wir müssen KDE boykottieren

Jedenfalls wenn wir es unseren Politikern gleichtun und wie Seehofer Nokia beiseite legen und die Rootkit-gestählten Japaner in Form von Sony als Ersatz möchen, welche nach dem Credo leben, wer ein Backup anlegt ist ein Dieb. Wir wissen ja, Nokia war zwar immer bekannt für hippe Technologie in puncto Mobiltelefonen, aber sozial betrachtet mimt man eher die Heuschrecke die verbrannte Erde zurück läßt. Nun diese Boykotte mögen zwar in dem einen oder anderen Bereich, je nach Größenordnung, durchaus ein Zeichen setzen, gerade aber im Mobilfunk-Markt wäre das wohl eher sinnlos oder wer boykottierte Siemens und Benq? Egal, Nokia jedenfalls kauft im Moment Trolltech auf. Trolltech, daß sind jene Wikinger ahm Norweger, die das Qt-Framework basteln, welches als Basis für KDE dient. Bedeutet das nun, daß die deutschen User auch KDE und alle Qt-Derivate boykottieren? 😀 Man sieht an diesem Beispiel gut, wieviel Sinn es teils macht, wenn man einige Dinge genauestens bis zum Ende durchdenkt … überhaupt keinen.

golem

Addendum: Open Source ist nicht Thema.

27 Antworten zu “wir müssen KDE boykottieren”

  1. Marco sagt:

    Bis zum Ende durchgedacht macht garnix Sinn, weil langfristig sind wir alle tot.

    Ansonsten *muss* auch niemand ein anderes handy kaufen, weil bei genauerer Betrachtung sind die handys, die man normalerweise so ausmustert ja nicht kaputt sondern lediglich abgenudelt oder oll. Wenn also die Leute bei der nächsten anstehenden Vertragsverlängerung ihr altes handy behalten (und sich stattdessen einen bonus auszahlen lassen), dann ergibt das bei ca. 60 Millionen handys in D und 40% Nokia Marktanteil, 24 Million weniger verkaufte Nokias innerhalb von 2 Jahren.

    Überschlagsmäßig fliessen dann bis zu 2 Mrd Euro an die Kunden, die Nokia dann nicht kriegt.

  2. tante sagt:

    Nichtmal die KDE Entwickler (zumindest die paar, deren Kommentare ich im Amarok IRC gelesen habe) sind sich schlüssig, was sie davon halten sollen. Gerade bei den Deutschen habe ich ein bisschen den Eindruck, sie fühlten sich «ertappt» obwohl sie gar nix böses getan haben. Wir werden sehen, was das für Nokia bedeutet (und obs um mehr geht als nur QTopia, den Mobilkram).

  3. Ja, alle gegen Nokia. Böse böse Firma die Geld verdienen will. Und alle anderen sind ja die Wohlfahrt. Und nun noch Trolltech im Boot? CUPS bei Apple, Linux Entwickler zu Microsoft? OMG, mir dünkt die Voraussagen eines Herren Nostradamus bewahrheiten sich jetzt. Die Welt geht unter…oder doch nicht? Mein Gott, sogar der Weltuntergang oder auch nicht ist subjektiv. Fürchterlich.

  4. Oliver sagt:

    >Und nun noch Trolltech im Boot? CUPS bei Apple, Linux Entwickler zu Microsoft?

    .. und Mysql bei Solaris und und und … im Klartext Open Source und Firmen korrespondieren nie 😀 😉

  5. Jeremy sagt:

    Man sieht an diesem Beispiel gut, wieviel Sinn es teils macht, wenn man einige Dinge genauestens bis zum Ende durchdenkt … überhaupt keinen.

    Eben. Solange Nokia die Lizenz nicht ändert, ist alles in Lot. Und selbst wenn, gibts immer noch die KDE FreeQt Foundation.

    Ergo viel Wind um nix.

  6. Oliver sagt:

    >Eben. Solange Nokia die Lizenz nicht ändert, ist alles in Lot.

    Ahm Meister da oben gehts nicht um Open Source, nicht einmal Ansatzweise, sondern um Nokia und den Boykott bzw. die politische Aktion.

