Workfare — Die Zwangsarbeit des 21. Jahrhunderts — Bald auch bei uns

Zwangsarbeit Wikipedia

Als Zwangsarbeit wird Arbeit bezeichnet, zu der ein Mensch unter Androhung einer Strafe, gegen seinen Willen, gezwungen wirdso die Wikipedia. Ich hatte es bereits öfter geschrieben — schon die sogenannten Ein-Euro-Jobs erfüllen meiner Meinung nach zum großen Teil die Bezeichnung Zwangsarbeit. Einem Arbeitslosen, der sich weigert, eine ihm angebotene Ein-Euro-Stelle anzunehmen, droht die Kürzung seiner Hartz IV-Bezüge, im wiederholten Falle sogar auf 0,- Euro. Die Folge: Verlust der Wohnung, Hunger, Tod. Diese Fälle hat es in den letzten Jahren in einem der reichsten Industrieländer, Deutschland, ja, das ist unser Land, mehrfach gegeben. Doch damit nicht genug. Gerade erst hat sich wiederholt gezeigt, dass Ein-Euro-Jobs reguläre Arbeitsplätze vernichten. Nicht, dass dieser Sachverhalt nun die Folge hätte, dass diese Jobs endlich gestrichen werden, die Hartz IV-Gesetzgebung dementsprechend korrigiert wird. Nein, wir sprechen über einen Zeitgeist, der natürlich auch die aktuelle Regierung erfasst hat — die neoliberale, wirtschaftshörige Leere Lehre. Nun sollen sie also kommen — die Null-Euro-Jobs. Für Langzeitarbeitslose soll die Bürgerarbeit eingeführt werden. Damit sie nicht mehr schwarz arbeiten und sie doch endlich mal einen Job annehmen, soll eine 39-Stunden-Woche für die Menschen das Pack zur Regel werden. In dieser Zeit werden sie zu einer Ausbildung oder einer Arbeit verpflichtet. Selbstredend, dass dabei keine Gelder an die Betroffenen Faulenzer fließen sollen. Workfare nennt sich das Programm und stammt aus der Feder des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Im Wirtschaftshörigkeitsministerium unter Michael Glos ist man ganz begeistert.

Das Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) muss man nicht unbedingt kennen — man kann aber, wenn man ein wenig recherchiert hat, zu dem Schluß kommen, dass eine geistige und ideologische  Nähe zur INSM und zum Konvent für Deutschland vorhanden ist. Flexiblere Arbeitszeiten, die Lockerung des Kündigungsschutzes sowie die Anhebung des Renteneintrittsalters — all das sind Ziele und Vorgaben dieses netten Institutes, welches von der Deutsche Post World Net gegründet wurde. Ein gewisser Dr. Klaus Zumwinkel ist im Übrigen laut Eigenaussage immer noch Präsident dieser Veranstaltung in Bonn. Die Frage, die sich bei solchen Erkenntnissen rund um die Studie, woher sie kommt, nun stellt: Muss man diese zutiefst asoziale, diesem Sozialstaat zuwider laufenden Aussagen ernst nehmen? Ja, man muss — der Pöbel wird die Worte begeistert aufnehmen. Unzufrieden mit dem eigenen Leben, wird auf die Schwachen der Gesellschaft gehetzt — das faule Pack, man sieht es ja jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit — gut, dass endlich etwas gegen diese Schmarotzer unternommen wird. Und auch in die politische Diskussion wird diese Studie Einzug finden — verspricht sie doch den Heilsbringer Vollbeschäftigung und einen signifikanten Rückgang der Lohnkosten im öffentlichen Sektor. Klar, wenn Menschen unter Androhung des möglichen Todes, mindestens des Verlustes der Wohnung zur Arbeit gezwungen werden, dann werden sich schon Menschen finden, die dieser Form der Sklaverei nachgehen werden. Und warum ein Rückgang der Lohnkosten im öffentlichen Bereich erwartet wird, ist auch klar. Selbstverständlich wird es auch hier, vielleicht sogar noch viel extremer wie bei den Ein-Euro-Jobs, zu einer Vernichtung von regulären Arbeitsplätzen kommen.

Zynischer können Menschen über andere Menschen, die sich per se schon in einer lebensbedrohlichen Situation befinden, nicht urteilen. Natürlich werden die Forderungen — wie aus Funk und Fernsehen, aus der Werbung bekannt — freundlich verpackt. Der Schlüssel zum Erfolg Vollbeschäftigung heißt schlicht und einfach Motivation. Ja, ehrlich. Man muss das Pack nur richtig motivieren, dann klappt das auch mit dem Arbeiten. So einfach ist die neoliberale, fast schon wirtschaftsfaschistische, Lehre. Wir befinden uns schon fast mitten im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009 — da ist es auch kein Wunder, wenn Walther Otremba, Staatssekretär im Wirtschaftshörigkeitsministerium unter Wolfgang Glos frei von der Seele plaudert, dass mit diesem Workfare-Programm ein Gegengewicht zu den Forderungen nach gesetzlichen Mindestlöhnen geschaffen werden soll. Zynisch kann man den Schlusssatz aus dem Wirtschaftshörigkeitsministerium schon gar nicht mehr nennen, der besagt, dass man mit Langzeitarbeitslosen auf dem Markt nichts erzielen kann. Wohlgemerkt: Hier geht es um Menschen — den Nachbarn, den Ex-Arbeitskollegen, morgen Du, übermorgen ich. Alles und jeder hat sich dem Markt zu unterwerfen — und wer sich weigert, wird ausgestoßen, verachtet und verhungert am Ende eines langen Leidensweges. Jeder hat seinen Preis — und es wird natürlich verschwiegen, dass mit solchen Maßnahmen der Preis aller Menschen in diesem Land signifikant nach unten gedrückt wird. Der Markt wird es richten — schöne, neue Welt im Wirtschaftswunderland Deutschland.

