Wie der Seeheimer Kreis Geschichtsklitterung betreibt und offensichtlich die SPD in Gänze zerstören will

SPD-FahnenÜber den Seeheimer Kreis habe ich schon den einen oder anderen Halbsatz fallen lassen. Der Seeheimer Kreis ist die rechte Flanke der SPD, die Vereinigung innerhalb der ehemaligen Sozialdemokraten, die massgeblich die Politik der letzten Jahrzehnte mitbestimmt hat. Und wenn man sich heute unsere Gesellschaft, unser Land, das Miteinander, die Menschen, die Ergebnisse dieser Politik anschaut, muss man konstatieren, dass der Seeheimer Kreis offensichtlich zu den größten politischen und gesellschaftlichen Versagern dieses Landes gehört. Menschen mit wahrer Größe würden nun das eigene Handeln, die letzten Jahre kritisch hinterfragen — aber nicht der Seeheimer Kreis. Man feiert sich selbst, die Agenda 2010 — auf unvergleichliche Art und Weise wird meiner Meinung nach Geschichtsklitterung betrieben. Das, was der Seeheimer Kreis betreibt, trauen sich nicht einmal die Hardliner innerhalb der Union und der FDP.

Gleich im ersten Absatz (und schon hier gilt — absolutes technisches Versagen, einzelne Artikel lassen sich nicht direkt verlinken) wird der gescheiterte und von den Deutschen aus dem Amt gejagte Gasgerd Schröder zitiert — entweder wir modernisieren, und zwar als soziale Marktwirtschaft, oder wir werden modernisiert, und zwar von den ungebremsten Kräften des Marktes, die das Soziale beiseite drängen würden, so der damalige Bundeskanzler in seiner berühmten Rede vor dem deutschen Bundestag. Da stellt sich natürlich die Frage, wer das Soziale in unserem Land zerstört hat, wer zugelassen hat, dass eben genau den kritisierten Kräften bestmögliche Zustände in unserem Land vorgefunden haben. Wer hat mit der Agenda 2010 die Schere zwischen Arm und Reich weiter geöffnet, wer hat die verschiedenen Gesellschaftsschichten unverkennbar verändert. Die Oberschicht wurde mehr denn je gestärkt, das Vermögen explodiert. Die Mittelschicht erodiert, wird durch das Lohndumping erpressbar. Millionen Menschen müssen zusätzliche Transferleistungen des Staates in Anspruch nehmen, obwohl Vollzeit gearbeitet wird. Von der Unterschicht gar nicht zu reden. 2,6 Mio. Kinder hungern in unserem Land. Durch Zumutbarkeitsregelungen, Ein-Euro-Jobs hat unsere zivilisierte Welt wieder eine neue Schicht von Leibeigenen geschaffen. Menschen, die ihr leben lang gearbeitet haben, werden ihren Lebensabend in Armut verbringen. Nicht die Märkte, die ungebremsten Kräfte haben unser Land, unsere Gesellschaft so gut wie zerstört, die SPD war es mit Hilfe der Grünen, mit feixender Unterstützung der Union im Bundesrat. Massgebliche Einflüsterer des Herrn Schröder und seiner Vasallen waren die Rechtsaußen der SPD. Die SPD ist für die Erosion dieser Gesellschaft verantwortlich, und nicht irgendwelche imaginären ungebremsten Kräfte. Während vor der SPD-Regentschaft 1998 die Tür nur einen spaltbreit geöffnet war, hat die SPD-Regierung die Tür aus den Angeln gehoben und die Bevölkerung den Heuschrecken zum Fraß vorgeworfen.

