Was machen 5.000 Nazis in Dresden?

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Ganz klar: Sie besichtigen den Bahnhof. 😀

Die Initiative Dresden Nazifrei und alle, die gestern in Dresden auf der Straße waren, haben Großartiges geleistet. Insbesondere für die Initiative Dresden Nazifrei freut es mich, die im Vorfeld staatlicher Willkür ausgesetzt war. Der gestrige Tag war jedoch nicht nur ein Erfolg für Dresden Nazifrei, sondern für unsere Gesellschaft insgesamt. Es war schon unerträglich, dass den Nazis gestattet wurde, am 13. Februar durch Dresden zu marschieren. Dass die, die dagegen protestieren wollten, staatlichen Repressalien ausgesetzt waren, bestätigte alle Vorurteile, die man immer wieder über den Osten und dem Erstarken der NPD, der Kameradschaften und der Nazis hören kann. Egal, welche Fahne gestern auf der Straße geschwenkt wurde, ob rot, schwarz, gelb, grün oder das Piratenlogo, gestern war ein guter Tag für Deutschland. Danke insbesondere an die Bürgerrechtsorganisationen, die ohne parteipolitischen Hintergrund ihre Zeit geopfert und ihre Gesundheit riskiert haben. :)

Tagesschau — Die Straße bleibt für Neonazis gesperrt
SPIEGEL — Dresden stemmt sich gegen die Geschichtsklitterer
Störungsmelder — Sitzblockaden verhindern Naziaufmarsch in Dresden
FTD — Dresden gedenkt Bombennacht — Neonazis gestoppt

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12 Antworten zu “Was machen 5.000 Nazis in Dresden?”

  1. Gabriel sagt:

    Vorallem muss ich sagen, die Stimmung war echt genial! Danke an die Leute, die so genial Musik gemacht haben!!

  2. Chris sagt:

    Hey, Ihr kleinen Linksradikalen, die genauso wie die NPD-Brüder in der Jugend zu heiß gebadet wurden: Macht den grandiosen Erfolg von Dresen Nazifrei nicht zu Eurem Erfolg. Sonst muss ich nämlich so laut lachen, dass die ältere Dame, die über mir wohnt aus dem Bett fällt. Das wäre unfein, ist sie gerade doch sehr schwer erkältet. Danke. :)

  3. Chris sagt:

    Übrigens, obiger Kommentar bezog sich auf einen gelöschten Kommentar, der von Menschenketten und anderen Späßen sprach und den Erfolg der gesamten Stadt und der Besucher praktisch für sich vereinnahmen wollte.

    Egal, so lasse ich mir die Antifa dann doch gefallen… 😀

    Die Antifa am Schunkeln, dass ich das noch erleben darf… 😀

  4. Hans-Peter sagt:

    Hey Chris,

    die Gleichsetzung von Nazis und Linksradikalen ist nicht haltbar. Links und Rechts kann man nicht miteinander gleichsetzen, denn die einzige Gemeinsamkeit ist, dass sie von der Mitte abweichen. Doch was ist die Mitte ? Hat die Mitte automatisch immer Recht ? Während Nazis reaktionär, also sexistisch, rassistisch und autoritär etc. sind, sind Linke (incl. Linksradikale) fortschrittlich für eine freie Gesellschaft. Dies einfach für gleich, weil von der eigenen Meinung abweichend, zu bezeichen ist deshalb falsch.

    Außerdem gibt es keine Spaltung zwischen Linksradikalen und Dresden-nazifrei. Guck dir doch mal die Unterstützerliste des Aufrufes an. Das nennt sich erfolgreiche Zusammenarbeit.

    PS: Schunkelnde Antifas gibt es auch in deiner Stadt, «Straßen-Antifas singen Schlager» heißt der Sampler.

  5. olhe sagt:

    >die Gleichsetzung von Nazis und Linksradikalen ist nicht haltbar.

    Je größer das Extrem, und ich kenne dabei diverse Abstufungen, bevor ich überhaupt von Extrem rede, desto schwindender die Grenzen. Und für letzteres existieren zu genüge prominente als auch weniger prominente Beispiele.

    >denn die einzige Gemeinsamkeit ist, dass sie von der Mitte abweichen.

