Warum Google Street View gestoppt werden muss


Bild: «Echelon», Wikimedia Commons

Die ersten drei Linktipps übernehme einfach mal von Don Alphonso:

1. You Guys von nnier
Was natürlich auch nicht fehlt, ist der Hinweis darauf, das es «Bedenkenträger» ja schon immer gegeben und «Deutschland» nicht verstanden habe, dass man doch bitte «einfach machen» solle. Es ist zum Würgen.

2. Gugel-di-guck von mark793
Eine digitale Öffentlichkeit, deren nicht gewählte Vertreter und Vorbeter nicht vor irgendwelchen Maßnahmen der Zwangs-Eingemeindung zurückschrecken (oder gar Datenschutz und Privatheit als Diebstahl an der digitalen Öffentlichkeit deklarieren) kann mir jedenfalls gerne gestohlen bleiben.

3. Warum ich mich vor Google schütze von Don Alphonso
Street View […] liefert Anhaltspunkte, wo vorher keine waren. Sie sind nicht gut, aber sie sind für alle Bewohner dieses Landes umfassend und vergleichbar, und deshalb auch für kommerzielle Interessen von Google und vielen anderen attraktiv. Vor Street View musste man persönlich vorbeikommen, um sich vom öffentlichen Raum aus ein Bild zu machen. Mit Street View geht es immer und sofort, sobald man es mit persönlichen Daten verknüpft.

4. Google is watching you von Heribert Prantl
Stellen wir uns vor, der Staat machte so etwas. Stellen wir uns vor, die CIA führe im Einverständnis mit den deutschen Behörden und im Zuge des Anti-Terror– Kampfes mit Kameraautos durch die deutschen Straßen, um «Schläfer» aufzuspüren. Oder: Das Bundesinnenministerium betriebe als Ergänzung zur Volkszählung eine Hauszählung, genannt «optische Hauserfassung», und zu diesem Zweck führen durch die Straßen diese Autos, auf denen die Kameras montiert sind, die jede Fassade, jeden Bürgersteig und jede Garage abfotografieren.

Last, but not Least ein zeitloser Klassiker:

5. Wir haben nichts zu verbergen von Oliver
Wir haben etwas zu verbergen. Was denn genau? Nun unsere Privatsphäre, diese ist uns heilig. Kurzum wir möchten nicht, daß der Staat oder auch irgendein multinationaler Konzern1 lustig munter Daten über uns sammelt. […] Im Moment bewegen wir uns mit Siebenmeilenstiefeln auf die Grundprinzipien eines totalitären Systems zu. Kurzum, hat man nichts zu verbergen, dann fehlt einem schlicht die Fantasie bestimmte Vorgänge zu erfassen. Das hat überhaupts nichts mit Verschwörungstheorien oder krankhafter Paranoia zu tun, sondern schlicht mit gesundem Menschenverstand.

Wenn ich mir den «Shitstorm» anschaue, der täglich an mir vorbeizieht, insbesondere in meiner Twitter-Timeline, dann kann ich nur zu folgendem Schluss kommen: vielen der so genannten Datenschützer, die sich in der Debatte rund um die Vorratsdatenspeicherung und den Netzsperren profiliert haben, interessiert der Datenschutz und die Privatsphäre einen feuchten Kehricht. Es ging offensichtlich immer nur um die persönlichen Interessen. Mit der VDS könnte ja ein übereifriger Beamter feststellen, dass Blogger X öfter YouPorn & Co. aufsucht. Die Netzsperren ausgeweitet auf Urheberrechtsverletzungen? Bloß nicht, dann kann Blogger Y ja nicht mehr die Piratenbucht aufsuchen. Letztere Sätze habe ich einfach mal umgestellt von Tweets, die sich über die Gegner von Google Street View lustig machen.

Es ging offensichtlich nie um den Datenschutz, es ging um die eigenen Interessen.

Wenn dann heute noch in meiner Timeline auftaucht, dass ein ehemaliger Blogger der FAZ (derjenige welcher, der dort immer Aufsätze im Stil eines Siebenklässlers veröffentlicht hat und Probleme mit dem Urheberrecht hat) argumentiert, man würde ihn bestehlen, wenn man ihm Informationen vorenthält, sprich wir haben uns vor ihm zu offenbaren, dann fällt mir dazu nichts mehr ein. Dieses totalitäre (digitale) Weltbild ist einfach nicht das meine.

Das Einfamilienhaus meiner Familie geht niemanden etwas an, genauso wenig das Mehrfamilienhaus in dem ich und meine Nachbarn aktuell leben. Es lassen sich per Knopfdruck Rückschlüsse auf das Umfeld, die Lebensumstände ziehen – ohne das Leben, den Menschen wirklich abzubilden. Google Street View ist Teil einer digitalen Vorratsdatenspeicherung in Hand eines Konzernes, dem die Menschen völlig egal sind, bei dem einzig und allein der Ertrag zählt. «Don’t be evil» war gestern. Heute zählen die Dollarzeichen in Augen der Aktionäre.

Man muss auch nicht diese Kindergarten-Diskussion führen, ob die Polizei nun virtuell Streife fahren kann und Einbrecher in Echtzeit Häuser ausspionieren können. Hier werden wie in der Politik Nebenkriegsschauplätze eröffnet, um von den eigentlichen Problemen abzulenken. Bei vielen Einwürfen hat man den Eindruck, als würde einzig und allein der Spaß im Vordergrund stehen, manchmal kann man sich sogar vorstellen, dass mit Street View das Ausspionieren unliebsamer Blogger, Publizisten und anderer Menschen, die man nicht mag, nun noch einfacher von der Hand geht.

Der Spaß ist wichtiger als die Privatsphäre anderer Menschen.

Google Street View dringt in die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger ein. Ich verweise in dem Zusammenhang auch gerne noch einmal auf die Schufa: die Schufa erfasst nicht nur unsere finanzielle Situation, ob und wann man eventuell negativ aufgefallen ist, sondern auch wie man wohnt, ob unsere Nachbarn negativ aufgefallen sind, viele Dinge, die weit über die finanzielle Situation der Menschen hinausgehen. Die Ablehnung eines Kredites muss gar nichts mit einem selbst etwas zu tun haben – der Nachbar ist negativ aufgefallen und schon ist man gebrandmarkt. Ähnliche (falsche) Rückschlüsse lässt Google Street View zu, öffentlich, für alle so genannten Experten, einsehbar.

Googles Geschäftsmodell sind die Daten seiner User. In erster Linie werden diese dazu genutzt, um die Werbung immer professioneller zu personalisieren. Doch wer gibt uns die Garantie, dass Teile von Street View in Zukunft nicht an Kreditinstitute und andere Unternehmen verkauft werden? Professionell für einzelne Geschäftsbereiche aufbereitet, nicht das Ergebnis, welches im Internet zu finden ist? Und selbst wenn das nicht der Fall sein sollte: unzählige Datenskandale in den letzten Jahren beweisen, dass Daten nirgendwo sicher sind. Man kann sogar sagen, dass Daten bei Papa Staat sicherer sind, als in jedem Unternehmen dieser Welt.

Google hat nun «großzügig» den Bürgerinnen und Bürgern angeboten, Widerspruch einzulegen. Ich bezeichne dies als Unverschämtheit. Nicht dieses Opt-Out-Verfahren ist die korrekte Vorgehensweise, es wäre das Opt-In-Verfahren gewesen. Google hat mich und die Bürgerinnen und Bürger vorher zu fragen, ob das Unternehmen in meine Privatsphäre eindringt. Dass ich hinterher widersprechen darf, dass die schon gesammelten und vorhandenen veröffentlicht werden, spottet jeglicher Beschreibung.

Das Online-Formular zum Widerspruch, welches heute veröffentlicht wurde, ist ebenso eine Ohrfeige. Es muss die Anzahl der Stockwerke des Hauses angegeben werden, das Dach und die Fassade des Hauses müssen möglichst genau beschrieben werden, Google verlangt eine E-Mail-Adresse sowie die postalische Adresse. An letztere wird dann so genannter Verifikationscode geschickt, diesen muss man dann noch einmal online eingeben – und «schon» ist der Widerspruch erfolgt. Das ist das gleiche, als würde man seiner Lebensgefährtin die Ablehnung von Analverkehr mit öffentlichem Oralverkehr erklären.

Ich habe etwas zu verbergen: meine Privatsphäre. Ich gehe davon aus, dass es vielen anderen Menschen ähnlich geht, auch wenn der Satz «ich habe nichts zu verbergen» mittlerweile in der Bevölkerung weit verbreitet ist. Google Street View dringt in meine Privatsphäre ein, dazu gehören vermeintlich Lebensumstände, die Nachbarn, der Stadtteil in dem ich lebe. Es gibt Institutionen, die daraus Rückschlüsse ziehen und mich und alle, die von Google Street View erfasst werden, bewerten. Das ist ein Skandal – und jedem Bürgerrechtler, dem Datenschutz wirklich wichtig ist, wird dies ähnlich sehen und sollte klar Stellung beziehen. Danke an dieser Stelle an FoeBud, auch wenn die Erklärung ein wenig dürftig ist. Es ist aber ein sehr guter Anfang.

Google hat mich vorher zu fragen, nicht ich habe um Unkenntlichmachung zu bitten.

Auch lasse ich das Argument nicht gelten, wir müssen uns um wichtigere Daten kümmern, als Google Street View, zum Beispiel der Netzneutralität. Das wäre ungefähr das gleiche, als würde sich die Polizei nicht mehr um Vergewaltigungen kümmern, weil man Kindesmissbrauch einer höheren Priorität einräumt. Street View ist ein Teil vom Ganzen, dem ebenso der Kampf angesagt werden muss, wie der Vorratsdatenspeicherung, den Netzsperren oder anderen netzpolitischen Geisterfahrten der Politik.

