Wie die Dominikanische Republik in der Blogosphäre werben will

Was haben wir nicht diskutiert, gelacht und mit dem Kopf geschüttelt. Was ich meine? Natürlich die dollen Herrschaften von adical. Nun kommt ein neuer Vermarkter daher, der sich auftut, die Stricher Schreiber der Blogosphäre zu kaufen — Ad / Blog Network. Um per Brief Kontakt mit dem neuen Netzwerk aufzunehmen, sollte man den Kurs der Deutschen Post Richtung Dominikanische Republik kennen — als zweite Adresse wird dann doch eine in der Schweiz genannt. Das nenne ich mal seriös. Wenn das mal nicht die perfekte Anlaufstelle für manche adical-Teilnehmer ist. 😉

Schon gleich auf der Hauptseite stellt das neue Netzwerk klar, was bei adical nur zwischen den Zeilen zu lesen ist: Dem interessierten Bloggern und auch Werbern wird gleich mitgeteilt, dass die Leser eines Blogs profanes Klickvieh sind, Besuchertraffic ist bares Geld heißt es im Neusprech auf der Seite. Natürlich haben die seriösen Macher dort extra Seiten für Blogger und Werber eingerichtet und auch markante Sprüche hinterlassen — woher kenne ich nur die Idee? adical ick hör dir trapsen

Werbeeinnahmen fallen oft enttäuschend aus, als Beispiele werden Adsense– oder Affiliateeinnahmen genannt. Die Mitbewerber von der Spree werden ignoriert — ich liebe sowas. Das ist richtig fein, da kann man zwischen den Zeilen immer sehr viel rauslesen. *fg* Der neue Vermarkter richtet sich ganz an die Bedürfnisse der Blogger, aber natürlich, auch diese Sprüche hat man zu Genüge gehört — im nächsten Absatz wird dann gleich über CPM und CPC gesprochen. Wie schon beim Mitbewerber 😀 adical — es wird schlicht und einfach auf profane Werbung hinauslaufen. Keine eigenen Ideen, keine eigene Identität — schlicht und einfach die Abzocke des Klickviehs, der eigenen Leser. Darauf läuft es immer bei der Werbung hinaus, meine Damen und Herren.

Für die Werber wird gleich die Qualität angepriesen, die man mit Werbung auf Blogs bekommt. Da muss man natürlich fragen, wo die Macher mitlesen — bestimmt nicht auf den (bekannten) deutschen Blogs. Das wäre dann doch lachhaft — es gibt genug Perlen, nur die lohnen sich mit den eher traurigen Besucherzahlen dann doch nicht. Ansonsten ist bei den Damen und Herren dort alles zielgruppengenau, optimiert — andere Buzzwords sind ebenso dort zu finden, wie bei den Kollegen aus Berlin. Lediglich den lächerlichen Spruch Reden Sie mit Bloggern. Reden Sie mit uns. konnte ich dort nicht finden.

Über die Seriösität habe ich schon kleine Andeutungen gemacht. Auf der Homepage, immer hin eine de-Domain, ist kein Impressum zu finden. Die Denic führt in die Schweiz und nach München. Eine Google-Suche führt unter anderem auch hierhin (Seriöses Nebeneinkommen — wieso erinnert mich das an diverse Zeitungsanzeigen?). adical kann man meiner Meinung nach schon nicht mehr Vertrauen. Wenn nicht Cisco und Yahoo zu viel des Guten gewesen wäre, ist es die Kommunikation und die Tranzparenz — dies hat man offensichtlich kpl. abgeschaltet. Der letzte Eintrag auf dem adical-Blog ist vom 23. Mai — obwohl es zwischendurch immer wieder Diskussionen gab. Sie spielen das Wir-schweigen-Spiel à la Yahoo, man hat dort schnell Unternehmenskommunikation gelernt. Das ist meiner Meinung nach aber nichts im Vergleich zu dem neuen Werbenetzwerk. Dort weiß ich nicht, wer dahintersteckt, dort weiß ich nicht, an wen ich mich wenden soll — die Webseite entspricht wohl auch nicht dem deutschen Recht. Von den rechtlichen Problemen, mit einem ausländischen Unternehmen als Blogger Geschäfte zu machen mal abgesehen. Der Don hat da am Beispiel Trigami schon öfter etwas zu geschrieben.

Der Blogger, insbesondere die Leser, werden von diversen Kreisen nur noch als Schlachtvieh angesehen. Diese Entwicklung war vorauszusehen. Bedanken darf man sich bei den Herrschaften, die sich als Pioniere der Blogosphäre bezeichnen, die sich der Professionalisierung verschrien haben — und damit nichts anderes meinen, als dass sie die Beine breit machen und Geld in den Schlitz gesteckt bekommen. Es werden noch mehr halbseidene Angebote kommen, ohne jetzt mit diesem Satz die beiden schon vorhandenen Netzwerke anzusprechen. Das ist nicht wirklich ein Wunder, ist es doch schlicht und einfach eine Sache von Angebot und Nachfrage. Es ist genauso wie hier in Hamburg auf dem Kiez: Solange es Freier gibt, wird es Stricher geben — und natürlich auch umgekehrt.

Und je mehr Vermarkter kommen werden, umso tiefer werden die Preise fallen. Wenn diverse Herrschaften so lernen, was Professionalisierung heißt, werde ich lachend daneben stehen. Mitleid hat dann kaum einer zu erwarten. Gewarnt wurde genug — ausgelacht ist noch das harmloseste Wort, was man dafür finden kann, was in den letzten Wochen mit meiner Person passiert ist. Ich beschwere mich aber nicht — genauso wenig, wie ich es vergessen werde. Ihr wollt Profis sein? Na dann… 😀

5 Antworten zu “Wie die Dominikanische Republik in der Blogosphäre werben will”

  1. […] Geschäftskopie von Adical, Ad/BLOG Network. Hintergründe hierzu bei F!XMBR. Artikel: Wie die Dominikanische Republik in der Blogosphäre werben will. Zweite Meinung zum gleichen Thema von Endl. Es muss nicht immer adcial sein. Musik: Zum wach […]

  2. kobalt sagt:

    Glücklicherweise gibt es Werbefilter. Die Frage lautet also: Wenn ich Werbung schalte, und niemand sie sieht, erwitschaftet sie dann Profit?

  3. Max sagt:

    Nun da Blogs Mainstream geworden sind, hast du das Problem mit Werbefiltern im Grunde nicht mehr. Nur wenige Nutzer machen sich die Mühe einen Filter zu installieren und noch weniger machen sich die Mühe diesen auch zu pflegen.

  4. Oliver sagt:

    @kobalt,

    >Wenn ich Werbung schalte, und niemand sie sieht, erwitschaftet sie dann Profit?

    Nein, denn damit sie erwirtschaftet mußt du auch das beworbene Produkt erwerben.

    Darüber hinaus aber bezahlt der Konsument Werbung, es gibt also nichts geschenkt. Konsumenten finanzieren mittels jeglichem(!) Konsum Werbung, selbst Werbung die sie nicht einmal sehen. Es ist also die größte angelegte AB-Maßnahme in Deutschland.

    Werbung kostet den Konsumenten also bares Geld und Nerven.

  5. Andreas sagt:

    *bruahaha* Dominikanische Republik und Schweiz… wie geil. Das ist ja mal sowas von heftig «Klischee» — der Hammer. Fehlen nur noch die Cayman Islands *Tränen wegwisch vor lachen*

    made my day

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