Web 2.x?

Leute könntet ihr mir mal einen Gefallen tun und einfach mal eure Meinungen abgeben was ihr denn unter diesem Begriff versteht? Also ob nun eine spezielle Technik, ein wirtschaftliches Modell, ein ganz spezielles Geschäftsmodell, eine gewisse Art von Inhalten … keine Ahnung, was *ihr* halt davon haltet.

O’Reilly, der diesen Begriff gewissermaßen erfand, um dem Kind einen Namen zu geben, meinte damit formal erst einmal den Wandel eines passiven WWW hin zu einem aktiven WWW. Dem kann ich mich voll und ganz anschließen, schauten sich früher die Leute passiv Webseiten an, Interaktion quasi gleich Null, kann man doch heute aktiv partizipieren und Inhalte gestalten. Herausragende Beispiele wären da Wikipedia, Blogs etc. Aber ist es denn nun eine Technik? Der Leser einer Zeitschrift ist passiv, er konsumiert, wird er irgendwann mal Redakteur dieser Zeitschrift, so nimmt er einen aktiven Zustand ein — aber mit Technik hat das doch erst einmal nichts zu tun, oder? Um den Bogen wieder zu Web 2.0 zu spannen, «Web 3.0″, sprich das semantische Web wäre eine technologische Erweiterung, Web 2.0 ist eine Zustandsänderung imo.


* Services, not packaged software, with cost-effective scalability
* Control over unique, hard-to-recreate data sources that get richer as more people use them
* Trusting users as co-developers
* Harnessing collective intelligence
* Leveraging the long tail through customer self-service
* Software above the level of a single device
* Lightweight user interfaces, development models, AND business models

Damit schließt O’Reilly seine Erklärung, um den neuen Zustand Web 2.0 etwas gröber zu umreißen, transparente Firmen, aktive User die mitarbeiten, eine vereinte «Intelligenz», miteinander verknüpfte Software, eingängige User-Interfaces etc. Sprich Technik ist nur ein winziger Teilaspekt, irgendwo in der Schublade Web 2.0. Aber schießt los, eure Meinung dazu ist gefragt :)

21 Antworten zu “Web 2.x?”

  1. gnokii sagt:

    Web2.0 ist ein reines Schlagwort, erfunden von O´Reilly nur um eine seiner Konferenzen zu pushen. Das was teilweise Web2.0 ausmachen soll, gab es ja schon vorher

  2. Oli sagt:

    Okay sagen wir es mal so, irgendwie wollte er was bündeln, um nicht jedes Mal bei Adam und Eva mit Erklärungen anzufangen 😉
    Nun ist der Begriff aber einmal da und jeder meint etwas anders darunter zu verstehen — okay für dich ist es ein buzzword. Das da kein Schalter umgelegt wurde nun Web 2.0 ist klar, aber wie schauts dann halt allgemein aus für dich? Fernab des Schlagworts?

  3. cblue sagt:

    «…eine gewisse Art von Inhalten…», nämlich «…den Wandel eines passiven WWW hin zu einem aktiven WWW». So. ;]

  4. kobalt sagt:

    Unter Web2.0 verstehe ich das Verknüpfen von verschiedenen Inhalten. Sowas gab es schon vor dem Begriff Web2.0, insofern bezeichnet er nichts neues, sondern ist Marketingsprech. Ich stimme gnokii zu.

  5. ich halte es für dasselbe wie damals das:
    »…Mul/ti/me/dia heißt: Gleichzeitig Radio, Tamagotchi, Tapedeck, Fernseher. Oder digitale Waage, Fön, Video und Toaster. Dazu Zeitung lesen, quixen und Karaoke-singen. Alles interaktiv. Auf jeden Fall der Wachstumsmarkt des dräuenden 21. Jahrhunderts…»

  6. Falk sagt:

    Web 2.0 ist für mich der Betatest für die Matrix…

  7. Chris sagt:

    Für mich persönlich: Die eine oder andere neue Technik auszuprobieren, wie ichs hier mal mit Ajax z. B. gemacht habe. Sonst nüscht.

    Allgemein der neue Begriff zum Geldverdienen, und das wird schiefgehen… 😉

  8. Sammy sagt:

    Web 2.0 ist für mich sowas wie ein SUV. Einfach nur eine Trenderscheinung, die mal als Stichwort gefallen ist und nun von jedem nach belieben benutzt werden kann.
    Ich persönlich verstehe unter Web 2.0 nichts. Einfach nichts. Denn der Begriff Web 2.0 an sich ist schon eine Frechheit hinsichtlich der Tatsache, dass man überhaupt nicht mehr differenziert. Wie mit den SUVs. Manche sind fast Geländewagen und manche sehen nur so aus, aber stolz wie Harry ist der Besitzer trotzdem über sein Offroad-Gefährt für den Stadtverkehr…

  9. Was es eigentlich heissen sollte hat mal wieder so viel mit Idealismus zu tun wie die Erfindung des Webs an sich: Kollaboration, Produktion von Wissen, Respekt und einfache Bedienung.