Es ist nicht schwer zu erraten, wem der Mob 2009 zujubeln wird. Den unglaubwürdigen Kämpfern für den Mindestlohn, den ehemaligen Sozialdemokraten oder den aufrechten Kämpfern der Partei der Filbingers & Co. Natürlich wird der Partei 2009 die Stimme gegeben, die es schaffen wird, am besten die Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Es ist die Partei, die es am besten schafft, die Gesellschaft zu spalten. Es ist die Partei, die Zwangsarbeit, Zwangskasernierung und staatlich verordneten Hungertod wieder einführen möchte. Es wird die CDU und ihre Schwesterpartei, die CSU, sein. Und zum Schluss werden, natürlich unter ganz großen Bauchschmerzen die ehemaligen Sozialdemokraten zustimmen. Die SPD kann halt nichts anderes mehr, ist sie doch eine beliebige Kopie dieser Union geworden, die schon so häufig ihr menschenverachtendes Gesicht gezeigt hat. Der Pöbel wird in der Frühstückspause, die BILD lesend, applaudieren — sich später aber wundern, warum die Löhne kaum noch steigen, warum die Gefährdung des eigenen Arbeitsplatzes nie höher war, wie zur Zeit, warum die Wirtschaft mit breiter Unterstützung der Parteien die Menschen in diesem Land erpressen, ausnehmen kann. Vielleicht kommt dann ja irgendwann die Erkenntnis, dass man selbst durch das Kreuz bei der Wahl, die unzähligen Stammtisch-Gespräche oder die Hartz IV-Witze zu dieser Gesellschaft beigetragen hat. Ich habe so meine Zweifel — sind es doch immer die anderen, die zu leiden haben, und darüber kann man sich schließlich köstlich amüsieren. Sie haben es sich redlich verdient. Und wer sich jetzt was verdient hat, das überlasse ich der Fantasie des Lesers.

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44 Antworten zu “Workfare — Die Zwangsarbeit des 21. Jahrhunderts — Bald auch bei uns”

  1. Marcel sagt:

    das ist nicht anderes als die praktische umsetzung des glaubens, langzeitarbeitslose seien selbst daran schuld. widerlich so etwas. zumal allein der gedanke «gegenleistung für sozialhilfe» so etwas von absurd ist, weil viele langzeitarbeitslosen jahre lang eingezahlt haben, und nur wegen oberflächlichen kriterien wie «frau» oder «alter» nichts mehr finden. politik für die springer presse, mehr ist das nicht. traurig :(

  2. […] ein schneller Link: F!XMBR über die heutige Form der Zwangsarbeit […]

  3. corax sagt:

    Ja da kommt man schon auf gewisse Fragen.
    Wenn man sowas zufällig liest. Groß in den Qualitätsmedien findet man ja nichts darüber.

  4. […] nach zähem Ringen wenigstens Lohnforderungen einklagen. Rückblickend erweist sich die Zwangsarbeit sogar bis heute als überaus lohnendes […]

  5. torsten sagt:

    Nicht so pessimistisch.

    Es sind noch andere Mächte am Werk als nur die des Bösen… :)

  6. blu_frisbee sagt:

    In der bürgerlichen Ideologie herrscht Freiheit, man kann alles haben, es hängt nur am subjektiven Wollen. In der Realität gibt es Zwänge (zB den biologischen Körper erhalten), man muß es sich leisten können und es hängt vom objektiven Können ab.

  7. blankeneserules sagt:

    Wichtiger, als dass die Leute einfach etwas/genug/mehr Geld haben (das Medium zur Teilhabe am Markt als Konsument, das Kapital, eigene Sachen aufziehen zu können in der Marktgesellschaft; die Sicherheit der Rücklagen; also all das, was die Elite so selbstverständlich hat) — scheint zu sein, dass sie viel Arbeit haben (das Arbeitsethos des Max Weber’schen Protestantismus: «Arbeit erzieht und macht dich erst wirklich zum Menschen, hast du mit ihr noch finanziellen Erfolg, so liebt dich Gott», das Hamsterrad, das einen auf Trab hält, das metaphorische Fitnessstudio). Ein Affenzirkus.

    Arbeit, Arbeit, Arbeit. Wenn Vatti oder Mutti keine Arbeit mehr hat und nicht mehr ins Büro geht, bauen wir ihm oder ihr doch ein potemkinsches Kulissenbüro, und lassen sie auf einer Rechnerattrappe irgendwas sinnloses tippen. Damit er / sie nicht traurig ist und sich «wertvoll» fühlt. Alternativ kann er / sie auch im Park die Kippen aufsammeln gehen. Oder Spargel stechen. Wenns schon nicht für die Lidl-Kasse reicht. Das könnten zwar Automaten und Roboter alles auch machen, teilweise liegen die Pläne dafür in den Schubladen, aber wir wollen alle lieber — Vollbeschäftigung, hurra! Blos nicht umdenken, blos keine neuen Wege gehen. Lieber Reformen, die machen, das alles so bleibt, wenn auch viele ärmer werden.

    Denn: «Zuviel Muße ist nicht gut, da kommt man ja nur auf dumme Gedanken.» — z.b. solche darüber, was für ein irrsinniger Schwachsinn das alles ist, und welche moralische Autorität so ein Zumwinkel-PR-Institut eigentlich noch hat, hier noch solche Gürtelengerschnallen-Parolen zu verbreiten.

    Es wäre ja nichts dagegen einzuwenden, Hartz4 endlich ordentlich aufzustocken, und zusätzlich den Menschen, die aus dem Erwerbsprozess gefallen sind und von diesem nicht benötigt werden, endlich selbst die Mittel an die Hand zu geben, mit denen sie soziale, wissenschaftliche, kulturelle, sportliche oder ökologische Projekte, Vereine und Hobbyaktivitäten eigenverantwortlich und selbstverwaltet, jenseits des heiligen Marktes, aufziehen könnten — etwa, weil das Menschen glücklicher und damit gesünder machen würde als die derzeitige Armutsverwaltung. Aber um sowas gehts ja scheinbar gar nicht. Das Leben ist ja kein Wunschkonzert und kein Ponyhof. Life is not what we make of it. Diesen einfältigen Technokraten der Arbeit zufolge.

    Über die Zukunft der Arbeit haben sich ansonsten auch andere, anderweitig, geäussert, hier mal unvollständig und unsortiert: Jeremy Rifkin («Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft»), Götz Werner (bedingungsloses Grundeinkommen), die Gruppe Krisis («Manifest gegen die Arbeit»), Paul Lafargue («Recht auf Faulheit: Widerlegung des ‘Rechts auf Arbeit’»), Herbert Marcuse («Der eindimensionale Mensch»), Günther Anders («Die Antiquiertheit des Menschen»), Bernard Favre-Bulle («Automatisierung komplexer Industrieprozesse: Systeme, Verfahren und Informationsmanagement»), Ulrich Beck («Die Zukunft von Arbeit und Demokratie»), Bertrand Russell («Lob des Müßiggangs»), usw.