Und auch im Folgenden beweist sich, wie versucht wird, die Menschen in die Irre zu führen. Mehr als Hartz IV will die Agenda 2010 sein. Der Seeheimer Kreis: Sie ist ein Programm zur Erneuerung des Landes. Natürlich wird die Agenda 2010 heute auf Hartz IV verkürzt — und das völlig zurecht. Weil eben dieses Beispiel exemplarisch für die sogenannten Reformen der letzten Jahre stehen könnte. Die Schwächsten unserer Gesellschaft wurden fast zu Leibeigene der Gesellschaft, der Unternehmen degradiert, es wurde Lohndumping betrieben, welches massive Auswirkungen bis weit in andere Gesellschaftsschichten hat. Nutznießer: Natürlich die oberen Gesellschaftsschichten. Irgendwo muss das viele Geld ja hin, welches der normalen Bevölkerung gestohlen wurde. Und die Agenda 2010 als Erneuerung unseres Landes zu feiern, hat schon was dreistes. Unsere Väter, unsere Großväter haben im Schweiße ihres Angesichts für mehr Abeitnehmerrechte gekämpft, über Generationen wurden die sozialen Sicherungssysteme aufgebaut. Unsere Vorfahren haben zum Teil mit ihrem Blut dafür bezahlt. Wenn der Seeheimer Kreis nun den Rückfall dieser Gesellschaft in das 19. Jahrhundert als Erneuerung feiert, ist das schon Geschichtsklitterung von besonderer Güte.

Nach fünf Jahren steht Deutschland viel besser da als vorher — dieses Zitat des Seeheimer Kreises muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Bei soviel Dreistigkeit und Lüge ist man fast sprachlos. Das sollte der Herr Kahrs vielleicht mal den Kindern vor den Suppenküchen hier in Hamburg erzählen, in Hamburg hat sich die Anzahl der Suppenküchen in den letzten Jahren vervielfacht. Natürlich stehen — wenige — Menschen besser da — Menschen wie der Herr Kahrs, der eben nicht zu der normal arbeitenden Bevölkerung gehört oder gar zu denen, die das Grauen der Arbeitslosigkeit erleben. Und wenn im Folgenden mit ein paar Zahlen jongliert wird, dann muss darauf hingewiesen werden, dass die Arbeitslosenstatistik, und auch das wissen F!XMBR-Leser nicht erst seit heute, geschönt wird. Nur ein Beispiel: Ein-Euro-Jobber werden nicht aufgeführt. Von den Menschen, die arbeiten und zusätzlich ALG II bekommen, ganz zu schweigen. Der angebliche Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt ist der Leiharbeit, sprich: Leibeigenschaft innerhalb eines Arbeitsverhältnisses, den Mini-Jobs geschuldet. Und die Menschen, die wirklich einen Job gefunden haben, von dem sich leben lässt, der sie nicht in Abhängigkeit gebracht hat, die dürfen sich bei der florierenden Weltwirtschaft bedanken. Diese Menschen haben nicht wegen, sondern trotz SPD und Agenda 2010 einen Job gefunden.

Zynisch werden die Damen und Herren vom Seeheimer Kreis zum Schluss: Trotz aller Erfolge vergessen wir nicht diejenigen, die vom Aufschwung bisher nicht profitieren. Lohndumping und prekäre Arbeitsverhältnisse sollen bekämpft werden. Das wäre dann ungefähr das gleiche, als würde Guido Westerwelle für Arbeitnehmerrechte eintreten, während Wolfgang Schäuble die Vorratsdatenspeicherung außer Kraft setzt. Da fragt man sich wirklich, wen die Herrschaften da auf den Arm nehmen wollen. Das, was sie angeblich bekämpfen wollen, haben sie selbst geschaffen, hat die SPD unter ihrer Beteiligung genauso gewollt. Mit wem will man jetzt zum Beispiel den Mindestlohn durchsetzen? In der vorherigen Pressemitteilung wurde einer Zusammenarbeit mit der Linken eine klare Absage erteilt. Will man den gesetzlichen, branchenübergreifenden Mindestlohn in einer Großen Koalition mit der CDU einführen, oder gar, wenn es 2009 ganz optimal läuft, in einer Ampel mit der FDP? Der Seeheimer Kreis betreibt mit dieser Pressemitteilung eine Geschichtsklitterung sondergleichen. Auch wenn ich in diesem Artikel auf ein paar Begebenheiten hingewiesen, ein paar Argumente gebracht habe, hier lässt sich das ganze gewollte Elend dieses Landes hervorragend nachvollziehen.

