Wikipedia, Neutralität, Wissen?

Statt dem Mythos einer «neutralen» Wissensquelle zu folgen, sollte man sich also bewusst sein, dass Wikipedia natürlich auch ein gesellschaftliches Kampffeld um Klassifikationssysteme ist und diese Kämpfe nicht nur mit den Mitteln des «rationalen Diskurses», sondern auch durch bezahlte Agenten, durch Manipulation und Betrug, durch Verschweigen oder Verschleierung und interessensgeleitet geführt werden können — eben wie im richtigen Leben. Ein Nutzer hat dies auch klar erkannt und sich vom Mythos der Neutralität verabschiedet:

Um einen Artikel in eine bestimmte Richtung zu drängen, braucht man nur ?Sitzfleisch’, lies Hartnäckigkeit. Gute Argumente braucht man gar nicht. In wikipedia zählt Stärke, nicht Argument.
([Benutzer:Anorak]] 12:51, 8. Mär 2006 (CET)im Diskussionsforum des Stichwortes «Neoliberalismus».

Link zum Telepolis Artikel

Dem Artikel von Telepolis braucht man nichts hinzuzufügen, außer einem Punkt: Quellenkritik! Immer mehrere Quellen nutzen und diese untereinander abgleichen, nur so kommt man der Wahrheit näher. Man sollte Wikipedia immer nur als zusätzliche Quelle im Wissenspool erachten, nicht als alleinige, glückseligmachende Quelle unerschöpflicher Weisheit 😉

 

Eine Antwort zu “Wikipedia, Neutralität, Wissen?”

  1. Chris sagt:

    Entscheidend ist IMHO, sich wie im realen Leben, nicht nur eine Meinung einzuholen, sondern mehrere, und da kann Wikipedia durchaus auch Anlaufstelle Nummer 1 sein. Wegen ein paar Trolle oder politischen Wikipedianern sollte man nicht das kpl. Projekt verfluchen. Freiheit wird immer von einzelnen ausgenutzt, aber seien wir mal ehrlich, wir sind doch auf froh, dass wir in Freiheit leben können, und nicht in z. B. Nordkorea unser Dasein fristen. Wie sagte mein Onkel mal: Ich kann ja nicht nur bei Euch lesen, ich muss mir natürlich auch andere Meinungen einholen. Ihr seid genauso wenig neutral, wie andere, Ihr wollt doch auch Eure Meinung durchdrücken.

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