Zitat des Tages

Gerhard Schröder warnt davor, Georgien schnell in die Nato aufzunehmen. Er sehe die Chancen auf einen Beitritt von Tiflis durch die jüngsten Ereignisse «in noch weitere Ferne» gerückt, sagte Schröder dem SPIEGEL.

SPON

Ach ja der Freund des lupenreinen Demokraten, ist man da nicht ein wenig voreingenommen? Nee, unser Kanzler a.D. doch nicht — der steht über solchen Dingen. Schröder zeigte sich überzeugt davon, dass Russland im Kaukasus keine Annektierungspolitik verfolge. Ich betrachte Georgien gar als Aggressor, aber Rußland ist keineswegs das vermutete Unschuldslamm, wie es unser Altkanzler hier glauben machen möchte. Dort tobt ein Machtkampf, in welchem auch die USA indirekt Taktiken des kalten Krieges aufleben lassen. Rußland kämpft um den Zusammenhalt der mächtigen Förderation, Georgien pocht auf seine Unabhängigkeit (EU, NATO) und gesteht diese jedoch gleichermaßen Gebieten unter der eigenen Kontrolle nicht zu. Die USA tendieren natürlich weiterhin gen Weltdominanz, um nicht gar von Weltherrschaft zu reden. Ein Beistandspakt mit Polen, Achtung Déjà-vu, macht da die Reaktivierung des kalten Kriegs nahezu perfekt.

Recht konfus die Sache? Klar, das sind Ränkespiele immer …

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9 Antworten zu “Zitat des Tages”

  1. Leto sagt:

    So konfus ist die Sache doch eigentlich gar nicht solange man ein wenig hinter die Kulissen schaut. Nebenbei Völkerrechtlich ist das ganze auch ziemlich einfach da sind die Russen die böhsen und fertig auch wenn das natürlich reichlich kurz gegeriffen ist. Nun zeigt sich einmal mehr das Problem das der Kosovo geschaffen hat es gibt nun einen Gefährlicher Präzedenzfall für Separatisten. Wer entscheidet nun wann sich wer unter welchem Umständen wie Abspalten darf?
    Ach und der ganze Kram mit der Raketenabwehr ist tatsächlich Unsinn was sollen zehn Abwehrraketen gegen das Russische Arsenal ausrichten? Gar nichts ein Sättigunsangriff ist gar kein Problem.
    Aber eigentlich wollte ich ja nur eine Frage stellen. Warum kämpft Russland um den Zusammenhalt seiner Förderation?

  2. Oliver sagt:

    >So konfus ist die Sache doch eigentlich gar nicht solange man ein wenig hinter die Kulissen schaut.

    Betrachte ich im Nachhinein die Geschichte des kalten Krieges, so ist diese wesentlich konfuser als man ob der Propaganda jedweder Couleur gewahr würde. Denn hinter die Kulissen kann keiner von uns schauen, das bleibt späteren Kollegen meiner Zunft überlassen.

    >Warum kämpft Russland um den Zusammenhalt seiner Förderation?

    Nun das ist recht einfach, weil in der Zeit des Kommunismus diverse Wirtschaftszentren, Kriegsmaschinerie etc. pp. geplant verteilt wurden. D.h. ein Auseinanderfall der Förderation verstärkt den ohnehin massiv vorhandenen desaströsen Einfluß auf die Wirtschaftlichkeit. Desweiteren ist die Demokratie dort noch ein recht fragiles Gebäude, diverse Kräfte rütteln an der Macht und ein Kniefall, der mit dem Auseinanderfallen der Förderation einhergeht, vor den USA ist für diese Kräfte nicht hinnehmbar.

    >Ach und der ganze Kram mit der Raketenabwehr ist tatsächlich Unsinn was sollen zehn Abwehrraketen gegen das Russische Arsenal ausrichten?

    Was anhand der Geschichte leichtens erklärt ist und keineswegs ob der jüngeren bzw. jüngsten Ereignisse.