Dass sich weite Teile der konservativen Politik nun mit Google Street View profilieren wollen – geschenkt. Es ändert nichts an der Tatsache, dass Google Street View abzulehnen ist. Google Street View dringt in unsere Privatsphäre ein, es sind eben nicht «nur» Häuserfassaden. Wer so argumentiert, dem fehlt jeglicher Blick auf das große Ganze und die Möglichkeiten, verschiedene Datensätze miteinander zu verknüpfen und dementsprechend uns alle auszuspionieren.

Wer mit dem Gesetz der Panoramafreiheit argumentiert, dem werfe ich entgegen: die Netzsperren sind auch Gesetz. Und nun? Die Panoramafreiheit stammt aus einer Zeit, in der es nicht möglich war, komplette Städte und Lebensumstände der Bürgerinnen und Bürger zu digitalisieren und zu veröffentlichen. Das Gesetz der Panoramafreiheit muss den heutigen technischen Möglichkeiten betreffend angepasst werden. In anderen Diskussionen wird dies auch immer wieder gefordert, demensprechend ist auch in diesem Fall zu verfahren.

Google Street View ist mit aller Macht abzulehnen, mit dem wichtigsten Argument überhaupt:

Ich habe Etwas zu verbergen!

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75 Antworten zu “Warum Google Street View gestoppt werden muss”

  1. Teo sagt:

    Du sprichst mir aus der Seele. Man hat das Gefühl, man sei von Leuten umgeben, die mit einer Augenbinde und Gehörschutz auf Bahngleisen rumspringen.
    Es gibt Risiken durch Google Streetview und auch solche, die wir uns jetzt vielleicht noch gar nicht vorstellen können.
    Wieso sollten wir uns denn für einen minimalen Komfortgewinn diesen Risiken aussetzen?

  2. Micxs sagt:

    Na da will ich mal 😀 😉

    Ich bin ja ein Fan von Google Streetview und habe in der kürzeren Vergangenheit gesagt: «Eure Gartenzäune und Fassade ist öffentlicher Raum» und das denke ich heute noch dazu.

    Das man Identifizierungsmerkmale wie Menschen, Gesichter, Autos und Nummernschilder usw. auf Wunsch entfernt da hab ich nichts gegen und finde es richtig das es die Möglichkeit gibt. Die Art des Widerspruchs, wie du sie beschreibst ist allerdings wirklich zu heftig. Das müsste einfacher gehen.

    Mir will bei der Diskussion allerdings nicht in den Kopf wo der Unterschied von Luftbildern die Gemeinden, Organisationen und auch Google anbietet um sich ein Bild von der Gegend zu machen, liegen.
    Man kann aus 100m Höhe genauso viele persönliche Details ziehen wie es mit Streetview möglich ist. Man kann erkennen ob die Gegend gepflegt oder heruntergekommen ist und kann sich aus der Vogelperspektive ein Bild von der Umgebung machen. Alles Informationen die nicht nur Google anbietet.

    In manchen Städten reicht ja schon eine falsche Adresse um Probleme mit verschiedenen Institutionen zu bekommen. Genauso wie du es mit der Schufa beschreibst. Und die arroganten elitären Kreise die nur mit einem reden, wenn man die richtige Wohnadresse hat, kennt jeder der eine etwas größere Stadt kennt.

    Liegt die Angst vielleicht darin, das man von einem Gesprächspartner, Geschäftspartner u.ä. danach eingestuft wird wie die Wohngegend oder das Haus aussieht? Ein Mensch der einen nach seiner Wohngegend beurteilt und nicht nach seiner Leistung/Arbeit/Wissen ist für mich sowieso kein akzeptabler Gesprächspartner.

    Das ist das typische Problem der Statussymbole. Ala : «Hast du gesehen, einen auf dicke Taschen machen und dann in so einem Wohnviertel oder Haus wohnen.» oder «Falsches Auto vor der Tür» oder «Nachbar hat falsches Auto vor der Tür, scheiß Gegend»

    Es geht doch darum das keiner sehen soll in welchen Verhältnissen man lebt. Mein Haus, mein Garten, mein Pool, mein Auto, mein Jägerzaun. Und leider gibt es Menschen gibt die den Wert eines Menschen genau nach diesen Symbolen bewerten. Ist aber nicht diese falsche Bewertung das Problem und nicht die für jeden öffentlich zugänglichen Daten?

  3. Super, selbst wenn es so ist, wie in den letzten drei Absätzen behauptet, das ist noch lange kein Grund Pro Street View. Hier gehts um Privatsphäre, das Verknüpfen von Daten, nicht um irgendwelche Ängste.

  4. >Ich gehe davon aus, dass es vielen anderen Menschen ähnlich geht, auch wenn der Satz «ich habe nichts zu verbergen» mittlerweile in der Bevölkerung weit verbreitet ist.

    Du wirst lachen, dieser Satz kam mir derart oft zu Ohren in letzter Zeit, insbesondere von Zeitgenossen, die noch vor ein paar Jahren stolz mit «Stasi 2.0″, «SSchäuble» & Co um sich warfen, ihre Webauftritte mit «aufklärenden» Eselsohren schmückten. Als «analogen Menschen» bezeichnete man mich, «Fortschrittsfeindlichkeit», ja gar «Technophobie» war man mir vor. Und irgendwie dachte ich nur die ganze Zeit:«irgendwo hörte ich das schon einmal …», ein deja vu übelster Sorte.

    Aber der Komfort, die Innovation … und die antiquierte Panoramafreiheit, ersonnen im 18./19.Jhd., müssen gar herhalten, um uns «Technologiefeinde» eines besseren zu belehren. Auf der anderen Seite sind es jene Pharisäer, die das Urheberrecht abstrafen, weil heutzutage nicht mehr adäquat. Wenn denn alleinig der persönliche Vorteil zählt, geht der Verstand mitunter vollends verlustig. Jürgen führte die Irrungen und Wirrungen seitens Google noch ein wenig weiter aus in seinem Artikel Nichts zu verbergen III.

    Warum aber nur argumentiert plötzlich das Gros mit Gesetzen? Ist es doch bei jenen sonst die Kür, zumindest im Web «zivilen Ungehorsam» vorzugeben? Ein derart wankelmütiger Haufen soll es richten? Jener hoi polloi soll die letzte Bastion der Bürgerrechte markieren. Diese digitale Arroganz, ja gar Dekadenz soll von digitalen Gefilden aus die «Weltrevolution» steuern? Des Netcitizens «Viagra» ist die Beteiligung an der Datenflut für lau. Vorratsdatenspeicherung nach hausmacher Art: mittels Google, Microsoft & Co frei Haus, seitens Mashups en masse mundgerecht dargereicht.

    Wie nennen wir dieses Konstrukt? Stasi 3.0? Bastelt jemand Eselsohren, T-Shirts etc.? Die Spielzeugmacher gehen ihrem Business nach und appelieren an die «niederen» Instinkte eines jeden Nerds. Auch ich bin selten gefeit dagegen und dennoch, während ich es eifrig nutze, fällt es mir dann doch manchmal wie Schuppen von den Augen. Noch mehr Daten? Eine noch höhere Dichte? Kai von Ravenhorst hat dieses Dilemma recht gut akzentuiert.

    Im Rahmen der VDS schrieb der CCC anno 2009:

    Die Gefahr von Datenmissbräuchen sowie die Möglichkeiten, Rückschlüsse auf intime Details, Aufenthaltsorte, Gewohnheiten und Vorlieben im Leben jedes einzelnen Bürgers zu ziehen, stehen in keinem Verhältnis zu dem möglicherweise im Einzelfall bestehenden Vorteil bei der Strafverfolgung.

    Uti, non abuti. Aber wer soll dies kontrollieren, wer denn nun einzig gebraucht und nicht mißbraucht? Sind die Daten erst einmal im Umlauf, lauert der Mißbrauch schon an der nächsten Ecke. Gestern noch war die Vermeidung einer Datenflut die Maxime im Web, heute ist die Antwort ein Plus an «Freiheit» und Komfort. Die VDS gepaar mit Vater Staat ist eine recht üble Sache, aber Googles «don’t be evil»-Attitüde, trotz eines größenwahnsinnigen CEOs, triggert eine Art Stockholm-Syndrom bei vielen Jüngern, ähnlich jenen folgsamen Legionen des Apple-Gurus.

    Ich bin weiß Gott nicht abgeneigt gegenüber Spielereien, aber irgendwo müssen vernünftige Grenzen gezogen werden. Und was mir Übel aufstößt ist diese stetig steigende Flut an Daten ohne jegliche Grenzen. Anno 2006/2007 schrieben wir bereits darüber, benannten Microsoft erste Gehversuche in puncto Streetslide oder auch die Vorhaben einiger kanadischer Städte ähnliche Projekte auf eigene Faust zu betreiben … das Hallo war groß, damals zumindest.

    Und bevor es jemand erwähnt: Google Earth etc. pp. Wo ist der Rahmen, wer kontrolliert die privaten Überwacher? Einerseits dem Spieltrieb nachgehen, andererseits mit «Schaum vor dem Maul» einzig Google zu verneinen ist keine Lösung. Hier bedarf es der Vernunft und da diese kaum vorhanden ist, plädiere ich gemäß der Maxime weniger ist mehr.

  5. >Es geht doch darum das keiner sehen soll in welchen Verhältnissen man lebt.

    @micxs, das ist deine Meinung und vielleicht ist es auch die Einstellung einiger, das gibt dir jedoch nichts das Recht, über das Befinden anderer hinweg zu entscheiden, nur weil es zu _deinem_ persönlichen Vorteil gereicht.

    >Ein Mensch der einen nach seiner Wohngegend beurteilt und nicht nach seiner Leistung/Arbeit/Wissen ist für mich sowieso kein akzeptabler Gesprächspartner.

    Willkommen in der Realität. Die Ignoranz dieser erhebt die eigenen Vorstellungen noch lange nicht zu eben dieser Realität. Erst das Spielzeug, dann der Rest … eine derartige Denke führte schon desöfteren zu einem immensen Kolateralschaden. Hinterher wills wieder keiner gewesen sein, gemäß dem Motto «ich wollte doch nur spielen». Kurzum, es geht dich einen «Dreck» an, aus welchem Grund jemand etwas zu verbergen hat.