    Was aber daraus gemacht worden ist, ist für mich «Blase 2.0″: ein Schwall von Marketinggschwätz, die Idee doch die Benutzer selbst für die Inhalte arbeiten zu lassen und das dann zu verkaufen, dämliche Erklärungen run um XMLHttpRequest, Javascript und persistente Verbindungen und ganz besonders das schon bei Blase 1.0 nicht funktionierende Businessmodell «Überleben bis wir aufgekauft werden». Und jede Menge Stümperei, Sicherheitslücken, Diletantismus (‘cost-effective scalability’ ja, genau das sehe ich) und fehlende Sensibilität für Privacy. Ich möchte da eigentlich nicht den Begriff ‘Datenschutz’ verwenden, denn ich finde, nicht die Daten sondern die Person sollte beschützt werden, dass heisst Daten nicht um jeden Preis zu schützen (auch gegen den Datenlieferanten), sondern jedem das Recht und die Möglichkeit einzuräumen selbst zu bestimmen was er wem offenbaren will. Ich wusste um die Datenrichtlinien der Denic als ich mir eine Domain besorgt habe, aber das war meine bewusste Entscheidung es trotzdem zu tun.

  10. Sammy sagt:

    Weil schon des öfteren vermutet wurde, dass Web 2.0 die nächste Blase ist, habe ich mir die Charts der wichtigsten Börsenindizies der letzten Jahre angeschaut. Danach hat das Jahr 2006 sehr deutliche Gemeinsamkeiten mit dem Jahr 1996. Den Tipp mit dem Vergleich zu 1996 habe ich auf Stockstreet.de gefunden. Damals begannen die Übertreibungen in der «New Economy», die dann ca. vier Jahre später ihren Höhepunkt fanden. Zur Zeit ist aber noch keine Spur von Übertreibung zu sehen. 2007 wird es erstmal weiter aufwärts gehen und wenn die Analogie zu 1996 weiter Bestand hat, wird es 2009/2010 gefährlich. Also Leute, finanztechnisch sind wir im Moment anscheinend noch ganz am Anfang.

  11. Sammy, tut mir leid, aber das halte ich nun für kompletten Unsinn. Das ist wie diese Kaffeesatzleserei genannt «Charttechnik». Die Annahme dass sich Geschichte immer wieder so wiederholt ist nicht zu halten. Ich persöhnlich denke dass es diesmal erheblich schneller gehen könnte. Es sind gerade mal 6 Jahre und viele potentielle Investoren wurden damals gründlich vergrault, ob die es nochmal probieren ist ziemlich unsicher. Genauso sind auch ettliche Firmen immer noch schwer beim Aufräumen (Siehe AOL-Time Warner, zur Erinnerung, AOL hatte Time Warner gekauft!) und einige Firmengründer stehen noch vor Gericht (siehe den unendlichen Falk-Prozess).

    Google z.B. hat eine Bewertung die jeder Beschreibung spottet (und ist inzwischen schon mehr «Wert» (in immateriellen Börsenwerten) als IBM. Google wird als Technologiefirma bezeichnet, aber wenn man ehrlich ist, dann trifft «Werbeagentur» dass Ganze langsam aber sicher besser. Was würde wohl passieren, wenn MS in den IE 7.1 eine Entsprechung von Adblock integriert, der «versehentlich» Googlewerbung im Auslieferungszustand blocked? Wo ist dann der Wert dieser Firma? Die Bewertung ist schon wieder reine Gier, keinerlei Probleme sind im Preis enthalten, es wird einfach davon ausgegangen, dass das Werbevolumen beliebig wachsen kann.

    Ausserdem warum sehe ich so viele Insidertrades bei der Firma? Klick

  12. nickpol sagt:

    @Falk, Betatest is sowas von Web1.0ig, Betatest ist dann eben nicht mehr notwendig,
    ich verstehe darunter, Interaktion, 3D Browser, audio-eingaben, ne menge gadgets, vernetzung von Handy und Computer. so was in der Art.
    Web 2.0 ist keine Erfindung von O‘Reilly, sondern einer seiner MA hat den Begriff geprägt, er hat ihn dann verwendet.