  7. Jeremy sagt:

    Bedeutet das nun, daß die deutschen User auch KDE und alle Qt-Derivate boykottieren?

    Ach, KDE ist also nicht Open Source? Und Nokia kann, wenn sie denn Trolltech kaufen nicht die Lizenz von Qt ändern?

    Das musste mir jetzt aber mal erklären.

  8. tante sagt:

    @Jeremy: Der Post ist ein Hinweis wie lächerlich das Boykottieren von Nokia Handys wegen der Bochum Nummer ist, er hat mit Open Source so rein gar nichts zu tun, das ist nur eben der Bereich, der heute mal nen Aufhänger liefert.

    Es geht darum zu zeigen, dass alle die Nokia-Handy-Boykottierer jetzt konsequenterweise auch KDE und alle Qt Anwendungen von ihren Rechnern entfernen müssen; die zugrundeliegende Problemstellung ist, dass eben nicht eine Firma ein Produkt herstellt, sondern die meisten Firmen in nahezu jedem BEreich des täglichen Lebens aktiv sind.

  9. Oliver sagt:

    >Ach, KDE ist also nicht Open Source? Und Nokia kann, wenn sie denn Trolltech kaufen nicht die Lizenz von Qt ändern?

    Du solltest oben lesen und nicht Dinge in meinen Text hineininterpretieren. Die anderen Links (grüne Farbe) legen zudem recht nahe in welche Richtung der Text geht.

  10. Jeremy sagt:

    @tante: Danke. :)

    Selbstverständlich ist das lächerlich. Ja, Nokia hat sich mit Bochum unbeliebt gemacht. Ja, es ist hirnrissig deswegen sein Handy in die Ecke zu pfeffern. Und nu?

    Ich kann mir schlimmstenfalls vorstellen, dass das Feedback der User deswegen stark zurück gehen könnte. Aber die meisten Handybesitzer wissen doch noch nicht einmal was KDE, geschweige denn Qt sein soll.

    Mich nerven einfach bereits jetzt die «Ich benütz kein KDE mehr !!1einself» — Trolle. Und Diskussionen um jenen Deal, ehe die Folgen klar sind. Und Polemik, die am Thema vorbei geht.

    Ach, verdammt.

  11. Jeremy sagt:

    @Oliver: Sollte auch kein Angriff sein. :)

    Ich finde einfach, wer A sagt muss auch B sagen. Denn ich für meinen Teil habe einfach mehr Angst um die Zukunft von KDE als dass ich es boykottieren würde.

  12. kobalt sagt:

    Nokia hält bei den Handys nach eigenem Bekunden einen Weltmarktanteil von 40%. Es juckt Nokia überhaupt nicht, wenn ein paar hundert Leute in Deutschland ihr Handy fortan bei der Konkurrenz kaufen. Und es wird Nokia noch viel weniger jucken, wenn die User aufhörten, KDE zu benutzen.
    Man muß stattdessen den KDE e.V. stärken, damit der Nokia aufkaufen kann. 😉

    Was ich mich allerdings frage ist, wieso Trolltech sich aufkaufen läßt.

  13. tante sagt:

    Warum sie sich aufkaufen lassen? Weil damit die Besitzer der bisherigen Aktien (zum Beispiel die Gründer) realen wert für ihr Papier bekommen. Anstatt weiter zu hoffen, dass irgendwann der Rubel rollt, kann man seine Investition jetzt versilbern und dann entweder weiter bezahlt da arbeiten oder sich was schönes neues suchen.

  14. Grainger sagt:

    Wer mag, kann ja Boykott bzw. Konsumverweigerung für lächerlich halten.

    Ich für meine Person verzichte (so weit es mir möglich ist) auf Produkte von Sony (wegen Rootkit), Siemens (wegen BenQ) und Nokia (wegen Bochum). Ob diese Firmen meinen Konsumverzicht überhaupt bemerken ist dabei für mich absolut nebensächlich.

    Das bedeutet nicht, das ich funktionsfähige Produkte dieser Anbieter, die sich noch in meinem Haushalt befinden, vernichte. Das wäre (auch in ökologischer Hinsicht) Unsinn.