  6. Alex sagt:

    Als das Schlimmste bei der ganzen Sache sehe ich solche Leute wie diese hier. (Edit: Ich habe den Link zur Stalker– und Stasitruppe entfernt. Chris)

    Wer hat sich diesen Schwachsinn mit der «digitalen Öffentlichkeit» eigentlich ausgedacht? In der Rechtswissenschaft ist der Begriff vermutlich noch nie aufgetaucht und innerhalb der Gesellschaft hat er ja wohl für maximal ein Prozent irgendeine Bedeutung.
    Ich glaube, ich denke mir auch mal irgendwelche Rechte aus und unternehme dann alles, um diese durchzusetzen gegen die fiesen Bösewichte, die mich daran hindern wollen. Zum Beispiel verfüge ich jetzt das Recht der Gehaltsöffentlichkeit. Wenn es irgendeinem kommerziellen Weltkonzern gelungen ist, die Einkünfte fast aller Deutschen zu ermitteln und öffentlich zu stellen, dann wehe dem, der seine Zustimmung verweigert. Mich stört es doch auch nicht, wenn man mein Gehalt kennt.
    Okay, das war jetzt mäßig witzig, aber höchstens genauso dämlich wie das, was die militanten Street-View-Befürworter in ihrem Wahn herumfantasieren.

  7. Micxs sagt:

    @micxs, …, über das Befinden anderer hinweg zu entscheiden, nur weil es zu _deinem_ persönlichen Vorteil gereicht.

    An welcher Stelle habe ich das getan. Ich kann wie jeder ander nur meine persönliche Sicht darstellen und habe bestimmt keinen 100% Anspruch auf Richtigkeit oder das andere das auch so sehen sollen.

    @micxs … Hinterher wills wieder keiner gewesen sein, gemäß dem Motto «ich wollte doch nur spielen». Kurzum, es geht dich einen «Dreck» an, aus welchem Grund jemand etwas zu verbergen hat.

    Das Problem daran ist doch nicht das mich interessiert was jemand zu verbergen hat sondern eine Angst die durch die Gesellschaft geprägt wird in der man nur etwas Wert ist wenn man die richtigen Statussymbole hat. Mir ist scheiß egal wo jemand wohnt oder wie sein Haus aussieht. Ich mache eine Beurteilung daran nicht fest. Mir ist aber bewußt das diese Statussysmbole in dieser Gesellschaft fest verankert sind, nur geb ich persönlich einen Scheiß darauf. Welche «Ideologie» nun besser ist kann ich wiederum nur für mich entscheiden. Ich fang einfach mal damit an …

  8. Micxs sagt:

    Meinst du nicht auch das es genug öffentliche Daten über Menschen gibt die man miteinander verknüpfen kann und meinst du nicht das es bei einigen Firmen Datenbanken genau über diese Verknüpfungen gbit. (quellen z.b. Luftbilder (Gemeinde oder Stadt), Telefonbuch, facebook, persönliche Webseiten usw. )

  9. Und wenn, das ist doch kein Argument noch eine Datenbank anzulegen. Im Gegenteil.

  10. Micxs sagt:

    Ich denke das mit der Zeit immer mehr Daten öffentlich werden. Das zeigt alleine das Verhalten der User in sozialen Netzwerken und auch die technischen Änderungen wie: Fotohandy, Kameras usw.

    Und du wirst nicht verhindern können das eine nicht öffentliche Datenbank entsteht/entstand, die genau diese Verknüpfungen beinhaltet. Im Grunde darf man nichts veröffentlichen wenn man es genau nimmt, denn mit jeder Veröffentlichung gibst du einen Teil deiner Meinung und somit deiner Person preis.

  11. Warum diese pseudopsychologische Herangehensweise? Beschäftige dich mal tatsächlich mit derlei Dingen und du wirst sehen wieviel man daraus zu lesen vermag. Es ist schlichtweg eine himmelschreiende Arroganz a la Schäuble & Co zu argumentieren und etwas in hereinzuinterpretieren. Angst mag bei manchen Motor sein, bei anderen ist es mitunter schlichtweg Wissen, weil diese u.U. tagtäglich mit Daten hantieren. Und damit meine ich keineswegs die digitalen Hausmeister der It, vulgo Administratoren genannt.

    Genau mit dieser Art von Interpretation gemäß deinem Gusto zwingst du andere in eine Verteidigungshaltung. Früher beim Dreiergremium beim Bund gabs ähnliches: sie sind gegen Krieg und Waffen? Was tun sie, wenn ihre Freundin angegriffen wird? Verteidigen. Sehen sie, genau das machen wir auch.

    Iche erwarte nicht viel, wundere mich jedoch warum sich einige für kleine Spielereien derart prostituieren.

  12. Du wirst es nicht glauben, aber mir ist es vollkommen Schnuppe ob hier jemand die Häuserfront fotografiert. Ich gehe dann aber auf die Barrikaden, wenn ich es in einer Datenbank wiedee finde und diese abgleichbar ist mit anderen Datenbanken. Ziemlich simpel, oder? Aber ich verwehre anderen auch nicht die Sorge per se schlicht nur bundesweit, ja gar weltweit abgelichtet zu werden.

  13. Grainger sagt:

    Selbst wenn ich nichts zu verbergen hätte, dann geht schon allein diese Tatsache niemanden etwas an.

    Die diversen Datenbanken, die heute bereits existieren sowie die, die noch kommen werden (bzw. schon im Aufbau begriffen sind), werden früher oder später

    a) vernetzt und miteinander ab geglichen und
    b) missbraucht werden.

    Das ist so unvermeidlich wie das Amen in der Kirche.

    Und wenn man sich in (nicht all zu ferner Zukunft) bei einem neuen Arbeitgeber bewirbt, dann wirft der gleich mal einen Blick in die Gesundheitsdatei des Bewerbers und in die diversen Payback-Datenbestände (ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Leute für ein paar Cents Rabatt bereitwillig ihr Einkaufs– und Konsumverhalten offen legen).

    Dann noch ein zweiter (oder dritter) Blick per Streetview in die Wohngegend des Bewerbers und man darf sich auf Kommentare wie:

    «Sie waren in letzter Zeit aber häufig krank, aber bei ihrer ungesunden Ernährungsweise und ihrem Alkoholkonsum ist das ja auch kein Wunder. Da bleibt für die Miete in einer anständigen Wohngegend scheinbar nicht genug übrig.»

  14. ZEITungsleser sagt:

    Ich möchte anmerken, dass die Panoramafreiheit prinzipiell, und auch dies ist mir erst in den letzten Tagen verdeutlicht wurden, sich prinzipiell als Schranke des Urheberrechts manifestiert, bzw. als solche gedacht ist. Welches bedeuten soll, dass sich «Kunstwerke», an denen ein Urheberrecht besteht und welche sich im öffentlichen Raum befinden, oder von diesem aus einsehbar sind, abgelichtet werden dürfen, ohne das der Urheber dies verhindern könnte.
    In der Debatte um Streetview ist dies also weder von den Befürwortern ein Argument pro Streetview, als auch von den Gegnern ein Kontraargument dagegen, mit dem Hinweis auf das Entstehungsjahr dieses Gesetzes. Das einzige was die Panoramafreiheit begründen würde, ist dass z.B. die Fotografie eines Hundertwasserhauses oder anderer kultureller Bauten von der Straße aus, nicht durch die jeweiligen Inhaber des Rechts untersagt werden können.

    Da ich mich selbst als pro Streetview bezeichnen würde, aber sehr wohl das Problem der Verknüpfbarkeit unterschiedlicher Datenbanken sehe, bin immer noch nicht zu einer sinnvollen Antwort für mich gekommen welche Regelung/Gesetz ich mir gerne wünschen würde.
    Ganz neben bei ist dies auch jenes, welches mich bei den «Streetviewgegnern» doch sehr erstaunt, dass es anscheinend kaum jemand gibt, der klipp und klar sagt, wie er sich ein entsprechende Regelung/Gesetz vorstellt was noch erlaubt sein soll, und was nicht mehr.

    Oliver z.B. scheint seine Grenzen sehr eng zu sehen, wie er in einer Antwort auf einen meiner Kommentare deutlich werden ließ. Er fand er fand es z.B. als «nicht okay», dass ich als privater Openstreetmapper meine privaten Fotos diverser Häuser an diversen Stellen in’s Netz stelle. Ich persönlich habe, wie schon oben angedeutet, mit alleinstehenden Datenbanken kein Problem, jedoch mit der Verknüpfung der unterschiedlichen Informationen aus unterschiedlichen Datenbanken. Diese würde ich natürlich gerne untersagen.
    Aber ich bin viel zu viel Realist, um mir nicht ausmalen zu können, dass selbst wenn ein solches Gesetz besteht, diese Informationen im Verborgenen trotzdem gesammelt werden, und zu meinem Nachteil verwendet werden. Und da sind wir natürlich bei dem Punkt, dass einschränkende Gesetze nicht nur verabschiedet werden sollten, sondern dass auch abgewägt werden sollte, inwiefern diesen Geltung verschafft werden kann.

    Ich gebe offen und ehrlich zu, dass ich persönlich da momentan nicht weiter komme, weswegen ich mir momentan erst einmal Gedanken über die extremen Grenzfälle des Szenarios mache. Dies gipfelt aktuell in der philosophischen Frage, wie eine Gesellschaft aussehen würde, in welcher Jeder alles über Jeden wüsste. Nur um nicht falsch verstanden zu werden, wünschen würde ich mir so etwas aktuell nicht. Jedoch glaube ich, dass sehr wohl ein gewaltiger Unterschied zu dem Szenario bestehen würde, welches gemeinhin als BigBrother bezeichnet wird, in welchem Einige über Alle alles wissen.

