Welchen Virenscanner hätten Sie denn gerne?

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Eine der ungelösten Fragen in den Weiten des Internets im Jahre 2010 ist die Frage nach dem richtigen Virenscanner. Wann immer die Frage in einem Forum oder einem Blog aufkommt, welches denn nun der beste Virenscanner sei, kommt es meist zu einem Flamewar alter Schule, der an die alten OS– und Browserkriege erinnert. Ich für meinen Teil nutze mal den und mal den – im Prinzip ist es völlig egal, für den Privatgebrauch reicht jeder der bekannten Virenscanner aus.

Vor langer Zeit habe ich mit der freien Variante von Avira begonnen. Heute empfehle ich den Scanner, obwohl er von vielen  Zeitschriften als der beste Scanner empfohlen wird, nicht mehr. Zum einen ist er zu einer reinen Bloatware mutiert, zum anderen stört mich die Werbeeinblendung, die täglich den PC verunstaltet. Selbstverständlich steht es Avira frei, zwangsweise Werbung auf den PC des Nutzers zu bringen, die User sollten aber eben so frei entscheiden, Avira abzulehnen. Freiwillig ja, wenn es zur Pflicht wird, lehne ich es ab, darum muss ich immer lachen, wenn Avira empfohlen wird.

Auch die freie Version von AVG erzielt gute Testergebnisse. Der Scanner von AVG ist einer der wenigen, den ich selbst noch nie getestet habe – hat sich bis jetzt nie ergeben, es gab immer andere Hersteller, die ich dann und dann bevorzugt habe.

avast!, kostenlos für den Heimgebrauch war lange Zeit mein Favorit. Um an den Lizenzschlüssel zu kommen, muss sich mit einer E-Mail-Adresse registriert werden – Dummy-Adresse werden akzeptiert, man muss also nur einmal, wenn der Lizenzschlüssel eintrudelt, Zugriff auf die E-Mail-Adresse haben. Bei avast! war für mich immer der geringe Ressourcenverbrauch das vorrangige Argument – klein, aber fein, so habe ich den Scanner immer umschrieben. Das Interface ist ein wenig gewöhnungsbedürftig – aber selbst das hat man schnell im Griff.

Vor zwei Monaten habe ich dann Microsoft Security Essentials installiert. Die letzte Zeit lief es ohne aufzufallen im Hintergrund, es wurde kein (Fehl-) Alarm wurde ausgelöst. Genau so muss es sein. Ich kann nach 2 Monaten im Einsatz nichts schlechtes über Microsoft Security Essentials schreiben. 😉

Viel beworben wird auch die Security Suite von Norton. Aber mal im Ernst: Schon vor 10 Jahren gab es Meldungen, dass das Produkt Systeme ausbremst. Gut gewollt ist nicht gut gemacht. Ich zitiere dazu einfach mal einen Leserbrief aus der aktuellen c’t: Das Einzige, was meinen Rechner je lahmgelegt hat, war nicht ein Virus, sondern Norton AntiVirus. Seit über einem Jahrzehnt immer wieder die gleichen Meldungen über Norton-Produkte. Selbstverständlich kann ich es nicht verifizieren, weil ich Norton niemals auf meinem Rechner installieren würde – es soll aber der Überlieferung nach auch viele Kunden geben, die mit dem Produkt zufrieden sind.

Als Geheimtipp galt in einschlägigen Foren und auf Weblogs immer NOD32. Nur hatte NOD32 gegenüber der großen Vielfalt freier Virenscanner immer einen nicht unerheblichen Nachteil: Es ist ein kommerzielles Produkt – die Lizenz inkl. einjährigem Update kostet für den Privatgebrauch aktuell 29,90 Euro. Wenn auch Geheimtipp fiel NOD32 aus diesem Grund immer durchs Raster. Für ein gutes Produkt, bin ich durchaus bereit zu zahlen. Doch wenn ich in der Folge jährlich zur Kasse gebeten werde, wird eine Grenze überschritten. Das ist dann Nichts für mich.

