Windows Home-Server

Gibts nun auch als 120Tage Test-Version und damit will Microsoft nun Boden wett machen @home. Problem, die Datenflut steigt auch @home, ein Terrabyte ist da keine Seltenheit mehr. Da wollen Daten gestreamt werden, selbst ganze DVDs sollen stante pede beim heimischen Kinoabend bereitstehen, die private Musiksammlung will zentral gelagert werden, whatever. Kurzum Daten werden gehortet und wollen verteilt werden. Lange schon existieren probate Lösungen für derlei Aufgaben, da wären nur BSD/Linux zu nennen, einmal grundlegend aufgezetzt sind es die Server-Systeme par excellence und wem das ganze noch zu aufwendig ist, für den existieren gar klick’n go–Angebote in Form diverser spezieller, auf diesen Systemen basierenden, Angeboten.

Was nun also soll dieser Home-Server? Nun Microsoft kann keinen Markt unberührt lassen und auch hier möchte man wieder mit den üblichen Schlagworten werben: einfach, alles aus einer Hand1. Nur ehrlich gesagt trifft das auf Windows überhaupt nicht zu2 und die Einfachheit gerade in diesem Bereich ist schon längst keine Domäne von Windows mehr3 , zuviele schon längst installierte freie Home-Server beweisen tagtäglich das Gegenteil. Warum also sollte jemand, der sich zuvor Gedanken machte, für etwas Geld hinlegen, das im freien Betriebssystemmarkt schon längst erprobt daher kommt und das eben noch für lau?

heise

  1. meint in der Regel ausschließlicher Support nur für die eigenen Produkte und Formate — die ehrlich gesagt kaum ein Mensch nutzt []
  2. alles aus einer Hand []
  3. insbesondere dann nicht, wenn diese Einfachheit mittels massiver Einschränkung einher geht []

22 Antworten zu “Windows Home-Server”

  1. tante sagt:

    Ganz einfach: «Was nix kostet, ist auch nix.»

    Warum ziehen sich Leute illegal irgendwelche teure Adobe Software zum PDFs bauen, wenn man sich auch einfach nen PDFCreator unter Win installieren kann? Weils die «Profi» Software ist, die teuer und deshalb gut ist. Aus dem selben Grund ziehen sich die Leute Adobe Photoshop für Rote-Augen-Retusche.

    Wenn es den Windows Home Server in einer Version gibt, die sauteuer ist und «professional» oder «ultimate» im Namen trägt, wird die gesaugt werden, als gäbs kein morgen.

    Alles Teil der Strategie, dass die Jungs und Mädels dann später auch brav nur das einsetzen, was sie auch von zu Hause kennen. Hat bei Windows ja auch funktioniert.

  2. Oliver sagt:

    Diese Konditionierung mittels Raubkopien (und ja die Semantik ist mir hier schnuppe) funktioniert ja nun schon seit anno Tobak. Aber es existieren auch genügend Leute die nun eine darauf basierende Hardware-Lösung kaufen.

  3. Yehuda sagt:

    Warum sich die Leute so etwas zulegen? Ganz einfach:
    a. Für Windows-Nutzer — und das sind nun einmal ca. 94 Prozent der Anwender — vertraute grafische Oberfläche (alles wunderbar klickbereit)
    b. Der normale Anwender ohne tiefere PC-Kennnisse will alles per Drag & Drop machen. Die Werbeaussagen bekräftigen ihn in diesem Glauben
    c. Der versprochene Support bei etwaigen Problemen — OHNE stundenlang in Foren auf eine Antwort oder Lösung warten zu müssen
    d. Eine Server-Lösung, die Geld kostet und von einem Unternehmen stammt, wovon man schon (mindestens) einmal etwas gehört hat, ist aus Sicht der Durchschnittsanwender vertrauenswürdiger als free Software

    Persönliche Anmerkung: Man kann über M$ denken und sagen, was man will. Was *Dokumentation* (und Step-by-Step-Anleitungen) betrifft, da sind sie einfach den «anderen» in den allermeisten Fällen weit voraus. Wenn man keine Zeit oder Lust hat, stundenlang im Netz etwas zu suchen, ist dies ziemlich praktisch.
    Wer beispielsweise mit .NET (vs. z.B. Borland Java) arbeitet, weiss was gemeint ist.

