YiGG goes Business

YiGG wurde von mir, wenn auch immer kritisch beäugt, gerne besucht — da es ebenso wie andere feine Projekte, privat betrieben wurde, mit Idealismus, ein eigener Weg wurde gegangen. Dieser Weg war oftmals nicht der unsere, doch wenn man die ganzen Blödsinns-Seiten wie Webnews oder Newstube sieht, für die BILD noch gehobene Qualität darstellt, dann weiß man, was für einen Job YiGG gemacht hat — einen ganz guten. 😉

Doch diesen Weg verlässt man nun. Laut eigenem Weblog investiert Business-Angel Dr. Roland Metzger in YiGG — YiGG soll in Zukunft eine GmbH werden, das Privatobjekt wird nun ausschließlich finanziellen Interessen unterworfen. Passt der Soll-Ist-Vergleich nicht mehr, werden Milestones nicht erreicht, wird dem Server schneller der Stecker gezogen, als man Business-Angel sagen kann. Das ist verdammt schade. Dr. Roland Metzger war mir bisher unbekannt, ebenso wie das Unternehmen Baytech Venture Capital. Eine kurze Recherche ergab, dass Dr. Roland Metzger jobpilot.de gegründet und dann an Adecco verkauft hat. Adecco?

YiGG hat sein Herz verkauft — um, wie es offiziell heißt, den Betrieb am Laufen zu halten. Die Seele verkauft, die Webseite läuft weiter, fragt sich nur, wie lange noch. Werden die Moderatoren entlohnt, die Top-YiGG’er? Irgendwann werden auch die Kollegen fragen, warum jeder der Topleute bei YiGG Geld verdient, nur sie nicht. YouTube und Digg zum Beispiel haben diese Spielchen schon hinter sich. Warum ich wieder schwarz sehe? Nun, siehe die kommerziellen Gegenstücke Digg, Webnews und Newstube. Das kann nicht gutgehen — denn wenn man sich heute schon die Frontpage von YiGG anschaut, sieht man Mainstream-G8-Linksterrorismus-Boulevard-Gedöns. Das Gegenargument ist immer, die Community entscheidet — in so eine Community hätte ich nicht investiert. Aber um nicht wieder als Spielverderber zu gelten: Hoffen wir das beste…

YiGG-Blog — YiGG erhält Finanzspritze

15 Antworten zu “YiGG goes Business”

  1. Martina sagt:

    Ich warte nur darauf, bis die ersten Web2.0.1-beta Blogs entsprechend versilbert werden. Und hierbei denke ich nicht an irgendwelche Werbeaktionen…

    Yigg scheint auf dem besten Weg wie OpenBC zu sein…

    Da bleib ich lieber bei meinen Leisten und halte mich doch besser von solchen Plattformen fern.

  2. Oliver sagt:

    >das man nicht nur von Wasser und Brot leben kann.

    Ach die Marke Größenwahn bzw. das schnelle Geld machen, das legten wir schon vor Jahren ab. Auf den Dampfer müßt ihr erst noch kommen.

    per aspera ad astra

  3. Chris sagt:

    Sorry Oliver, hab nicht gemerkt, dass Du antworten wolltest. Hab ihn gelöscht. 😉

  4. Martina sagt:

    Oliver, wo ist die Quelle des Zitates? :(

    Nur nebenbei: es soll Blogger geben, die NICHT von ihren Aktivitäten in Web2.0.1-beta leben müssen bzw. wollen. Empfehlenswert ist es deshalb schon allein im Sinne einer halbwegs freien Bloggerwelt, einer regulären Arbeit nachzugehen.

  5. Chris sagt:

    Wie schon geschrieben, gelöscht. Im Moment wird hier wieder sehr regide moderiert — diversen Umständen geschuldet. Gebt mir ein wenig Zeit, dann pendelt sich das wieder normal ein. Nur im Moment weiche ich da nicht zurück. 😉

  6. Oliver sagt:

    Der Don schrieb hier schon etwas passendes zur Verkäuflichkeit von Communities. Das paßt wohl immer und überall.

  7. Falk sagt:

    einer regulären Arbeit nachzugehen

    Och nöö 😀

  8. Chris sagt:

    Du oller Kommerz-Manager-Blogger… 😀

  9. Falk sagt:

    Freiheit durch Verzicht nenn ich das. Aber du kennst meine Einstellung dazu ja. Zu dem Thema oben hab ich nichts beizutragen, sowas geht mir völlig ab.

