Zehn Jahre Wikipedia

Zehn Jahre nun existiert diese freie Enzyklopädie, aufgebaut, gepflegt und gefördert seitens unzähliger Freiwilliger in aller Herren Länder. Nicht minder groß, wenn nicht gar gewaltiger, ist die Zahl derer, die die Wikipedia tagtäglich nutzen. Des einen Freud, ist jedoch des anderen Leid. Im Fall der Wikipedia bedeutet dies, daß man sich nicht nur mit glänzenden Augen der Wissensakquise hingeben kann, sondern auch für eine Qualitätskontrolle Sorge zu tragen hat. Letztere gereicht dieser freien Enzyklopädie häufiger zu fundamentaler Kritik z.B. in Form der Debatte Inklusionismus Vs Exklusionismus. Aber auch bei schon bestehenden Artikeln und notwendigen Korrekturen ist häufiger die «Kunst des längeren Atems» zielführender, denn die Kompetenz des Korrektors.

In letzter Instanz jedoch obliegt es dem «Konsumenten», also jener der sich an dem Wissen bereichern möchte, die Qualitätskontrolle im Kopf zu starten, mittels einer Quellenkritik. Wo Licht ist, da ist also auch Schatten. Dennoch besitzt die Wikipedia Alleinstellungsmerkmale gegenüber traditionellen Enzyklopädien: sie ist «kostenlos», sie ist nicht «endlich», sondern findet täglich Erweiterung. Insbesondere für Entwicklungsländer ist dies wichtig, denn frei erhältliches Wissen trägt maßgeblich zur Bildung bei. Aber auch in unseren Gefilden entscheidet oftmals die Stärke des Portemonnaies über den Grad des Wissens. Die Wikipedia sieht sich meiner Meinung nach einer klassischen Win-Win-Strategie gegenüber: man fördert die Wissensallmende, inklusive der genannten Risiken und Nebenwirkungen, wächst aber auch zugleich an der Kritik, reift im Laufe der Zeit.

Die Wikipedia ist nur der Anfang, nicht allein selig machend, aber notwendig und eine Bereicherung unserer Zeit … Happy Birthday :-)

Bild: Wikipedia

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3 Antworten zu “Zehn Jahre Wikipedia”

  1. Quellenkritik scheint mir ein wesentlicher Punkt zu sein. Medien zitieren oft Experten zu einem Thema, ohne daß der Leser die Möglichkeit hat, deren Quellen zu prüfen. Der Zugang zum Expertenwissen könnte mit Hilfe von Wikipedia erleichtert werden und gleichzeitig dessen Quellen offenlegen – Ansätze hierzu wie den «Wikipedian in Residence» gibt es bereits.

  2. Die Wikipedia kann aber auch nur eine Option unter vielen sein, weil ansonsten die Quellenkritik auch nicht funktioniert. D.h. so oder so obliegt es dem Konsumenten seitens Bildung, analoger, als auch digitaler Wissensbestände entsprechend an jedwede ihm gebotene Information heranzugehen.

  3. Solarix sagt:

    Abgesehen, von den bestehenden Kritikpunkten die auch ihre Berechtigung haben.
    Persönlich halte ich die Wikipedia für eine große gesellschaftliche Errungenschaft des digitalen Zeitalters. :)
    Die Pionierarbeit Wissen an einer Stelle öffentlich und zentral abzulegen, sollte man würdigen. Einfacher war es noch , Wissen zu dokumentieren oder nachzulesen und vor allem läuft es ziemlich transparent ab, in dem man die Diskussionseiten verfolgt, wann man dies den möchte.
    In diesem Sinne alles gute zum zehnjährigen Wikipedia. Aber ein gutes Buch ersetzt sie nicht. ;)


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