Zitat des Tages: die Deutsche Kinderhilfe

So sei insbesondere im Hartz-IV-Milieu ein besonders hoher Anstieg des Verkaufs elektronischer Medien zu beobachten, sagte Ehrmann. Auch sei in diesem Bereich der Alkohol– und Tabakmissbrauch besonders hoch.

abendblatt

Vollzeitüberwachung von Hartz-IV-Empfängern? Oder vielleicht gar ein Arbeitslager? Konditionierung auf willfährige Bürger? Woher stammen denn diese Zahlen? Aus Umfragen und Hochrechnungen … na danke. Stigmatisierungen sind wieder in, pfiffig getarnt als Diskussionsanstöße. Wenn also hier etwas nicht zielgenau ankommt, dann sind es humanistische Werte in den Köpfen diverser sozialer Brandstifter. Wie man sieht ist der Mangel an Menschlichkeit in diesen unseren Gefilden offenbar und somit auch die allgemeine mangelnde Führsorge gegenüber unseren Kleinsten nur mehr konsequent. Die Inquisitionsgelüste einiger Teile der Gesellschaft lassen tief blicken.

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12 Antworten zu “Zitat des Tages: die Deutsche Kinderhilfe”

  1. Sammelmappe sagt:

    Die alltägliche Demütigung

  2. dolce sagt:

    Es ist egal woher diese Zahlen stammen. Kein Politiker hat das Recht einem Bürger zu sagen, für was er sein Geld ausgibt. Und Harz VI Empfänger sind auch Bürger. Am Ende darf man sich dann keine TAZ mehr kaufen oder man muss es?! 😉 Das eigentlich Problem ist dennoch dramatisch vorhanden! Dies kann man aber nur durch Bildung, Bildung und Bildung verändern und nicht durch Zwang!

  3. dolce sagt:

    Mist, nach Bildung schreien und mit Fehlern nur so um sich werfen. Kann mal jemand …? BITTE! 😉

  4. Die Deutsche Kinderhilfe — nicht zu verwechseln mit dem Deutschen Kinderhilfswerk — macht seit zwei Jahren Schlagzeilen wegen intransparenter Geschäftsführung. Ist schon abstrus, wenn man sich als Vorstand des Vereins 56.000 Euro «Aufwandsentschädigung» zugesteht, HartzIV-Empfänger aber keine 351 Euro monatlich.

  5. Oliver sagt:

    @dolce, wir haben hier keinen Orthographie-Fetisch inne … insofern 😉

    Die Quelle ist insofern interessant, da dem Gros nicht bewußt ist wie man zu diesen «Fakten» kommt. Viele nehmen dies als gegeben hin ohne weiter darüber nachzudenken. In der tat ist dann eigentlich der Rest Schall und Rauch, erkennt man so doch recht schnell Gesinnung und Kompetenz desjenigen.

  6. Anonymous sagt:

    Kategorie des Tages: «Die alltägliche Demütigung» (Danke @ Sammelmappe)

    Meine Kristallkugel sagt, dass dies eine der stark benötigten Kategorien in diesem Jahr wird.

  7. Kategorie des Tages: «Die alltägliche Demütigung» (Danke @ Sammelmappe)

    Die Kategorie hat eine große Zukunft vor sich dieses Jahr, sagt Kristallkugel.

  8. tonerde sagt:

    Also, argumentieren wir mal «großzgügig» unter Annahme der zweifelhaften Aussagen und beziehen das auf die Aussagen des JU-Chefs

    Wenn diese Aussagen zuträfen, könnte man sagen:
    – Hartz IV Empfänger bekommen Hartz IV, weil sie Alkoholiker sind –> therapiebedürftig, also: hilfsbedürftig, also ein Förderungsfokus
    – Hartz IV-ler sind Alkoholiker, weil sie Hartz IV bekommen: –>therapiebedürftig, also: hilfsbedürftig, also ein Förderungsfokus

    Nirgends sehe ich das Zutreffen der Aussage, sie bekämen zu viel Geld bzw. würden eine Erhöhung missbrauchen.
    Denn:
    1. weiche Drogen müssen von anderem abgespart werden
    2. Erhöhung der Bezüge führt u.U. zu höherem Konsum, das liegt aber an der Abhängigkeit