    Mein altes Siemens M55 funktioniert beispielsweise noch durchaus zufriedenstellend und wird selbstverständlich weiter genutzt, so lange es noch seinen Dienst verrichtet.

    Es ist ja nicht so, das es nicht für nahezu jedes Produkt Alternativen gäbe oder das andere Hersteller mein Geld nicht haben wollen. 😉

  15. @Grainger
    Dann musste aber, konsequenter Weise, alles boykottieren, da ja jeder «ne Leiche im Keller hat».
    Bleibt also nur ein Leben wie Öff Öff. Oder wie immer der Waldschrat sich nennt. Alles andere ist doch eine Lebenslüge die versucht das Gewissen zu beruhigen.

  16. Jeremy sagt:

    Ich halte lediglich den hier des öfteren erwähnten rückwirkenden Boykott für lächerlich.

    Selbstverständlich ist es Schwachsinn, im Nachhinein die Geräte pöser Konzerne zu vernichten. Wer schmeißt schon seine Hifi-Anlage aus dem Fenster? 😉

  17. Grainger sagt:

    @Axel S. Gruner

    OK, dann muss man aber letztendlich bei den meisten Dingen im Leben einfach resignieren und sie so hinnehmen wie sie eben kommen.

    Langfristig wird man ohnehin kaum etwas verändern können und irgendwann stirbt man dann und das ist es gewesen.

    Ich suche mir halt die Dinge aus, die mir persönlich etwas bedeuten und versuche im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten etwas zu tun (vielleicht auch nur um mich etwas besser zu fühlen).

    Andere Menschen mögen Anderes für wichtig halten und oft genug sind das Dinge, die wiederum mir persönlich einfach meilenweit am A*sch vorbei gehen.

    Muss jeder selbst wissen.

  18. Oliver sagt:

    «Dann musste aber, konsequenter Weise, alles boykottieren, da ja jeder ne Leiche im Keller hat”.
    Bleibt also nur ein Leben wie Öff Öff.»

    Kommt immer drauf an, wer natürlich hemmunglos lebt, mehr oder weniger, wird wohl häufiger damit zu tun haben. Andere die willentlich bescheidener leben, können immer noch zwischen kleineren Übeln wählen oder gar ganz ausweichen. In der Regel ist es nur ein wenig anstrengener. Ich mach den Leuten ja kein Gesetz draus, was sie daheim veranstalten — viel interessanter ist da der vehemente Glaube es ginge nicht anders als hirnlos zu konsumieren. Da bin ich wahrlich nicht der beste Mensch, nur ich mache mir es eben auch nicht so einfach. Ich warte nicht auf den «Führer» der es richtet, ich versuche mein Scherflein dazu beizutragen. Aber wie hier z.B. weiß ich auch zu differenzieren. Auch wenn ich dennoch auf lange Sicht ebenso Kleinigkeiten umgehe, wohlwissend das die eine oder andere Sache wohl doch noch übersehen wird. Ich versuche es jedenfalls, die Selbstaufgabe liegt mir nicht.

    @grainger,

    «Mein altes Siemens M55 funktioniert beispielsweise noch durchaus zufriedenstellend und wird selbstverständlich weiter genutzt, so lange es noch seinen Dienst verrichtet.»

    Genau das meinte ich damit, ich vermeide zukünftig, vor allem die Dinge die mir offensichtlich sind und ich versuche bewußt zu konsumieren. Und das geht. Man kann es sich natürlich einfach machen im Leben und einfach pauschal behaupten die ganze Welt ist schlecht, im Endeffekt ist man dann wiederum aber nur ein Fragment dieser «schlechten» Welt.

  19. kobalt sagt:

    tante:
    Ich dachte halt, Firmen würden verkauft wenn sie unprofitabel sind und über Trolltech hatte ich solches nicht gelesen. Daher meine Verwunderung. Der Verkauf kam so überraschend. Ich wähnte Trolltech auf Expansionskurs weil die doch neulich einen KDE-Entwickler in einer hohen Position eingestellt hatten.

  20. tante sagt:

    @kobalt: Firmen werden auch verkauft, wenns darum geht ihre Technologie unter Kontrolle zu bekommen und aus vielen anderen Gründen.