    Sollten solcheIdeen in einem öffentlich-pluralistischen Diskurs nicht auch irgendwie mal vorkommen? In den — Medien? Oder soll man da nur den gerade angesagten neoliberalen Hauruck-Thinktank hören, weil er am lautesten trompetet, im Chor mit den Volksparteien, und alles andere eh nur für die Feuilletons ist, jedoch keinesfalls irgendwie ernst zu nehmen? Soll nur essen, wer auch arbeitet, weil das so ein unglaublich weiser und menschlicher Spruch aus der Bibel ist, der ja auch garnicht so klingt, als käme er direkt von den Nazis?

    Was ist eigentlich Arbeit, und was nicht? Wer definiert das? Wem nutzt die Definition? Und was war mit den Vögeln, die nicht säen, die nicht ernten, und Gott ernährt sie doch?

    Antworten darauf gibts demnächst wohl wieder von der konservativen Volkspartei Ihrer Wahl, wenn es wieder mal heisst: «Sozial ist, was Arbeit schafft».

  8. blankeneserules sagt:

    Zitat:

    «Zunächst: was ist eigentlich Arbeit? Es gibt zweierlei Arten: einmal, Verlagern der Materie auf oder nahe der Erdoberfläche in bezug auf andere derartige Materien, zweitens, andere Leute anzuweisen, es zu tun. Arbeit der ersten Art ist unangenehm und schlecht bezahlt, der zweiten angenehm und hochbezahlt. Außerdem lässt sich die zweite Art unbegrenzt erweitern: es gibt nicht nur Leute, die befehlen, sondern auch welche, die Ratschläge geben, was zu befehlen sei. Gewöhnlich werden zwei gegesätzliche Arten von Ratschlägen von zwei organisierten Gruppen von Menschen gleichzeitig erteilt; das nennt man Politik. Die Befähigung für diese Art von Arbeit braucht nicht auf Kenntnis der Personen, denen der Rat erteilt wird, zu beruhen, vielmehr nur auf der Beherrschung der Kunst, durch Wort und Schrift zu überzeugen, das heißt, auf Beherrschung der Werbung und Propaganda.»

    aus Bertrand Russells «Lob des Müßiggangs», 1957 (!), Russell war Philosoph und Mathematiker, lehrte in Cambridge, und erhielt 1950 den Literaturnobelpreis.

  9. Martina sagt:

    Glos stellt sich mit dieser Forderung nach der neuen Form der Zwangsarbeit gegen das Urteil des Bundesrechnungshofes, der eindeutig festgestellt hat, dass schon die 1Euro-Jobs reguläre Arbeitsplätze verdrängen. Und nun will Glos die «freie» Arbeit einführen, für Tätigkeiten, die der Allgemeinheit zugute kommen?

    Ich habe mich bei mir drüben auch schon dazu geäußert, aber eher unter dem Aspekt der künftigen Belastungen für unsere Nachkommen, die sich aus dieser restriktiven Arbeitsmarktpolitik ergeben. Und wenn hier nicht ganz schnell eingegriffen wird, dann werden wir in rund 20 Jahren wieder alte feudale Systeme haben, wobei allerdings es keine Landesfürsten mehr gibt, sondern Landesunternehmen, die mit Sirenen die Menschen zur Arbeit rufen.… um sie dann später irgendwann zu schlachten, um die Versorgungskosten im Alter möglichst gering zu halten.…

    So, und nun muss ich mich daran erinnern, wie das nochmal mit dem Zusammenrechnen geht… 2+10=13 ???

  10. Oliver sagt:

    Es ist keine neue Form der Zwangsarbeit, denn Zwangsarbeiter hatten nie eine Wahl. Hier ist es der elementare Handel: tausche Arbeit gegen Leben. Und wer das nicht mag wird nicht wie bei Zwangsarbeitern in der Geschichte usus gewaltsam über den Jordan befördert, sondern man darf entweder danach die Straße bewohnen oder aber still und leise in irgendeiner Ecke den Löffel abgeben.

    @Martina,

    >Und wenn hier nicht ganz schnell eingegriffen wird, dann werden wir in rund 20 Jahren wieder alte feudale Systeme haben,

    Ein Lehnswesen besitzen wir im Prinzip immer schon in dieser Republik, denn der Staat besitzt das Land, einfach alles und wir werden überall zur Kasse gebeten, selbst für den erworbenen Grund und Boden. Zwar wird der Politologe kontern nein, in einer Demokratie ist der Staat das Volk und man beteiligt sich daran, der Historiker in mir entgegnet jedoch Staat != Volk in diesem unserem Lande. Ergo ist es auch ein Lehnswesen.

    >aber eher unter dem Aspekt der künftigen Belastungen für unsere Nachkommen, die sich aus dieser restriktiven Arbeitsmarktpolitik ergeben.

    Und wenn wir nicht ganz schnell einen Kurs in Geschichte nehmen und uns auch mal um die Menschen hier und heute kümmern, brauchen wir uns um irgendwelche etwaigen Nachkommen keine Gedanken mehr zu machen. Denn dieser unsägliche Diskurs um die nationalstaatliche Zukunft eines Landes ist eben Schnee von gestern. Deutschland stirbt nicht aus, Deutschland verblödet und besitzt deswegen keine Zukunft!

  11. kobalt sagt:

    Als ob es darum ginge, Menschen mit Arbeit zu versorgen. Arbeit findet sich genug wenn man bereit ist, für lau zu arbeiten. Was den Menschen fehlt ist eine Arbeit mit genügend hohem Einkommen.
    Und wieso sollten 1– oder Null-Euro-Jobs den Einstieg in den Arbeitsmarkt fördern können? Als Arbeitgeber wäre man doch bescheuert, wenn man jemanden für einen Job bezahlen würde, wo ein anderer dieselbe Arbeit für lau macht. Aber wie gesagt, es geht dem Herrn Glos nicht um Arbeit, sondern um das eigene Einkommen.

