Zitat des Tages: Irmgard Tauss

Doch der Politiker Jörg Tauss ist bereits erledigt worden, noch bevor seine Immunität aufgehoben wird. […] Ich werde so wieder offener für tagtägliche, menschliche, Erfahrungen, ich werde misstrauisch gegenüber der veröffentlichten Meinung. Es ist eben nicht alles recherchiert, was in Zeitungen steht oder öffentlich-rechtlich gesendet wird.

Irmgard Tauss über die gerade stattfindende Hetzjagd auf ihren Mann, Jörg Tauss. Einen besonders widerwärtigen Artikel zur Causa Tauss und die Piratenpartei — die man durchaus kontrovers diskutieren kann — liefert heute Christian Denso von der ZEIT. Wir sind alle pädokriminelle Ungeheuer: Schließlich finden sich unter seinen Netz-Sympathisanten auch noch jene, die das Sammeln von Kinderpornografie für eine »Lappalie« halten – oder gleich für eine »sozial kompatible Art«, um »seine Triebe zu kanalisieren«. Diese Hetze schlägt alles bisher Dagewesene. Die ZEIT setzt in unserem Rechtsstaat die Unschuldsvermutung außer Kraft. Spätestens seit heute wissen wir,1 dass die ZEIT die BILD rechts überholt und durchaus an dunkle Zeiten erinnert — sowohl bei der Manipulation, als auch bei der Hetze. #sprachlos

  1. Ich habe aber auch nicht vergessen, dass die ZEIT in den letzten Jahren neben dem SPIEGEL den neoliberalen Einpeitscher der Nation gespielt hat. []

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7 Antworten zu “Zitat des Tages: Irmgard Tauss”

  1. Oliver sagt:

    Schmähschriften sind doch das täglich Brot der Printmedien, wer dort sein Geld verdient — ohne Ausnahme — hat sein Rückgrat schon mehrfach gebrochen. Spreche ich von Journalisten jedweder Couleur, meine ich tatsächlich Pharisäer, die ihren modus vivendi zur gutbezahlten Profession erkoren. Ich sehe auch dieses Machwerk hier exemplarisch für den degenerativen Prozeß, welcher die Medien schon seit Jahrzehnten fest umklammert hält und nun dank mehr Transparenz o des Internets auch der Allgemeinheit offenbar wird.

  2. N. sagt:

    Besagter Artikel aus der ‘Zeit’ ist ja der Hammer. Man liest es und kann es nicht fassen. Der letzte Abschnitt lässt sich nicht beweisen und nicht widerlegen. Willkommen zurück in der McCarthy-Ära.

    Will dieser «Journalist» gar von seinen eigenen ‘Neigungen’ ablenken?

    Im Ernst: Der Geschäftsführer der Zeit hat in seiner Inbox eine bitterböse Mail von mir.

  3. Peterpan sagt:

    Also bei solch einem Artikel von Herrn Denso wünscht man sich wirklich manchmal die Netzsperren her…
    Ich frage mich ob er sich überhaupt Gedanken darüber gemacht hat was er da schreibt, oder nur eine Hetzartikel auf Anweisung geschrieben hat. Da kann man nur fassungslos den Kopf schütteln.

  4. sanchoz sagt:

    ich frage mich, warum die piraten das machen, obwohl sie genau wissen, daß es ein riesenmedienecho geben wird, welches ihnen mehr schadet als nützt, gerade weil es solche widerwärtigen journalisten gibt?

    können die nicht abwarten, bis die sache geklärt ist und es feststeht was da los war?

  5. aloa5 sagt:

    «ch frage mich, warum die piraten das machen, obwohl sie genau wissen, daß es ein riesenmedienecho geben wird, »

    …darum geht es — und um die Unschuldsvermutung.

    Man kann dabei nur gewinnen. Das Medienecho zieht größere Kreise als man es mit den herkömmlichen Methoden erhlten würde. Es bleiben diejenigen bei der PP «hängen», welche sich für die Thematig der PP interessieren und nicht für Tauss. So lange er kein Amt innehat ist das eine absolute win/win-Situation. Es ist alleine entscheidend, das zur BT-Wahl ein gutes Ergebnis heraus kommt — danach fragt keiner mehr nach Tauss. (ganz pragmatisch)

    Es wird oft mir der Unschuldsvermutung argumentiert — es würde die falschen treffen. «Operation Himmel» wird vermutlich auch mit 90% nicht verurteilten Enden. Es ist die Frage ob man sich mit einer Vorverurteilung nicht in die Reihe derjenigen befände, welche nie wirklich glauben das da doch nichts dran war. Irgendetwas bleibt immer hängen — oder doch nicht? DIe Gesellschaft verzeiht manche Sachen nicht — und wenn sie erfunden sind. Die Frage ist, ob man das gut finden muss.

    Hier stellt sich die Frage für mich persönlich nicht. Mit Tauss hat man sich einen Gefallen getan. Wirklich köpfen kann man sich nur politisch — nicht jedoch mit einer Person. Man kann sich von jeder Person trennen. Im Parteienstaat ist danach alles wieder im Lot. Kohl hatte Köfferchen und Lambsdorff eine gute Nase. Von Gysi wollen wir so wenig reden wie von Oettinger. Personen sind nicht wichtig.

    Oder doch: denn über irgend etwas muss man ja schreiben. Inhalte interessieren ja den typischen, gebildeten und politischen Leser eher wenig. Das schlimme ist, das dies stimmt. Obama sei Dank — Yes, we can nämlich auch.

    Grüße
    ALOA

  6. N. sagt:

    Der Verfasser des Zeit-Artikels hat mich, nach meiner Beschwerde beim Geschäftsführer des Blattes, per E-Mail gebeten, meine Kritik doch bitteschön ‘sachlich zu unterfüttern’ anstatt ihn ‘pauschal’ zu beschimpfen.

    Hatte der Verfasser diese Maßstäbe doch bloß beim kritisierten Artikel angewandt.

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