Man könnte jetzt natürlich die Frage stellen: Wenn alles so wunderbar ist, es den Menschen, unserem Land so gut geht — warum steht die SPD dann bei rund 22% in den Umfragen? Die Mär, dass Kurt Beck daran schuld sei, lässt sich wohl nicht länger aufrecht halten. Gasgerd Schröder wurde aus dem Amt gejagt, nachdem in NRW der letzte SPD-Ministerpräsident gehen musste. Das alles ist ja nun nicht passiert, weil es uns allen so gut geht — die Deutschen haben erkannt, dass die SPD diese Gesellschaft ruiniert hat und niemand anderes. Beim Seeheimer Kreis und auch bei der anderen aufrechten Organisation innerhalb der SPD gilt folgender Satz von George Orwell:

Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten –, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.

Wir werden es zu verhindern wissen, dass diese Geschichtsklitterung ihren Einzug in die Geschichtsbücher findet. (via)

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16 Antworten zu “Wie der Seeheimer Kreis Geschichtsklitterung betreibt und offensichtlich die SPD in Gänze zerstören will”

  1. Chris sagt:

    Nachtrag:

    Das ganze Desaster wird auch hier schön deutlich, auch wenn die Herrschaften vom Stern ebenso die Mär weiter verbreiten wollen, Kurt Beck sei schuld

    Kurt Beck, so sehr er kritisert werden muss, so sehr er IMHO als führender Politiker eine Fehlbesetzung ist — er muss den Mist wegkarren, die andere in der Parteizentrale abgelassen habe. Er ist nicht Verursacher, das waren weiß Gott andere…

  2. Melancholia sagt:

    «unsere Großväter haben im Schweiße ihres Angesichts für mehr Abeitnehmerrechte gekämpft, über Generationen wurden die sozialen Sicherungssysteme aufgebaut. Unsere Vorfahren haben zum Teil mit ihrem Blut dafür bezahlt.»

    - sehr richtig, und wenn hier schon so viel von Geschichte die Rede ist, hier mal ein kleines, hässliches Detail:

    Der Sprecher des Seeheimer Kreises, Herr Kahrs, ist wohl erklärter Fan dieses Herren, Gustav Noske. Wer war Herr Noske? Ein rechtes SPD-Mitglied, und nicht nur das, alles weitere dazu weiß Wikipedia.

    Das Problem dieses SPD-Flügels war immer ein merkwürdig-ambivalentes Verhältnis zu den damaligen noch bürgerlichen «Eliten» (imm Sinne von Machteliten).

    Man wollte diese nicht verschrecken, man wollte eine Art Burgfrieden, man sah zu ihnen auf, man war schliesslich fasziniert von ihnen, und wollte eigentlich auch so werden. Der Volksmund kennt dafür die hässliche Redewendung «nach oben buckeln, nach unten treten», und sieht man sich die heutige «Schmarotzer»-Rhetorik eines Clement oder eben diese ganze Agenda-Politik an, so ist das durchaus eine passende Beschreibung. Diese heutige SPD-Generation besteht zu weiten Teilen aus sozialen Aufsteigern, die in den 70ern, ohne Studiengebühren, großzügig über 2. Bildungswege gefördert, nach «oben» kamen, und dann aber, wie Franz Walter im Spiegel mal so schön beschrieb, «die Strickleitern hochzogen».

    Dazu kommt das grundsätzliche Problem unserer Zeit, nämlich dass irgendwann in den 80ern ein Phänomen begann, das ebenso bizarr, wie weitenteils unaufgearbeitet ist: Alle Parteien, von Grünen über CDU bis hin eben zur SPD, hatten seit den 80ern scheinbar interne Diskussionen, in denen sie schliesslich zum Schluss kamen, dass Reagan, Thatcher und der Vulgärliberalismus a la INSM recht hatten, sie selber dagegen alles falsch gemacht hatten. Belege dafür schienen z.B. die Massenarbeitslosigkeit im alten Labour-GB, das Ende des Fordismus und der damalige Wohlstand und die Wirtschaftskraft der USA zu sein. Nun hätten sie natürlich alle ihre Parteien auflösen können oder müssen, und die Wahl der FDP empfehlen können, das wäre das konsequenteste gewesen.