  12. Zipf sagt:

    Was, bitteschoen, macht denn ein Mueller?
    Manche Mueller machens einfach nur klitze.
    Andere Mueller pressen etwas aus.
    Dritte hingegen betreiben Pulvermuehlen.
    Und zwischen den Muehlsteinen der gr. Koalition
    wird das Volk zerrieben, ausgepresst, pulveriesiert.
    Dieser Muellermeistergedanke frisst sich langsam
    in die Koepfe der Weltbevoelkerung.
    Ob Meiers da besser waeren?
    Oder Metzger? Vom brennenden Dornbush ganz zu schweigen!

  13. […] schreibe, möchte ich doch wenigstens auf den sehr guten Artikel von Chris zum Thema verweisen: Workfare — Die Zwangsarbeit des 21. Jahrhunderts — Bald auch bei uns. Nein, ich halte den Vergleich der neuesten bzw. wiederaufgekochten Vorschläge von Glos und […]

  14. Sebastian sagt:

    Fatal, viel mehr kann einem dazu nicht mehr einfallen, es ist bitter wie der Untertan in uns von Monat zu Monat deutlicher sein gesicht zeigt, und gerade die Generation welche in der BRD die unfreiheit in der DDR anprangerte steht heute da und vernichtet jede form von Gesunder Gesellschaft, denn die Schicht die einen derartigen eingriff in das Wirtschaftsgefüge nicht überleben wird ist der Mittelstand, das Bildungsbürgertum sieht in solchen massnahmen seinem Ende entgegen, da das kontinuierliche zerstören des Binnenmarkts und des Preisgefüges dazu führen wird das das in der Mittelschicht eingefrohrene Kapital angefressen werden muss um den Lebensunterhalt zu bestreiten, das ist der Grund für derartige massnahmen, es geht um die in .de viel zu hohe Sparer Quote, niemand braucht jemanden der Geld spart, die leute sollen ihr geld gefälligst ver Konsumieren und nicht Sparen, deswegen -> niedrigere Löhne -> höherer Preisdruck am Arbeitsmarkt -> niedriegere Löhne -> höherer Preisdruck am Arbeitsmarkt bis endlich das einkommen auch in der breiten Masse nicht mehr ausreicht um den Lebensunterhalt Langfristig zu Decken

  15. […] wie viele Deutsche nun mal sind, werden sie sich auch dieses gefallen lassen.   Mehr dazu bei fixmbr und  SpOn. Es bleibt […]

  16. Flusskiesel sagt:

    Zu 10:
    War nicht immer Staat = Volk + Land + Regierung?

    Was mich übrigens immer besonders erschreckt, ist wie weit die Doktrin der Ökonomie immer mehr in der Gesellschaft, in den Köpfen der Leute ankommt. Alles muss (auch privat) «wirtschaftlich» sein und «sich lohnen».
    Beziehungen müssen sich «lohnen» (natürlich am besten eine «win-win»-Situation sein), ein Kind zu erziehen muss einem auch was «bringen».

  17. Oliver sagt:

    Der Begriff Staat genügt keiner allgemeinen Definition, insofern paßt wohl am ehesten ein Volk lebt innerhalb eines gewählten Gebiets.

  18. blankeneserules sagt:

    Falls es jemand zur Hand hat, oder auch sonst als herzlich empfohlener Lesetip:

    Günther Anders, «Die Antiquiertheit des Menschen 2″, 1977, Verlag C. H. Beck, auf S. 91: «Die Antiquiertheit der Arbeit».

    Ich zitiers hier lieber nicht wörtlich, weil hier sonst Anders schnell des «Godwin Law» geziehen würde, und die Empörung große Wellen schlagen könnte. Anders spricht in dem Kapitel anfangs über Rationalisierung, Vollbeschäftigung, und darüber, in welcher historischen deutschen Diktatur von welchen «Demagogen» diese beiden Versprechen oder Forderungen schon einmal miteinander verknüpft wurden (zur allgemeinen Begeisterung), und mit welchen Folgen.

    Anders war Technikphilosoph, promovierte 1923 bei Husserl, emigrierte 1933 nach Paris, 1936 in die USA. Sein Werk ist heute so aktuell wie nie, möchte man meinen, zugleich kennt es aber kaum jemand noch. In den Medien kommt es nicht vor. Ähnlich wie bei Marcuse oder Adorno wird so grundsätzliche Kritik am Bestehenden heute wohl als «unpragmatisch», oder «unflexibel», nicht «realpolitisch» genug, oder einfach als miesmacherische Spassverderberei empfunden. Die Gesellschaft will sowas einfach nicht mehr hören und meint, es nicht mehr zu benötigen. Sie will lieber konstruktive Kritik, wie sie etwa die Grünen liefern. Sie will hören, dass es gut ist, dass sie ist, wie sie ist, und tut, was sie tut, und bezahlt daher lieber solche Geisteswissenschaftler, die ihr sowas sagen.

  19. Oliver sagt:

    >und bezahlt daher lieber solche Geisteswissenschaftler, die ihr sowas sagen.

    Wann wurde zuletzt der Rat eines Geisteswissenschaftlers entgegen genommen und dann noch gar gegen Bares? Diesen Rat gibts in vielfältiger Form für lau seit Jahrzehnten. Ich bin z.B. u.a. Mitglied bei der Humanistischen Union. Ich unterstütze deren Arbeit, weil eben Aufklärung not tut. Und das Gros dieser dort setzt sich u.a. wieder aus Geisteswissenschaftlern zusammen, von denen ich ebenso einer bin.

    Man könnte quasi von einem Lobbyismus fürs Volk sprechen. Nur das Volk möchte dies doch gar nicht, es ergibt sich dem jammern und pickt sich allenfalls ein paar faule Eier heraus, um diese als Prügelknaben zu outen. Mir deucht es verlangt eher nach einem Führer der alles richtet, denn aufrechten Demokraten, die größtmögliche Freiheit propagieren und auch leben.