    Gut, genug der Philosophie. Ich hoffe darauf, dass jene, denen ich es sehr hoch anrechne sich Gedanken über ihre Privatsphäre zu machen, sich bitte aber auch Gedanken darüber zu machen, an welcher Schwelle ihre Privatsphäre evtl. endet. Ohne die Definition dieser Grenze wirkt die Argumentation contra Streetview in meinen Augen leider nur wie ein Reflex. Einfach nur zu sagen, ich will Streetview nicht, und fühle meine Privatsphäre verletzt funktioniert nicht, insofern Streetview bestehende Gesetze nicht verletzt. Wenn jemand bestehende Grenzen dem digitalen Zeitalter anpassen will, wofür ich vollstes Verständnis habe, dann sollte er die Demarkationslinie aber auch definieren können. Ein Bauchgefühl hilft für den Diskurs und die Zukunft nicht.

    Danke für die Aufmerksamkeit
    Euer ZEITungsleser

  15. Jan Ehrhardt sagt:

    Ich möchte natürlich auch meine Privatsphäre verbergen, aber mir stellt sich da die Frage, wo die Privatsphäre eigentlich beginnt.

    Es wird immer wieder die Schufa als Beispiel gebracht und ja, die Schufa ist eine Organisation, die man abschaffen sollte. Es werden immer wieder Beispiele gebracht, wo es um die Verknüpfung von persönlichen Daten mit Streetview Bildern geht und auch dagegen muss man definitiv vorgehen.

    Aber genau das ist der Knackpunkt! Es geht um Informationen über mich als Person. Es geht darum, was jemand anderes über mich weiß und was nicht. Aber all das hat nichts mit Streetview zu tun! Streetview sind erstmal nur die Fotos (wenn auch viele und mit geografischen Informationen).

    Ich würde sofort aufschreien, wenn Google mein Foto, meine Telefonnummer, etc. in Streetview einblenden würde. Aber ich würde auch aufschreien, wenn Google diese Informationen einfach nur auf einer Karte anzeigt, oder als Ergebnis in der Google Suche präsentieren würde.

    Ich finde sogar, dass die bloßen Fotos — solange keine persönlichen Daten damit verknüpft sind — eine Berreicherung für die Menschheit sind. Es wäre sogar noch viel besser, würden sie alle unter einer CC-Lizenz stehen, damit sie jeder Mensch (oder auch Firmen) weiter nutzen kann.

  16. luttz sagt:

    Was meint ihr mit «Ich habe Etwas zu vergeben!» am Ende des Artikels — «verbergen» würde ich ja verstehen — Tippfehler oder raffe ich grad die Bedeutung nicht?

  17. Typo. Ist gefixt. Danke.

  18. Dirk sagt:

    Du bringst selber das Beispiel der Schufa und da wird doch schon klar: Die Schufa und die Wohnbewertung gab es schon vor Street View. Einbrecher konnten auch auch schon vor Street View dein Haus angucken und Fremde konnten nach deiner Definition auch früher schon deine Privatsphäre verletzen, indem sie vor deinem Haus auf dem Bürgersteig rumstehen. Warum lese ich dazu hier nichts? Street View bringt die Realität nur ins digitale — Natürlich ist das schneller. Aber auch vor dem Internet konnten wir fast alle Informationen bekommen, wir mussten halt nur zur Bibliothek oder den aktuellen Forschern gehen. Aber das Internet hat das vereinfacht, und ich finde das eine gute Sache. Und deshalb finde ich auch Street View gut.

    Dass bei Google Street View Datensätze verknüpft werden wäre mir nicht bekannt, halte ich für technisch sehr schwierig udn ich habe dafür auch keinerlei belege — Ich wäre interessiert, wie ihr auf diese Behauptung kommt? Wie soll man denn eien Häuserfront mit meinen persönlichen Daten verknüpfen? Das fände ich in der Tat bedenklich, weil es wieder zu diesem Scoring führen würde, welches schon die Schufa verboten kam (berechtigterweise).

    Und wenn man sich über ST aufregt, obwohl es nicht schlimmer oder dringender ist als z.B. Netzneutralität, warum regt man sich nicht auf über Bings Vogelperspektive auf? Sorry, aber das finde ich persönlich viel schlimmer aus Datenschutzperspektive. Da sind es nämlich nicht 2,90m, sondern ein paar mehr. Achja, aber ich vergaß ja, Google ist ja gerade böse und Microsoft gut. Ahja.

  19. Ich habe nirgendwo geschrieben, dass Microsoft gut sei — im Gegenteil. Auch MS gehört da zum großen Ganzen. auf Google konzentiert sich gerade die Diskussion, sollte es da gesetzliche Regelungen geben, wird sich auch MS daran halten müssen.

    Zum Thema Netzneutralität einfach zwei Artikel zurückblättern. Sorry, Du scheinst hier gerade all die zugespitzen Kritiken aus dem Artikel zu bestätigen…

  20. Ein Mensch sagt:

    Die Verknüpfung findet bei google maps doch schon statt. Es werden aus irgendwelchen ominösen Quellen z.B. Firmenadressen dazu gemischt. Klar, das wurde gleich als nützlich bezeichnet, weil damit eine angebliche Weltfirma als abgerissenes Büro im 1. Stock über dem Sexshop entlarvt wurde, aber die Frage ist schon, wo denn die Adresse herkam. Meine Firma wird bei google maps z.B. an meiner Privatadresse geführt. Ich habe keine Ahnung, wie google dazu kommt, oder wo und wie ich das ändern lassen kann. Und wer soll berechtigt sein, dass zu ändern. Und warum muss ich das überhaupt. Wie erfahre ich davon. Da sind diverse geöffnete «can of worms» in dem ganzen Modell über die noch niemand nachgedacht hat.

    Insgesamt muss ich zwar sagen, dass für mich persönlich die Eingriffsintensität von Streetview zur Zeit noch deutlich unter der von — sagen wir mal — dem SWIFT-Abkommen ist, und das Allgemeinwohlinteresse vielleicht sogar höher, aber der Punkt ist, dass ich weder bei SWIFT noch bei Streetview mein Einverständnis gegeben habe. Bei Streetview hat aber — anders als bei SWIFT — keine gesellschaftliche Debatte darüber stattgefunden, ob wir das als Gesellschaft wollen.

  21. […] Street View. Ich will hier nicht die Argumente diverser Quellen wiederholen. Vielleicht hier mal schauen. Ich möchte vielmehr das Augenmerk auf etwas lenken, was bisher kaum erwähnt wurde. […]

  22. >Wie soll man denn eien Häuserfront mit meinen persönlichen Daten verknüpfen?

    Versuchs mal, Google Maps interpoliert recht gut die Hausnummern. Ein simples Mashup kann angekaufte Adressdaten oder bereits vorhandene mit der Örtlichkeit verbinden. Technischer Aufwand? Gering. Man nutzt einfach die Google Maps API … aber dies weißt du gewiß alles schon.

    Das war nur ein simples Beispiel. Die Daten sind schon längst mehr oder weniger vogelfrei, selbst bei Zeitgenossen, die das Netz meiden.

    Es mag arrogant klingen, aber die grundlegenden Dinge können wir nicht jedesmal wiederholen. Wer mitreden möchte, sollte zumindest den Schimmer einer Ahnung besitzen.

    >Und wenn man sich über ST aufregt, obwohl es nicht schlimmer oder dringender ist als z.B. Netzneutralität, warum regt man sich nicht auf über Bings Vogelperspektive auf? Sorry, aber das finde ich persönlich viel schlimmer aus Datenschutzperspektive. Da sind es nämlich nicht 2,90m, sondern ein paar mehr. Achja, aber ich vergaß ja, Google ist ja gerade böse und Microsoft gut. Ahja.

    Und eigentlich bereute ich es ab diesem Punkt schon wieder den Schmarrn bis zu Ende gelesen zu haben. Zeitvergeudung …

  23. >Insgesamt muss ich zwar sagen, dass für mich persönlich die Eingriffsintensität von Streetview zur Zeit noch deutlich unter der von — sagen wir mal — dem SWIFT-Abkommen ist

    Das muß man alles in Relation zueinander betrachten, nicht losgelöst. Ein paar Bilder allein besitzen noch kein großartiges Potential. Problem ist, und damit ich keineswegs dich, viele wissen davon nichts, kennen nicht die Möglichkeiten, die etwaigen Datenquellen oder die Mittel und Wege Muster in genügend großen Datenbeständen zu erkennen. Die Vorratsdatenspeicherung wurde unlängst privatisiert. Stasi 3.0 … natürlich ohne die Prügelknaben der Version 2.0. Eric Schmidts Aussagen kennen die wenigsten nicht einmal. Informationsgesellschaft? … :-)

  24. Irgendjemand sagt:

    Zu den Unternehmen welche sicher Interesse daran hätten den Blick von der Straße mit ihren bereits gesammelten Daten zu verknüpfen.

    Dort gibt es auch eine Liste. Aber keinesfalls vollständig. Mir fällt dazu auch ein das derartiges oft in die Schweiz ausgelagert wird. Es geht dort nicht nur um Schulden, auch ganz banale Dinge wie hängenlassen in der kostenpflichtigen Warteschleife irgend einer Hotline bei «nichtgefallen».

  25. […] Doch egal was Google unternimmt, sie werden keine Chance haben, wenn Bürger ihre Häuser nicht zeigen möchten. In der Regel wird wohl niemand Google Street View dazu nutzen, um einen Einbruch zu […]

  26. Tom sagt:

    Das Pro oder Contra kann nur jeder für sich selbst entscheiden. Ich sehe kein Problem darin, wenn «mein» Haus zu sehen ist. Aktuell ist dort bei Google Earth sogar noch grüne Wiese. Haus steht seit 6 Jahren. Diese Abgelegenheit entspannt natürlich zusätzlich.

  27. Das ist ja gerade das Problem, keiner kann es wirklich entscheiden, man gerät allenfalls im Nachhinein zum Bittsteller.

  28. ZEITungsleser sagt:

    Ich möchte aber fast wetten, dass wenn du den DOP-Viewer des Bundes nimmst, du bestimmt wesentlich aktuellere Aufnahmen und in einer höheren Auflösung zu Gesicht bekommst. Und Adessen zeigt der DOP-Viewer nicht nur an, sondern man kann auch gezielt nach ihnen suchen, oder sich aber alle Adressen eines bestimmten Kartenausschnittes anzeigen lassen. Mit ein bisserl Skripterei kann man auch diese Datenbank des Bundes mit anderen verknüpfen, um an neue Informationen zu gelangen.