    Was man aber stattdessen tat, war dies: Man behielt eine hohle Fassade und die Machtapparate von SPD (oder auch CDU) als zeichenhafte Oberfläche, entleerte sie aber ihrer ursprünglichen Inhalte, und verfolgte stattdessen eine «moderne» Thatcher-FDP-Politik, der man dann jeweils unterschiedliche Namen und Slogans verpasste. Das hielt man für sehr schlau, und das hat ja auch funktioniert. Zuerst die CDU unter Kohl, dann die SPD unter Schröder, inzwischen auch die Grünen.

    Wo immer man heute diese unsäglichen zynischen Vokabeln hört — «Etatismus», «Volksbeglückungspolitik», wo immer auf den Strohmann «Lafo» eingedroschen wird, wo immer «Härten», «weitere Reformen» usw. gefordert werden, oder auch «Generationengerechtigkeit», «Nachhaltigkeit», «Chancengerechtigkeit», was ja alles zunächst gut und plausibel klingt; wo immer man all das antrifft, sollte man zumindest kurz mal innehalten, und schauen, ob man es hier nicht einfach nur mit umlackierten FDP-Inhalten und –Phrasen zu tun hat. Und in der SPD steht, ganz recht, besonders der «Seeheimer Kreis» für diese intellektuelle Bankrotterklärung und Selbstabschaffung.

    So, und die Verschwörungstheoretiker dürfen jetzt noch nach der «Mount-Pelerin-Society» googlen, sich bischen gruseln, und sich dann langsam auch mal überlegen, was man diesen mehr als 60 Jahren alten Konzepten denn nun Modernes (!) entgegensetzen könnte. Zeit wirds nämlich.

  3. bernd sagt:

    1. Systematisch den Mangel aufzeigen, kann nur der erste Schritt sein, das hat Chris gut und richtig gemacht aber

    2. auch darstellen, dass ein Seeheimer Kreis nicht ohne background so agieren kann, das sollte hinzugefügt werden

    3. eine SPD, die unfähig ist, nicht mehr die Belange ihrer Wähler wahrzunehmen und statt dessen eine gedankliche Neuorientierung ihrer Wähler fordert, das heißt das gesamte Demokratieverständnis auf den Kopf stellt,eine solche SPD ist nicht nur vom Seeheimer Kreis marode, sie ist innerlich zerfressen. Es wäre mutig zu fordern, die CDU und die SPD sollten miteinander fusionieren, die geringfügigen Differenzen sind in einer CDU/CSU/SPD bewältigbar. Es steht aber zu befürchten, dass aus parteitaktischen Gründen eine Fusionierung nicht durchgeführt werden würde.

  4. […] Auch der Blog fixmbr beschäftigt sich mit der Bedeutung des Seeheimer Kreises und schreibt, “wenn man sich heute unsere Gesellschaft, unser Land, das Miteinander, die Menschen, die Ergebnisse dieser Politik anschaut, muss man konstatieren, dass der Seeheimer Kreis offensichtlich zu den größten politischen und gesellschaftlichen Versagern dieses Landes gehört” und findet das summary “Man feiert sich selbst, die Agenda 2010 — auf unvergleichliche Art und Weise wird meiner Meinung nach Geschichtsklitterung betrieben. Das, was der Seeheimer Kreis betreibt, trauen sich nicht einmal die Hardliner innerhalb der Union und der FDP”. Diese Veröffentlichung zeigt insbesondere auf, wie die sozialpolitische Wirkung des Seeheimer Kreises ist. An etlichen Beispielen wird aufgezeigt, wie die Wirklichkeit zu dem Inhalt “Nach fünf Jahren steht Deutschland viel besser da als vorher — dieses Zitat des Seeheimer Kreises muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Bei soviel Dreistigkeit und Lüge ist man fast sprachlos” wirklich aussieht. Es ist empfohlen, diese Seite sich anzuschauen und zu verinnerlichen. […]

