Welche Stellung unsere geliebte Presse (neben Kurt Beck) bei Henrico einnimmt…

… kann man in einem kleinen Absatz bei der FAZ nachlesen:

Journalisten schleppten ihn schließlich auf ihre Kosten zum Friseur. Mit dem Ergebnis war Frank herzlich unzufrieden. So ordentlich kurz wollte es der sich selbst seit 20 Jahren als Punk fühlende Frank doch nicht haben. Auch seinem zotteligen Bart weinte er nach. Dem Fotografen, so klagte Frank, sei es nur darum gegangen, schöne Vorher-nachher-Bilder zu bekommen.

Aber der aufrechte Deutsche, dem seine Denkweise unter anderen vom rechten Hetzblatt BILD vorgegeben wird, den stört das alles nicht, im Gegenteil, hat man beim Stammtisch doch wieder einen Menschen, über den man herfallen kann. Kritik ist das eine, die neuerliche Hatz auf die Arbeitslosen — nach Florida-Rolf — eine andere. Ich frage mich dann bei sowas immer, wie man in heutigen, scheinbar aufgeklärten medialen Zeiten, auf sowas wie die BILD reinfallen kann und z. B. mit einem Weblog das Niveau des Springer-Blattes noch unterbieten kann.

Kurz zurück zum Vorgänger von Henrico — Florida-Rolf. Schon der Fall war eine journalistische Meisterleistung. Die Bundeszentrale für politische Bildung:

Das beste Beispiel dafür ist die Story von dem Sozialhilfeempfänger, der seine Stütze in Miami verzehrte. «Bild» besuchte den Mann und machte ihn als «Florida-Rolf» bundesweit bekannt. Andere Medien sprangen auf. Die Bundesregierung sah Handlungsbedarf und brachte in Rekordzeit eine Gesetzesnovellierung auf den Weg. Zwar leben keine 1000 Sozialhilfeempfänger im Ausland. Doch bis auf wenige Ausnahmen müssen sie nun nach Deutschland zurückkehren. Für den Steuerzahler wird das ein teures Vergnügen. Er darf nicht nur für den Rücktransport der von ihm alimentierten Auslandsdeutschen aufkommen, sondern muss ihnen voraussichtlich auch einen erhöhten Sozialhilfesatz zahlen. Die meisten Sozialhilfeempfänger haben sich nämlich in Ländern ? wie etwa Polen ? niedergelassen, in denen das Leben billiger als in Deutschland ist. Da die Höhe der Sozialhilfe sich nach den Lebenshaltungskosten richtet, beziehen sie in der Regel in der Heimat mehr Stütze als in der Fremde. So kann es gehen, wenn man mit «Bild» regieren will.

Ähnliches ist wieder zu befürchten. Der schon mehrfach aufgefallene anständige Kurt Beck hat, wie seine PR-Abteilung süffiant mitteilt, Zustimmung zu einen Worten erhalten. Viele Deutsche haben ihm Briefe, Mails zukommen lassen. Rechte, asoziale Denke ist wieder in in unserem Lande. Die BILD fragt heute, warum so einer Stütze bekommt, Ix gibt die richtige Antwort:

richtig. verhungern lassen, den purschen

via Falk per Jabber

14 Antworten zu “Welche Stellung unsere geliebte Presse (neben Kurt Beck) bei Henrico einnimmt…”

  1. Oli sagt:

    Aber letztendlich Bild hin oder her, die Bild formuliert nur aus was Volk denkt — man pusht sich quasi gegenseitig. Mach die Bild weg und das Problem besteht weiter, ebenso wird auch ein neues Sprachrohr entstehen.

  2. […] Oli: Aber letztendlich Bild hin oder her, die Bild formuliert nur… […]

  3. Ralf sagt:

    Meine Denkweise wird definitiv nicht von der Bild vorgegeben. Und ein aufrechter _Deutscher_ bin ich schon lange nicht.

    Aber wenn man sich etliche Jahre mit so Spacken wie Herrn Frank rumärgern durfte, dann kann man sich hin und wieder über solche Spacken mal aufregen. Da braucht es weder Bild noch einen aufrechten Deutschen.

    Merkwürdig ist doch, warum der Herr Frank jetzt rumjammert das seine Haare weg sind. Haben die Journalisten ihn auf dem Friseurstuhl festgebunden und ihn unter Gewaltanwendung rasier? Wohl kaum.
    Hat Franks Verhalten irgendeinen Arbeitslosen genützt? Wohl ebenso wenig. Eher ist genau das Gegenteil eingetreten. Er hat sinnlos provoziert und bekommt nun die passende Kritik für sein Verhalten. Armes Hascherl.