Seit heute verrichtet nun doch NOD32 auf meinem Rechner seinen Dienst. Auf der aktuellen Heft-CD der c’t gibt es kostenlos die Ein-Jahres-Lizenz. Microsoft deinstalliert, NOD32 installiert, kleine Anmerkung, es war kein Neustart notwendig, weder nach der Deinstallation, noch nach der Installation – und gerade kam die erste Meldung, dass die Virensignatur aktualisiert wurde. Schau m’er mal – ich bin mir fast sicher, dass NOD32 genauso oft Alarm schlagen wird, wie all seine Vorgänger. Nämlich gar nicht. 😉

Wer sich im Übrigen unabhängig informieren will, so weit man das beurteilen kann, sollte regelmäßig bei AV-Comparitives vorbeischauen. Zumindest sind die Tests dort meiner Meinung nach weitaus aussagekräftiger als die bekannter deutscher PC-Zeitschriften. Letzten Endes ist es egal, welcher Virenscanner verwendet wird – für den privaten Gebrauch und wenn man nicht gerade 24 Stunden pro Tag in diversen Tauschbörsen verweilt, sollten die meisten AntiViren-Programme völlig ausreichen. Also kein Flamewar, lasst Euch nicht einreden, Euer Produkt sei schlechter als XYZ. Das mag im Labor vielleicht manchmal der Fall sein – im realen Leben jedoch, trennen sich die Mannschaften unentschieden. 😉

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23 Antworten zu “Welchen Virenscanner hätten Sie denn gerne?”

  1. Sebastian Salzgeber sagt:

    Ich benutze auch Eset Smart Security (Firewall + Virenscanner) seit über zwei Jahren. Ich habe zu beginn es immer so benutzt *hust* und mir dann irgendwann eine Studentenlizenz legal für 30€ für 2 Jahre abboniert. Ich meine: 30€ für die Sicherheit dass ich auch morgen noch Herr meiner Daten sind? Das ist fair. Das angenehme an Nod32 ist, dass man ihn nicht merkt. Er ploppt nicht auf und will nicht ständig irgendwas wissen. Er macht seinen Dienst im Hintergrund und das einzige woran ich sehe dass er überhaupt an ist, ist dass unter meinen Emails steht dass er sie geprüft hat =)

    Über Norton müssen wir garnicht reden. Man würde sich ja auch keinen 40-Tonner kaufen wenn man doch nur täglich zum Büdchen an die Ecke kommen will.

  2. V'kar sagt:

    Ich benutze avg, war davon immer überzeugt. Seid kurzem nervt er jedoch bei jedem Start meines Firefoxes mit einem Popup, der vor einem Tracking Cookie warnt, dabei aber keine Möglichkeit zum Löschen anbietet. Die Option zum Ignorieren funktioniert auch nicht richtig. Muss irgendwann mal nachschauen, wie man das umgehen kann.
    Ansonsten bin ich aber sehr zufrieden.
    Zu Norton: Hab einmal als bezahlter Computerexperte jemanden den Norton entfernt. Das ist einfach eine Krankheit. Ich musste ein verstecktes Tool von deren Seite runterladen, um das deinstallieren zu können. Das ist doch nicht normal.

  3. Uwe sagt:

    Lange Zeit Antivir, aber irgendwann wurde der Inhalt vom Werbefensterchen immer.. ähm ja.. «tv-ähnlicher» im Sinne von dreister und reißerischer — seitdem Avg und die Priese Menschenverstand, die man für jede noch so gute Software auch mitbringen sollte.. das beste Programm nützt nix wenn der Benutzer sich unbedingt anstecken will 😉

  4. icke sagt:

    Es ist eben /nicht/ egal, was für einen Scanner man nutzt. Eine hohe Anzahl an Fehlalarmen, optional auch gepaart mit einer miserablen Erkennung — da kann man es auch gleich ganz lassen. Bringt keinerlei Mehrwert für die Sicherheit, geht einem mit dem dauernden Geblinke nur auf die Eier. Avira ist so ein Kandidat.

    Ich meinerseits bin seit Jahren (Version 2) treuer NOD32ler. Ressourcen sparend, prima Heuristik, bislang nicht auffallend oft daneben gelegen — prima. Und 29,90 Euro (zumindest für die Nicht-Studentenlizenz ;-)) sind kein zu hoher Preis für Sicherheit, wie ich meine. (Was ich da nicht verstehe: Leute, die mehr Geld zahlen, um ein Placebo («Personal Firewall») mitgeliefert zu bekommen.)

  5. Oliver sagt:

    Unter Windows schließe ich mich der Meinung fefes an bzw. auch der Bruce Schneiers:

    antivirus software is neither necessary nor sufficient for security, but it’s still a good idea. It’s not a panacea that magically makes you safe, nor is it is obsolete in the face of current threats. As countermeasures go, it’s cheap, it’s easy, and it’s effective. I haven’t dumped my antivirus program, and I have no intention of doing so anytime soon.

    Kurzum ich bewege mich dazwischen, vermeide Online-Prüfung und nutze in der Regel clamav. Ich nutze andere, echte Sicherheitsmechanismen in Windows, die zwar augenscheinlich den Komfort schmälern, an Effektivität jedoch kaum zu übertreffen sind.

