Warum ich mich nicht zu re:publica angemeldet habe

Eigentlich wollte ich gar nichts dazu schreiben, warum auch, ist es in meinen Augen doch vergebene Lebensmüh. Ich hätte gerne mal den einen oder andern Blogger kennengelernt, auch Markus hätte ich gerne wiedergesehen — aber es gibt genau 2 Gründe (Nachtrag: Okay, Grund 1 wurde beim Schreiben und Nochmal-Nachdenken immer größer…), warum man mich auf dieser Veranstaltung mit Sicherheit nicht sehen wird:

1. Ich hasse solche Massenveranstaltungen, da leidet nur die Qualität — und ganz im Ernst, wo (nicht nur, aber auch) Web 2.0 drübersteht, da habe ich immer ein leichtes Grinsen im Gesicht. So ein Blödsinn. Und wenn man ein Thema thematisieren will, wie das Leben im Netz, dann wirkt die Planung: Das Programm der re:publica wird zur Hälfte im Vorfeld von den Organistoren festgelegt. Die zweite Hälfte wird nach den Prinzipien von OpenSource und Web 2.0 gestaltet lächerlich. Das hat nun wirklich nichts mit Community, Opensource, Social Media zu tun, wenn die Hälfte von dieser Veranstaltung vorgegeben wird. Scheindemokratie, nothing more.

Und wo ich gerade dabei sind: Da jammern unsere Top-Blogger tagaus, tagein, dass sie als Journalisten nicht ernstgenommen werden, dass, wenn sie sich zu Events akkreditieren wollen, meist abgelehnt werden:

Pressevertreter erhalten ausschließlich bei Akkreditierung über dieses Formular sowie schriftliche Freigabe durch die Veranstalter kostenlosen Zugang zur re:publica. Die Vorlage eines Presseausweises an den Veranstaltungstagen genügt nicht, es werden keine Ausnahmen gemacht.

Kann ich mich nicht als Blogger bei Euch akkreditieren? Ach ne, siehe unten, omg…

Leute — diese ganze Veranstaltung ist ein schlechter Witz und wird einzig allein von dem Standing der Macher in der Blogosphäre getragen. Interessant, wie groß die Restriktionen sein können, und die Leute immer noch lächelnd hinterherrennen. 😉

2. Neben Markus (newthinking) der 2. Veranstalter — das muss als Information genügen. So sehr ich Markus schätzen gelernt habe, das ist dann doch ein Ausschlußkritierium — ein absolutes No-Go.

Das Thema wäre also eigentlich erledigt gewesen, wenn, ja wenn ich gerade nicht bei Mike gelesen hätte:

Der reguläre Preis (alle drei Tage) beträgt 60 Euro. Blogger und Podcaster erhalten einen Rabatt von 20 Euro, wenn sie auf dem eigenen Blog ein re:publica-Banner einbauen, zahlen also nur 40 Euro. Unternehmen zahlen 100 Euro pro Person.

Man hat entweder ob der Größe der Veranstaltung nicht geschafft, das ganze kostenlos zu halten, siehe Punkt 1, oder halt siehe Punkt 2. q.e.d.

Ich hoffe ja noch, dass das Barcamp in Hamburg etwas wird. Im Moment stockt da die Planung etwas. Ich werde da am Wochenende mal etwas schreiben. 😉

Ich habe im Moment das Gefühl, als solle mit aller Kraft versucht werden, mit der Blogosphäre Geld zu verdienen. Das muss nicht schlimm sein, jedoch kassieren das Geld wenige obere — und da hört dann der Spaß auf. Ich habe immer öfter das Gefühl, als wäre ein Watchblog für unsere Top-Blogger notwendig.

Ideen? Immer her damit, ich bin dabei. 😀

Zur Feier des Tages eine neue Kategorie — was bei uns sehr selten vorkommt: Kommerzgedudel

Und btw, der Mike ist mit seinen 20,- Euro noch verdammt günstig. Da re:publica nun reiner Kommerz ist, Banner hier — unbezahlbar. 😉

21 Antworten zu “Warum ich mich nicht zu re:publica angemeldet habe”

  1. Markus sagt:

    Die Veranstaltung war von vorneherein als Konferenz und nicht als Barcamp kommuniziert. Wir wollen eine Konferenz mit unseren Themen machen. Das kostet viel Geld, viel Zeit und unmengen Ressourcen. Man braucht einen Platz, den wir mit der Kalkscheune gefunden haben. Ein grosser Mainfloor und viele kleinere Räume. Besser als an einer Uni oder in den Räumen einer Firma, wie wir finden. Aber das kostet so eine Menge Geld

    Die Leute wollen bespasst werden, die Technik soll funktionieren, wehe es gibt kein schnelles Internet und mit dem WLAN muss auch alles funktionieren. Andere Konferenzen kosten auch Geld. Viel mehr Geld. Selbst der CCC-Kongress, wo die Preise auch nur aufgrund der mühevollen Arbeit einer Vielzahl an Freiwilligen organisiert wird.