    Bwaaa! Wie zum Henker bekommt man aus so einem Kontext einen «Forderungsfokus» rausgepfriemelt, selbst *wenn* man hypothetisch von der Korrektheit der Aussage oben ausgeht.
    #Kopfkratz#

  9. Martina sagt:

    Ich warte nur noch auf die Schlagzeile, in der HartzIV’ler aufgefordert werden, sich für eine Flasche Schnaps in aller Öffentlichkeit (und mit Übertragung der Trash-TV-Kanäle!) in einer Arena zu bekämpfen. Obwohl — die Gladiatoren zu Zeiten des Alten Roms wesentlich mehr Hochachtung genossen als unsere HartzIV-Empfänger.

  10. corax sagt:

    Weil ich auch neulich auch mit anderen eine Diskussion darüber hatte,
    (Mißfelder) hab ich mal für mich nur spaßeshalber mal durchgerechnet ob die These, dass wenn HartzIVler das Mehrgeld vom Staat für ihre Kinder wirklich verrauchen und versaufen würden (Schwachsinn eh kloar) wirklich die Tabak– und Spirituosenindustrie den Mordsreibach machen würde.
    Ich komm da mit meinem Laienwissen hauptsächlich aus Wikipedia auf ein ganz seltsames Ergebnis, ich zitiere mich mal selbst aus einer mail:

    […

    Flasche Wodka 0,7Liter 40 Vol%

    9,00 Euro.
    ./. 1,44 Euro Umsatzsteuer
    ./. 3,65 Euro Branntweinsteuer
    _____________
    Zws.5,09 Euro Steuer (56,5%)
    Zws.3,91 Euro Produkt

    ./. Maut, Verpackungssteuer, Mineralölsteuer, Stromsteuer, Einkommensteuer, 5,5% Solizuschlag auf Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Grundsteuer, Versicherungssteuer…

    Schachtel Fluppen:

    «Wenn man sich im Februar 2007 eine Schachtel Zigaretten für vier Euro kauft, so werden 3,07 Euro als Steuern abgeführt. Dies entspricht einem Anteil von 76,7 % des Kaufpreises!!!» [Wikipedia]

    4,00 Euro
    Zws 3,07 Euro Steuern (76,7%)
    Zws. 0,93 Euro Produkt

    dito:
    ./. Maut, Verpackungssteuer, Mineralölsteuer, Stromsteuer, Einkommensteuer, 5,5% Solizuschlag auf Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Grundsteuer, Versicherungssteuer. ..

    mit saufen und rauchen kann man in Deutschland fast gar kein Geld verschwenden, so ca 80% landen eh wieder bei Vatter Staat, nachdem es einige Arbeitsplätze gesichert hat. Glasindustrie, Verpackungsindustrie, Werbeindustrie, Transportgewerbe, Mineralölindustrie .… und natürlich nicht zu vergessen: in der Finanzverwaltung.

    Das nennt sich auch Wirtschaftskreislauf.

    …]

  11. phoibos sagt:

    bitte verwirrt die leute doch nicht mit fakten, wo sie doch schon mal ne meinung haben…

  12. klml sagt:

    Was ist denn nun an «elektronischer Medien» schon wieder so schlimm. Bin ja auch kein Freund von TV-Geriesel, aber darf der normale HatzIVler nur noch im Goethe Antiquariat einkaufen?
    Als einfache Seele mit viel Zeit und wenig Geld soll er doch gern glotzen, dürfen. Ja er soll auch denken, dürfen.

    Die Herren «Leistungs»-«Elite» aber sollten denken müssen. Aber die haben doch auch alle eine Glotze und deren Ideen entspringen auch nicht der puren Vernunft und sondern einem Sumpf aus Egomanie und Stammtischhorizont.

    Golftaschen und Breitwandreifen von Conti bringen Arbeitslosen ja auch nix.

    Man mag über die Leistungssatzhöhe streiten können, zwischen den derzeitigen Krumen und einem bedingungslosen Einkommen ist da viel.

    Aber doch nicht vorschreiben welchen Pullover, welchen Schnaps oder welches geistig wertvolle Ding mit dem Geld gekauft wird. Diese Reinrederei in das Leben eines anderen ist ja ekelhaft.

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