    Nur sollte man selber mal 1–2 Jahre von Hartz IV leben bevor man sich zum Thema äußert. Vielleicht versteht man dann was den Zorn, der schon lange (!) bei denjenigen die (noch) Arbeit haben besteht, verursacht.
    Solche Menschen wie Henrico Frank sind für eine soziale Gesellschaft untragbar. Wenn die dann eine große Klappe riskieren, sollte man nicht darüber weinen das sie eins auf die selbige bekommen.

    Und einfach mal allen Kritikern zu unterstellen das sie Bild-Leser seien, ist in etwa das gleiche Niveau wie es im Springer-Verlag herrscht. Simpelste Denkweise und dümmste Vorurteile.
    Aber linke Hetzblogs gehören in der Blogsphäre ja zu den Guten, neh!? Die dürfen das.

  4. Oli sagt:

    der schon lange (!) bei denjenigen die (noch) Arbeit haben besteht, verursacht.

    Dummheit vielleicht? Sorry aber das ist das gleiche Paradebeispiel wie bei denjenigen, die über Ausländer herziehen und für ihre eigenen Unzulänglichkeiten in Verantwortung ziehen.

    Aber danke, den linken Hetzblog nehmen wir gerne als Attribut mit auf. Da können wir besser mit leben als abseits davon …

    Und zu deinem 2? Dingens langt ein Punkt, Futterneid!

  5. Chris sagt:

    Lieber Ralf, Dein Kommentar exisitert hier nur, weil ich Dich im Artikel angesprochen habe, normalerweise wandert sowas gleich in die Tonne. Das vorweg.

    Ich habe schon vieles gelesen in den letzten 10 Jahren, auf Foren, Newsgroups, Mailinglisten und auch auf Blogs. Immer wieder schafft es jemand, mich zu verblüffen — nun warst Du es. Und ja, Du trägst die BILD’sche Idiologie nach draussen, wie Oli schon oben schrieb, Bild formuliert nur aus was Volk denkt. Diese, Deine Denke, ist nicht meine Denke.

    Allein Deine Herabwürdigung Spacken lässt tief blicken — lässt meine überzeichnete Darstellung im Artikel über Dich bestätigen. Traurig, aber wahr. Lass Dir von jemandem sagen, der durchaus Erfahrung mit dem (Boulevard-) Journalismus und mehr als läppischen 1–2 Jahren Arbeitslosigkeit hat, das Opfer in diesem Fall bist weder Du, noch das Deutsche Volk — das Opfer ist Henrico selbst — durch die Pressearbeit, wie auf Toms Diner oder auch auf BILD: Alle Arbeitslosen.

    Henrico wurde von der Pressemeute und von der Hartz IV-Plattform missbraucht, für die eigene Headline, für die eigenen politischen Spiele — wer das nicht erkennt, besser: erkennen will, der tut mir einfach leid, ist einfach mal so, da kann man dann nur sagen: Gehabt Dich wohl, sieh zu, dass Du Land gewinnst.

    Ein paar Stilblüten, die meiner Meinung nach Deine rechte asoziale Haltung verdeutlichen:

    Solche Menschen wie Henrico Frank sind für eine soziale Gesellschaft untragbar.

    Die Schlußfolgerung daraus wäre, umbringen, verhungern lassen, ausweisen. Natürlich auch eine Möglichkeit, die Sozialschmarotzer dieses Landes loszuwerden.

    Also sooo schlecht geht es einem arbeitsfähigen ALG II Empfänger nun wirklich nicht.

    Das ist genau der Blödsinn, den die rechten Hetzblätter jeden Tag veröffentlichen. Ich kann mich ja irren, aber wie war das noch mit den ganzen Armutsberichte der letzten Monate. Stand da nicht gegenteiliges drin? Okay, auch dafür fehlt wohl das Verständnis…

    Und btw. auch das sei Dir gesagt, einen 2-Euro-Job gibt es nicht mehr, auch einen 1,50 Euro-Job gibt es nicht mehr — nach der letzten Änderung der Hartz IV-Gesetze beträgt die Aufwandsentschädigung für ALG II-Empfänger, die dem sogenannten 1-Euro-Job nachgehen 1,25 Euro. Nun darfst Du selber rechnen, wieviel z. B. in einer Großstadt nach Abzug der benötigte Fahrkarte, Essen übrig bleibt. Falls Du auch nicht rechnen kannst: Für die meisten, die dieser Zwangsarbeit nachgehen, ist es ein Verlustgeschäft, es vergrößert die Armut noch um einiges mehr.