    Die re:publica wird kein Barcamp, sondern eine Konferenz. Mit mehr als 50 Sprechern, mehr als 30 von uns vorgegebenen Voträgen und Diskussionen zu vielen Aspekten eines digitalen Lebens. Es wird ein Konzert mit mehreren Bands geben, Blog-Lesungen, genug Chill-Fläche und noch mehr Raum zur Vernetzung, zum spontan Sessions in der Tradition von Barcamps machen und zum ausspannen.

    Ich freu mich drauf, aber es ist verdammt viel Arbeit. Gross Geld verdienen wir da nicht, aber es macht Spass.

    Das kann man jetzt Kommerz und Ausverkauf nennen, man kann sich aber auch auf eine schöne Konferenz und viele nette Stunden freuen.

  2. OLiverG sagt:

    Ehm, also ich find ja den Preis OK, … aber könnte man nicht die Bands weglassen und … (Ich ‘will nicht bespasst werden’. Ich will mit Leuten reden. Wenn ich Bands will geh ich zu nem Konzert.)

    Dass de Raum was kostet scheint mir logisch und es ist mir auch nicht offensichtlich, wie man das dann kostenfrei halten soll. außer mit sponsoren. Über die motzen dann wieder andere.

    Ehm, hast du jetzt was ggeen Markus oder Johnny? Und wenn ja, dann solltest du auch sagen: was. (Kann man ja, aber nicht so, oder?)

  3. Chris sagt:

    Markus durfte ich bereits kennenlernen und hat meine größte Wertschätzung. :)

    Das muss als Info reichen. 😉

  4. Chris sagt:

    Nachtrag: Der Rest ist Ansichtssache — ich hab da mit Deiner und Markus’ Meinung kein Problem, auch wenn ich sie (siehe oben) nicht teile.

  5. Oliver sagt:

    Und wenn ja, dann solltest du auch sagen: was.

    Allgemein gesprochen kann man zwar fast alles sagen, muß es aber nicht und es geht beiweitem nicht jeden etwas an.
    Wiederum allgemein gesprochen, kann man Kritik über an einer Sache, auch wenn die Bloggosphäre in der Regel auf Kuschelkurs geht, wenn man sich erst einmal zünftig verlinkt. Womit dieser Punkt auch genau wieder hier bewiesen wurde.

  6. Falk sagt:

    Ehm, hast du jetzt was ggeen Markus oder Johnny?

    Ehm, mal ne Frage: Warum zerrst du das hier auf eine persönliche Ebene runter? Da oben wird Kritik an einer Sache geübt, einer der Veranstalter teilt seine Meinung mit und das wars. Wtf soll diese Scheisse mit «Dann musst du sagen, warum du was gegen Person XYZ hast»? Lernt man sowas heutzutage?

  7. OLiverG sagt:

    Dass Chris ein Problem mit einem der Veranstalter hat, hat er ja geschrieben, mir war zunächst nur nicht klar gegen wen. Drum hab ich nachgefragt.

    Wenn ich jetzt sage: ‘Ich geh nicht zum Barcamp XY, weil ich den dort mitorganisierenden A-Blogger AB nicht gut finde.’ (ist nicht so 😉 ) dann ist das auch ne Äußerung, bei der ich mich auf ne Nachfrage gefasst machen muss.

    ich finde: Entweder man hält die Klappe oder tut Butter bei die Fische. (Ich liebe auch nicht jeden, aber wenn ich das öffentlich amche, sag ich auch warum.)

    Notabene: ich hab das Faß nicht aufgemacht, nur nachgefragt.

  8. OliverG sagt:

    Äh, sorry, und worauf will ‘Lernt man sowas heutzutage’ hinaus?

  9. Oliver sagt:

    Nun wir sind ja hier keine Zeitung, insofern kann ein mag ich nicht so, schwamm drüber durchaus genügen und ist auch mitunter usus in der Webwelt. Man nennt das auch noch Höflichkeit. Manchmal muß auch eine Andeutung genügen, um wenigstens die Richtung klar zu machen.
    Butter bei die Fische gibts in der Regel gar nicht, weil derart wirkliche persönliche Streitigkeiten trägt man erst gar nicht in die Öffentlichkeit.
    Im obigen Fall ist es auch nicht erwähnenswert, weils ein Grund unter vielen anderen ist und ich glaube würde der Rahmen passen, wäre Chris auch dennoch dabei. Aber 1+1 zusammen wird halt mitunter ein absolutes no-go 😉

  10. OliverG sagt:

    Also er hat 2* betont, dass der 2. Organisator ein Hautptgrund ist.

    Ich lege Wert drauf, dass nicht ICH das auf die Ebene gezogen oder öffentlich gemacht habe.

    Zudem gehe ich nicht für Organistaoren auf solche events sondern für die Leute.