  6. C sagt:

    Auf meinem PC läuft Kaspersky, zwar nicht unbedinkt das beste Programm, jedoch hab ich mich damit zu sehr angefreundet um loszulassen.

    Auf meinem Netbook verrichtete avast seinen Dienst, Sobald es aus der Reparatur ist wird aber mal AVG seine Chance bekommen.

    Ein AntiVirus Programm gehöhrt imo zu der Pflichtausstattung eine jeden Rechners mit Windows. Zwar nutze ich meine Rechner mit bedacht, jedoch in 99% der Fälle ist kein Virus an einem Fehlverhalten Schuld, sondern Win oder Ich 😉

    Doch ein Gefühl der Sicherheit vermittelt ein solches Programm schon, und vor allem ein etwas besseres Gefühl, falls mal jemand anders außer mir am PC sitzt 😉

  7. anonym sagt:

    Ah, der NOD ist wieder in der c’t? Dann muss ich wohl nochmal c’t kaufen. :-)

    Meine Eltern bekommen den immer installiert, ist IMHO der am wenigsten nervige Scanner. Normalerweise kommt der in der c’t so alle 13–14 Monate mit einer Jahreslizenz, nur letztes mal habe ich das anscheinend verpasst.

    Danke für den Tipp, ohne dich hätte ich es wieder verpasst.

  8. Stolperstein sagt:

    NOD32 2.7 war gut, schnell, klein. Die neue Version (4) war mir persönlich ein Graus und damit hat z.B. auch die Anbindung an TheBat nicht mehr funktioniert. Die Testergebnisse sind wohl auch schlechter geworden (wenn auch vergleichsweise immer noch gut).
    Jetzt benutz ich AVG und bin damit recht zufrieden.

  9. Max sagt:

    Ich benutze seit über einem Jahr gar nichts mehr, dazu sind mir meine CPU-Cycles zu schade.

  10. icke sagt:

    Stolperstein:
    Du solltest die Wahl deines Virenscanners nach der Erkennungsrate treffen und nach nix anderem. Testberichte, pipapo. (v4 ist sicherlich ein Rückschritt, aber immer noch Ressourcen sparender als so manches andere Produkt.)

    Max:
    Virenwächter brauchst du ja auch nicht, aber ein normaler Scanner zum Abruf bspw. bei Downloads ist (meist) schon nötig. Leider. (Zu viele böse Menschen da draußen. Und ich traue eigentlich niemandem zu, Brain 1.0 ausreichend konsequent einzusetzen.)

  11. Stolperstein sagt:

    @icke: Als normaler Nutzer sind Testberichte (av-comparatives, virus bulletin etc.) aber doch die so ziemlich einzige Möglichkeit, die Erkennungsrate halbwegs abzuschätzen.

    Natürlich ist die Erkennungsrate wichtig, aber doch nicht alles. Dazu kommt aber noch viel anderes wie das Zusammenspiel mit anderen Komponenten (Firewall), Einstellmöglichkeiten/GUI, Schnittstellen zu anderen Programmen, Prozessorauslastung, Speicherauslastung, Zusatzfunktionen etc.

    «Die Erkennungsrate» gibt es ja eh nicht. Denn selbst da kommst du ja schon zu unterschiedlicher Software, je nachdem ob du deinen Schwerpunkt auf die reinen Erkennungsleisten, die Effektivität der Heuristiken, Update-Häufigkeiten, etc. legst.

    Für mich führt das dann im Endeffekt dazu, daß — wenn sich mal die Wahl stellt — ich aktuelle Testberichte lese und dann einfach der Reihenfolge nach teste und mich dann entscheide. 90% der Software fällt dann eh schon raus, weil ich an irgendeiner Ecke auf ein absolutes NoGo stoße — wie z.B. daß ich das Verhalten im Fall eines Viren-Fundes nicht so einstellen kann wie ich will. Grade bei AV-Software ist es echt traurig, wie grauenhaft schlecht manche Nutzerschnittstellen sind, das ist durchaus auch ein KO-Kriterium selbst bei bester Erkennungsleistung.

  12. icke sagt:

    Da kann ich bei NOD32 aber auch nich meckern, was die Oberfläche betrifft. (Die ich eh nie zu sehen kriege. Voreingestellte Aktionen sparen eine Menge Verwunderung. Sollte der Optimalfall sein!)

    Ein Virenscanner soll Viren finden, nicht toll aussehen.