    >Anders spricht in dem Kapitel anfangs über Rationalisierung, Vollbeschäftigung, und darüber,

    Es ist zudem kein Geheimnis, das die Demographie im 18. Jahrhundert als Mittel zur Förderung nationalstaatlicher Eigenheiten ersonnen wurde. Geburtenkontrolle beispielsweise, um die Staatsbürger zu mehren, ob nun mittels sanftem Druck, der Erzeugung eines schlechten Gewissens oder auch mittels Geburtshäuser wie im dritten Reich. Dazu der ewig gestrige Versuch die Zukunft zu steuern in puncto Effizienz des Einzelnen. Das Gedankengut ist nationalstaatlich, wie damals usus in jedem Land. Die Verpackung wandelte sich im Laufe der Zeit, der Inhalt und die Absicht blieb jedoch immer identisch. Abzuwarten ist ob sich diese Steuerung wieder derart radikalisiert wie einst vor mehr als 60 Jahren usus.

  20. Flusskiesel sagt:

    Zu 17:
    So etwas dachte ich mir auch, wobei mir die Formel eigentlich ganz gut gefällt. So kann wenigstens keiner einfach auf «den Staat» schimpfen — er ist dann ja auch Teil davon. So ungefähr wie früher immer über «die Gesellschaft» geschimpft wurde.

    Naja, das führt jetzt vom Thema weg …

  21. Oliver sagt:

    Man kann es auch einfacher haben, wir finanzieren gewählte Repräsentanten, denn mit ca. 90 Mio Menschen diskutiert es sich gar schlecht, die wiederum im Auftrag dieser Menschen handeln. Über die Jahrzehnte jedoch wurde dieses Arbeitnehmerverhältnis stark abstrahiert, so das inzwischen die ursprünglichen Arbeitnehmer (aka Vollzeitpolitiker) das Heft übernommen haben und autark handeln.

  22. Flusskiesel sagt:

    Ich glaube nicht, dass unsere vormaligen «Arbeitnehmer» autark handeln. Die sind so hilflos, dass sie sich führen lassen müssen. Im Moment halt vom Kapital.

  23. Oliver sagt:

    >Die sind so hilflos, dass sie sich führen lassen müssen. Im Moment halt vom Kapital.

    Das sehe ich als identisch an,die Zahl derer die in Aufsichtsräten sitzen ist Legion, wie vice versa die Zahl der Lobbyisten mit politischen Ämtern. Wer, wo, wen und wie beeinflußt ist dabei allenfalls noch Definitionssache. Ist das Glas nun halb leer oder halb voll.

  24. blankeneserules sagt:

    >Wann wurde zuletzt der Rat eines Geisteswissenschaftlers entgegen genommen und dann noch gar gegen Bares?

    Oh, so pessimistisch sehe ich das nicht. Ich denke schon, dass es Zeiten gab, die noch nicht lange her sind (60/70er/80er), in denen sich Teile von Politik und Philosophie noch in einem, manchmal auch ernstgemeinten und –genommenen, Dialog befanden. In der SPD, oder bei den Grünen, auch in der CDU. Dass das alles dann wenig Folgen hatte, steht auf einem anderen Blatt, zumindest ein Interesse daran war aber mal da.

    Man hatte damals auch Unis mit philosophischen oder sozialwissenschaftlichen Fakultäten und Professuren, die man sich leistete, dort wurde noch geforscht und diskutiert und publiziert. Im Zuge der Bertelsmann-Reform hat man allerdings die Reste der kritischen Theorie und ihre Vertreter nebenbei schnell entsorgt und aufs Altenteil geschickt, sie passten wohl einfach nicht mehr in die «politische Landschaft». Heute sind eher Apologeten und rechtsliberale Zeitgeistphilosophen gefragt — wie Norbert Bolz — die dem Bestehenden applaudieren, und sich kritisch höchstens mal mit dem Islam, «der Linken», etc. auseinandersetzen.

    Von Seeheimer Kreisen, Netzwerkern, Neoliberalen, Konservativen und ähnlich halbgebildeten «Pragmatikern», die sogar noch stolz sind auf ihr ungebildet-holzschnittartiges Hauruck-Weltbild, ist intellektuellere Kritik allerdings auch nicht mehr zu erwarten. Die sind zu sehr damit beschäftigt, Kontakte zu knüpfen, und sich «der Wirtschaft» anzudienen, auch im Sinne ihrer individuellen späteren Karrieren. Früher galt das noch als anrüchig, sogar heute rufen Gazprom-Schröder oder DB-Hansen ja noch moralische Empörungsreflexe hervor — dabei verhalten die sich doch eigentlich nur so, wie wir alle es sollen, im Sinne des zum allgemeinen Leitbild erhobenen «homo oeconomicus». Welchen finanziellen oder beruflichen Vorteil bringt es mir individuell, Fehler des Gemeinwesens anzusprechen, deren Behebung langwierig und kompliziert wäre, und die die aktuell Mächtigen ihr «Gesicht verlieren» liesse? Welche Nachteile? Eben.

    Die wahre populistische Kritik ist heute die, die sich personalisierend gegen böse Heuschrecken, zu hohe Managergehälter oder gegen «Bankenmonster» äussert — die aber kommt aus der Mitte der Gesellschaft und der Volksparteien. «Fight the game, not the player» ist heute dagegen eher eine Parole von Linksextremisten.

    >Mir deucht es verlangt eher nach einem Führer der alles richtet, denn aufrechten Demokraten, die größtmögliche Freiheit propagieren und auch leben.

    Auch das sehe ich noch etwas optimistischer: Weder gibt es derzeit eine solche «Führerfigur» (sieht man mal ab von der «integrierenden» Kanzlerin, dem Bussi-Beck, oder dem «Populisten» Lafontaine), noch sehe ich allzu große Sehnsucht danach — in Deutschland, wohlgemerkt. Die NPD dümpelt mit ihren Knallchargen weiterhin unterhalb der 5%-Hürde.

    Im Gegenteil — mit dem Internet lernt man gerade eher wieder, sich individuell zu bilden, zu äussern und zu verständigen, statt einem Führer hinterher zu rennen, alles im Sinne eines (durch die Technik vorgegebenen — ) herrschaftsfreien Diskurses. Abgesehen von der Sprache weiß ich im Netz nicht, ob man Gegenüber einen Anzug trägt, eine hohe Position bekleidet, etc. Es zählen eher die Argumente, als die jeweilige Rolle in der Realwelt. Man lernt auch direkte Demokratie, wenn man gemeinsam Online– oder Softwareprojekte wie Wikipedia organisiert. Und wenn ich mir ansehe, welche Volksentscheide es in letzter Zeit auch gab, zur Verhinderung etwa von Privatisierungen, empfinde ich das auch als positiv.

