Was ist.

Hab ich schon erwähnt, dass ich Hal Faber grandios finde? Nicht? Ist hiermit geschehen. 😀

Zart hat es sich mit dem Deal von StudiVZ angedeutet, aber mit der Spiegel-Titelstory über den zweiten Maskenball in Second Life am kommenden Montag ist es raus: Die Bobos sind wieder da. Selbst ehrenwerte Websites haben den Verstand verloren und angehende Journalistinnen demonstrieren, dass sie ihn nicht besitzen. Wer Second Life Ernst nimmt und Web 5.0 trällert, hat den Sinn dieser hübsch inszenierten Geldwaschanlage nicht begriffen.

heise.de — Was war. Was wird.

Dieser ganze Second Life-Blödsinn — ach, was red ich — die kleinen PR-Heinis auf den Top X-Blogs dieses Landes wissen es besser wie Hal, oder auch meine Wenigkeit…

7 Antworten zu “Was ist.”

  1. Grainger sagt:

    Ich habe den Eindruck, das sich in Second Life vorwiegend Leute herum treiben die sich besser darum bemühen würden überhaupt erst mal ein First Life zu bekommen. 😀

    Bei all den fanatischen WoW–Spielern (einige davon in meinem weiteren Bekanntenkreis) habe ich diesen Eindruck zwar auch, allerdings kann man da (Flatrate mal vorausgesetzt) nur seine 12 Euro monatliche Teilnahmegebühr in den Sand setzen, ein Verlust, der sich noch in einem überschaubaren Rahmen bewegt.

  2. Chris sagt:

    Es soll Leute geben, die sehen das da als reales Leben…

  3. Nun, Joichi Ito hat auf der 23ten C3 Konferenz auch in seinem Vortrag vorgestellt, welche Fertigkeiten das wirklich fortgeschrittene und aktive WoW-Spiel bei den Nutzern voraussetzt. Teamfähigkeit, etc. — Also, Virtualität hin oder her… et is nit alles schlecht. Den Kommerz, ja… den find ich auch beknackt und ich kann meine Zeit, nachdem ich WoW mal ausprobiert habe und ebenso Second Life, auch besser verbringen… aber hey… in Korea gibt’s welche, die für’s Zocken bezahlt (gekauft) werden. Wem’s gefällt.

  4. Grainger sagt:

    Ich weiß ja nicht ob die virtuelle Teamfähigkeit als Mitglied einer (ebenso virtuellen) Horde von Orks in einer (natürlich auch virtuellen) Fantasywelt tatsächlich wertvolle Erfahrungen für das reale Leben liefert. 😀

    Aber ich bezweifele es doch zumindest etwas.

    Tatsächlich spiele ich natürlich selbst auch gerne mal ein Game am PC, da sehe ich auch nicht das Problem.

    Wenn aber das spielen zum Lebensinhalt wird ist das durchaus problematisch, wie jedes andere Suchtverhalten eben auch.

    Und süchtig kann der Mensch scheinbar von allem werden.

  5. Nun, die Krankenschwester und der Minderjährige zeigen jedenfalls bessere Koordinationsfähigkeiten als ein Wirtschaftsexperte der auf einer Eliteschule studiert hat. Was Joichi Ito damit zum Ausdruck bringen wollte, dass in WoW jede Menge Ressourcen schlummern. Es ging um Kommunikationsmanagement… die Art und Weise, wie sie über Voice miteinander kommunizieren und das ganze organisieren. Ob du nun mit Puppen, Autos oder eben Bits und Bytes spielst. Deine Skepsis in allen Ehren, aber die Fähigkeiten, die in einem Spiel gefragt sind, wenn sie «kognitive» Sphären anbelangen, kann man ohne Weiteres ins wirkliche Leben übertragen… ob man die Plastiksoldaten ordentlich aufstellt und darüber den Putzfimmel anders interpretiert, oder eben sein Organisationstalent in Multiplayer ORPGs zu erkennen gibt, da besteht kein Unterschied.

    Dinge wie Tamagotchi oder Pokemon sind nicht wirklich schädlich gewesen. Sie waren wohl anders, haben aber die gleichen Anforderungen gestellt, oder die gleichen Rollenzuweisungsspiele entwickeln lassen, wie die Biene Maja oder Löwenzahn. Oder Actionfiguren haben denselben Nutzen wie Playmobil oder Bauklötzchen. Das ist sogar in Studien empirisch nachvollzogen worden. Ich sage nicht bewiesen, weil man selbst der Akademik auf die Finger gucken sollte und nicht alles einfach glauben soll. Ich finde Skepsis gut, bin selbst ein Skeptiker vor dem Herrn, aber wenn man einige Facetten zusammen hat, entdeckt man das PRinzip dahinter und dann ist auch gut. Finde ich. Am Ende haben wir Füße oder Rücken. 😉 Wisst ihr Bescheid.

  6. Grainger sagt:

    Natürlich wird z.B. bei Ego-Shootern die Hand-Auge-Koordination trainiert, nach all den vielen Ego-Shootern die ich bereits gespielt habe wäre ich heute bestimmt ein viel besserer Schütze als ich es während meines Wehrdienstes gewesen bin. 😀

    Ich bin nach etwas grübeln auch dahinter gestiegen weswegen ich vermutlich so skeptisch bin:

    ein Ehepaar in meinem weiteren Bekanntenkreis hat zwei Söhne (ca. 12 und 14 Jahre alt) und die sitzen eigentlich ununterbrochen vor irgendwelchen Daddelkisten, selbst auf sommerlichen Grillfesten setzen die sich von jeder Gruppe Kinder ab um sich mit ihrem Gameboy in irgendeine Ecke zu verkriechen.

    Geld ist kein Thema, es ist immer das neueste an Hard– und Software vorhanden, dafür sorgen Eltern und Großeltern schon (WoW-Account wird natürlich auch bezahlt).

    Diese Kinder sind imho bereits schwer verhaltensgestört, wenn man sie überhaupt zu einem Gespräch bewegen kann dann natürlich auch nur über ein Thema: Games.

    Irgendwie habe ich vermutlich unbewußt immer diese beiden Kinder vor Augen wenn es um allzu extremes videospielen geht.

  7. Sicherlich. Die «Extremen» gibt es immer und überall. Es ging mir wohl um den Fall, da die Leute das Ganze noch als Mittel zum Zweck erleben können. Immerhin Joichi Ito musste auch immer wieder von den Addicts zu den Dingen lenken, die ihm wichtig waren. Beide Aspekte sind der Rede Wert. Hab immerhin bald 3 Jahre im Bereich von Drogen und Sucht gearbeitet neben dem Studium. Doch das «Ding an sich» *g*, das es nur nach Stubenhocker Kant gab, hat mit der Sucht nicht zwingend etwas zu tun. Wenn die Kids Alternativen und auch «Zugänge» zu den Alternativen hätten. Mir schwant, dort findet im Umfeld niemand einen Zugang zwischen dem oberflächlichen Mammon, den sie über die Kinder ausbreiten. Dabei ist ein wenig Aufmerksamkeit gar nicht wirklich problematisch. Augen und Ohren gespitzt und schon steckt man fast in der Welt der Kiddos. Wenn man sich informiert, und ein wenig nachempfindet… tja, die ewig Junggebliebenen eben. 😉

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