Zitat des Tages: Vertrauen

Das Landesarbeitsgericht Berlin hat heute die Kündigung von Kaiser’s gegen eine Kassiererin bestätigt. Die Frau soll Pfandbons im Wert von 1,30 Euro «betrügerisch verwendet» haben.

Radio Utopia

Wie auch dort schon angeführt, hat dieses Urteil gerade in der heutigen Zeit einen äußerst sarkastischen Unterton. Mehr als 30 Jahre treue Dienste gegenüber mutmaßlich veruntreuten 1.30€ und dies gegenüber Milliarden verbrannter Gelder seitens korrupter Banken und Politiker. Wäre doch mal die Justiz derart genau gegenüber jenen die diesen Staat tagtäglich schädigen

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7 Antworten zu “Zitat des Tages: Vertrauen”

  1. Grainger sagt:

    Das war aber im deutschen Arbeitsrecht bzw. der Rechtssprechung der deutschen Arbeitsgerichte noch nie anders.

    Diebstahl, Veruntreuung, usw. selbst geringwertigster Güter im Pfennig– bzw. Centbereich berechtigten schon immer zur fristlosen Kündigung, die Beschäftigungszeit spielt da keine Rolle (und warum auch sollte ein schon länger beschäftigter Dieb mehr Milde finden als ein neu eingestellter Dieb?).

    Was mich allerdings extrem stört ist das mutmaßlich, da würde ich in einem Rechtsstaat schon handfeste Beweise erwarten (selbst wenn es nur Indizienbeweise wären). Mutmaßungen kann man viele anstellen, vor Gericht (egal ob privat– oder strafrechtlich) sollten die nichts zu suchen haben.

  2. Chris sagt:

    Die völlige Rechteenteignung der deutschen Abeitnehmer hat begonnen. Nun reicht ein Verdacht schon aus…

    Die Unschuldsvermutung in Deutschland ist Geschichte, selbst vor Gericht zählt sie nichts mehr…

  3. Arno Nühm sagt:

    Bei Klaus Stuttmann gibt es die dazu passende Karikatur:

    Klick

    Wenn es nur so wäre…

  4. Grainger sagt:

    Ich habe heute verschiedenen Medien entnommen, das wohl zwei Kolleginnen als Zeugen gegen die Kassiererin ausgesagt haben sollen.

    Falls das stimmt, sieht die Sache natürlich wieder anders aus, schließlich kann das Arbeitsgericht solche Zeugenaussagen nicht einfach ignorieren (es sei denn, die Zeugen seien vollkommen unglaubwürdig).

    Ein gewisser übler Nachgeschmack bleibt trotzdem, zumal es sich bei einer Gewerkschaftsaktivistin sicherlich um eine Beschäftigte handelt, die so mancher Arbeitgeber nur zu gerne los wird. Aber auch Gewerkschaftsmitglieder können natürlich arbeitsrechtliche Verstöße begehen.

  5. Diplomandin sagt:

    Hat eigentlich irgend jemand schon mal was von einem Urteil wegen ‘unwiderbringlichen Vertrauensverlustes’ gegen einen der Bankmanager gehört?

  6. […] Oliver hatte hier schon etwas zu dem mittlerweile vieldiskutierten 1,30-Euro-Urteil geschrieben. Die Empörung kennt keine Grenzen, die Chuzpe mancher Medien und der Politiker ist unvorstellbar – von der BILD angefangen bis hin zu Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse. Unnötig zu erwähnen, dass auch die Barbaren der BILD ihren Anteil an unserem sozialen und von Neid getränkten System haben hat. Und dass sich ein Mitglied des Bundestages dazu äußert, wirkt schon sehr befremdlich, schließlich können die Damen und Herren Politiker am ehesten etwas gegen diese neue Form der Rechte-Enteignung der Arbeitnehmer tun. Wenn es dann aber ein Wolfgang Thierse ist, dessen Partei seit 11 Jahren in der Regierungsverantwortung ist, dann kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Das setzt dem Fass dann die Krone auf. Die SPD sollte sich in die Ecke setzen und sich schämen. Doch das nur am Rande. Viel interessanter scheinen die Verbindungen der zuständigen Richterin zu sein. In den Kommentaren des Tagesspiegels äußert sich der User epunion.de wie folgt: […]

  7. Flying Circus sagt:

    @Grainger:

    Die Glaubwürdigkeit der Zeugen läßt sich halt schlecht beurteilen. Angesichts der miesen Methoden in diesem Geschäft halte ich es aber für durchaus möglich, daß da Zeugen «gemacht» wurden.

    Im übrigen halte ich die ganze Geschichte für schwachsinnig. Warum sollte die Dame für 1,30 Euro ihren Job aufs Spiel setzen?
    Viel logischer finde ich dagegen die Variante, daß hier ein unbequemer Arbeitnehmer mundtot gemacht wurde.

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