    Wahr ist aber, dass die Medien solche altmodischen Führer-Figuren und –Rollen weiterhin propagieren und auch benötigen, um Politik zu personalisieren und so reisserischer zu verkaufen (siehe Beck; oder «68» war ja z.B. «Dutschke», ganz alleine, quasi. Die andern sind ihm dann als Anführer nur «gefolgt».)

    Und wahr ist auch, dass der Neoliberalismus eher «Elite» und «Führer» propagiert, als — z.B. -
    Demokratie — schlecht getarnt als das englische «leader» oder «leadership», was aber nichts anderes bedeutet. Und zwar nicht nur auf Business-Ebene (Unternehmen als kleine Diktaturen), sondern auch auf der politischen Ebene (siehe Basta-Schröder, «führungsschwacher» Beck, oder Demokratieverständnis der INSM).

    Roman Herzog hat sich ja kürzlich dazu geäussert, inwiefern das «Volk» für ihn quasi schon etymologisch dazu bestimmt ist, den neoliberalen «leadern» und ihren phantastisch-innovativen Ideen zu «folgen». Es scheint nur nicht mehr so recht folgen zu wollen, weshalb man dann immer noch ein Experten-Institut, einen neuen Elite-Konvent, eine neue Hauruck-Initiative gründen muss.

  25. Oliver sagt:

    >Ich denke schon, dass es Zeiten gab, die noch nicht lange her sind (60/70er/80er), in denen sich Teile von Politik und Philosophie noch in einem, manchmal auch ernstgemeinten und –genommenen, Dialog befanden

    Das eine Geistigkeit einzog vor allem in den 50ern und diese fortlebte als Randerscheinung bis mitunter in die 60er/70er ist gar nicht zu bestreiten, wohl aber der Anteil der Politik, welche sich vehement gegen diese neue Geistigkeit stellte mit allen zu Verfügung stehenden Mitteln.

    >Die NPD dümpelt mit ihren Knallchargen weiterhin unterhalb der 5%-Hürde.

    Das ist klar, das Populisten-Lager der großen Parteien (und auch so mancher kleinen) betätigt sich schon seit einiger Zeit als Menschenfischer an rechten Gestaden.

    >Im Gegenteil — mit dem Internet lernt man gerade eher wieder, sich individuell zu bilden, zu äussern und zu verständigen, statt einem Führer hinterher zu rennen,

    Im Internet lernt man erst einmal gar nichts, lernen müßte man es anderswo, die Flut an Informationen zu beherrschen und die Spreu vom Weizen zu trennen. Alleine mit Bauchgefühl und Glaube ist es da nicht getan. Die Müllbekämpfung aka Quellenkritik etc. ist ein Werkzeug, daß man sich zwar mittels learning by doing aneignet, jedoch zuerst unter fachgerechter Anleitung, damit man nicht schon zu Beginn den Tücken vermeintlicher Erkenntnis erliegt.

    >Man lernt auch direkte Demokratie, wenn man gemeinsam Online– oder Softwareprojekte wie Wikipedia organisiert.

    Kurzum man gibt sich einer Scheinwelt hin und versucht diese auf die reale Welt zu übertragen. Mit dem Erfolg, daß dort eben nicht wie bei der Wikipedia derjenige mit dem längeren Atmen gewinnt, mal abgesehen von eventuellen Gängen vor den Kadi.

    >Weder gibt es derzeit eine solche “Führerfigur”

    Es sprach nie jemand davon, daß die Gralssuche irgendwo von Erfolg verwöhnt sein wird. Aber indem man sich auf die Suche nach dem Messias begibt, hat man auch fortwährend die Ausrede für biedermeiersche Passivität parat.

    Somit ist dies keine pessimistische Grundhaltung, sondern eine realistischer Natur. Das grundlegende Problem unserer Gesellschaft ist, daß sie sich fortwährend Ausflüchten hingibt, um verfahrene Situationen, die nicht erst heute bestehen, bis zur Unkenntlichkeit zu relativieren. Und der Mensch, ja jener bleibt dabei völlig außen vor und der ökonomische Gedanke ist beherrschend, den Einzelnen dominierend.

    Kluge Worte nützen nichts, wenn man nicht in der Lage ist diese zu verstehen und jene die könnten nicht daran interessiert sind diese aufzunehmen und somit gemäß ihrem gesellschaftlichen Wirkungskreis weiterzutragen.

  26. blankeneserules sagt:

    >Und der Mensch, ja jener bleibt dabei völlig außen vor und der ökonomische Gedanke ist beherrschend, den Einzelnen dominierend.

    Aber werden genau diese Verhältnisse nicht auch so wahrgenommen, und — langsam — von den Menschen immer breiter diskutiert? Z.B. im Netz, gerade hier? Solche Diskussionsbedingungen gab es ja bisher überhaupt nicht, das übersieht man leicht.

    >Kurzum man gibt sich einer Scheinwelt hin und versucht diese auf die reale Welt zu übertragen.

    Aber ich halte genau dieses Moment für wesentlich und entscheidend — wenn ich bei Wikipedia zwangsläufig Quellenkritik «lerne», weil mir dort mein dubioser Weblink zu einem Artikel aus gutem Grund um die Ohren gehauen wird, aber dann erlebe, wie in der Realität oft gar keine oder dubiose Quellen angegeben werden, von Politikern und Experten? Welche Quellen gibt das IZA an?

    Wenn ich erlebe, dass ein Projekt wie Linux oder WP zwar mühsam ist, aber auch mit Spaß verbunden, und schliesslich auch erfolgreich, und mir aber gleichzeitig in der sog. Realität von sog. Experten ständig erklärt wird, dass nur der Markt mit seinen Strukturen eine Enzyklopädie oder ein Betriebssystem etc. befriedigend und effizient zustande bringen kann? Diesen Riss zwischen individuell erlebter und medialer Realität halte ich grundsätzlich für höchst produktiv, auch wenn ich ansonsten deinen pessimistischen Realismus gut verstehe und oft auch teile.

  27. Oliver sagt:

    >Z.B. im Netz, gerade hier?

