Yigg.de am Ende

Yigg.deHier hatte es Robert (aufgrund immer zweifelhafter Zahlen von Alexa) schon angedeutet — die Kurve von Yigg.de zeigt stark nach unten. Robert machte es am Relaunch fest — das sehe ich nicht so. Das Projekt Yigg.de als Ganzes ist gescheitert — insbesondere das Team trägt dafür die Verantwortung. Die neuen IVW-Zahlen sind erschreckend. In einer Zeit, wo die Zugriffszahlen allgemein eher zunehmen, fällt Yigg.de ins Bodenlose. Im Juli noch konnte Yigg.de ein wenig beeindrucken:

Juni 2008
2.317.434 Visits
3.579.470 Page Impressions

Die September-Zahlen aber zeigen ein Drama sondergleichen:

September 20008
697.198 Visits
1.221.252 Page Impressions

Das sind unter dem Strich 70% weniger Visits und 66% Verlust bei den Page Impressions. Dagegen sind die Verluste der SPD in den letzten Jahren Peanuts. Das System Yigg.de gleicht dem weltweiten finanziellen Kollaps — nur kann die Seite wohl eher nicht darauf hoffen, dass unsere Bundeskanzlerin und der Finanzminister die Geldschatulle öffnen.

Wir gehörten auf F!XMBR zu den ersten, die Yigg.de vorgestellt hatten. Wenn auch ein Digg.com-Klone, dennoch mit Charme, waren wir doch regelmäßige Leser von TH!NKNERD. Das erste Mal verstört über Yigg.de war ich, als sie Tor-User ausgesperrt hatten — auch wenn sie diesen Fauxpas wieder korrigiert haben. Über andere Respektlosigkeiten seitens Yigg.de lege ich nur noch den Mantel des Schweigens — an mancher Kreuzung sind die Damen und Herren in die falsche Richtung abgebogen. Der letzte Artikel, den es hier über Yigg.de gab, war der, als aus dem ehemaligen Privatprojekt eine GmbH gemacht wurde. Danach haben wir ab und zu mal eine Nachricht eingestellt. Was aber zu Hochzeiten durchaus mal 250 Klicks ausmachte (also für eine Seite wie F!XMBR vernachlässigbar), ist heute — wenn überhaupt — auf 100 Klicks zusammengeschrumpft. Und ja, wir reden über einen Artikel, die es auf die Frontpage geschafft hat. Der Traffic, der über Yigg.de auf F!XMBR kommt, ist erbärmlich. Ich zitiere Oliver: Wenn ich bei Yigg.de poste, tue ich denen einen Gefallen. Uns kaum einen.

Wie gesagt, ich glaube nicht, dass der Relaunch großartig damit zu tun hat. Diese Entwicklung war vorauszusehen. Yigg.de ist zu einer Werbe– und SEO-Spielbude verkommen. SEO-Dreck ist dort das Top-Thema an jeder Ecke. Festmachen kann man dies besonders gut an einem der Moderatoren dort. Dieser betreibt ein selten langweiliges Suchmaschinenblog, ist an fast jeder Yigg.de-Diskussion da draußen im Netz beteiligt — ein SEO, wie er im Buche steht. Ich kenne den Menschen hinter dem Nick nicht — aber der Nick selbst ist an Aufdringlichkeit und Penetranz kaum zu überbieten. Und damit passt er perfekt zu Yigg.de — die Seite ist einfach nur noch eine SEO-Schleuder. Man muss nur mal zu einer Zeit des Pagerank-Updates auf die Seite schauen — kaum etwas ist gruseliger. Nein, der amateurhafte und selten schlechte Relaunch war nur der Tropfen auf den heißen Stein.

