«Webkrankheit» Flash

Flash als Bedienelement ist die Krankheit des Webs. Sicherlich mögen die einen derlei Spielereien und diese will ihnen auch keiner nehmen. Aber man sollte auch mal drüber nachdenken was derlei Dinge für behinderte Menschen bedeuten und Nutzer von Alternativen bedeuten. Oft genug ist Flash als Bedienelement notwendig, um überhaupt eine Seite zu bedienen, manchmal gar nur notwendig um die Seite zu betreten oder schlicht eine designtechnische Katastrophe.

Sicherlich akzeptiere ich auch Flash als mögliches Mittel für den Künstler, als multimediale Ausdrucksform[1] — aber das sollte auch im Rahmen des Sinnvollen[2] bleiben und nicht das Netz mit 90% Werbung bzw. unmöglichen Bedienelementen zumüllen.

Behinderte haben ihr Kreuz damit zu tragen, versagen doch z.B. bei Sehbehinderten die entsprechenden Textbrowser, denn HTML Alternativen werden i.d.R. nicht angeboten. Nutzer von Alternativsystemen können oft auch Macromedias Plugin nutzen,manchmal auch nicht. Oder aber sie müssen teils mit Problemen zurecht kommen, die die teils ältere Version, als unter Windows üblich, heraufbeschwört. Davon abgesehen ist ein offenes Format immer von Vorteil, auch wenn es vielen nicht sofort einleuchtet.

Alternativen tun Not, diese existiert zwar in Form von SVG[3], der extra Download (knapp 12Mb) ist jedoch vielen zu mächtig (heute seltsam anmutend ob der Bandbreiten und der sonstigen Downloads).

Die andere Möglichkeit ist den Teufel mit Beelzebub auszutreiben, sprich man versucht kompatible und offene Player für dieses Format zu schaffen. Ein Projekt das sich dieses Ziel zur Aufgabe gemacht hat nennt sich Gnash[4], der Player und der dazugehörige Firefox Plugin befinden sich noch in einer frühen Phase, ermöglichen aber schon teils die Nutzung von aktuellem Flash-Content.

Browser wie z.B. Opera integrieren tiny SVG[5] oder auch SVG wie Firefox v1.5[6]. Microsofts Internet Explorer kann mit Adobes Plugin[7] betrieben werden.

Klar ist das alles noch in der Anfangsphase, aber man sollte die Chance nutzen und nicht nur aus reiner Bequemlichkeit auf geschlossene Formate bauen.

[1] Module23 Homepage — astreiner Flash Content

[2] Happy Tree Friends — schräge Flash Animationen 😉

[3] SVG Format Info bei Wikipedia

[4] Gnash — der freie Alternativ Flash Player ( alpha )

[5] Operas tiny SVG

[6] Mozilla Firefox v1.5 und SVG

[7] Adobes SVG Plugin

Schockwellenreiter — aktuelle Auswirkungen bzw. Beispiele für die Problematik

5 Antworten zu “«Webkrankheit» Flash”

  1. Ronni sagt:

    Danke Oli — Du sprichst mir aus dem Herzen!
    Sicherlich gibt es einige schöne Flashsites, die man sich auch gerne mal anschaut. Sinnvoll eingesetzt ist Flash auch eine tolle Sache. Ich denke da gerade an http://www.tokyoplastic.c.….om oder auch http://www.derbauer.de. Wenn Gestalter sich präsentieren gibt es ja auch nicht viel zu sagen — da will man was sehen. Die erste Visitenkarte ist in diesem Fall oft die eigene Webseite. Schlimm finde ich aber, dass heutzutage schon Lieschen Müller mit ihrem DataBecker Baukasten Flash einsetzen will. Durch meinen Job habe ich ja auch des öfteren mit Kunden zu tun denen ich einen Webauftritt erstellen darf und sehr oft kommt dabei die Frage nach Flash. «Ein Freund hat mir gesagt das muss man heute haben». Die verstehen dann auch nicht wenn man die Bedenken, die Du bereits vorgebracht hast anbringt. «Warum? Auf meinem Rechner kann ich sowas ohne Probleme anschauen!» … OK — ich gebe zu — ich kann kein Flash! Damit habe ich mich nun geoutet! 😀 Aber — ich lebe noch!

  2. Dr.Thodt sagt:

    Ich kenne die Problematik und umgehe das dahingehend, daß (bei mir) Flash-Animationen unverhältnismäßig teuer sind, wenn alle Überedungskünste gescheitert sind.
    Ich verfluche mitlerweile den Tag, an dem ich mich in einem Bewerbungsgespräch damit geoutet habe Flash zu können und dann hauptsächlich sinnlose Intros erstellen durfte.

  3. […] es sei ihnen gegönnt. Den Lesern der beteiligten Blogs indes wird etwas anderes gegönnt: Flashwerbung, blinkzappeldiwink, genauso nervig, wie Popups oder Overlay-Banner. Wegen der ganzen nervigen […]

  4. […] lanciert web-basierte Office-Tools Ab ab ins Web? Nach Google und Adobes Flash(!)-basierendem crap, nun auch MS als Nachzügler. Der GAU schon vorprogrammiert, entweder mittels Störung […]

  5. […] So schrieb ich schon einmal und legte auch dar, was en detail an diesem System so sehr bedrückt. Nun inzwischen existieren ohnehin nur noch zwei Möglichkeiten, entweder man übt sich im Verzicht oder Augen zu und durch. Letzterem Habitus verdanken wir heute die omnipotente Nutzung von Flash als Video Transporter im Web und bis dato konnte man das alles auch noch recht simpel umgehen, gar Files herunterladen und mittels beispielsweise VLC oder auch mplayer betrachten. Das aber auch scheint wohl Adobe ein Dorn im Auge zu sein, ergo versucht man DRM durchzudrücken, auch mittels eines eigens für diesen Zweck ins Leben gerufenen Protokolls, daß ganz dem Prinzip security by obscurity folgt Natürlich werden die ewig gleichen Ahnungslosen sofort jauchzen laßt sie, es wird ohnehin alles geknackt, nun es existieren genügend Beispiele wo dem eben nicht so ist1 , zudem ist jegliche derartige Software zu Umgehung dieser Mißstände mittlerweile verboten beim Gros der westlichen Nationen. […]

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