    Ich fidne die Art, wie die Organisatoren grad wegen 60 Euro behandelt werden ziemlich peinlich.

    (Und so genial (im resultat) ist das BC-Konzept auch nicht immer, bisschen Vorstrukturierung schadet selten 😉 )

    Zudem sind sich eh alle einig dass bei solchen Events das relevant ist, was außerhalb der Sessions stattfindet 😉

  11. Oliver sagt:

    >Zudem gehe ich nicht für Organistaoren auf solche events sondern für die Leute.

    Ich für den Inhalt, nicht für die Leute.

    >Also er hat 2* betont, dass der 2. Organisator ein Hautptgrund ist.

    Und ich kenne Chris gut genug, um zu wissen das er kein Holzkopf ist. Das er Spreeblick nicht (mehr) mag und ich nie mochte ist ein offenes Geheimnis aber auch nichts das man irgendwie vertiefen müßte.

    >Ich fidne die Art, wie die Organisatoren grad wegen 60 Euro behandelt werden ziemlich peinlich.

    Gerade nur? Für mich sind 60? viel Geld, hängt halt vom Standpunkt ab, mit der Zeit und dem nötigen Einkommen verlieren viele den Bezug zur Basis.

  12. Chris sagt:

    OliverG, für Dich ist nun hier Feierabend — ich hab mir Dein dummes Gequatsche hier lang genug angetan. Neben dem einen Satz, steht in obigen Artikel eine noch viel größere Begründung, warum re:publica nichts für mich ist.

    Ich muss mich ganz bestimmt nicht vor Dir rechtfertigen, schon gar nicht, in meinem Wohnzimmer, zumal Du hier eh in ein, zwei Tagen nie wieder gesehen wirst.

    Bei Markus wäre das ganz was anderes, oder auch bei unseren Stammlesen, die könnten mi noch ganz andere Dinge an den Kopf werfen — aber für Dich ist jetz und hier und und hier Feierabend. Bemühe Dich nicht, nochmal zu antworten.

    Trolle haben hier keine Chance.

  13. EuRo sagt:

    Ich bin Stammleser und würd’s gerne mal testen. Leider habe ich grade nichts an euch auszusetzen.
    Sag mal — wenn ich mir die Threads so angucke: 06:45 Uhr der letzte Eintrag — was macht ihr eigentlich alle so tagsüber?

  14. Chris sagt:

    Da war ich gerade aufgestanden und sitze hier nun gerade auf der Arbeit.

    Nur was tut unser Privatleben hier zur Sache?

    Ach gar nichs, na dann ist ja gut… 😉

  15. Don Alphonso sagt:

    Ich kann das durchaus verstehen, mir geht es bei solchen Veranstaltungen oft ähnlich. Mit der Folge, dass ich nur noch hingehe, wenn ich selbst auf dem Podium bin. Und meistens wieder gehe, bevor die Businesshansel mit dem Networking beginnen.

    Darf ich das hier

    Blogbar — Eine Frage der Etikette

    manuell trackbacken?

  16. Falk sagt:

    Entweder man hält die Klappe oder tut Butter bei die Fische.

    Na prima — Respektlosigkeit kann natürlich auch ein Mittel sein. Wollts nur noch gesagt haben, drüben bei mir stehen meine Kontaktdaten, wenn du meinst, noch drüber diskutieren zu müssen, ob man persönliche Befindlichkeiten öffentlich austrägt.

  17. EuRo sagt:

    War auch mehr eine rhetorische Frage. Aber die Reaktion zeigt mir, dass hier Befindlichkeiten im Spiel sind, die das Thema längst sprichwörtlich «überreizt» haben. Wollte niemandem zu nahe treten. Pardon.
    Der Don hat’s in der Blogbar ja nochmal auf den Punkt gebracht.

  18. […] EuRo: War auch mehr eine rhetorische Frage. Aber die Reaktion zeigt mir, dass hier… […]

  19. Don Alphonso sagt:

    Nochmal hier: Ich habe keine Ahnung, ob es Spesen gibt, aber es ist mir egal, ich komme wie bei manchen anderen Events einfach nur der Sache wegen. Sprich, ich würde hier einfach nichts haben wollen, weil ich die Veranstaltung wichtig finde.

  20. Chris sagt:

    Oki. :)

    Spesen würde ich auch nie vermuten, ich wollte es nur klargestellt haben.

  21. […]   09   Blackbox WWW         14:41 | Feb 27’07 re:publica Konferenz   Im April (11. bis 13.) veranstalten Markus Beckedahl — der Mann hinter Netzpolitik.org — und Johnny Haeusler von Spreeblick die re:publica. Seit Ende letzter Woche nun steht das Programm für die “Blogger-Konferenz” und die Eintrittspreise wurden festgelegt. Das die Teilnahme an der dreitägigen Veranstaltung 60 Euro kosten soll, trifft in der Blogszene allerdings auch auf Kritik. […]

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