Warum Journalisten kaum noch Journalisten sind

Die PR-Maschinerie läuft. Holtzbrinck hat heute bekannt gegeben, ZEIT Digital zu gründen. Dem neuen Unternehmen werden in Zukunft ZEIT ONLINE, tagesspiegel.de und zoomer.de angehören. Nach den PR-Desaster von Gruner & Jahr, hat sich Holtzbrinck nun besser angestellt. Kein sogenannter Journalist nennt es, was es wirklich ist:

Zentralredaktion

Wie man aus Mist – Zentralredaktion – Gold machen kann, beherrschen die PR-Mitarbeiter von Holtzbrinck sehr gut. Die Gründung von ZEIT DIGITAL ist ein klares Bekenntnis zu weiteren Investitionen in unsere Onlineaktivitäten und ein gutes Signal für den Qualitätsjournalismus im Internet. So kann man es natürlich ausdrücken. Kann man, muss man aber nicht. Wir nennen es Waldsterben. Schon gar nicht Journalismus. Die Liste des Grauens:

Für die einen ist es Qualitätsjournalismus, für die anderen pure PR…

, , , , , , ,

6 Antworten zu “Warum Journalisten kaum noch Journalisten sind”

  1. Thomas sagt:

    Was genau ist jetzt Deine Kritik?

  2. Chris sagt:

    Wenn Sie dies nicht verstehen, dann sind Sie Journalist.

  3. Thomas sagt:

    Die Arroganz kannst Du Dir auch sparen. Argumente würden reichen. Zunächst einmal ist Zentralredaktion ja kein feststehender Begriff. Man kann auch von Hauptredaktion sprechen. Das tun wir in unserem Artikel, während das von Dir verlinkte Meedia und Kress beide den PR-Sprech übernehmen. Bei Meedia ist nicht einmal die Rede davon, dass bei Zoomer.de das Team verkleinert wird. Bei Kress kommt das in einer Interview-Antwort zur Sprache. Aber wird nicht weiter hinterfragt.

    Wer aufmerksam liest, bevor er motzt, hat mehr davon 😉 Ich sehe da schon einen feinen Unterschied zwischen den Berichten. Insbesondere, weil ich mich via DWDL.de-Artikel und auch direkt über unseren Twitter-Account (siehe @turi2 Wohl wahr. Mich wundert, dass das völlig untergeht bislang. Alle fallen auf den Zeit Verlag rein) sehr über die Darstellung des Verlages gewundert habe.

    Deswegen widerstrebt es mir, hier in einen Topf geworfen zu werden.

  4. Chris sagt:

    Wenn interessiert schon Twitter… *g*

    Wir machen es in Zukunft so: Ich werde das großartige, das beste, das Medienportal Nummer 1, die Webseite Deutschlands, Deutschlands Online-Antwort auf Johann Wolfgang von Goethe, die Besten, der Besten, der Besten, Sir, einfach nicht mehr verlinken. Das bringt doch alles nichts.

    DWDL war mal interssant, war mal spannend, war mal für seine Leser da. Mittlerweile ist der Laden zu einer reinen PR-Klitsche verkommen. Beim Betrachten (was da alles zappeldiwinkt) bekommt man Augenkrebs, die Artikel gleichen in vielerlei Hinsicht den PR-Meldungen der Kollegen, über die Ihr schreibt. Und mal ganz im Ernst: Ihr wollt Online-Magazin sein? Ihr schafft es ja nichtmal, Kommentare zuzulassen. Bloggen tut Ihr nur, weil es ein «Muss» ist. Es wird versteckt unten rechts und stiefmüttlerich behandelt. Ihr kriecht Euren Kollegen mittlerweile dermaßen hintenrein, dass man schon beim Zuschauen Schmerzen hat und es gegen den Wind stinkt. Ich will das Wort alternativ vermeiden, verwende es nun aber doch: Aus Alternative ist GAA (Größte Anzunehmende Anpassung) geworden. Naja, vielleicht bin ich auch einfach erwachsen geworden und habe mich emanzipert.

    Achja, die Verlinkungen oben haben folgenden Informationswert — und mehr sollten sie auch nicht darstellen:

    Zoomer.de wird schleichend beerdigt.
    Mercedes wird ein Golf und degradiert.
    Verkaufen tut man sich auch weiterhin.

    Bist Du eigentlich noch zu adoptieren? 😀

  5. Also ich für meinen Teil kann die Kritik ganz gut nachvollziehen, nur weil sie nicht offenslchtlich ist, heißt das nicht, das keine Kritik vorhanden ist. Ehrlich gesagt frage ich mich ernsthaft, wie irgendjemand eine Zentralredaktion als positiv wahrnehmen kann.

    Man hat mehrere Formate unter einem Dach, die aber letztendlich das selbe sind. Das spart vielleicht Arbeit und Zeit (man muss bestehende Artikel ja nur noch umschreiben, jedenfalls bei Theman, die in mehreren Formaten veröffentlicht werden) und kann somit auch gleich die Anzahl der Artikel reduzieren, die exklusiv auf einer der Seiten erscheinen.

    Darüberhinaus kann das ganze zu schweren Fällen von Desinformation führen. Es ist mit sicherheit nicht jeder darüber informiert, welche Seite zu welchen Verlag gehört und wer da schreibt. Wenn jetzt drei Seiten die selbe Redaktion haben, steht praktisch auf allen drei Seiten auch das selbe (allzu große Unterschiede wird es auch schon vorher nicht gegeben haben, ist ja schließlich ein Verlag, aber wenig ist besser als gar keine) und damit verbunden sicherlich bei einigen Lesern die Einstellung: »Wenn auf drei Seiten das selbe steht, dann muss es ja wahr sein«

    Ich kann den propagierten Qualitätsjournalismus bei einer solchen Aktion beim besten Willen nicht finden, ich fänd das Wort »Gleichschaltung« würde sich weitaus besser machen.

  6. […] Warum Journalisten kaum noch Journalisten sind » F!XMBR Wir nennen es Waldsterben. (tags: johournaille) […]

RSS-Feed abonnieren