Wie SpOn auf den Abgang von Stefan Aust reagiert

Über den unfreiwilligen Abgang von Stefan Aust beim Spiegel hatte ich hier schon ein paar Worte geschrieben. Seit zwei Tagen wartet nun alles in der Medienlandschaft auf eine Nachricht beim Spiegel selbst — mal völlig abgesehen von den knappen PR-Meldungen. Doch nichts ist auf SpOn zu lesen — die taz erklärt das mit dem Umstand, dass SpOn-Chef Mathias Müller von Blumencron zu den heißen Nachfolge-Kandidaten zählt. Taktieren kann er offenbar auch: Über die Ablösung Austs hat Müller von Blumenkrons Spiegel Online vorsichtshalber nichts berichtetso mit einem Augenzwinkern die Kollegen von der taz. Und doch kann man auf SpOn etwas zu Aust finden — und das sagt mehr als Tausend Worte.

Heute in den Feuilletons dürfte eine der eher weniger beachteten Seiten sein, die online angeklickt werden. Und auch heute weist die Headline — Unter Kohl wurden wir hedonistisch — nicht wirklich darauf hin, dass man sich hier auf einer unnachahmlichen Art und Weise vom ehemaligen Chefredakteur verabschiedet. Es wird auf den Artikel von Oliver Gehrs bei der taz verwiesen und genüsslich daraus zitiert:

Der Vertrag des SPIEGEL-Chefredakteurs Stefan Aust wird nicht verlängert. […] Der Ex-taz– und Ex-SPIEGEL-Medienredakteur Oliver Gehrs, Autor eines Buchs über Aust, schreibt auf der Medienseite Stefan Aust einen sehr unfreundlichen beruflichen Nachruf: «Das ist das eigentlich Verwunderliche: dass der SPIEGEL den Menschen trotz Austs Wirken nicht völlig egal geworden ist — schließlich war er es Aust zuletzt ja auch. Zumindest las sich der Spiegel zuletzt so, und die Geschichten, die man aus der Redaktion hörte, verstärkten den Eindruck. […] Für Austs größten Südenfall hält er allerdings dessen Kumpanei mit Bild-Chef Kai Diekmann und Springer-Chef Mathias Döpfner: «Mit dieser Männerbündelei, die sich um eine eigenständige publizistische Haltung nicht mehr scherte, hat er dem Ansehen des Blattes nachhaltig geschadet.»

Manche Worte sagen mehr als andere — dieser Abschied kommt schon einem Tritt in den Allerwertesten gleich. Und dass SpOn hier sowohl den schwer auszusprechenden Namen Gehrs falsch schreibt, wie auch den kaum bekannten Namen Diekmann — geschenkt. Dieser Abschied hat eine besondere Qualität. Und wo ich gerade dabei bin — bei n-tv findet sich ein ebenso feines Interview mit Oliver Gehrs zum Abgang Austs. Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass Gehrs selbst früher beim Spiegel gearbeitet hat — böse Zungen würden ihm ein Nachtreten unterstellen. Dass auch Insider sich täuschen können, beweist Gehrs dann sogar selbst. Interessantes hatte er zur Vertragsverlängerung von Stefan Aust auf Watch Berlin zu berichten, am 05. November sagte er dazu Folgendes:

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2 Antworten zu “Wie SpOn auf den Abgang von Stefan Aust reagiert”

  1. […] beschäftigt sich mit der Nachfolgersuche, Stefan Niggemeier führt eine Kandidatenstrichliste, F!XMBR findet die Reaktion von SpOn interessant, Zettels Raum geht der Frage nach, ob der Spiegel jetzt […]

  2. Wenn SpOn auch sonst gerne auf Fehlerkorrekturen verzichtet sei zu den beiden Namens-Schnitzern doch angemerkt, dass die so halt vom Perlentaucher kommen:
    Perlentaucher

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