    Gruß ZEITungsleser

  29. DxU sagt:

    »Zum Beispiel verfüge ich jetzt das Recht der Gehaltsöffentlichkeit. Wenn es irgendeinem kommerziellen Weltkonzern gelungen ist, die Einkünfte fast aller Deutschen zu ermitteln und öffentlich zu stellen, dann wehe dem, der seine Zustimmung verweigert. Mich stört es doch auch nicht, wenn man mein Gehalt kennt.«

    Soweit hergeholt ist das garnicht, schau nach Schweden, da kannst du im Netz schauen was dein Nachbar oder dein Chef oder sonst wer verdient. Die Informationen waren aber auch schon früher, bevor es «dieses komische Internet» gab öffentlich einsehbar. Habs mal gegooglet (ohwei schon wieder)

    Und für die Schweden ist das eben ganz normal.
    Man mag das gut finden oder nicht. Ich hätte damit vielleicht auch Probleme. Aber ich habe nicht den Eindruck,dass die Schweden in einem Überwachungsstaat leben und ich bezweifele, dass dort jeder erstmal wenn er Leute kennen lernt, deren Einkommen im Netz nachschlägt.

    Ich glaube eher und hier schliesst sich der Kreis für mich zu StreetView, das ist so ein wenig wie FKK, da spannt idR keiner, weil sowieso alles zu sehn ist und man ja selber nackig rumläuft.

    Auch ich teile die Bedenken bezüglich StreetView, aber ich glaube es ist nicht die Frage, ob wir das nun bekommen oder nicht, sondern wie wir damit umgehen und wie wir uns vor Missbrauch schützen oder geschützt werden sollen.

    Ich kann schon heute in GoogleEarth meine Adresse suchen und bei entsprechend eingeschaltenen Features werden da auch Bilder meiner Wohnung gezeigt (mit weit aufgerissenen Fenstern), weil mein Nachbar seine Hauseingang da geknipst und bei Panoramio abglegt hat. Da brauchte google garnicht mit dem Auto vorbei fahren.

    Wir leben im Informationszeitalter und letztlich werden wir es auf Dauer nicht verhindern, dass immer mehr öffentlich wird und alte Wertmasstäbe nicht mehr gelten. Passt mir zwar nicht, ist aber so. Das musste die Contentmafia lernen und jetzt lernen die Menschen eben , dass ihr Durst nach Information letztlich auch sie selber öffentlich macht.

    Oder anders gesagt, wer keine Kulturstreifen will, muss sich halt nackig sonnen.

    Gruss DxU

    P.S. ich finde ELENA tausend mal schlimmer als StreetView
    weil hier schon im Ansatz erkennbar ist, dass es gegen die Bürger eingesetzt werden soll. Und da habe ich keine Opt-Out Möglichkeit. Aber zum Glück bekommen sie es ja derzeit nicht auf die Reihe

  30. Gunther sagt:

    Wahrscheinlich kriege ich jetzt richtig Haue für das was ich schreibe aber: 99,99 Prozent ist es doch schnurzpiepegal, wer in einem bestimmten Gebäude lebt. In genauso vielen Fällen kann ich ja nicht einmal herausfinden, wer darin wohnt, es sei denn der Betreffende schmeisst mit seiner Adresse im Netz um sich. Oder er besitzt eine Domain, über die sich bei Denic dann die Adresse herausfinden lässt. Google wird das aber sicher nicht machen, also bleibt das eine punktuelle Analyse durch Privatleute.
    Ach ja: und diejenigen, die es richtig interessiert, die können schon seit Ewigkeiten auf ähnliche Daten von Adresshändlern zugreifen. Und da scheint der Datenschutz kein Problem mit zu haben, vermutlich weil weil die Daten nur gegen Geld zu haben sind.
    Ist also der Zugriff der ganzen Welt auf diese Bilder das Problem? Nur: wen im Ausland sollte das auch nur im geringsten interessieren, wer wo wohnt? Ich habe Street View schon ein paar Mal benutzt, aber mich haben da eher touristische Ziele interessiert. Die Leute in den Bildern waren mir wirklich so was von egal, dass man es kaum glauben mag.
    Aber der Datenschutz und die Privatsphäre bleibt davon ja unverändert. Will sagen: nur weil es keinen interessiert heisst es noch lange nicht, dass das Recht deswegen aufgegeben werden sollte. Aber mal ganz ernsthaft: kann man oder soll man eine Häuserfassade, die man sogar mit Satelliten aus dem Weltall betrachten kann, wirklich zum Bereich der Privatsphäre zählen? Aber warum sollte die Privatsphären-Regelung nur dann gelten, wenn ein Photo gemacht wird? Umgekehrt hiesse es, dass ich ohne Probleme und ungefragt in die Wohnung eines fremden gehen kann. Da ich kein Bild vom Innenraum mache, ist es ja kein Thema.

    Im Kern steht und fällt doch die ganze Diskussion wegen eines Punktes: der öffentliche Zugriff auf StreetView und damit einhergehend die Bekanntheit des Dienstes. Aber mir erscheint das extrem Scheinheilig, da wie schon erwähnt dieenigen, auf die es eigentlich ankommt (Händler, Kreditgeber, Unternehmen, etc.) schon längst alles im Detail wissen und abrufen können. Wer schon einmal einen Fragebogen von Schober in der Hand hielt, weiss, wovon ich rede.

  31. >99,99 Prozent ist es doch schnurzpiepegal, wer in einem bestimmten Gebäude lebt.

    Das ist sicherlich irgendwie korrekt, wobei «99%» wohl passender ist. Das «1%» ist Google & Co, sprich irgendwelche Konzerne, Kreditinstitute, Arbeitgeber, der Staat und seine vielfältigen Institutionen nicht zu vergessen.

    >Ach ja: und diejenigen, die es richtig interessiert, die können schon seit Ewigkeiten auf ähnliche Daten von Adresshändlern zugreifen.

    Ja und zusammen mit vielen anderen Infos, wie Geo-Daten, Sat-Bilder, Streetview/Streetslide-Daten, «WLan-Kartographie» etc. pp. ergibt das wunderbare Mashups. Ein Meer von Daten untereinander kombinierbar. Lesen bildet, wir beschäftigen uns mit dieser Thematik nicht erst seit Google und setzen dieses Niveau auch bei unseren Lesen voraus.

    >Aber mal ganz ernsthaft: kann man oder soll man eine Häuserfassade, die man sogar mit Satelliten aus dem Weltall betrachten kann, wirklich zum Bereich der Privatsphäre zählen?

    Darum geht es auch gar nicht, es geht darum, daß diese Daten in einer Datenbank verfügbar gemacht werden. Quasi eine privatisierte Vorratsdatenspeicherung.

    >Aber mir erscheint das extrem Scheinheilig, da wie schon erwähnt dieenigen, auf die es eigentlich ankommt (Händler, Kreditgeber, Unternehmen, etc.) schon längst alles im Detail wissen und abrufen können.

    Nein da ist nichts scheinheilig dran, denn es gilt schlicht ein Plus an Daten zu vermeiden. Und Google steht da exemplarisch für solcherlei Umtriebe, da es eben nicht die Firma aus «Hintertupfingen» ist, sondern ein weltumspannender Konzern mit gigantischen Ressourcen, der seine Fühler in _jeden_ Bereich ausstreckt.

    Was ich hingegen recht dämlich finde, wenn hier Kommentatoren ihren Sermon absondern, ohne auf die vorherige Diskussion einzugehen, verlinkten Informationen nachzugehen bzw. schon oftmals im ersten Satz eine komplette Unkenntnis der Sachlage offenbaren. Wer keine Zeit hat, wer es arrogant findet, wenn eine gewisse Basis verlangt wird, der muß hier weder lesen, noch kommentieren. Geht zu den Leuten an der Spree oder anderen, die die Sendung mit der Maus veranstalten bzw. euch Meinung vorgaukeln die geflattrt werden will. Baut euch einen Google-Schrein und betet gen Mountain View.

    Und der nächste wird sicherlich gleich vorbeikommen und uns davon berichten, daß andere auch Bilder machen und der Staat auch viele Informationen sammelt und …

    Ich sage es hier noch mal klipp und klar, würde der Staat die Bürger an den gesammelten Daten teilhaben lassen, inkl. schicker API usw., dann wäre das Gros der Bürger für alles bereit und etwas wie «Stasi 2.0″ oder «Freiheit statt Angst» wäre wohl nie Realität geworden. Für letzteres ist es heute auch immer schwieriger eine entsprechende Masse zu begeistern. q.e.d.

  32. Tom sagt:

    Die Seite ist tatsächlich um einiges aktueller. Alles drauf was hier momentan steht. Muss ich mir merken. Sowas ist öffentlich zugänglich und niemand regt sich auf? Aber im Gegenzug müssten die Bilder dort ja frei zur Verfügung stehen, ist schließlich ein Bundesamt.

  33. Oliver sagt:

    Ich habe gar teils bessere Sat-Bilder zur prof. Verwendung zu Verfügung. Besser als diese bei Google, daß es dabei nicht um ein Lex Google geht, daß es um allgemeine Rahmenbedingungen geht und Google zumindest hier und jetzt exemplarisch herhalten muß, dies ist euch schon klar? Ich frage nur sicherheitshalber.

    Daß Google auf sich selbst eine Menge Datenquellen aus allen erdenklichen Bereichen vereint ist auch bekannt?