    Randerscheinungen? Chris schrieb etwas diesbezüglich und ich gab mich auch schonmal diesen Gedanken hin. Ich sehe seit den 90ern Potential im Netz, aber ich verwechsle dieses Potential keineswegs mit Anwendung und Wirkungsgrad. Die Verhältnismäßigkeit ist also gefragt und ja unser Mikrokosmos hier vor Ort ist recht beschaulich, aber in keinster Weise von Relevanz gekrönt.

    >wenn ich bei Wikipedia zwangsläufig Quellenkritik “lerne”, weil mir dort mein dubioser Weblink zu einem Artikel aus gutem Grund um die Ohren gehauen wird

    Ich kenne eine Menge ernsthafter Wissenschaftler die dort in den Anfangszeiten schrieben und sich nachher die Kante gaben, da sie sich gegen Populärwissenschaften, Halbwissen oder auch gegenüber esoterischen Auswüchsen verteidigen mußten und ihnen der Atem fehlte, kurzum die Zeit.

    Kurzum wie willst du etwas lernen, wenn du die Basis nie erlernt hast?

    >Welche Quellen gibt das IZA an?

    Wenn ich etwas besser machen möchte, beginne ich nicht damit meine Verfehlungen mittels jenen Schlechteren zu relativieren.

    Wie oben erwähnt ich sehe ein gewaltiges Potential, ich sehe jedoch auch seit Jahren die Tendenz zur Leichtgläubigkeit und purem Fun mit der Randerscheinung Bildung. Wir schreien immer nach Bildung für alle und dem schließe ich mich dem gerne an, aber die Praxis zeigt auch das es damit nicht getan ist. Denn dies wäre jetzt schon möglich, wenn auch mit Hürden. Die Realität zeigt leider, daß man die Mühe scheut und sich im Moment der Ausrede unüberwindbarer Hürden hingeben kann.

  28. Flusskiesel sagt:

    Zu 23:
    Nur, weil ehemalige Politiker in Aufsichtsräten sitzen, heisst das nicht, dass sie nennenswerten Einfluss haben. Ich habe das Gefühl (ich kann es nicht belegen!), dass die Ex-Politiker da einfach ihren gut dotierten Alterspielplatz bekommen. Entscheiden tun eher die Leute in den den Entscheidungsgremien der großen Konzerne und Banken, bzw. in deren Interessensverbänden sitzen.
    Politiker haben sich in ihrer jeweiligen Partei hochgedient. Die Ackermänner und Co. sind da ein anderer Schlag.

  29. Oliver sagt:

    >Nur, weil ehemalige Politiker in Aufsichtsräten sitzen, heisst das nicht,

    Umgekehrt wird ein Schuh draus und somit kann man auch die oft postulierte positive Wirkung der in der Politik beschäftigten Lobbyisten ihren freien Lauf lassen.

    >Ich habe das Gefühl (ich kann es nicht belegen!), dass die Ex-Politiker da einfach ihren gut dotierten Alterspielplatz bekommen.

    Natürlich und warum gibt man diesen jene? Weil sie Kontakte haben (Schröder aka Gasgerd), Verbindungen knüpfen können (Clement) und eventuell in ihrer zugehörigen Partei noch beeinflussen können.

    >Entscheiden tun eher die Leute in den den Entscheidungsgremien der großen Konzerne und Banken

    Exakt jene mit Geld und Einfluß und diese findet man in der Politik wieder. Das alles geht Hand in Hand, ansonsten wären Dinge wie der Seeheimer Kreis etc. wohl kaum existent.

  30. blankeneserules sagt:

    >und ja unser Mikrokosmos hier vor Ort ist recht beschaulich, aber in keinster Weise von Relevanz gekrönt.

    Aber was ist Relevanz? Die Gedanken des von mir zitierten G. Anders, als wirtschaftliches Produkt gesehen, wohl nicht, siehe Umsatz und Verbreitung. Harry Potter wäre demnach eher relevant. Oder?

    Ich lese täglich online in 3, 4 Zeitungen, 5, 6 Weblogs mit. Würde ich diese nicht für relevant halten, individuell, warum sollte ich mir die Mühe dann machen? Warum das noch kommentieren?

    Dieses Problem haben sie bei Wikipedia ja schon lange, und auch keine gute Lösung dafür gefunden, was aber wohl in der Natur des Problems liegt: Wie will man Relevanz bemessen? Empirisch? Kausal? Individuell? Die Frage lautet immer schnell: relevant für wen?

    Man kann natürlich sagen: Wenn es keine Wirkung hat, nichts ändert, bleibt es irrelevant. Aber auch das müsste man ja messen, und «Wirkung» dafür erst definieren. Andersherum gefragt: Bleibt es folgenlos?

    Ich sehe in den letzen 2 Tagen einige Blogeinträge, die von den IZA-Vorschlägen handeln, oder Trackbacks darauf. Ich weiß, das für die PR– und Medienwissenschafts-Leute «Online» und Blogs immer wichtiger werden: weil sie von (zwar von wenigen, aber darunter) Multiplikatoren gelesen werden, und wegen den Vorbildern aus den USA (wie Huffington Post, etc). Sie stecken gerade Geld in Konferenzen und Ressourcen Projekte deswegen. Ich weiß, dass die SPD vor kurzem ein Social Network inkl. Blogs etc. gründete, wohl im Glauben an die wachsende Relevanz solcher Strukturen, um sie kontrollieren und überschauen zu können (gibt es da eigentlich auch solche Diskussionen wie hier? Wenn nein, was stattdessen?). Ich weiß, dass die alten Medien derezeit alle krampfhaft versuchen, «Web 2.0″ zu werden oder zu imitieren, aus Angst, die Felle könnten ihnen davonschwimmen. Ich weiß, wie viele Blogdiskussionen in großen Medien zunehmend Spuren hinterliessen. Ich weiß aber nicht, ob das alles relevant ist — es könnte nur durchaus sein.