    Hier rächt sich der Mangel vieler kostenlosen/OS-Projekten — für Normalanwender kaum intuitiv bedienbare Oberflächen, knappe Dokumentation und die Tatsache, dass die Machart meist erfahrene oder diesbezüglich lernwillige Anwender adressiert. Darüber hinaus, hat man dort als Anwender kein Anrecht auf Support.

  4. phoibos sagt:

    ich frag mich eher, wofür brauch ich überhaupt einen homeserver? ich regel das seit über zehn jahren über simple netzwerkfreigaben und irgendwie hab ich noch nie dabei einen ausgewachsenen server vermisst…

    ciao
    phoibos

  5. Oliver sagt:

    >Warum sich die Leute so etwas zulegen? Ganz einfach:
    a. Für Windows-Nutzer — und das sind nun einmal ca. 94 Prozent der Anwender — vertraute grafische Oberfläche (alles wunderbar klickbereit)

    Das bezweifle ich, da auch die headless Funktionalität betont wird.

    >Was *Dokumentation* (und Step-by-Step-Anleitungen) betrifft, da sind sie einfach den “anderen” in den allermeisten Fällen weit voraus.

    Wem vorraus z.B., ich kenne die Doku dort und auch den Nutzen für normale Leute, auf die eben dieser Server abzielt. Hört sich für mich recht sinnbefreit an. Und ehrlich ich brauche nicht .NET speziell zu kennen, Windows-Server langen, sowie die Kenntnisse von *echten* Servern.

    @phoibos,

    >ich frag mich eher, wofür brauch ich überhaupt einen homeserver?

    Da viele Familien heutzutage auf eine multimediale Umgebung setzen und da langt die simple Freigabe eben nicht. Mir würde sie auch nicht reichen.

  6. Yehuda sagt:

    > Windows-Server langen, sowie die Kenntnisse von *echten* Servern.

    Dies halte ich für ein überholtes Vorurteil. Ein kleines Beispiel hinsichtlich Performance: Gemischte Applikation (C + C++ + Java + Python) auf Linux-Server (RedHat) oder Sun *acht mal* so langsam wie die gleiche Applikation fertig kompiliert (sogar mit IKVM unter .NET) auf einem Windows-Server — bei ca. gleichwertigen Hardware-Voraussetzungen. Habe selbst nicht schlecht gestaunt, was die Performance v. Windows vs. «echte» Server angeht.
    Was «echt» angeht: Vulnerability gibt es auf beiden Seiten, das Fachwissen und die Erfahrung des Admins entscheiden und nicht das Betriebssystem. Sag Dir auch jeder gesttandene Unix– bzw. Linux-Admin, der mal einen Augenblick die rosarote Brille ablegt…
    PS: «echt» kann nur ein Gesamtpaket sein und der setzt sich aus Betriebssystem, Admin, Hardware und Anwender (Server-Nutzer) zusammen. Das schwächse Glied bereitet die Probleme und dies ist meist nicht das Betriebssystem…

  7. Oliver sagt:

    >Sag Dir auch jeder gesttandene Unix– bzw. Linux-Admin, der mal einen Augenblick die rosarote Brille ablegt…

    Predige ich auch fortwährend, aber ich predige auch den MSCE-gestählten Windows-Fanboys das ihre Basis einfach die schlechtere ist. Wasserdicht kann man auch einen Windows-Server machen, jedoch mit deutlichem Plus an Aufwand. Da braucht in der Regel auch keiner irgendeine rosarote Brille abzulegen, da oft heterogene Umgebungen an der Tagesordnung sind, bei der sich gar mal ein MacOS X Server verkrümelt und selbst dieser hat mehr auf der Pfanne. Es ist schlicht eine Frage der Erfahrung und der Vergleichsmöglichkeit, in der Praxis gehen die Admins in der Regel recht pragmatisch vor, nicht ideologisch. Aus diesem Grund sieht man auch Windows-Server kaum, selbst wenn mal verklärende Statistiken auftauchen.