  34. Ich kenne noch mehr Quellen und nutze diese gar prof. und nenne dir davon keine einzige. Gut einige sind davon nicht frei zugänglich, jedoch seitens jeder staatliche Institution frei anzapfbar. Aber was ändert dies jetzt an der Darstellung des Google Problems? Schreiben wir zu Problemen von Apple kommen die Fanboys und schwafeln von einseitigen Darstellungen, gleiches gilt für die Microsoft-Fanboys, die Open Source Fanboys, für $fanboys eben — ich denke wir haben schon so ziemlich jede bedacht. Ich spiele mal Gebetsmühle, über die Prototypen von Streetview bzw. dem heutigen Streetslide berichteten wir schon damals recht früh — desöfteren gar, ebenso äußerten wir uns auf .get privacy bezüglich Google Earth, dessen Risiken und Nebenwirkungen. Hier beispielsweise …

    Klaubt euch doch die Infos hier auf dem Blog zusammen — das Teil besitzt ein Archiv und eine Suche, Stichworte eingeben, ein wenig stöbern. Wer zu «dämlich» oder eher zu bequem ist zum suchen und wilde Spekulationen anstellt hält in Zukunft hier bei uns einfach die Klappe. Macht nen Blog auf und bietet dann dort eure Weisheiten feil, dort bleibt auch eure «Meinungsfreiheit» gewahrt.

    Ich schrieb es zuvor und es hat sich wieder einmal bestätigt, ein paar Naseweise werden wieder und wieder daherkommen und uns von «anderen Diensten» erzählen. Wieder und wieder.

  35. ZEITungsleser sagt:

    Da du auf meinen Beitrag geantwortet hast, frage ich einmal, ob du hier etwas in den falschen Hals bekommen hast? Weil anders kann ich mir deine Reaktion nicht erklären.

    Gerade das Anführen eines weiteren Dienstes, ja es gibt da mehrere, und ja, auch hier auf dem Blog wurden einige auch schon thematisiert, zeugt doch gerade davon, dass zumindest ich mir bewusst bin, dass der Umgang/ die Grenzen solcher Dienste generell behandelt werden müssen. Dass du mir da jetzt zwischen den Zeilen irgendetwas hineininterpretierst, ich würde mich primär gegen eine Lex Google aussprechen, und die Problematik nicht erfassen, kann ich gelinde gesagt, absolut nicht nachvollziehen. (siehe auch meinen längeren Kommentar von gestern Abend)

  36. Wolf-Dieter sagt:

    Dieser Artikel ruft meinen Widerspruch hervor:

    – Zitat –
    Es ging offensichtlich nie um den Datenschutz, es ging um die eigenen Interessen.
    – Zitat Ende –

    Zu den Befürwortern von Streetview zähle ich; aber dass ich Datenschutz als Motiv anführen sollte, wäre sinnwidrig. Ich argumentiere im Gegenteil, dass Datenschutz hier nicht greift, weil äußere Hausansichten die Privatsphäre nicht verletzen. Mein Haus darfst du jederzeit fotografieren. Von außen, versteht sich — von innen natürlich nicht. (Ich müsste vorher noch aufräumen.)

    Was meine «eigenen Interessen» betrifft: klar hab ich die. Ich will sehen, was z. B. drüben in Norddeutschland abgeht, da bin ich nämlich zur Welt gekommen. Daran ist ja wohl nichts Ehrenrühriges.

    Ich will nicht lügen. In einem Gerichtsurteil (nicht Gesetzestext) habe ich gelesen, dass die Abbildung einer Hausfront in Zusammenhang mit persönlichen Angaben ein schutzwürdiges Datum ist. Sollte sich das in der Rechtsprechung durchsetzen, füge ich mich, ohne rumzumaulen.

    Aber ich erlaube mir die Bemerkung, dass der Bohei um Streetview Blödsinn ist. Ich finde Streetview völlig unschädlich und — ganz im Gegenteil — sogar ausschließlich nützlich.

  37. Ich interpretiere jetzt überhaupt nichts hinein, worum es geht ist die Relativierung, die seitens den Medien oder Streetview-Fanboys gewirkt wird. Es ist vollkommen irrelevant ob da jetzt noch andere Dienste existieren. Das ist schön, dies kann man allgemein mit «etc. pp.» umschreiben, aber es ist eben nicht zielführend. Worum es geht, daß einmal mehr Daten erfaßt werden in einer Datenbank. Daß die allgemeine «Durchleuchtung» einmal mehr detailierter dargestellt wird. Was mit diesen Daten angestellt werden kann. Es soll hingeführt werden auf die allgemeine Problematik. Sonst kommt der nächstbeste wieder angestiefelt «aber Microsoft interessiert keinen». Selbst «99%» der Diskussionen seitens der Medien sind verfehlt — die einen dort möchten sich bei den «digitalen Einzellern» im Netz einschmeicheln, die anderen geben eine Retourkutsche an Google ob Google News & Co, nicht zu vergessen jene, die mal eben große Werbung für Streetview schalten. Glaubwürdigkeit ist dort fehl am Platz, die Diskussion per se völlig abseitig vom Kern der Sache: ein Plus an anfallenden Daten, wieder eine neue DB.

  38. [ ] Du hast den Artikel und die Argumentation verstanden, warum es eben doch in die Privatsphäre eingreift.

  39. Okay, gut dir ist es egal. Mir ebenso bis zu einem gewissen Grad, mich stört ein Foto ebenso wenig. Aber in einer Datenbank, verknüpft mit anderen Daten ist es eben nicht mehr diese Panoramafreiheit, die man sich im 18./19.Jhd ausgedacht hat. Und dafür braucht es Rahmenbedingungen! Angepaßt an dieses glorreiche digitale Zeitalter.

    Man hätte es auch allgemein formulieren können, aber wer hätte es dann noch verstanden? «Wovon redet ihr?» wäre garantiert die erste der Fragen gewesen. Dir ist klar wie so eine Vorratsdatenspeicherung abläuft? Dir ist u.U. klar was so mancher Arbeitgeber, Kreditinstitut, Sozialbehörde etc. pp. mit derlei verknüpften Daten anzufangen weiß? Und es geht nicht nur um Streetview, das ist nur ein Beispiel hier und jetzt, es geht auch um Google Earth und ähnliche Dienste und all die anderen Daten die gesammelt werden von Staat und privaten Unternehmen, um die Gesellschaft per se aus allen Blickwinkeln heraus besser «kartographieren» zu können.

    Mag sein, daß dir dies alles vollkommen egal ist. Anderen ist dies jedoch nicht egal, diese sehen nicht einzig den vordergründigen Spaß bei der Sache, den etwaigen Komfort.

  40. Wolf-Dieter sagt:

    Oliver, im Netz bin ich schon lange auffindbar, ebenso wie du. Wenn ich mich auf eine Arbeitsstelle bewerbe, ist es für den Personalchef eine Sache von Sekunden, bei Google meinen vollen Namen einzugeben.

    Das gilt auch für Personen, die weniger netz-intensiv agieren als ich; als ich z. B. die erste Freundin meines Lebens suchte, brauchte ich mit Google ~15 Minuten, dann rief ich sie an. (Sie ist Lehrerin in einer Gegend, in der ich sie sowieso vermutete.)

    Bei Google Streetview sind die Daten a) für alle sichtbar, auch für dich und mich, also sind es im Gegensatz zur Datensammelwut von Schily/Schäuble/Maiziere keine geheimen Daten, vor denen ich eine Paranoia entwickeln müsste; und b) ist aus den Daten kein Datenbank-Wissen zu gewinnen. Das sind Fotos, keine Standesamturkunden. Da ist kein lesbarer Text auffindbar. Das Ding ist harmlos!

  41. Wolf-Dieter sagt:

    Deine Antwort war:

    [ ] sachlich argumentiert
    [x] ein persönlicher Anwurf

  42. ZEITungsleser sagt:

    Hmm — da ich jetzt unter Olivers Beitrag den «Antworten» Button nicht finde, antworte ich mal auf meinen Beitrag. Wahrscheinlich unterstützt die Blogsoftware nur eine bestimmte Tiefe der Verschachtelung.

    Über «das Problem» welches du siehst, bin ich mir im klaren. Du willst keine weitere Datenbank, welche mit anderen bereits vorhandenen Daten verknüpft werden kann. Punkt!
    Dies bedeutet aber, dass sich alle Dienste (und es ist mir bei dieser Argumentation gerade sowas von egal ob die Streetview, BingMaps, YahooMaps, Bundesamt für Geodäsie etc. heissen!), im Moment noch auf gültiges Recht berufen, wenn sie ihre Daten sammeln, Anbieten und/oder Geld damit verdienen. Du kritisierst, dass dieses geltende Recht aus Zeiten stammt stammt, in welchen die heutigen Digitalen Medien (und da schließe ich Telefonbuch-CDRoms oder sowas wie D-Sat aus Ende der 90er ein — also nicht nur das Internet) am Horizont nicht einmal erahnbar waren. Du forderst eine Neuregulierung/Gesetzgebung welche diesen Umstand Rechnung trägt, und möglichst all dies, welches du als deine Privatsphäre bezeichnest, so gut wie möglich zu schützen. Rcihtig?

    Ich bin mir dieser Problematik durchaus bewusst. Wie ich aber schon in mehreren Kommentaren angedeutet habe, bin ich gerade auf der Suche nach einer _Lösung_ für dieses Problem. Und was mache ich als _nicht_ latent egozentrisches Individuum, ich versuche erst einmal herauszubekommen, was meine Mitmenschen, zumindest jene, welche sich augenscheinlich schon mit dem Problem befasst haben (und wie du zu Recht hinweist, habt ihr das auf euren Blogs schon mannigfaltig), darauf anzusprechen bzw. zu erfragen, ob ihnen schon eine Lösung, oder ein Ansatz einer solchen, für dieses Problem bekannt ist.

    Ich erwarte nicht, dass mir hier die sprichwörtlichen Gebratenen Tauben in’s Maul fliegen und eine Gesetzesvorlage serviert wird! Aber ich erhoffe mir hier, die eine oder andere Meinung hinsichtlich eines Lösungsvorschlages, um daran meine eigenen Vorstellungen/Definitionen der Grenzen meiner Privatsphäre in Zeiten der digitalen Medien zu ziehen bzw. weiterzuentwickeln.

    Bisher habe ich aber auf noch keinem Blog, welches die Datenbanken und deren Relationen untereinander im digitalen Zeitalter thematisierte, auch nur ansatzweise eine Lösung skizziert gesehen.