  5. Melancholia sagt:

    Als Image, wirtschaftlich, für Investoren, anhand irgendwelcher Bertelsmann-Indices, steht D. ja möglicherweise wirklich besser da als zuvor. Was — so der Neoliberalismus — genau so auch unbedingt erforderlich ist, und mittelbar dann wiederum den Bürgern zugutekommt, über Bande, in paar Jahren oder Jahrzehnten, oder nächste Woche, whatever.

    Das ist doch das eigentliche Dilemma, diese, selbstgeschaffene Sachzwanglogik. Staat und politik stellen die Wirtschaft, und nicht das Glück des Bürgers, in den Mittelpunkt. Weil die Wirtschaft dann dieses Glück, angeblich viel effizienter, herstelle. Dass dieses Glück selbst wenn es so wäre, eher materiell definiert ist, und was dabei alles, für jeden sichtbar, unter die Räder kommt — nur noch Stoff für «Weltverbesserer» und «Phantasten». Fragt sich blos, wer hier die Träumer sind, und wer die Realisten.

  6. Hans-Günter Glaser sagt:

    Eigentlich ist es für den Wahlbürger, wenn er eine soziale und gerechte Politik will, ganz einfach: Wer die SPD wählt, wählt den Seeheimer Kreis. Er wählt Agenda 2010, er wählt Hartz IV, die Rente mit 67 und verhindert den Mindestlohn. Wer dies nicht will, wer ein sozialeres und gerechtere Deutschland will, muss DIE LINKE wählen. Im Saarland kommen immer mehr Menschen zu dieser Erkenntnis und das ist gut so.

  7. Oliver sagt:

    >Wer dies nicht will, wer ein sozialeres und gerechtere Deutschland will,

    Der muß mit anpacken und nicht den Heilsversprechungen irgendwelcher Ex-Genossen glauben schenken die sich nun als Uber-Linke präsentieren. Hirn an und dann bräuchte es auch kaum noch derartige Texte wie den obigen.

  8. Bernd sagt:

    @6 «Eigentlich ist es für den Wahlbürger, wenn er eine soziale und gerechte Politik will, ganz einfach: Wer die SPD wählt, wählt den Seeheimer Kreis. Er wählt Agenda 2010, er wählt Hartz IV, die Rente mit 67 und verhindert den Mindestlohn.»

    Wenn «Hartz IV, die Rente mit 67 und verhindert den Mindestlohn» eine soziale und gerechte Politik ist, dann ist Deutschland das absolute Schlaraffenland, in dem demnächst die gebratenen Tauben jedem ins Maul fliegen!

    Schreiben Sie doch direkt demnächst bei der IBSM!

  9. Robert B. sagt:

    Bernd, lediglich einen Satz aus dem Zusammenhang zitieren und damit den Sinn der Aussage ins Gegenteil verkehren ist aber kein großartiger Stil. Und was soll eigentlich die IBSM sein?

  10. Chris sagt:

    Fahrt mal bitte einen Gang zurück, das gilt insbesondere für Hans-Günter. Das hier ist unser kleines, privates Weblog und keine Werbeveranstaltung für die Linken. Denn auch über die lässt sich hier einiges finden — Berlin, DKP, um nur zwei Beispiele zu nennen. Wir veröffentlichen hier unsere Meinung — die kann sich durchaus durch neue Ereignisse, Erkenntnisse am nächsten Tag differenzierter darstellen — sollte das ganz aber dann zu einer Werbeveranstaltung für die eine oder andere Partei ausarten, grätschen für gehörig dazwischen. 😉

  11. Oliver sagt:

    Die unverschämte Parteiwerbung habe ich entfernt. Wenn hier jemand werben würde, dann wären wir es — sonst jedoch keiner. Danke.