Es stellt sich die Frage, inwieweit Yigg.de noch zu retten ist. Ich glaube nicht, dass das möglich ist. Die Strukturen sind dort mittlerweile zu verfahren — man ist gefangen in sich selbst. Digg.com wird es offensichtlich bald in Deutschland geben — spätestens dann wird Yigg. de von der Bildfläche verschwinden. Zumindest als Unternehmen — als kleines Privatprojekt kann es sicherlich noch weiter geführt werden. Wenn ich mir allein die Zahlen anschaue, die ich selbst nachvollziehen kann, 100 Klicks für ein Geschichte auf der Frontpage, ein kleiner Aufruf über lallus.net und mit 10 Stimmen befördert man eben eine eigene Geschichte dorthin — die IVW-Zahlen kann ich nicht überprüfen, dann frage ich mich schon, wie man mit so einer Seite Geld verdient. Da könnten Oliver und ich ja fast wie die Made im Speck leben, würden wir F!XMBR monetarisieren. Yigg.de hat von Anfang an auf das falsche Pferd gesetzt — die SEO-Szene. Die machen nur etwas, wenn für sie selbst etwas herausspringt. Außer Beleidigungen habe ich seitens Yigg.de nie erlebt, dass sie sich ernsthaft mit den kleinen aber feinen Privatpublikationen1 auseinandergesetzt haben. Jetzt wird der Seite und dem Team die Rechnung präsentiert. Selbst wenn ich an TH!NKNERD zurückdenke, empfinde ich darüber nicht mal mehr Wehmut — ist halt so, selbst schuld, waren meine Gedanken, als ich die Zahlen heute las. Yigg.de ist am Ende — na und… (via)

  1. formerly known as Blogosphäre []

22 Antworten zu “Yigg.de am Ende”

  1. Carsten sagt:

    Na das gibt mal wieder Schelte 😛 gegen einen Moderator…
    Mir gefällt Yigg auch nicht mehr so gut und vor dem Relaunch war einiges besser. *Never touch a running system*
    Ich stelle auch Artikel dort ein und Yigg ist bei weitem nicht so gut wie andere Newsportale (Voting technisch) Wer anderen content einstellt (kein SEO z.B.) der hat es schwer auch nur annähernd auf die Startseite zu kommen.
    Untergehen werden sie kaum auch wenn Digg kommt aber nur der, der was besonderes bietet wird bestehen und sich abheben von der Masse.

  2. Justin sagt:

    Das ist natürlich ein sehr sehr krasser Unterschied, bin gespannt ob sich Yigg noch einmal fangen wird. Bin ich mir aber eigentlich sicher. Klar haben viele die Yigg Community verlassen viele Stammnutzer, neue kamen und es sah so aus als wären das neue Stammbenutzer, leider war das aber nicht so.

  3. Oliver sagt:

    Another one bites the dust 😀

  4. […] eingestellt und gelesen werden. Nach dem verfehlten Yigg relaunch wie ihn auch schon Chris von F!XMBR beschrieben hat, nutzen andere die Gunst der Stunde und starten voll durch, bzw. bekommen einen […]

  5. Alex sagt:

    Was ist denn dieses Yigg-Dingens überhaupt?

  6. Chris sagt:

    Ich setze nicht aufgrund der wunderschönen grünen Farbe Links…

  7. Carsten sagt:

    Wie man sieht gibt es immer noch Newbies (nicht negativ gemeint sonst hätt ich Noobies geschrieben 😛 ), die von Yigg und Co. noch niemals was gehört haben.

    Die Links sieht man aber auch nur beim hovern

  8. Chris sagt:

    Das ist ja nun Blödsinn. Wer Links in einem Text im Internet nicht erkennt, sollte den PC ausmachen, die Kabel rausziehen, das Fenster aufmachen, den PC in die Hand nehmen, zum Fenster gehen, die Hände aus dem Fenster halten und die Händen öffnen…

    … und das ganze am besten, wenn gerade rein zufällig die Schwiegermutter unten steht … 😀

  9. Bastian sagt:

    Vielleicht reicht es ja auch, den Monitor mal richtig einzustellen? Könnte mir vorstellen das sich in Einzelfällen das Grün etwas schlecht abhebt vom restlichen schwarzen Text? Unterstrichen werden Links auf jeden Fall erst beim «hovern». :)

  10. corax sagt:

    Öhm,
    die Ursache des Problems muss weder beim Anbieter (Webseite) noch beim technischen Empfäger (Monitor) liegen, sondern kann auch beim biologischem Empfänger also wortwörtlich dem Auge des Betrachters gegeben sein.

    Hinweis: Unter Auge des Betrachters hier drüber liegt ein anklickbarer Hyperlink. ;–)

    Falls euch beiden Betreibern der Aufwand nicht zu groß ist, (Ihr seid doch vom Fach) sollte man tatsächlich mal über eine Unterstreichung von Hyperlinks oder ähnliche verdeutlichende Maßnahmen nachdenken.

    Glück auf! :–)

  11. Oliver sagt:

    Ich sehe die Links auf einem iPod Touch in Safari, ich sehe sie auf einem EEE mit 9″ Bildschirm und auf dem regulären Desktop mit 17″+. Allerdings machen Glare-Displays mit zu schlechtem Kontrast da natürlich einen Strich durch die Rechnung, aber dort erkennt man ohnehin auch die wenigsten Farbe korrekt.

