Warum ich Blogger, kein Journalist bin

area_51_620
Foto: F!XMBR

Der gute Herr Kaliban, Gunnar Lott, schreibt darüber, aus Bronze Gold zu machen, als Journalist einen brauchbaren Text zu verfassen. Das erinnert mich wieder daran, warum ich Journalismus einfach nicht kann, mich zumindest sehr schwer damit tue.

Spoiler: im nächsten Monat erscheint ein Artikel von mir im Print (nein, mehr wird noch nicht verraten). Als die Anfrage kam, war ich schon ein wenig gebauchpinselt, das Format sagte mir zu, die Zeitschrift sowieso, die Thematik, wie ich sie liebe. Zudem mag ich die Macher, menschlich wie auch journalistisch. Ich sagte sofort zu.

Der nächste Satz des Chefredakteurs war denn, wir haben uns die und die Thematik vorgestellt. Und in diesem Moment war dann schon die Kreativität ein klein wenig eingeschränkt. Die Freiheit, die ich hier genieße, habe ich durchaus vermisst.

Ich bin ein Mensch, der über Dinge schreibt, auf Dinge hinweist, die mich interessieren, die mir Spaß machen, das kann wie gestern Nachmittag Android sein, am Abend dann ein kleiner Artikel über die Grünen Carsten Knobloch hat das Bloggersein in seinem Jubiläumsartikel hervorragend beschrieben.

Zurück zu meiner Auftragsarbeit: da stand ich nun — und mir wollte partout nichts einfallen. Ich stöberte ein wenig auf F!XMBR, schaute mir Artikel mit ähnlicher Thematik an und fing an, ein paar Zeilen zu tippseln. Auch wenn der Artikel mehr und mehr an Form annahm, ich möchte nicht behaupten, dass ich mich gequält habe, ich habe mich einfach schwer getan.

Wir tauschten ein paar Entwürfe aus, es gab Verbesserungsvorschläge, mittlerweile steht der Artikel, der auf einer Doppelseite bebildert erscheinen wird. Unter dem Strich denke ich schon, dass der Artikel gut geworden ist, doch das wird der Leser entscheiden — ein wenig Stolz darf sein, die Chefredaktion sind zufrieden und ein Lob von unerwarteter Stelle habe ich schon erhalten.

Es war eine interessante Erfahrung, eine Zusage zu geben, den Redaktionsschluss, die Deadline vor Augen, schreiben zu müssen, im ersten Moment keinen Zugang finden zu können, Verbesserungsvorschläge per Mail zu bekommen, zum Schluss trotzdem einen Text zustande bringen zu können.

Eine Wiederholung könnte ich mir sicherlich vorstellen — es sei denn, die Leser entscheiden über den Artikel wie die Grünen bei der Urwahl über Claudia Roth. 😉

Dennoch bin ich doch froh, einfach bloggen zu dürfen. Meinen Horizont hat es auf alle Fälle erweitert. Wenn ich auf Twitter beispielsweise lese, wie Elke Wittich stöhnt, sie müssen noch XYZ Zeilen bis zum nächsten Tag schreiben, kann ich jetzt viel besser nachvollziehen, was dies bedeutet.

Bloggen aber bleibt mein Hobby, meine Inspiration, meine Antriebsfeder, mein Spaß. Und das ist auch gut so. Ob nun 5 Leser wie zu Beginn oder heute mit ein paar mehr, die diesen Zeilen folgen: Bloggen ist eine Berufung, während Journalismus ein harter Beruf ist. Das heißt nicht, dass Journalismus keinen Spaß macht, doch sollten Journalisten viel öfter ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Um nicht zu sagen, bloggen. 😉

Was für ein Spaß. :)

, , , ,

Eine Antwort zu “Warum ich Blogger, kein Journalist bin”

  1. Ingrid sagt:

    Also zunächst einmal «Respekt und Gratulation» das du einen Artikel verfassen durftest und dafür auch direkt Lob bekommen hast. Ich denke das ist ein SChritt welchen sich nicht jeder trauen würde. Letztlich ist es aber denk ich nicht so wichtig wie weit die fachliche Ausbildung ist, wenn man gut schreibt und die Leser es gut finden, was macht da ein Uniabschluß ? :)

RSS-Feed abonnieren