    Auch bei dir habe ich nur eine ganz wage Vorstellung davon, inwieweit du eine Datensammlung/Datenbank noch akzeptieren oder als zulässig betrachten würdest, oder wo du sagst bis hierhin und nicht weiter.

    Und ganz nebenbei, wenn jemand eine Lösung skizziert, wird manchem vielleicht auch viel klarer, welches Problem dieser Lösung vorausgegangen ist.

    Ich für meinen Teil würde jetzt also gerne dazu übergehen, sich nicht mehr daran hochzuziehen dass dieser oder jener die Tragweite des Problems nicht begriffen haben könnte, sondern ich würde gerne eine Lösung des Problems in Angriff nehmen wollen.

  43. Nichts ist harmlos, vielen erschließt sich nur nicht das ganze Bild, weil sie nur eben ein Teil dieses Bildes schauen. Ich muß auch keine Paranoia entwickeln, um gemäß dem Motto «weniger ist mehr» zu agieren. Allein für Kreditinstitute und Arbeitgeber kann es von Interesse sein zu sehen, wo derjenige herkommt, an vielen städtischen Gegenden läßt sich ein soziales Milieu ablesen, welches auch zur Berurteilung herangezogen wird. Gibt es nicht? Gibt es! Die Welt ist schlecht. En masse verfügbare Daten, in Datenbanken organisiert wecken immer Begehrlichkeiten. Es fehlt oftmals nur die Fantasie, um etwas erkennen zu können. Wenn ich danach gehen würde, was denn so gemeinhin als unnütz» erachtet wird, könnten Kulturhistoriker oder Archäologen längst einpacken. Dem ist aber nicht so, selbst dein Hausmüll spricht klare Worte, von anderen profanen Dingen ganz zu schweigen.

    Ach und wenn dann mal einer vorbeikommt? Wer kommt denn bitte schön vorbei? Wer fährt denn mal z.B. vom Saarland aus nach Hamburg und schaut sich vor Ort ein Haus an? Allenfalls ist das lokal interessant, selbst für die Medien, wenn es nicht gerade eine Gasexplosion gab. Hier erblicken wir jedoch eine völlig andere Dimension. Und diese hier anfallenden Daten sind ja nicht das Ende, was gesammelt werden kann, wird auch gesammelt. Daten sind heutzutage das wichtigste Gut und jene werden hochbezahlt, die mit diesen umzugehen wissen.

  44. Wolf-Dieter sagt:

    – Zitat –
    En masse verfügbare Daten, in Datenbanken organisiert wecken immer Begehrlichkeiten.
    – Zitat Ende –

    Nur, wenn sie maschinenlesbar aufbereitet sind. (Wenn, wie vorliegend, menschliche Recherche erforderlich wird, schützt dich der «Schwarm»).

    – Zitat –
    Wer fährt denn mal z.B. vom Saarland aus nach Hamburg und schaut sich vor Ort ein Haus an?
    – Zitat Ende –

    Das läuft auf «Schutz durch Unerreichbarkeit» hinaus. Oder, von mir aus, «Schlecht-Erreichbarkeit». Den Traum hab ich schon lange ausgeträumt. Das schützt dich nicht.

  45. >wie vorliegend, menschliche Recherche erforderlich wird

    Ach glaube das nur nicht, wir finden auch ohne Computer genügend Muster auch in sehr großen Datenbeständen. Wir taten es zuvor, wir tun es teils noch heute. Der Computer per se ist «dumm» und keine Hilfe im Erkennen bzw. seitens der Methodik, er ist nur eine Art «Rechenknecht», um die Zeit zu minimieren.

    Ich zitiere in einem solchen Fall immer gerne Weizenbaum: «Der meiste Schaden, den der Computer potenziell zur Folge haben könnte, hängt weniger davon ab, was der Computer tatsächlich kann oder nicht kann, als vielmehr von den Eigenschaften, die das Publikum dem Computer zuschreibt.»

    >Das schützt dich nicht.

    … das behauptete auch nie jemand. Nur muß eine datentechnische Prostitution ebenso wenig sein. Was ist dieses digitale Zeitalter? Die Selbstaufgabe der Menschen, der Triumph der Maschine? Diese digitale Arroganz ist allenfalls ein Genickbruch für den gesunden Menschenverstand.

  46. Wolf-Dieter sagt:

    – Zitat –
    Was ist dieses digitale Zeitalter? Die Selbstaufgabe der Menschen, der Triumph der Maschine?
    – Zitat Ende –

    Hier prallen, glaube ich, die Weltsichten aufeinander. Ich bin zwar «nur» Quer-Einsteiger bei der IT, aber mein Verhältnis zur digitalen Welt ist ein durchaus aktives. Beispielsweise hab ich anlässlich der letzten Bundestagswahl ein Blog eröffnet (und mittlerweile geschlossen) mit der erklärten Zielsetzung, die SPD unter 20% zu drücken. (Es ist ein historischer Fakt, dass ich das nicht geschafft habe, aber die Richtung hat gestimmt, und für ein Viertelprozentpünkterl schreibe ich verantwortlich 😉

    Dieses «digitale Zeitalter» erlaubt mir, meine lange Fresse zur Welt raus zu hängen. Ihr tut das gleiche bei f!xmbr. Was soll also dieser Kulturpessimismus?

    – Zitat –
    Diese digitale Arroganz ist allenfalls ein Genickbruch für den gesunden Menschenverstand.
    – Zitat Ende –

    Ok. Darüber denk ich noch mal nach.

  47. […] Nachtrag: Drüben bei FIXMBR gibt es einen lesenswerten Artikel gegen gOOgles Streetview. […]

  48. ZEITungsleser sagt:

    Hi Chris

    Bezug nehmend auf deinen Tweet bzgl OptIn
    «Nein, die Unternehmen, hier Google, hat die Menschen zu fragen, nicht hinterher «großzügig» eine Löschung anzubieten…»

    Da ich ja, wie schon mehrfach erwähnt, auf dem Weg bin mir einen Meinungsüberblick zu verschaffen, darf ich deine Aussage so zusammenfassen?

    1.) Du bist dafür, dass ein Foto eines Hauses zu einem privaten Datum erklärt wird
    2.) Du möchtest, dass _Unternehmen_ dieses Foto nur verwerten dürfen, wenn sie sich vom Besitzer bzw. der Mieter das Okay für diese Verwendung geholt haben

    Indirekt ergibt sich aber aus Aussage 1, dass wenn ich die Straßenansicht eines Hauses zum privaten Datum erkläre, dass auch Privatpersonen, welche das Haus fotografieren, der Zustimmung des Besitzers bzw. aller Mieter bedürfen.

    Wie ich in einem Kommentar Oliver gegenüber schon anmerkte, trage ich selbst in meiner Freizeit sehr gerne zum Openstreetmap Projekt bei. Da es sehr mühsam ist, mit Zettel und Stift durch die Straßen zu fahren, mache ich dies meistens, indem ich mit meinem Fotoapparat Bilder von den Häusern/Plätzen/Schildern schieße. Sehr häufig lade ich diese dann auch «in’s Netz» um einen Beweis zu haben, dass ich auch wirklich vor Ort war, und die entsprechenden Daten nicht aus einer anderen Datenbank oder Kartenwerk abgeleitet zu haben. Oliver drückte sich so aus, dass er auch dies «nicht okay» findet.

    Wie würdest du mein Vorgehen bewerten. Wenn du die Straßenansicht eines Hauses bereits zu einem privaten Datum erklärst, dann müsste auch ich als Privatperson mir ein okay für die Verwendung einholen. Aber wo fängt dies an, und wo hört dies auf? Sollte dies so gehandhabt werden, gibt es eigentlich nur zwei Varianten. Ich verbiete auch Privatpersonen das Fotografieren von Häuserfronten ohne Einwilligung aller Beteiligten, oder aber ich verbiete generell die Veröffentlichung derlei Fotos in digitalen Medien bzw. Netzwerken.
    In letzt genanntem Fall sehe ich dann aber schon eine riesige Abmahn– bzw. Klagewelle durch’s Land rollen, wo dann aus im Netz veröffentlichten Urlaubsfotos mal ganz fix Kapital geschlagen werden soll. Flickr und wie sie alle heißen werden einen «Mords Spaß» erleben, wenn diverse Anwälte erst einmal auf den Geschmack gekommen sind.

    Für mich jedenfalls, scheidet _momentan_ die Lösung OptIn als mögliche Lösung für das Problem aus den oben genannten Gründen aus.

    Gruß ZEITungsleser

  49. 1.) Du bist dafür, dass ein Foto eines Hauses zu einem privaten Datum erklärt wird
    2.) Du möchtest, dass _Unternehmen_ dieses Foto nur verwerten dürfen, wenn sie sich vom Besitzer bzw. der Mieter das Okay für diese Verwendung geholt haben

    Ich glaube, jeder Betroffene selbst sollte von Einzelfall zu Einzelfall entscheiden dürfen.

    Gegenbeispiel: Wenn auf Barcamps ein Foto von mir geschossen wird, auch unvorteilhaft *grummel* 😉 und dann bei flickr hochgeladen wird — dann ist es halt so.

    Wenn aber jemand explizit mein Foto ungefragt übernehmen würde, dann würde ich dagegen anwaltlich vorgehen.

    Genauso ist es mit meiner Häuserfront. Wenn da morgen von den Nachbarn ein Foto geschossen wird und auf flickr hochgeladen wird, interessiert es mich nicht.

    Bei Street View ist die Gefahr, dass zentral eine Datenbank für ganz Deutschland besteht, Google bohrt seine API immer mehr auf, wann immer Daten gesammelt werden, werden sie auch missbraucht, sprich: die Anhäufung, die riesige Datenbank selbst, die sich aufbereitet per Knoüfdruck mit anderen Datenbanken verknüpfen lässt, ist das Problem.

    Beispiel: Egal welchen Browser Du nutzt, Du kansst alle Daten aus dem einen exportieren und in den anderen importieren. -> Man exportiere die Daten aus Street View und importiere die in eine andere Datenbank. Es sind nur Nullen und Einsen. Kein Thema.

