Zitat des Tages: Theo gegen den Rest der Welt

Richard, you are wrong. You said very clearly in your interview that the ports tree contains non-free software. It does not. It is just a scaffold of Makefiles containing URLs, and an occasional patch here or there.

You are just plain wrong. And you are not enough of a man to admit that you are wrong.

I may be unfriendly at times, but you are a power-misusing hypocritical liar who attacks projects that try harder than any others to only make free software available.

Shame on you.

OpenBSD misc ML

Die Akteure:

Richard aka RMS aka Richard Matthew Stallman, selbsternannter primus inter pares der freien Softwarewelt, Großinquisitor der FSF, Halter der heiligen GNU-Insignien, Entwickler von Emacs und dem GNU-Compiler

Theo de Raadt aka Theo aka de Raadt, genialer Programmierer, forkt mit einem echten tridens, enfant terrible der freien Welt, in Enzyklopädien unter Sicherheit zu finden, Gründer und Hauptentwickler von OpenBSD

6 Antworten zu “Zitat des Tages: Theo gegen den Rest der Welt”

  1. Trac3R sagt:

    Ja das behauptet RMS, weil er alle BSDs gleich setzt. Das OpenBSD hier aber schon aus Sicherheitsgründen strikt gegen BLOBs und unfreie Software vorgeht — ganz im Gegensatz zu Linux, hat er nicht verstanden. Im Interview in bsdtalk#123 (das ist das, wo RMS den Moderator immer unterbricht 😉 ) hab ich es auch so gehört. Und im gleichen Atemzug redet er positiv über Linux, das sich unter den OSS-Anhängern durch akzeptieren von NDAs beliebt gemacht hat. Wie der Mann Freiheit definiert ist mir schleierhaft.

    Aber eigentlich empfiehlt er GNU/Linux ja auch gar nicht, weil des bei diversen Distros (DEBIAN) ja non-free Repos gibt, die das installieren von unfreier Software so leicht macht. Das ist aber Angelegenheit des Users. Ergo ist nur das System «frei» was den User bevormundet… Verstehe das wer will.

    Ich finde es jedenfalls super, die Theo es versteht diese Dinge immer auf den Punkt zu bringen.

  2. Oliver sagt:

    Theo is ein begnadeter Programmier und hat manchmal, wenn er mit Menschen kommuniziert, valide Punbkte — das wars dann aber auch schon. Er redet auch von freier *Software* nicht freien *Usern*. Freiheit geht bei mir zwar nur insgesamt, insbesondere wenns free as in freedom lautet, aber auf den Unterschied sollte man schon achten, um die Standpunkte wenigstens auseinanderhalten zu können.

    Ich kann auch Abends die Alarmanlage von der Bank ausschalten, Code und Schlüssel hinlegen, sowie eine Anleitung wie man eventuell dem langen Arm des Gesetzes entgehen kann. Danach setze ich mich hin und sage es ist Sache desjenigen :) Ähnlich kann man es auch in den Ports sehen, wenn man die «Freiheit» auf diese Art und Weise definiert wie RMS.

  3. Joern sagt:

    Theos Argumentation ist nicht unähnlich die der Waffenindustrie und damit (um das freundlichere Wort zu nehmen) spitzfindig. Ich weiss auch nicht das diese Diskussionen immer sollen. Ist doch meine Sache als Benutzer, ob ich nun Closed-Source einsetzen will (oder muss). Immer diese Bevormundung.

  4. Trac3R sagt:

    @Joern: Ich sehe keine Spitzfindigkeit darin, dass darauf verwiesen wird, dass die Ports nur makefiles enthalten. OpenBSD empfiehlt die Benutzung der Ports ausdrücklich nicht. Und in einem anderen Teil des Threads wird außerdem explizit darauf verwiesen, dass es wesentlich umständlicher ist sich in OpenBSD unfreie Software zu installieren, wie in dem von RMS präferierten gNewSense. Um auf dein Beispiel mit der Waffenlobby zurück zu kommen, wäre gNewSense eben ein normales Gewehr mit Sicherung und vollen Magazinen, die man nur einstecken braucht, während man sich bei OpenBSD zusätzlich die Patronen noch selbst bauen muß. Die Hürde ist also sogar höher gehängt, hat aber im Gegensatz zu gNewSense nichts mit Bevormundung zu tun.

    Nur weil es theoretisch trotzdem geht und RMS alle BSDs über einen Kamm schert, behauptet dieser eben einfach ALLE BSDs wären unfrei, weil sie unfreie Software enthalten. OpenBSD hat er afair im speziellen gar nicht erwähnt.

  5. Oliver sagt:

    >OpenBSD hat er afair im speziellen gar nicht erwähnt.

    Im Interview, u.a. auch deswegen weil Theo de Raadt mal den FSF Award erhielt. Nicht speziell aber dennoch bestimmt, there is no BSD which is entirely free.

    http://cisx1.uma.maine.ed.….k132.ogg

    >Nur weil es theoretisch trotzdem geht

    Ich vergesse bei einer Verhandlung zwischen Politiker und Lobby mal den dicken Umschlag auf dem Schreibtisch des Politikers und gehe mal fünf Minuten raus. Und wenn sich der dicke Umschlag danach nicht mehr findet, dann ist die Verhandlung gut gelaufen. Die Lobby hat dann auch nicht bestochen, sie hat einfach nur den Umschlag hingelegt.

    Aber mal davon abgesehen sehe ich es wie Joern, es ist gut wenn man soweit es geht den Kernel nicht zukleistert, aber welche Programme der User nutzt sollten diesem überlassen werden und auch unnötige Hürden sollten nicht anfallen. Was auch OBSD nicht tut.

    Die Ports sind übrigens auch nicht integraler Bestandteil von FreeBSD. Muß man aber nicht weiter heucheln, im Fall der Fälle wenns scheiße läuft kann man sich jedoch darauf ausruhen. Find ich irgendwie blöde, aber jeder kann sich ja seine Welt machen, wie sie ihm gefällt.

  6. avision sagt:

    Oh mann.. Jetzt habe ich tatsächlich alles gelesen. Das hat gedauert..

    Die Argumentation von RMS zu emacs und gcc kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen.

    Auch geht er mir dem Argument zu sehr aus dem Weg, dass sein Handeln und seine extreme Sicht nicht unbedingt förderlich für die Sache sein könnten.

    Grüße,
    avision

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