  31. […] Selbstbediener sind ja die Sozialschmarotzer, die gefälligst von 1-Euro-Jobs leben sollen (und wenn sies ablehnen garnix mehr bekommen), nicht etwa die, die sich die Lohnsteigerungen selbst bewilligen können, die sie bei anderen als […]

  32. Hier hatte ich bereits über die CSU, Michael Glos und das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) geschrieben. Wenn Arbeit abgelehnt wird, sei sie bezahlt oder unbezahlt, steht der Hungertod ins Haus. […]

  33. Oliver sagt:

    Wenn man sehen möchte was das tatsächliche Problem in dieser Gesellschaft ist, dann schaut man dort vorbei und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Jungspund kennt natürlich das Leben und weiß auch um die Praxis wie er ja ausführlichst darlegt. Er ist halt altmodisch und doch schon im Jetzt angekommen, sprich Texte lesen ist nicht drin, die Überschrift muß langen, schließlich ist Zeit Geld.

  34. Chris sagt:

    Der Herr Tomas Sittig will uns nun ein ein Lager sperren. Da kommt die braune NPD-Suppe hervor…

    Wenn ich Lust habe, bekommt der aufrechte Kämpfer gegen die Schmarotzer und Alt-68’er morgen die Macht Googles zu spüren…

  35. Marcel sagt:

    Naja, mit 19 mittlere Reife gemacht…in Thüringen…

    wieso müssen manche Klischees auch noch stimmen 😀

  36. Oliver sagt:

    Das dauert noch ein wenig bis man das mit der Demokratie hier im Lande begreift — selbst Leute die heir schon ewig leben haben da noch mitunter ihre Probleme und Merkel beispielsweise braucht da auch noch eine Weile 😀 Aber es ist manchmal schon grandios wenn einige über andere urteilen, die eventuell schon arbeiteten als jene noch irgendwo herumkrabbelten.

  37. 4SUXX sagt:

    Das Leben ist eine herrliche Erfindung
    – wenn man es sich leisten kann.

    in / HARTZ IV saugt aus

  38. DXU sagt:

    Ich bekomme es mit der Angst zu tun, wenn ich solche Artikel wie hier lese. Du sprichst mir aus der Seele und ich frag mich wirklich, was kann ich eigentlich tun und bin bestürzt wie bequem ich doch bin und gerade nix tue. Zumal ich selbst lange davon betroffen war. Irgendwei erinnert mich das alles an die geschichte vom Kaninchen vor der Schlange sitzend.
    Und ganz ehrlich, letztlich komme ich immer wieder drauf, ein Volk bekommt die Regierung die es verdient.
    Schlimm, wir wissen von alle dem und tun so wie wenn nix wäre und wir über den dingen stehen und nicht davon betroffen wären. “Solange es mir gut geht, interessiert anderer Leid mich nicht, Hauptsache meine Bildzeitung ist früh im Kasten und abends das Bier auf dem Tisch.”
    Vielleicht ist es auch so, daß unsere Ignoranz und Gleichgültigkeit eine Art persönliche Schutz ist («ich kann garnicht soviel fressen wie ich kotzen möchte») und/oder wir einfach mit der Zeit abgestumpft sind. Ja auch ich renne troz schlechtem Gewissen weiter zu Lidl und suche die Schnäppchen und will alles umsonst (außer mein dsl Anschluß, der ist immernoch, bewußt, bei der telekom und ich zahle freiwillig GEZ und kaufe mir auch mal CD’s im Laden, aber viel mehr fällt mir jetzt auch nicht ein) Allerdings bekomme ich inzwischen trotz Schichtdienst inkl. Wochenende usw. kaum noch genug um beim Einkauf das mir ein gutes gewissen leisten zu können.
    Sorry , vielleicht schreib ich nur Schrott,aber ich bin froh dass es noch Seiten wie f!xmbr gibt.

    Gruß DXU

  39. […] der Technik, just am Beispiel des komunalen Datenlecks wiederholt recht gut verdeutlicht. Neben der fortschreitenden Entmenschlichung vieler Bürger dieses Landes, wird auch verstärkt an einer zentralen Erfassung dieser gearbeitet, inkl. eines willig in […]

  40. […] Langzeitarbeitslose in ein schlechtes Licht rückt, kann man solche Vorschläge wie den der Zwangsarbeit ähm Bürgerarbeit natürlich leichter durchsetzen. Dabei ist doch bereits das Konzept […]

  41. Murks sagt:

    Also, ich besuche grade an der Uni Köln ne Vorlesung über Arbeitsmarktökonomik genau bei dem Schneider, der die IZA Workfare Idee entwickelt hat.

    Ich muss leider sagen, dass er das tatsächlich als realistische Option an der Universität lehrt.
    Aber man merkt ganz deutlich, zumindest ein großteil der Studenten, dass der werte Herr anscheinend viel zu viel in einer Kammer vor irgendwelchen Formeln verbracht hat und der Sozialdynamik seines Vorschlags überhaupt keine Beachtung schenkt. Allerdings ist dieser radikale Neoliberalismus mittlerweile zum Glück ziemlich veraltet.
    Ich glaube nicht das eine derartige Idee ernsthaft diskutiert werden würde in der Politik.

    In der Vorlesung vergleicht Herr Schneider übrigens das IZA Workfare, mit dem Bofinger-Walwei Konzept (auch nicht viel besser) und dem Althaus Bürgergeld (ist zumindest ne Idee). Selbstverständlich ist das IZA am effizientesten und günsigsten. Das die Vergleiche an mehreren Stellen hinken wie zum Beispiel das fiskalische Kosten von Wohngeld nicht enthalten sind, die jedoch im ABG aus der Summe rausfallen würden, bzw. bei IZA und BWK dazuaddiert werden müssten, scheint dabei nicht zu stören. Und welche staatlich zu schaffende Sozial-Jobs sich Herr Schneider vorstellt für eine derartige Menge an, ich sag mal absichtlich, Arbeitskraft zu schaffen bleibt auch ein bisher ungelüftetes Geheimnis.

    Naja, ich schreibe bald Klausur über den Mist den der Herr Schneider erzählt und studier es tatsächlich mit Faszination unter dem Motto: «Du musst deine feinde kennen.»

    MfG

  42. […] Bezugnehmend auf diesen Beitrag […]

  43. […] arbeitslos. Sie werden nicht in der Arbeitslosenstatistik ausgewiesen. Wir kommen der Sache jetzt allmählich näher. Tags: Arbeit, Sozioökonomie, […]

  44. […] Prozesses eine Einführung der Zwangsarbeit durch die „Verfassungshintertür“ (GG) ist und auch von Anfang an war. Davon sollen nämlich keineswegs nur die notleidenden Kommunen und Kreise entlastet werden, die […]

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