    >Gemischte Applikation (C + C++ + Java + Python) auf Linux-Server (RedHat)

    Das wiederum halte ich erst einmal für ein ausgemachtes Gerücht und habs auch in der Praxis nie gesehen, außer die Anwendungen waren tatsächlich saumäßig umgesetzt und Meister Zufall bescheinigte da dem MS-Produkt bessere Werte. Wie gesagt, dann würde auch der Pragmatismus ansetzen, hätte man die Wahl und könnte die Anwendung nicht dem Nirwarna überantworten.

    Ehrlich gesagt bei ca. 8-mal schneller würde ich den Verantwortlichen dafür schnellstens austauschen. Das spricht für eine schwer einseitig optimierte Software-Lösung, einen Hardware-Fehler oder völlige Unkenntnis eines Systems. Vice versa würde ich gleiches annehmen, wenn mir jemand von einem derart frapierenden Performance-Unterschied zu Ungunsten eines Windows-Servers erzählen würde.

    Für Solaris btw. braucht man massive Ahnung, aber wenn man diese hat, dann flutscht es auch. Die Wartung ist imho «grausam», Gurus werden mir da wiederum anderes erzählen.

  8. Yehuda sagt:

    > Das wiederum halte ich erst einmal für ein ausgemachtes Gerücht und habs auch in der Praxis nie gesehen, außer die Anwendungen waren tatsächlich saumäßig umgesetzt und Meister Zufall bescheinigte da dem MS-Produkt bessere Werte.

    Ist *leider* kein Gerücht, war sowohl bei der Entwicklung wie auch bei den Benchmarktests selbst dabei *und* zunächst sprachlos. Das Kernproblem liegt größtenteils bei Java und da haben wir schon anerkannte Experten drüber schauen lassen. Deren Fazit: Ist unter *echten* Servern nicht schneller zu bekommen, ausser man setzt Java-Prozessoren oder –Mikrocontroller ein. Stichwort optionale Code– und Datencachespeicherung in RISC-Prozessorkernen, Implementierung von JVM-Befehlen in Microcode und Emulation von Trap-Routinen. Um es kurz zu machen, gibt es bereis käuflich erhältliche, Java-optimierte Server-Lösungen, allerdings kann man sich dafür auch einige Lambos hinstellen. :-))

    Die gleiche C-C++-Python-Java-Applikation, in einer virtuellen Windows-Umgebung und .NET 2 (mit IKVM, siehe Mono-Project) KOMPILIERT, ist tatsächlich ca. acht mal so schnell — TROTZ virtueller Umgebung. Als die erfahrenen Leute DAS gesehen haben, waren sie auch erst einmal sprachlos…

  9. Oliver sagt:

    Wenn das Kernproblem bei Java liegt, kann sich wohl gerade Sun bedanken als Java Initiatoren auf Solaris 😀

  10. tante sagt:

    Nur um den Flamewar mal etwas weiter anzuheizen:

    «Menschen wollen ein Problem mit Software lösen. Sie wählen JAVA. Nun haben sie zwei Probleme.»

  11. Bernd sagt:

    Deswegen macht man jetzt ja vieles via HTML/CSS/PHP und kommt vor lauter Problemchen gar nicht mehr ans Ziel 😉

  12. Thomas Muders sagt:

    Nochmal zum Homeserver. Ich habe einen Test davon gelesen (zugegeben, das Teil selbst noch nicht gesehen) und fand, dass zumindest die vom Homeserver zur Verfügung gestellte Backup-Funktionalität sowie deren Integration in Windows (in den Eigenschaften einer Datei sind die alten Versionen abrufbar) doch recht vernünftig aussahen, gepaart mit der Möglichkeit, Backup-Platz zu sparen via single instance storage sowie ein ‘dynamisches Pseudo-Raid’. Eine gleiches, für den Otto-Normaluser so einfach zu benutzendes System muss unter Linux (oder von mir aus auch BSD) erst mal zur Verfügung gestellt werden.
    Ich komme aus der Unix/Linux-Ecke, aber es ist leider so, dass nicht alles, was von MS kommt schlecht ist. Auch die Server nicht. Ich war mal Admin in einer gemischten Windows/Unix –Umgebung, war dort für Unix zuständig, hatte gezwungermaßen aber auch mit Windows-Server sowie Active Directory zu tun und war insgesamt eher positiv überrascht von Windows.