    Beispiel 1
    Beispiel 2

  12. Grainger sagt:

    OT:

    Ich habe mal einen Freund mit einer Rot-Grün-Sehschwäche gebeten, sich die Links anzusehen.

    Und der hat tatsächlich Schwierigkeiten, die grüne Farbe der Links zu erkennen.

    Es geht zwar, nach seinen Angaben sehen die Links ein bißchen anders aus (offensichtlich schwer zu beschreiben, denn er weiß ja nicht, wie sie für mich aussehen und umgekehrt), aber wenn ich seine Beschreibung richtig interpretiere scheint es sich für ihn so auszusehen wie für mich ein leichter Unterschied in einer Graustufendarstellung aussehen würde.

    Er muss also sehr viel genauer hinsehen als ich, um die Liks zu erkennen.

  13. ProgChild sagt:

    Ziemlich treffende Analyse.

    Das Problem auf Yigg sind wirklich die SEOs, die Yigg zu einer Müllhalde von SEO-Geblubber verkommen lassen haben. In wie fern die Moderatoren daran schuld sind, kann ich nicht sagen.

    Meine Beobachtung der letzten Tage ist allerdings, dass der SEO-Müll abnimmt. Möglicherweise bringt den SEOs Yigg nichts mehr und sie haben es darum fallen gelassen.

    Vielleicht eine Chance…

    (Btw.: warum brauche ich JavaScript, um etwas abzuschicken… Und auch noch Cookies… Also nee)

  14. […] fixmbr: Yigg.de am Ende […]

  15. gnokii sagt:

    Nein das Design ist es bei weitem nicht, stimmt zwar das man gerade als gewöhnter Nutzerunheimlich suchen muss und es nicht das Optimum ist aber daran liegt es nun wirklich nicht. Es ist eher das solcher Schwachsinn wie «Eilmeldung — DAX ausgesetzt» auf die Frontpage gelangen und ähnlicher Schwachsinn nach oben kommen und Nachrichten kaum noch Chancen haben

  16. Chris sagt:

    Links innerhalb von Artikeln nun gesondert gekennzeichnet. Okay so?

  17. Chris sagt:

    Ja, dumme Werbung wird hier gelöscht…

  18. slowcar sagt:

    Für mich war definitiv der Relaunch der Tropfen der das Fass zum überlaufen brachte. Es gab zwar stets viel Unfug bei den Meldungen, aber manchmal fand man eben auch interessantes. War ne Seite mit der man viel unnütze Zeit verbringen konnte, perfekt für den ein oder anderen Bürotag.

    Nach dem Relaunch sah es allerdings hässlich aus, war unübersichtlich und von der Qualität in keinster Weise besser. War seitdem 1 oder 2 Mal wieder da um zu sehen ob sie vielleicht etwas geändert haben, war aber nicht so.

  19. […] Liste. Und würden wohl zumindest in der Verlustrate der Besucherzahlen ganz unten stehen.  Satte 1.7 Millionen soll Yigg von Juni bis September verloren haben. Bitter bitter, aber für eine Seite ohne […]

  20. Jan sagt:

    Absolut korrekte Analyse. Der Social Media Marketing Hype hat halt in den USA erst eingesetzt, als die großen Plattformen die kritische Masse erreicht hatten, um selber gesund genung Müll auszusortieren. In Deutschland gab es zur selben Zeit nur kleine schwache Pflänzchen, die von der SEO Meute übertrampelt wurden, die die Mechanismen des Internets nicht mal im Ansatz kapiert haben. Leider hatte die Crowd keine Intelligenz erstmal eine Plattform aufzubauen, um sie dann später mit sinnvollen Viralaktionen zu nutzen. Denn es gibt auch Marketing Aktionen die ich ganz gerne sehe, dass Wii Fit Girl haben wir doch alle genossen, oder?

  21. Oliver sagt:

    >dass Wii Fit Girl haben wir doch alle genossen

    Keine Ahnung wer oder was das ist, aber gemeinhin schaue ich mir auch keine Werbung an. Zudem hab ich eine echte Frau daheim, ich benötige also keine Bilder/Filme :-)

  22. […] Als Insider werfe man einen Blick auf die Kommentare und schmunzle. Allerdings habe ich den Absturz von YiGG in dieser Deutlichkeit auch nicht vorhergesehen. Jetzt gebe ich YiGG noch bis zum 31.12.2008. Meine […]

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