  13. Sammy sagt:

    @Josef Meixne, ich bleib dabei, ein Aufschwung entsteht wenn die Stimmung moderat bis vorsichtig ist. Die Situation die du da beschreibst ist quasi ein Garant für steigende Kurse, da bei schlechter Stimmung sichergestellt ist, dass die Anleger noch einen Großteil ihres Kapitals zurückhalten. Aber erfahrungsgemäß geht das nach und nach immer schneller raus, je besser die Stimmung wird.
    Trotzdem ist die Börse natürlich die Börse und manchmal hätte man genauso gut den Kaffeesatz lesen können, aber Tendenzen lassen sich schon voraussehen. Wobei eine Prognose bis 2010 sehr unsicher ist, aber das von mir beschriebene Szenario ist meiner Meinung nach zur Zeit zu favorisieren.

  14. Falk sagt:

    @ Nickpol: Nehmt meine Sprüche in Bezug auf (PR-)Blubberblasen mal nicht so ernst. Für mich ist der Begriff schlicht nichts anderes. Das Internet ist und bleibt für mich ein «ausfallsicheres Netz zum Austausch von Daten». Welche Daten von wem, ist mir persönlich da ziemlich schnuppe. Und ob man das nun 2.0 oder 8.1 Alpha nennt, gleich recht.

  15. cblue sagt:

    Spät, aber immerhin überhaupt fällt mir ein, dass ich mal eine Weblog-Diplomarbeit (Alexandra-Katharina Kuetemeyer, 2005) in den Händen hatte. In der Einleitung heißt es:

    «Was rund um den Globus bewegt, ist keine Technologie, es ist ein Konzept, es ist das Gegenteil von Kontrolle und geschlossenen Netzwerken, gewissermaßen die realisierte Utopie von Web 1.0. […] Web 2.0 ist nicht komplett neu, seine Entwicklung begann bereits damals: Aus der Masse der vielen einzelnen Individuuen, aus den nur lose vernetzten Seiten des nichtkommerziellen World Wide Web (WWW) entwickelten sich Netze von Usern, entstanden Filesharing, Weblogs und Wikis. Web 2.0 entspricht der Auffassung, die Nutzer mit den zu Verfügung gestellten Daten und Informationen so viel machen zu lassen, wie möglich. In der Konsequenz bedeutet das, ?[a]us Statik wird Remix. Aus Webseiten Mashups. Aus Usern Content? (Kösch 2005: 40).»

  16. Oli sagt:

    Web 2.0 ist keine Erfindung von O‘Reilly, sondern einer seiner MA hat den Begriff geprägt, er hat ihn dann verwendet.

    Da kann man ja geflissentlich drüber streiten und demjenigen, wenn er da mit offenen Augen durchs Netz geht, wirds wohl lieber sein wenn O’Reilly die Fackel weiterträgt, insbesondere wenn der Quatsch mal platzt 😀

  17. Chris sagt:

    Naja, Professoren heimsen ja auch ab und zu Mal den Erfolg für die Arbeiten ihrer Mitarbeiter ein… 😉

  18. […] Fragte schonmal der Oli nebenan und außer das ich es für ein Unwort halte, erwähnte ich dort schon, dass ich es für den Betatest der Matrix halte (okay, war nicht so ganz ernst gemeint). Aber diese Definition ist dann doch treffend Web 2.0 ist ? […]

  19. […] Dem braucht man wohl nicht viel hinzuzufügen, die Menschen partizipieren, liefer den Inhalt, verbreiten den Inhalt, verknüpfen diesen untereinander und andere machen das große Geschäft. Irgendwie lautete das Gutmenschengefasel der Web2.0 Jünger doch anders, oder? Ob auf profane, althergebrachte Technik reduziert oder mittels wiedergekauten Inhalten definiert, Web2.0 stinkt irgendwie und das nicht nur in sicherheitstechnischer Hinsicht. […]

  20. Sammy sagt:

    Hier nochmal ein schöner Grund warum ich PHP auch nicht leiden kann:
    http://golem.de/0612/4944.….8.html

  21. Oli sagt:

    He he, mit PHP haben viele so ihre liebe Not — es gibt nicht viel wirklich gute Sprachen.

    Ich habe aufgehört zu zählen wie oft ich als unmoralischer Verräter bezeichnet wurde, weil ich Sicherheitslücken in PHP veröffentlicht oder Suhosin entwickelt habe

    Aber das ist leider usus auch bei vielen Open Source Projekten, rumweinen und nichts tun.

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