  12. Bernd sagt:

    @9/10: ich fahre gern langsamer, wenn andere nicht mitkommen oder missverständlich formulieren ( kann mir ja auch passieren ). «Wer die SPD wählt, wählt den Seeheimer Kreis. Er wählt Agenda 2010, er wählt Hartz IV, die Rente mit 67 und verhindert den Mindestlohn.» ist mit Sicherheit keine Werbung für die LINKEN und ist nur eine Werbung gegen die heutige SPD, wie der Ausgangsartikel eigentlich sein sollte.

    Ich hatte am Wochenende ein kurzes Gespräch mit einem SPD– Politiker aus der obersten Leitungsebene; er meinte, man dürfe nicht allein den Seeheimer Kreis sehen, sondern auch die Netzwerker!

  13. Yves sagt:

    @ Bernd

    Sicher ist da im «Netzwerk» was schief, der Zug zum «Seeheimer Kreis» ist bei einigen dort sehr ausgeprägt. Das ist nicht gut. Ich kenne einige «Netzwerker», die damit gar nicht einverstanden sind.

    Sicher kann man an der SPD einiges kritisieren, tue ich auch. Allerdings finde ich Beiträge a lá Hans-Günther Glaser eher peinlich!

    Im übrigen ist es in dem Zusammenhang und der «Argumentation» ja spannend, dass sich Angelela Marquart, ehemalige stellvertretende Bundesvorsitzende der PDS, ehemalige Bundestagsabgeordnete der PDS bis 2002, entschieden hat in die SPD einzutreten.

    http://www.tagesspiegel.d.….,2494499

  14. Lutz Bohn sagt:

    Tja was soll ich groß zum Seeheimer Kreis sagen, außer dass seine Mitglieder eigentlich in die FDP wollten, aber Aufnahmeantrag verloren haben. Es ist nicht alles der S.K.sondern man spricht dem Volk nach dem Mund. Das beste Beispiel ist der Mindestlohn. Die SPD hat mit den Grünen Hartz IV eingführt und die Leiharbeit ausgeweitet. Sie trägt Veranvortung für die Aufstocker. Als dieses alles beschlossen wurde hat man der SPD aber auch bei den Grünen nie das wort Mindestlohn gehört. Die SPD sollte sich wieder zu ihren Urzielen bekennen. Die Linke ist zwar ein Ideengeber aber entwickelt sich immer mehr zum Wurmfortsatz der SPD. ASusserdem hat sie noch ein Problem wie auch einige in der SPD. Sie verharmlosen die DDR Geschichte. Die Stasi war eine verbrecherische Organisation ohne wenn und aber. Die DKP war und ist eine stalinistische Vereinigung. Ich schweife ab, aber das mußte sein um zu zeigen, welch verlogenes Spielhier betrieben wird von SPD und der Linken.Die Linke braucht die Armut um die Leute zu trösten und zu bemuttern und die SPD um vor jeder Wahl zu versprechen, dass danach alles besser wird. Ich habe leider eine Befürchtung, nämlich dass der Wähler nicht ganz so doof ist wie SPD und Linke glauben. Er möchte ihnen zeigen wer die Macht hat. Darum wählt er mal rechts, nur als Denkzettel. Bloß wenn das mehrere denken, dann bekommen die auf einmal einen schreck weil das braune Pack plötzlich in Bundes– und Landtag sitzt . Es ist leider so. Der seeheimer Kreis sollte gesachlossen in die FDP wechseln und die SPD kehrt zu ihren wurzeln zurück . Könnt ihr mir glauben oder nicht.

    Mit freundlichen Grüßen Lutz

  15. weple sagt:

    lest mal das kommunistische manifest.sehr zu empfehlen

  16. Bernhardt Weber sagt:

    Wenn der Verfasser der Biographie über Willy Brandt in einem Leserbrief schriebt:» Die wahre Sozialdemokratie ist zur Zeit bei der Linken und nicht mehr in der SPD», so sollte es einem schon zu denken geben.
    Der gute Mann dürfte sich mit der deutschen Sozialdemokratie eingehend beschäftigt haben.

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