    Mir ging es mit ALG II auf alle Fälle deutlich besser als jetzt.

    Dann kündige Deinen Job — es ist unglaublich, es gibt wahrscheinlich noch irgendwelche Döspaddel, die dieses dummdämliche Gequatsche glauben, naja — alle großen Demagogen sind irgendwann tief gefallen, auch die klitzekleinen, wie der Ralfi, werden das irgendwann feststellen. *g*

    Dein gesamter Artikel ist durchzogen von brauner Suppe, voller Neid, einfach ekelerregend. Nun zieh von dannen, komme bitte nie wieder, denn die Hoffnung, einem wie Dir argumentativ beizukommen, die habe ich mittlerweile aufgegeben.

  6. Grainger sagt:

    Lieber Frank, Dein Kommentar exisitert hier nur, …

    Ich vermute mal Du meinst den lieben Ralf, oder? 😉

    Trotzdem hält sich mein Mitleid mit dem Einzelfall Henrico Frank in engen Grenzen, ich will und werde das nicht verallgemeinern, aber irgendwie habe ich den subjektiven Eindruck das da jemand im Glashaus mit Steinen geworfen hat.

  7. Oli sagt:

    Ja sicher, da hat sich eine Hohlbirne einwickeln lassen, sehe ich auch so. Aber der Punkt ist, es wird verallgemeinert. Und diejenigen, die dann da kommen klar solche sind schuld, sind da auch keinen Deut besser.
    Das eigentliche Problem in diesem Land sind diejenigen, die sich stante pede dazu hinreißen lassen für jegliche, anfallenden Probleme irgendeine Minderheit als Sündenbock zu nehmen. Solche Ausreißer da oben, die auch nebenbei gar nicht geübt sind in Öffentlichkeitsauftritten, werden da immer empor gehoben, um die eigene Glaubensrichtung zu zementieren.
    Dumm dastehen lassen kann man nahezu jeden, der nicht geübt ist in Öffentlichkeitsarbeit — selbst viele Politiker treten da von einem Fettnäpchen ins andere. Lustig dabei dem Beck sieht man es eher nach, als dem obigen Arbeitslosen … paßt schon.

  8. Oli sagt:

    Also Leute, mein letzter Kommentar mit dem Bildchen ist gelöscht. Bandbreitenverschwendung, wer dort wirklich lesen mag, kann ja safeurl.de draufpacken. Wie auch immer, der Mensch weiß Dinge von uns, die wir uns nicht einmal gewahr wurden :)

  9. Chris sagt:

    *rofl*

    Der rechte Hetzer hat im Übrigen mal wieder sein wahres Gesicht gezeigt in seinem aktuellen Kommentar:

    Nur wer diskutiert mal über die Niedriglöhner? Andauernd drängen sich ALG II Empfänger in die Debatte und behaupten sie hätten zu wenig Geld zum Leben. […] Nur denke ich, dass du dir über all so Sachen gar noch nie Gedanken machen musstest weil Mama&Papa ja immer brav bezahlt haben. […] Klar ist Geld nicht alles. Ansonsten wäre ich ja weiterhin arbeitslos, würde mir ein schönes Leben machen oder studieren gehen. […] Meld dich bitte wieder wenn du mal dein Lebensunterhalt selbst bestreiten musst anstatt dir den Zucker in den Arsch blasen zu lassen. Meld dich am besten erst dann wieder, wenn du mal einen Job hattest der mit satten 5–6 Euro/Std entlohnt wird. Das in Dauernachtschicht bei wenigstens 240 Std/Monat. Und dann überleg dir nochmal ob so Aktionen wie von dem Spaten Henrico nicht evt. sauer aufstoßen.
    Meld dich wieder wenn ein Henri9co dir morgens um 7 beim Jobcenter seine Astra-Fahne ins Gesicht bläst. Meld dich wieder wenn ein Henrico dir lallend Tipps gibt wie man noch mehr Stütze bekommt. Kurz gesagt: Meld dich wenn du mal an den Ecken geschnüffelt hast, in denen ich schon vor langer Zeit hingepisst habe. […] Also liebe linke Muttersöhnchen: Lasst es. Geht mir nicht zusätzlich auf die Nerven. Ich bin keiner von euch, einer der von Mama morgens um 13 Uhr die Eier gekrault bekommt damit er gut gelaunt zur Uni schlurfen kann.

    Nein, wie geil, kann man sich noch besser outen, seine Dummheit in die Welt schreien, kann man der Welt noch besser beweisen, wie sehr man rechts der Gesellschaft lebt. Lieber Ralf, Danke für die Bestätigung meiner Worte.