    Ob Trolltech wirklich aufsteigend war, kann ich nicht sagen, ich habe mir ihre Zahlen nicht angesehen, aber KDE Entwickler einzustellen ist ja erstmal vor allem eine Werbemassnahme, weil KDE nunmal das Werbeaushängeschild von Trolltech war, daraus kann man nicht sehr viel schliessen.

  21. […] Wir müssen KDE boykottieren! … Nokia jedenfalls kauft im Moment Trolltech auf. Trolltech, daß sind jene … Norweger, die das Qt-Framework basteln, welches als Basis für KDE dient. Bedeutet das nun, daß die deutschen User auch KDE und alle Qt-Derivate boykottieren? […]

  22. Das nennt man dann wohl Whitewash? Da Geld bekanntlich geil macht sehen auch einige Kommentatoren der Nachricht einseitig nur die «Vorteile» einer Finanzspritze für die Entwicklung der Linux Oberfläche KDE. Ein guter Zug von Nokia? Sollen die HandymontierInnen sich zu SoftwareentwicklerInnen umschulen lassen und dann nach Finnland ziehen?

    Statt Boykott gehört ein netter Streik auf’s Parkett gelegt.

    Grüße,
    Thomas

  23. dakira sagt:

    Noch ein paar weitere Boykott-Ziele: Skype, Opera, Google Earth, diverse Software von Adobe.. aber da stecken ja auch fuer sich schon «boese» Konzerne dahinter.. da lohnt sich der Boykott jetzt gleich doppelt 😉

    Ich frag mich ja, was der Kauf ueberhaupt soll. Sie haetten Qtopia ja auch so nutzen koennen. Aber das will in deren Koeppe wohl nicht rein, dass man nicht alles gleich kaufen muss.

    Und nochmal zu Nokia: Klar.. ganz bitter fuer die Leute, die da ihre Arbeitsplaetze verlieren, keine Frage. Aber ansonsten haben die (Nokia) doch alles richtig gemacht. Sie handeln optimal im Interesse ihrer Anleger. Und wem sonst sind sie verpflichtet? Nokia kann man nichts vorwerfen. Manche haben glaube ich immer noch nicht verstanden, dass wir im Kapitalismus leben.

  24. Thomas Trueten sagt:

    @dakira: Mit Deiner Erkenntnis kommst Du so auch nicht weiter. Und die Nokia KollegInnen schon gar nicht. Den Kapitalismus, seinen Staat, seine Manager, Aktionäre und Politiker usw. muss man gerade wegen dieser Zustände bekämpfen. Denn wenn er nur solche zu bieten hat, dann muss er eben weg.

    Grüße,
    Thomas

  25. dakira sagt:

    @Thomas: Sagte ich das damit nicht? 😉 Ich haette wohl Zynismus-Tags setzen sollen. Ich meine ich will den kapitalismus nicht abschaffen und alles verstaatlichen. Aber es muss doch moeglich sein den Unternehmen soziale Verantwortung per Gesetz aufzudruecken.

    Sowas gibt es ja heute schon. Nur koennen sich die Konzerne meistens herauswinden, waerend Kleinbetriebe die unsinnigsten Auflagen zu erfuellen haben. Wenn man bspw. in einem Betrieb mit 60 angestellten nicht mind. 6 Schwerbehinderte (100%) einstellt, muss man gestaffelt jedes Jahr hoehere Strafen zahlen (aka Ausgleichs-zahlungen), und zwar nicht zu knapp. Konzerne machen das ueber die Portokasse.

  26. Oliver sagt:

    @dakira, schau dir mal das Video Interview mit Bill Gates an, dieser spricht exakt von dieser Problematik en detail.

    Video: Gates seeks creative capitalism

  27. dakira sagt:

    Hätte man garnicht erwartet von Billy. Aber im Grunde unterscheidet er da zw. gutem und bösem Kapitalismus. Das hat schon wer anders mal getan… Hitler. Die ganz Harten nennen das dann strukturellen Antisemitismus.

    Böse Zungen behaupten ja man kann den Kapitalismus nicht verändern, man kann ihn nur abschaffen. Als Konsumkind hoffe ich, dass es auch irgendwie anders geht 😉

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