003 müssen sie eine Abgabe an die GEMA zahlen.

    Schlimm genug, dass man sogar Abgaben zahlen muss, wenn man sich ‘ne Spindel Rohlinge zu Backupzwecken zulegt.

    Letztendlich geht die Diskussion, ob TPB nun «die Guten» oder «die Bösen» sind aber am eigentlichen Thema vorbei. Tatsache ist, dass das Internet eine unglaublich billige Methode darstellt, Content zu verbreiten. Aber anstatt diesen Preisvorteil an den Verbraucher weiterzugeben, versteift sich die Industrie darauf, dass sie die Ersparnis selbstverständlich vollständig selber einsacken könnten. Deshalb bieten sie jetzt auf ihren legalen Downloadportalen ihre Musik teurer an, als wenn man sich die CD (inkl. Booklet etc.) im Laden kauft, und deswegen versuchen sie Video on Demand zu Preisen unter die Leute zu bringen, die jene der Videotheken um das zwei– bis dreifache übersteigen. Das alles natürlich nach Möglichkeit DRM-verkrüppelt, so dass auch ja niemand das mit seinem bevorzugten Betriebssystem/Player nutzen kann. (Wobei sich das zumindest im Musikbereich zum Glück anscheinend nicht durchsetzen konnte.) Und mit nervigen Raubkopiermörder-Spots, die man nicht vorspulen kann, obwohl man doch für die DVD bezahlt hat. Und «regionalisiert», damit man sich erstmal einen neuen Player kaufen oder seinen alten modden muss, um legal im Ausland erworbene Datenträger nutzen zu können.

    Ein Großteil derer, die sich jetzt alles umsonst ziehen, würden zu sinnvollen Bedingungen sicherlich auch dafür bezahlen, anstatt sich ihre Filme tagelang zu saugen und dann festzustellen, dass das irgendwer im Kino mit seinem Handy mitgeschnitten hat.

    Natürlich sind das nicht alle und es gibt auch die notorischen Sammler, die jeden Film besitzen müssen (aber eh nicht alle bezahlen könnten) oder die, die aus Prinzip alles mitnehmen, was sie irgendwo umsonst abgreifen können. Das ist natürlich nicht korrekt, und wenn die Verfolgung nur diese Gruppe betreffen würde, würden sich wahrscheinlich auch nicht so viele Leute darüber aufregen. Und wenn die anderen dann Musik im Centbereich und Filme für einstellige Eurobeträge beziehen könnten, kann man auch gerne Jagd auf die verbliebenen Leecher machen, und sie abstrafen. Aber dann in der Größenordnung wie man Temposünder auf Autobahnen bestraft, und nicht härter als jeden Steuersünder.

    Das mit TPB stellt sich dagegen eher so dar, als würde man Autohersteller mit Milliardenstrafen überhäufen, weil sie «Beihilfe zur massenhaften Geschwindigkeitsübertretung» leisten und es zu anstrengend ist, jeden Raser zu erwischen.

    Leider wird sich an der augenblicklichen Lage aber nichts ändern, solange die Pervertierung der «Geistiges Eigentum»-Gesetze nicht rückgängig gemacht wird. Erschaffen wurden diese einst als ausgewogener Interessensausgleich zwischen Erschaffern, Verwertern und Konsumenten. Davon ist heutzutage aber nicht mehr viel übrig, sondern es handelt sich eher um eine Lizenz zur Abzocke. Immer längere Laufzeiten, immer weniger Verbraucherrechte, immer härtere Strafen für (eigentlich) Bagatelldelikte.

  20. Oliver sagt:

    Nimmt man Autohersteller zum Vergleich müßten dann diese wohl das ultimative Fluchtfahrzeug bewerben: gepanzert, frisiert — das Auto, welches in die ersehnte Freiheit geleitet.

    Etwas anderes zu dem eingenommenen Geld, irgendwie müssen auch die enormen Kosten kompensiert werden die die Leecher auf den Servern verursachen. Aber das ist auch schon alles was ich an dem Sandkasten rechtfertige.

  21. Anonymous sagt:

    Interessant zu sehen ist natürlich, das auch bis jetzt TPB wohl noch voll online ist, nur die Tracker sind leerer (aber auch nicht immer ganz leer)… also hat das Urteil nichts gebracht… Offensichtlich haben die Betreiber ja auch nicht verkauft, obwohl sie damit noch einen deutlichen Überschuss über der Strafe eingenommen hätten…

    Im übrigen muss ich Kein Nama (19. April 2009 um 02:28) zustimmen. Die Industrie (nicht nur die Musikind.) will heutzutage wesentlich weniger für die Verbraucher tun aber trotzdem doppelt so viel abkassieren… und das lassen sich einige sicherlich (verständlicherweise?!) nicht gefallen.

    LG

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