  13. Peter sagt:

    Bei einem «guten» Virenscanner kommt es IMHO auf verschiedene Punkte an, die ich mal in absteigender Reihenfolge aufzählen möchte:

    1. Erkennungsrate
    2. Scangeschwindigkeit
    3. Systembelastung / und Ressourcenverbrauch (insb. beim «On Access Scanning»)
    4. Anzahl Entfernungsmöglichkeiten von Schädlingen !ohne! Dateien zu zerstören
    5. möglichst keine (oder nur sehr wenige) False Positives

    Meine TOP-3-Produkte sind dabei Avira Antivir, Avast und G-Data.

    Die letzten Tests von AV-Comparatives von November und August 2009 haben Avira jedenfalls ganz weit vorne.

    Wem beim Avira die «Werbung» stört, kann mal ein bisschen googlen und findet mind. 3 verschiedene Arten und Wege, um die Anzeige zu unterbinden 😀

  14. icke sagt:

    Peter:
    Laut av-comparatives hat Avira die Nase vor allem bei Fehlalarmen vorn. Für /mich/ untragbar.

  15. Tom sagt:

    Hab seit 3 Jahren Avira free. Unter den Pro-Windows kann man die Werbung ja in den Gruppenrichtlinien leicht sperren. Bin noch auf der Suche, das auch unter Win7 Home hinzukriegen. 😉
    Aber (Fehl)alarme hatte ich noch nie. Bin wohl zu aufmerksam beim Surfen. :)

  16. derliebewolf sagt:

    Zur Zeit nutze ich auch AVG free. Aber euer BEricht über MSFT Security Essentials hat mich shocn zum Nachdenken angeregt 😉

    Die neue c’t müsste ich doc hauch shocn haben, evtl schau ich mir Nod32 dann auch mal an, gelesen hab ich auchshocn was…

  17. Peter sagt:

    @Icke

    Ist Dir/Euch eigentlich schon einmal aufgefallen, dass man bei Avira in der Konfiguration der Heuristic-Erkennung zwischen «Low, Medium, High» auswählen kann? Mit der Stufe Medium fahre ich seit Jahren sehr gut ohne Fehlalarm.

    Bei den meisten Virenprogrammvergleichen wird Avira jedoch auf der Stufe «High» getestet — also kein Wunder und absolut logisch, dass dies dann zu vielen False Postives führt!

  18. icke sagt:

    NOD32 ist selbst auf der höchsten Stufe da weitgehend problemfrei.

  19. Enrico sagt:

    Ich habe über die Jahre auch einiges ausprobiert. Lange Avira, der aber früher genervt hat, weil die kostenlose Version die superlangsamen Updateserver anzapfen musste, was häufig zu Nicht-Updates führte. Bin dann zu AVG (Free) gewechselt. War jahrelang mein Favorit, doch irgendwann, ich glaube ab Version 8, war es so ressourcenintensiv, dass es meinen Rechner merklich verlangsamt hat. Bis vor wenigen Tagen war ich dann wieder «Kunde» bei Avira, während im Büro seit Monaten die Microsoft Security Essentials laufen. Als um Weihnachten Avira einen Virus nicht erkannte, der schon seit einigen Wochen im Internet diskutiert wurde, und dieser sich auf meinem System schön ausbreiten konnte, bin ich jetzt auch zu Hause zu den MS Security Essentials gewechselt, die den Virus gleich gefunden und getötet haben.

  20. dakira sagt:

    Wie steht’s bei den Security essentials eigentlich mit der resourcen-Nutzung? Hat da jmd Erfahrungen?

  21. Tom sagt:

    Da hab ich grad noch gesagt, dass ich mit Avira keine Probleme habe und schon findet der in rund 20 Dateien bei mir den«dropper.gen». Allerdings nur Avira wie ich per virustotal.com überprüft habe.
    Kam wohl mit dem letzten Update. Ich werde nie wieder loben. 😉

  22. Arne sagt:

    Persönlich nutze ich schon lange Nod32 und bin zurfrieden. Im Büro sind wir gerade auf Norton umgestiegen. Die aktuelle Version läuft tatsächlich bisher problem– und störungslos im Hintergrund. Vor zwei Jahren noch hätte ich eher den Rechner aus dem Fenster geworfen als Norton drauf zu lassen.

    Avira hatte ich eine weile auf dem Rechner meiner Freundin, und der hat nur genervt — und das war die ‘Premium’ Version. Kaspersky hatten wir im Büro letztens als Testversion gehabt, bereitete mehr Probleme als Nutzen.

    Sicherheit ist doch immer auch eine persönliche Erfahrung.

    Ach ja, auf allen Rechnern steht Threarfire dem Virenschutz zur Seite.

  23. Anonymous sagt:

    ein weiteres gratis kompletpacket mit antivirus, firewall und sonstigen systemschutz gibts von comodo, comodo internet security.

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