    Jetzt weiß ich auch, wen manche Schreiber meinen, wenn von rechten Blogs die Rede ist, die dem ersten Anschein nach normal daherkommen. Naja, Schlipsträger hat die NPD auch…

  10. Chris sagt:

    So, mal normal weiter im Text — hab oben mal anonym.to eingestellt. Geistigen Dünnschiss kann man nur dadurch enttarnen, indem man die Leute mit dem Finger drauf zeigt.

    @Grainger: Ich war einer der ersten, der Über Henrico das geschrieben hat, was nun medial breitgetreten wird:

    und die Ironie an der Geschichte: Henrico steht genau für den Arbeitslosen, den die ASozialen dieses Landes immer als Entschuldigung für das eigene Handeln hervorholen. Pöbelnd, alkoholisiert, jahrlanger Arbeitslosigkeit, unter anderem wegen ?Rückenprobleme?, Unterstützer der APPD mit dem Slogan Arbeit ist Scheiße.

    Das habe ich geschrieben, als *alle* ihn auf ein Podest gehoben haben — weil ich genau wusste was kommt:

    Zum ersten wird Henrico zum politischen Spielball von denen, die vorgeben, für ihn und seine Leidensgenossen da zu sein.

    Gehofft habe ich freilich was anderes…

    Trotzdem muss man seine — ich sag mal — Unbedarftheit auch mal genauer begutachten. Da wird son Punk von heute auf morgen auf Seite 1 der BILD gehieft, wie nach einem Lottogewinn, melden sich viele Freunde — mal abgesehen davon, was er für nen Eindruck macht, bei sowas kann man nur verlieren — erst recht, wenn man bedenkt, dass die Punks erklärte Gegner der BILD sind…

  11. Grainger sagt:

    @Chris

    Der Mann ist nicht unbedarft, der ist einfach blöd.

    Wenn jemand eigentlich gar keine Arbeit sucht und das so ganz offensichtlich und plakativ demonstriert

    .. Unterstützer der APPD mit dem Slogan «Arbeit ist Scheiße»

    stellt man sich nicht in aller Öffentlichkeit (sozusagen vor laufender Kamera) hin und greint weil man ja keine Arbeit findet.

    Nicht arbeiten zu wollen ist eine Sache, dennoch von der Solidargemeinschaft ernährt werden zu wollen wieder eine andere, aber dieser Auftritt war einfach nur dumm.

    Der von Herrn Beck war aber noch dümmer, der man will schließlich Profi sein und müßte es besser wissen.

    Und noch besser wissen müßte es eigentlich die Wiesbadener Hartz-IV-Plattform, Herr Frank ist nun mal alles andere als ein repräsentativer Vorzeige-Arbeitsloser und seine von dort gestellte Pressesprecherin macht ihren Job auch nur äußerst mittelmäßig.

    Herr Frank und die Wiesbadener Hartz-IV-Plattform scheinen eher alles daran zu setzen die Vorurteile aller Bildzeitungsleser aufs trefflichste zu bestätigen.

    Würde ich noch mehr zu Verschwörungstheorien neigen als ich es ohnehin schon tue könnte ich da glatt Absicht dahinter vermuten, besser hätte es doch selbst unsere Regierung nicht inszenieren können.

  12. Falk sagt:

    liebe linke Muttersöhnchen

    Das hätte er mal zu mir sagen sollen. Gibt ein Sprichwort:«Getroffene Hunde bellen» und da hat aber jemand laut gebellt und glatt noch 2 Artikel zu uns linken Radikalen (oder warens freie Radikale) geschrieben. Na wenn das nicht toll ist. Ich fühl mich gleich nen Stück weit besser. Aber hey, reflektieren muss gelernt sein, wenn man dabei in den Spiegel schaut, kommt halt Mist raus.

  13. Falk sagt:

    @ Grainger: Was ich von Vereinen im Allgemeinen und hier im Speziellen halte, das behalt ich mal lieber bei mir. Das wären sonst sehr derbe Worte. Und das gilt ziemlich querfeldein, egal welche politische oder sonstwie geartete Ausrichtung diese haben.

    Was allerdings wirklich nicht hinnehmbar ist, sind diese ständigen und unflätigen Verallgemeinerungen. Jetzt muss wieder jede ehrliche Haut sich diesen scheiss Schuh der Deppen da in Hessen anziehn und sich von den Maimstream-Medien insbesondere der Bild verunglimpfen lassen.

    Soll doch mal einer die Endlösung der Probleme präsentieren, Erfahrung damit haben die Deutschen ja.

  14. […] Soviel zum Thema “Gewaschen und rasiert klappts auch mit nem Job”. […]

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