    Nein das ist die Definition jener gutbürgerlichen Konservative, wir sind die Mitte und wer nicht mitmarschiert ist extrem. Das jedoch ist Neusprech und hat nichts mit dem tatsächlichen Extrem zu tun.

  6. Chris sagt:

    @Hans-Peter: Ich setze die beiden Gruppen nicht gleich. Ich habe nur mit beiden nichts am Hut.

  7. ssc sagt:

    Hi Chris,

    ich möchte mal etwas zu deinem Kommentar von 16:40 sagen:

    Die Menschenkette wahr Schwachsinn! Die Menschenkette beschränkte sich ausschließlich auf die Altstadt, wo die Nazis gar nicht hinmarschieren durften. Die Nazis sollten dafür vom Neustädter Bahnhof durch die Dresdner Neustadt laufen. Die Neustadt wurde damals nicht bombardiert und ist bekannter Maßen ein eher alternatives Viertel. Warum also da maschieren? .…

    Die Blokaden in der Neustadt waren alle nicht genehmigt und wurden rechtlich von einer Versammlung zu einer Ansammlung degradiert. Ich persönlich stand 12h (kalt! kalt! kalt!) auf dem Albertplatz zusammen mit normalen Dresdner Bürgern (Rentern, Kindern, Studenten, etc.) sowie Gästen aus ganz Dtl. Diese Menschen wurden sofort pauschal von offzieller Seite diskriminiert und waren laut Orosz sogar unerwünscht! Und das waren nicht nur wie die Staatsanwaltschaft behauptet hat nur linksradikale, sondern auch SPDler und sowas wie die GEW, welche alles andere als links sind 😉

    Leider muss man auch sagen, dass der schwarze Block auch seinen Anteil am Erfolg hatte! Ich möchte mich hiermit nachhaltig von den Methoden und einigen Zielen (physische Gewalt gegen Polizisten) des schwarzen Blocks distanzieren! Der Block gehörte aber genauso dazu, wie alle anderen.

    Wer absolut keinen Anteil an dem Erfolg von gestern hat, ist das offizielle Dresden. Wäre es nach der OBM gegangen, wären die Nazis randalierend durch das ungeliebte Viertel Neustadt marschiert. Nicht ein einziger offizieller Dresdens war in der Neustadt … dafür der OBM Jenas und viele andere. Es kotzt mich daher komplett an, wenn es nun in den Medien die Menschenkette (welche im Ganzen für nicht mal 1 Stunde existierte) alle Nazis bekämpft hat und die Bürger in der Neustadt (welche mind. 10 Stunden standen) nicht mal erwähnt wurden.

    Viele Grüße
    ssc

  8. ssc sagt:

    Was mir im Nachhinein dazu noch einfällt:

    Am Neustädter Bahnhof gibt es ein Denkmal für die Juden Dresdens, weil diese über Neustadt abtranpostiert wurden. An die Juden denkt in den ganzen Jahren niemand! Das Denkmal läßt man zum 13ten sogar von Nazis schänden. Wichtig scheinen nur die unschuldigen Opfer Dresdens …

    Wenn man den Opfern des WKII so medial erschöpfend trauert, dann allen!

  9. Chris sagt:

    @ssc: Das Gesamtbild ist entscheidend. Wenn zum Beispiel Polizeikräfte zur Menschenkette abgestellt werden müssen, fehlen sie an anderer Stelle. Dazu kommen selbstverständlich auch die medialen Live-Ticker. Somit hat auch die Menschenkette großen Anteil an dem Erfolg…

  10. ssc sagt:

    Das Gesamtbild ist meiner Meinung nach nicht korrekt. Hätte es nur die Menschenkette gegeben, wären die Nazis durch die Neustadt maschiert und hätten somit ihre Bühne gehabt. Die Menschenkette war von vornherein symbolisch angelegt, wozu also Polizisten abstellen?! Den Erfolg, dass keine Nazis maschieren konnten, hat man mMn nur den Bürgern zu verdanken, die zivilen Ungehorsam verübten.

  11. Chris sagt:

    Der Umkerschluss ist genauso korrekt. Hätte es nur die eine oder andere Blockade gegeben, wären die Nazis auch marschiert. Die Demonstration aller, mit all ihren Ideen und Veranstaltungen, war wichtig…

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