  10. Martina sagt:

    Dazu braucht es keinen Don, um das Kommende zu begreifen und zu kritisieren. 😉 Gesunder Menschenverstand soll auch wirken. 😉 Und Arbeit soll manchmal auch Spaß machen, erzählte man mir irgendwann die Tage. 😉

    Nur damit jetzt keine Gerüchte aufkommen: Ich steh’ in Lohn und Brot.

  11. Chris sagt:

    Hier werden *solche* Gerüchte garantiert nicht aufkommen und fossiert — wer das nur im Ansatz versucht, wird erschossen, von allen Seiten… 😉

  12. Oliver sagt:

    @martina, auch ein Schüler kann gut bloggen. Das Klappmesser springt nur dann in der Hose auf, wenn man meint erst eine Herde zu sammeln und diese später zünftig melken zu können. Wer sich einen Computer und Netzanschluß leisten kann, sinnlose Stunden vor dem Verblödungsstrahler verbringen kann, der wirds auch packen 5–10? für nen Webplatz zu veräußern, falls denn irgendsoetwas wie Interesse an der Sache vorhanden ist.
    Die Zeit, nun wie gesagt, wir schränken da auch andere Dinge ein — ist halt ein interessantes Hobby und da investiert man auch mal eben diese Zeit. Gelohnt wird es einem von Lesern und interessanten Leuten, die man da teils kennenlernt.
    Wer alles haben möchte, quasi größenwahnsinnig wird, ja der muß Geld scheffeln — da bleibt aber auch der ursprüngliche Gedanke auf der Strecke. Jeder halt wie er mag.

    Ich weiß auch nicht wie sich ein kommerzielles Projekt, das mit dem Sammeln von Inhalten Geld verdient, sich mit der CC oder anderen freien Lizenzen verträgt. Zitatrecht zieht in diesem Fall jedenfalls nicht. Und eine Verwertung von Inhalten jedweder Art untersagen wir hier.

  13. Oliver sagt:

    >Ich steh? in Lohn und Brot.

    @Martina und wenns nicht so wäre, wie anal muß ein Mensch veranlagt sein daraus eine Attacke zu stricken? Ein solches Niveau gibts bei uns nicht und das diskutieren wir auch nicht.

  14. Martina sagt:

    Oliver, mancher Schüler bloggt erfrischender als so mancher Profi! 😉

    Noch was: du glaubst nicht, welche Geschichten manchmal sich aus einfachen Kommentaren entwickeln können. 😉

    Zur Zitatverwendung:
    Ich hatte einmal darüber nachgedacht, eine Sammlung von einigen meiner Beiträge nebst Kommentare zum DL anzubieten. Darüber sprach ich mit einem Mr. X, der mich ziemlich massiv auf einen Punkt aufmerksam machte: Die Kommentare unterliegen dem Nutzungsrecht des Blogbetreibers. Allerdings, und hier musste ich Mr. X sehr schnell zustimmen, nur für den Internetauftritt, aber nicht für den Printbereich.

    Was jetzt die Kommmentare in diesen kommerziellen Communities anbelangt: Solange die Plattform privat und auf «Zusammenarbeit» angelegt ist, bin ich gerne bereit, mich — wenn ich einen Sinn entdecken kann — daran zu beteiligen. In dem Moment aber, wenn meine Äußerungen dazu dienen, einen monetären Wert festzulegen, dann werde ich iggelig! Man profitiert von mir, OHNE dass ich daran beteiligt würde. Schlimmstenfalls muss ich sogar dafür zahlen, dass ich in den Unternehmenswert einfließen darf. Hallo????

    Aus diesem Grund sehe ich in den allermeisten Kommerzaktionen nur eine temporäre Erscheinung, denn der Egoismus der Internetuser wird irgendwann so zu nehmen, dass sie rechtzeitig erkennen, wo der Hase langläuft.

    Oder aber sie unterscheiden sich nicht von Fliegen und setzen sich freiwillig auf jeden Misthaufen! Nur weil die anderen auch da sind. Der Unterschied zwischen einem Misthaufen und einer Kommerzplattform liegt allerdings darin, dass der Misthaufen die Fliegen ernährt und ihnen bei der Fortpflanzung hilft.

  15. Oliver sagt:

    >Man profitiert von mir, OHNE dass ich daran beteiligt würde.

    Das ist mir z.B. völlig schnuppe. Code den ich schreibe wirds auch weiterhin unter der BSD Lizenz geben, Bilder ebenso völlig frei. Aber Texte eben nur noch so, nicht kommerziell, keine Veränderung. Einfach ob der Erfahrung des massiven Mißbrauchs gegen die eigene Person. Und das brauche ich wirklich nicht …

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