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Wenn sich an diesem Donnerstag das Präsidium des Goethe-Institutes in München trifft, wird es das in Gesellschaft von Unternehmensberatern tun: Zwei Angestellte der Firma McKinsey werden eine PowerPoint-Präsentation vorführen. Das Logo „goethe09?? wird über den Köpfen der Präsidiumsmitglieder aufleuchten, danach wird von einer „Neuaufstellung der Zentrale?? die Rede ein.

sueddeutsche

Man bereitete den Ausverkauf von Kultur, die Pervertierung dieser, schon von langer Hand vor mit der Einführung von Kulturmanagement, Kulturwissenschaften etc. an deutschen Unis. Fächer die in Fallschirmspringer-Mentalität in diversen geisteswissenschaftlichen Fächern Platz nehmen, jedoch nicht einmal den Schimmer einer Ahnung im Nachhinein besitzen — man kratzt ein wenig an der Oberfläche, der Job des Journalisten springt dabei plötzlich in den Sinn. Aber darum geht es auch nicht, Sinn und Zweck ist der medienwirksame Auftritt, die Vermarktung, der Verkauf, die Einschätzung was ankommt — all das was eine gesunde Gesellschaft, eine gesunde Kultur ad absurdum führt.

BWL und anverwandte Bereiche, auch wenn man sie mit dem Begriff Kultur schmückt, sind in der Kultur ein no-go. Deswegen ist es auch wichtig, das die Gesellschaft sich abkehrt vom Kommerzgefasel und eine offene, freigiebige Kultur fördert, um diese ökonomischen Ansätze im Keim zu ersticken. Diese Meta-Fächer haben ungefähr den gleichen Sinn wie Meta-Webangebote, die einzig Inhalte anderer geistlos verdauen.

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