  3. Leto sagt:

    Was ich mit «hinter die Kulissen schauen» meine ist ist das ganze in einem größerem Zusammenhang betrachten.
    >Nun das ist recht einfach, weil in der Zeit des Kommunismus diverse Wirtschaftszentren, Kriegsmaschinerie etc. pp. geplant verteilt wurden.
    Ja das ist bekannt. Ich meinte viel mehr die Tatsache das dort keine Abtrünnige Provinz auf Linie gebracht wird sondern ein bereits verlorenes Gebiet wieder eingegliedert werden soll. Das macht in meinen Augen einen Unterschied. Russland erneuert hier Machtansprüche aus einem neuen Selbstbewusstsein heraus halte man davon was man will.
    >Was anhand der Geschichte leichtens erklärt ist und keineswegs ob der jüngeren bzw. jüngsten Ereignisse.
    Da steh ich gerade etwas auf dem Schlauch. Meinst du damit die geografische Benachteiligung der Russen. Also Dinge wie Atomwaffen in der Türkei und die Tatsache das die Russen keinen eisfreieen Hafen haben. Da würde ich dann doch zumindest um einen kleinen Hinweis hoffen was gemeint ist.

  4. Oliver sagt:

    >Russland erneuert hier Machtansprüche aus einem neuen Selbstbewusstsein heraus halte man davon was man will.

    Tja auch da genügt ein Blick gen USA, die rücken auch vor und ergreifen somit die Gunst der Stunde. Ich ergreife wohlgemerkt für keinen der beiden Partei, zu sehr rissen diese die Welt beinahe in den Abgrund mittels ihres kalten Krieges.

  5. Leto sagt:

    Bei den USA ist der Macht Anspruch nicht neu und durch den Sieg im «Kalten» Krieg gedeckt was es nicht besser macht aber nun mal Tatsache ist. Wenn wir als Europäer es nicht schaffen etwas dagegen zusetzen dürfen wir uns auch nicht beschweren wieder in die Rolle zurück gedrängt zu werden die wir während des Kalten Krieges inne hatten den nur nur so könnte imho eine Position entstehen die man vll auch vertreten kann.
    Ach und ich hätte noch gerne eine Antwort im Bezug auf die Aussage «Was anhand der Geschichte leichtens erklärt ist».

  6. Oliver sagt:

    >Bei den USA ist der Macht Anspruch nicht neu

    Der US-amerikanische Imperialismus begann weltweit mit dem Einstieg in den ersten Weltkrieg. Auf dem eigenen Territorium schon weitaus früher.

    >Wenn wir als Europäer es nicht schaffen etwas dagegen zusetzen dürfen wir uns auch nicht beschweren wieder in die Rolle zurück gedrängt

    Doch ich darf mich beschweren, denn ich bin nicht die Regierung und ich gebe mich auch nicht nationalstaatlichem Denken hin.

  7. Leto sagt:

    >Doch ich darf mich beschweren, denn ich bin nicht die Regierung
    Ja natürlich das ist dein gutes Recht auch wenn die Frage ist wie lange noch 😉
    > …ich gebe mich auch nicht nationalstaatlichem Denken hin.
    Ich sehe in diesem Fall Europa als Alternative und weil ich eben zufällig ein solcher bin bin ich in das «wir» gerutscht das ist noch lange kein nationalstatliches denken ausser du verstehst das reine Bewusstsein zufällig in einem Staat Mitglied zu sein schon als solches.

  8. Grainger sagt:

    Georgien will imho gar nicht primär in die NATO, sondern in die EU (da fließen auch mehr Gelder).

    Tatsächlich bin ich beim gegenwärtigen politischen Satnd gegen jegliche Erweiterung der NATO und der EU.

    Krisengebiete in die NATO aufzunehmen wäre fatal, der mögliche Bündnisfall liegt da einfach zu nahe. Und ich persönlich bin nicht scharf darauf, Deutschland in weitere militärische Abenteuer zu stürzen (offensichtlich kriegen wir ja nicht mal den Afghanistan-Einsatz einigermaßen auf die Reihe, weder militärisch noch logistisch noch politisch noch…).

    Und bevor man die EU nochmals erweitert, sollte man erst mal den viel zu großen Happen verdauen, den man bei der letzten Erweiterung abgebissen hat.

    Weitere Subventionsempfänger brauchen die paar Mitglieder, die Netto-Einzahler in den EU-Haushalt sind, nicht. Zumal sich offensichtlich eine Weltwirtschaftskrise größeren Ausmaßes anbahnt (warten wir mal ab, was nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen passieren wird).

  9. Leto sagt:

    >offensichtlich kriegen wir ja nicht mal den Afghanistan-Einsatz einigermaßen auf die Reihe, weder militärisch noch logistisch noch politisch noch
    Stimmt ohne Russland könnten wir uns nicht mal aus Afghanistan zurück ziehen geschweige den die Versorgung übernehmen. Was das politische angeht müsste erstmal zugegeben werden das wir uns in einem Krieg befinden denn nichts anderes bedeutet der Einsatz.

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