Wozu sind wir Blogger eigentlich gut?

Eine Frage, über die sich trefflich streiten lässt. Weblogs gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, private, wie auch (semi-) professionelle Blogs werden gehegt und gepflegt, selbst die Massenmedien wie z. B. SPIEGEL Online haben uns entdeckt. Ein Weblog kann Politikum sein, kann Freude vermitteln, Informationen liefern oder einfach unterhalten, oder — es kann ganz einfach Verbrecher fangen.

Christian ist ein sehr hilfsbereiter Mensch, und als er im Urlaub in den USA weilte, wurde er dort von einem (angeblichen ) Mitreisenden angesprochen:

In breitem österreichischen Dialekt erzählte er mir, er hätte viel Übergepäck (ein Mountainbike) mit, für das er jetzt berappen müsste, er hätte jedoch nicht mehr genügend Geld — ob ich ihm etwas leihen könnte.

Er überlegte nicht lange, sondern half, schließlich sollte er das Geld sofort bei Landung am Münchener Flughafen wiederbekommen. Zur Sicherheit ließ er sich eben über diesen Umstand eine Erklärung unterschreiben, er notierte sich die Ausweisnummer, alles schien in Ordnung.

Unnötig zu erwähnen, wer schon nicht im Flugzeug erschien, richtig, der gute Mensch, dem das Geld geliehen wurde. Das Geld war weg, man könnte von Lehrgeld sprechen, und so setzte Christian einen kurzen Eintrag in sein Weblog:

Für die öffentliche Sicherheit hier ein Tipp: Falls jemand an einem Flughafen von einem ?Christian Rathpoller? angesprochen werden sollte, der sich Geld leihen möchte — Polizei rufen, dieser Typ ist ein Betrüger.

Angeblicher Wohnort soll Volkertplatz 12/25 in Salzburg sein. Im Pass steht Wohnort Wien, Geburtsort Eisenstadt, Passnummer H 0855294 6 — aber ob das stimmt?

Auf diesen Weblog-Eintrag meldeten sich 3 weitere Leute, die eben genauso von dem Trickbetrüger abgezockt wurden, auch unnötig zu erwähnen, dass wie so oft auch in diesem Fall die deutsche Justiz sich bis auf die Knochen blamierte.

Dann passierte längere Zeit nichts, bis, ja bis Christian eine Mail aus Lima bekam. Eine andere Story, der selbe Herr, doch der, der diesmal angesprochen wurde, lotste ihn in ein Internet-Cafe, wo er Nachforschungen anstellte. Google ist dein bester Freund, der Weblog-Eintrag von Christian war der erste Treffer, zwischenezeitlich war dier Betröger geflohen, die Polizei wurde benachrichtigt, der Mann wurde gefasst, die ultimative Krönung: Ein Foto-Handy hatte der Kollege dabei, so wurde schnell ein Foto geschossen:

Diego ist also raus auf die Straße, um den nächstbesten Polizisten anzusprechen. Der seinerseits rief Verstärkung und mit Tatütata und Blaulicht gings zurück. Dort fand man allerdings nur einen verärgerten Restaurantbesitzer vor, denn unser Con-Artist war mittlerweile verschwunden — natürlich ohne seine Rechnung zu zahlen. Aber nach kurzer Suche stellte ihn die Polizei dann in der Nähe. (Und Diego hatte seine Kamera griffbereit … hach, herrliches Foto!)

Festnahme

Und da sag nochmal einer, wir Blogger sind zu nichts nutze. :-)

Weblog von Christian: Weblog fängt Trickbetrüger

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