Web 2.0-Blase: Willst Du Geld verbrennen — musst zu Holtzbrinck rennen

Wie man Geld so richtig verbrennt, die eigenen Mitarbeiter (sehr wahrscheinlich zumindest) kopfschüttelnd zurücklässt — wir müssen sparen, sparen, sparen — hat Holtzbrinck (ZEIT, Handelsblatt) im Fall StudiVZ gezeigt gezeigt. Dies scheint nun zur Firmenpolitik zu gehören, wie die neueste Meldung bei Golem wohl zeigt.

Holtzbrinck verspricht schnelles Geld für junge Start-Ups

So verspricht der zur Verlagsgruppe Holtzbrinck gehörende Risikokapitalgeber, dass nach einer kompakten Prüfungsphase bis zu 150.000 Euro gewährt werden. Dabei steht das Geld in Form einer eigenkapitalähnlichen Darlehenskonstruktion zur Verfügung, was die Finanzierung vereinfachen soll. Verhandlungen über den Unternehmenswert und komplexe Beteiligungsverträge sollen dadurch überflüssig werden.

Na dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Also junge Start-Ups, auf zu Holtzbrinck — geht es schief, mein Gott, es gibt weit verzweigten Holtzbrinck-Haus Mitarbeiter, die genau dieses Geld für den Arbeitgeber gespart haben. Okay, manche Mitarbeiter sind auch schon bei der ARGE vorstellig geworden, dass Holtzbrinck nun dieses Geld aus dem Fenster rauswirft — aber hey, wenn das Unternehmen im Web 2.0 dann ein Erfolg wird, liebe Start-Upper, ratet mal, wem das Unternehmen und der Gewinn dann gehört?

Aber ich will mir nicht vorwerfen lassen, ich betreibe hier wieder StudiVZ– oder gar Holtzbrinck-Bashing, das überlasse ich dann doch lieber Holtzbrinck-Finanzgeschäftsführer Jochen Gutbrod selbst. Der geht laut sajonara.de nämlich schon auf vorsichtige Distanz zu StudiVZ, Alexander fasst das Interview zusammen:

Man ist sich also bei Holtzbrinck ganz und gar nicht sicher, ob die getätigten Investitionen sich rentieren. Angesichts der vielen Fragezeichen hinter der Großbaustelle StudiVZ, und den zunehmend lauter werdenden Unkenrufen aus der medialen Öffentlichkeit, scheint die Zukunft des Heuschrecken-Netzwerks nicht gesichert. 😉

Weiterlesen bei Alexander. :)

6 Antworten zu “Web 2.0-Blase: Willst Du Geld verbrennen — musst zu Holtzbrinck rennen”

  1. Ein sehr feiner Zug. 😉 Danke. Einen Gedanken möchte ich aber loswerden. Dieses neue Konstrukt… vielleicht dient es nur dazu, Konkurrenten auszuknipsen? Angenommen, es käme ein Social Network auf die Idee, sich bei Holtzbrinck Kapital zu besorgen… am nächsten Tag wären sie einverleibt.

  2. Chris sagt:

    Ich denke, das ist ein Aspekt — wird im frühen Stadium Geld verbrannt in ein Unternehmen investiert — dann sitzt Holtzbrinck wie die Made im Speck drin.

    Mal bezogen auf StudiVZ: Hätte Holtzbrinck früher zu den Investoren gehört, wäre die Übernahme viel früher gelaufen, und die Gründer nach den Skandalen einfach ausgetauscht worden — so geschah das alles sehr spät, schließlich wurden von den Kunden Dariani & Co. als die Menschen hinter StudiVZ gesehen. Halt dieses selten dämliche Klischee vom Laptop in der Garage. 😉

  3. Chris sagt:

    Zum letzten Zitat habe ich den Artikel erklärend ergänzt:

    Der geht laut sajonara.de nämlich schon auf vorsichtige Distanz auf StudiVZ, Alexander fasst das Interview zusammen:

    Ein Kommentar, den ich gerade gelöscht habe, kritisierte, dass nicht klar wird, dass ich Alexander zitiert habe und nicht Gutbrod.

    Die Kritik geht in Ordnung, aber nicht irgend welcher Blödsinn von wegen Binsenweisheiten, und irgendwelchen Schubladen mit einem Vergleich zum Karrierekiller-Artikel.

    Hier gibt es für Dich nichts mehr zu sehen lieber Peter, einmal büdde weitergehen. :)

  4. […] Artikel von Chris von F!XMBR “Web 2.0-Blase: Willst Du Geld verbrennen — musst zu Holtzbrinck rennen” hat beim Lesen und Kommentieren doch tatsächlich noch einen weiteren Gedanken zu Tage […]

  5. […] müssen. Zwar glaube ich, dass die Gründer von StudiVZ das gerne getan haben, weil sie auf das schnelle Geld aus waren. Warum ich das glaube? Nun, weil E. D. gezeigt hat, dass er gerne ein Dandee ist. — […]

  6. Kasi-Blog sagt:

    Wie sich StudiVZ die Schüler kaufen will (und dabei schon jetzt alle Fehler macht, die möglich sind)…

    Nach außen oho, nach innen pfui!
    Für 85 oder 100 Millionen Euro an Holtzbrinck verkauft, anderthalb Millionen Studenten-Profile, herumgereicht auf allen möglichen Web 2.0-Konferenzen als Start-Ups des Jahres: die Jungs von StudiVZ fühlen sich besti…

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