  13. Max sagt:

    Ich seh das Problem von Java nicht so sehr auf der Seite der Platform, sondern bei dem Großteil der Entwickler. Die haben oft Schlicht zu wenig Ahnung was sie da tun. Wenn Java ähnlich tückisch wie wäre C/C++ würden die von einem SegFault in den nächsten stolpern und danach VB-Entwickler werden.

    In Java kommt dann eben ineffizienter Mist inklusive Memory Leaks usw. herraus. Aber wenn man weis was man tut, dann läuft eben auch die Swing-Applikation mit eingebettetem WebServer auf dem 800MHz PowerPC unter OS-9000.

    Und ein 8-facher Geschwindigkeits unterschied lässt sich wirklich nur in extrem pathologischen Fällen ausmachen.

  14. c sagt:

    Was ist ein Terrabyte?

  15. tante sagt:

    > Was ist ein Terrabyte?

    Das ist ein Byte, welches Al-Quaida Kontakte hat.

  16. Oliver sagt:

    Abgesehen von dem Typo findet man es bei Wikipedia. Ignoriert man den Typo wäre es ein «Erdbyte» 😀

  17. Oliver sagt:

    @Thomas Muders

    Wenn man nicht willens ist den Blog zu verfolgen, muß man auch nicht derartige Dinge lesen und voreilige Schlüsse ziehen bezüglich dem üblichen Flamewar-Zunder, den man in Foren mit Pubertierenden vorfindet. Ich bemächtige mich einer eindeutigen Sprache und sehe gute Seiten, wenn auch spärliche, dort wo auch welche bei Windows existieren. Gute Server gabs bei MS mal mit NT4 Server, aber diese Zeiten sind Geschichte imho.

    >Eine gleiches, für den Otto-Normaluser so einfach zu benutzendes System muss unter Linux (oder von mir aus auch BSD) erst mal zur Verfügung gestellt werden.

    Kein Problem, auf Anhieb fallen mir da mehrere auf BSD/Linux basierende Systeme ein. Und diese könnte ich auch auf Anhieb nennen, aber da hier nur Kenner der Materie vertreten sind, augenscheinlich, erwarte ich eine Eigeninitiative.

    Apropos Einfachheit für den Otto-Normaluser, ich sage auch danke an diese User die das Netz mit Viren und anderem unsäglichen Kram fortwährend verseuchen, da diese zwar klicken aber leider oft nicht «denken» können.

  18. Yehuda sagt:

    @Max

    > Und ein 8-facher Geschwindigkeits unterschied lässt sich wirklich nur in extrem pathologischen Fällen ausmachen.

    Das stimmt. Allerdings haben wir — etwas verwundert durch dieses Ergebnis — auch von *Sun* erstellte OS-J-Anwendungen unter den gleichen Bedingungen getestet. Sobald Java unter IKVM für Windows kompiliert wird, ist es immer 2–3 mal schneller als unter RedHat bei gleichen Hardware-Voraussetzungen. Testet man Anwendungen von J-Profis (Sun), ist kaum davon auszugehen, dass sie stümperhaft programmiert sind. Man kann es immer auf die Entwickler schieben, sonst hiesse es einzugestehen, dass nicht sein kann, was nicht sein darf…
    Beispiel: Wenn Du etwas von C und Java verstehst, vergleiche mal XERCES-C und XERCES-J. Nimm Dir dann mal den XERCES-J und teste ihn 1. unter RedHat und 2. unter IKVM und Windows.Danach erübrigen sich alle Mutmaßungen…;-)

  19. Oliver sagt:

    >Testet man Anwendungen von J-Profis (Sun), ist kaum davon auszugehen, dass sie stümperhaft programmiert sind.

    In der Theorie wohl nicht, in der Praxis sinds auch nur Menschen.

  20. […] Oliver fragte sich nun in seinem Post, warum Menschen für eine solche Sache so viel Geld ausgeben, wenn man das doch auch in freier Software haben kann; gerade wo die typischen «Schwächen» freier Software hier nicht so relevant sind […]

  21. Oliver sagt:

    Ich denke das Thema *Home-Server* ist nun ausgebreitet worden und drüben bei Tante gibts auch noch einen lesenswerten Text dazu KLICK.

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