    Google hat mich zu fragen, ob ich in der Datenbank erscheinen möchte. Wenn ich Googlemail nutze, die Suche, mache ich das freiwillig, bei Google Street View gibt es keine Freilwilligkeit, sondern Zwang.

    Und wenn Google da nicht selbst so langsam anfängt, eine vernünftige Lösung zu finden, dann wird es die völlig überforderte Politik tun. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Häuser dann unter das Urheberrecht fallen. Wer es gebaut hat, wer der Eigentümer ist, der entscheidet, wann und wo Fotos erscheinen dürfen. In Museen und anderen Orten ist dies bereits Gang und Gäbe und gängige Rechtsprechung. Dort fliegen die Abmahnungen schon sehr tief.

    Es ist also zu befürchten, dass all die Befürworter Street Views mit ihrem Aktionismus genau das Gegenteil erreichen, von dem was sie wollen. Wenn die Unternehmen nicht vernünftig handeln, wird die Politik reagieren. Schau m’er mal.

    Das Openstreetmap Projek ist ähnlich zu bewerten, da wird eine Datenbank angelegt, durch die Offenheit ist noch viel einfacher an die Daten dranzukommen.

    Das ist nicht wirklich gut.

  50. ZEITungsleser sagt:

    Zunächst erst einmal meinen herzlichsten Dank dafür, dass wir uns jetzt auf einem konstruktiven Weg auseinander setzen! :-)

    Im Hinblick auf Olivers, und auch meine Gedankengänge, möchte ich dies jetzt aber nicht nur am konkreten Fall Googles StreetView diskutieren, sondern liebend gern generelle Normen ableiten, welche dann für alle derartige Dienste/Datenbanken gelten. Aber ich denke mal, auch wenn du mit StreetView argumentierst, du trotzdem die anderen Dienste in deine Argumentation einschließt.

    Du schreibst:
    Genauso ist es mit meiner Häuserfront. Wenn da morgen von den Nachbarn ein Foto geschossen wird und auf flickr hochgeladen wird, interessiert es mich nicht.

    Wenn ich aber davon ausgehe, dass mittlerweile, und es werden garantiert zunehmend mehr, einige Kameras/Fotoapparate in den Exif Informtaionen der Bilddatei die Geolocation des Fotos mit in’s Internet geladen wird, dann ist dies ein zusätzliches Datum, welches dich zwar momentan nicht interessiert, aber sehr wohl wieder dafür sorgen wird, dass dieses Foto in Relation zu anderen Daten gesetzt werden kann, die für diese Geolokation oder einen bestimmten Umkreis bereits vorhanden sind.
    In meinen Augen sollte dich dann auch dieses in’s Netz gestellte Datum bereits interessieren. Weil eigentlich ist es ja nicht nur ein Datum (die visuelle Google hat mich zu fragen, ob ich in der Datenbank erscheinen möchte. Wenn ich Googlemail nutze, die Suche, mache ich das freiwillig, bei Google Street View gibt es keine Freilwilligkeit, sondern Zwang.Information), sondern sogar drei (der Ort, und die Zeit).

    Google hat mich zu fragen, ob ich in der Datenbank erscheinen möchte. Wenn ich Googlemail nutze, die Suche, mache ich das freiwillig, bei Google Street View gibt es keine Freilwilligkeit, sondern Zwang.

    Ich verstehe worauf du hinaus willst. Jedoch ist es dafür zwingend erforderlich, dass du dafür die Hausansicht von der Straße aus als privates Datum deklarierst, mit all den Einschränkungen, welche ich bereits in meinem vorigen Post erwähnt habe.

    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Häuser dann unter das Urheberrecht fallen. Wer es gebaut hat, wer der Eigentümer ist, der entscheidet, wann und wo Fotos erscheinen dürfen.
    Und genau dieses Problem behandelt eigentlich die Panoramafreiheit. Dies wurde nämlich nicht erschaffen, um allen Bürgern das Fotografieren von allem möglichen zu erlauben, sondern sie war dazu gedacht, dass bestimmte Gebäude/Kunstwerke, welche aus dem öffentlichen Raum heraus einsehbar sind, auch von den Menschen fotografisch festgehalten werden dürfen, auch wenn jemand ein Urheberrecht an diesen Sachen hält. Im übertragenen Sinne: Hundertwasser oder dessen Erben können durch die Panoramafreiheit nicht verhindern, dass ich aus dem öffentlichen Raum heraus ein Foto dieses Kunstwerkes anfertige. Diese ist also mitnichten ein Freibrief auf alles «Draufzuhalten» sondern eine Einschränkung der Urheberrechts.
    Die aktuell diskutierte Freiheit des Fotografierens aus dem öffentlichen Raum heraus lässt sich am ehesten daraus ableiten, dass ich alles tun darf, so lange ich nicht die Rechte von 3. verletze. Und dies genau ist ja der Knackpunkt bei der ganzen Diskussion, ob die wir die vom öffentlichen Raum aus sichtbare Häuserfront zu einem privaten Datum erklären wollen.

    Das Openstreetmap Projek ist ähnlich zu bewerten, da wird eine Datenbank angelegt, durch die Offenheit ist noch viel einfacher an die Daten dranzukommen.

    Das ist nicht wirklich gut.

    Die Aussage von dir gefällt mir. Das ist genau der Punkt, an welchem man die Grenzwerte der persönlichen Öffentlichkeit (wenn ich das mal so nennen darf) ausloten kann. Da würde mich einmal interessieren, welche Daten du von deiner Umgebung in Openstreetmap noch dulden würdest, und welche nicht? Weil rein nach den Map Features sehe ich eigentlich keine Daten, welche ich als kritisch einstufen würde.
    Das Problem entsteht, wie ich es bereits auf Twittter angedeutet habe, erst dann wenn unterschiedliche Datenquellen verknüpft werden können.

    Ich verstehe dich und Oliver schon, wenn ihr sagt, dass Daten, welche nicht erhoben wurden sind, auch nicht verknüpft werden können. Jedoch bedarf es hierfür einer genauen Definition. Und wie Openstreetmap als Beispiel zeigt, ist es anscheinend in Zeiten des Internet auch reichlich unerheblich, ob die Daten nun von einer Firma, oder einer Privatperson erhoben werden. Also bleibt nach eurer aktuellen Interpretation nur die Einschränkung bereits vor der Erfassung der Daten zu deklarieren, welche als Privat einzustufen sind, und somit nicht erhoben werden dürfen, und welche nicht als privat deklariert werden.

    Ach mann, ist das alles kompliziert. 😉

    Gruß ZEITungsleser

  51. >Oliver drückte sich so aus, dass er auch dies «nicht okay» findet.

    Exakt. Da kommt eben die Datenbank ins Spiel, ebenso wie auch jene «Wardriver», die in ihrer Freizeit mit den gewonnenen metrischen Daten zu einer Datenbank beitragen. Da gibt es auch ein paar von und das ist letztendlich beinahe identisch mit dem was Google zuletzt veranstaltete oder Apple oder $Firma. Und dann hängen da noch die Geo-Daten mit dran, teils auch Bilder, teils auch Beschreibungen und und und … Nicht zu vergessen Panoramio … nutze ich btw. stetig, da gibts Natur pur von mir oder auch irgendwelche archäologischen Hinterlassenschaften. Mehr hingegen nicht, keine Häuserfronten, keine Personen en detail.

    Frage: wo soll das enden? Sind alle Daten vogelfrei? Das kann es wirklich nicht sein. Und privat, wie von Chris angesprochen, kein Problem. Konterfei und Nummernschild sind glaube ich klar und der Rest who cares? Eben bis zu den besagten Datenbanken und da hört der Spaß dann auch schon auf.

    Apropos Abmahnwirtschaft: interessant sind auch die vielen Remixe im Netz, zwar mag die Panoramafreiheit für die Front gelten. «Gephotoshopt» jedoch verletzt man das Urheberrecht und dann hat man ein echtes Problem. Darüber hinaus besteht noch ein anderes Problem. Googles Kameramontierung ist schon ein Hilfsmittel und du die Panoramafreiheit geht schon flöten, wenn du eine Leiter nimmst, vom gegenüberliegenden Gebäude fotografierst, vom Kirchturm aus, auf eine Laterne kletterst, die Kamera über den Zaun hälst etc. pp. Ich erwähne das nur mal nebenbei, da ja überall im Netz jeder gerne pro «Streevoyeur» mit der Panoramafreiheit wedelt ohne die zahlreichen Fallstricke dieser zu kennen.

  52. Ich finde es gut das dieser Text ein anderes Bild auf Google Street View wirft…

  53. Nofate sagt:

    Vielen Dank!
    Ich finde es erschreckend, wie viele Menschen doch sonst gegen die staatliche Überwachung anschreien, hier aber mit Freuden ein Stück Privatsphäre aufgeben um — ja, um selbst zum Voyeur zu werden? Ist das der eigentliche Grund für den Wunsch nach diesem «Spielzeug», dass der Konzern Google den Menschen SV quasi als Bonbon hinwirft?

    Entscheidend aber finde ich:
    Wenn SV einen sogenannten öffentlichen Raum fotografiert (über Zäune und Hecken hinweg und in Fenster hinein…), der nach der Panoramafreiheit (einem aus der alten analogen Welt stammenden Recht, das vielleicht überprüft werden müsste) jedem gehört, dann handelt es sich doch in erster Linie um einen der ganzen Gesellschaft zugänglichen Raum, genauer der deutschen Gesellschaft. Dann aber müssen auch die Bilder daran ebenso allen gehören und zumindest unter CC-Lizenz veröffentlicht werden. Das ist für mich Grundvoraussetzung um überhaupt weiter zu diskutieren.

    Ein privates (privare=rauben!) Unternehmen bemächtigt sich des öffentlichen Raumes, eines Allgemeingutes! Das darf nicht sein. Da spielt es nur eine untergeordnete Rolle, das Google inzwischen zu viel Wissen und Macht angehäuft hat und per se schon zu einer weiteren Gefahr für die Demokratie geworden ist. Das Vertrauen in das Unternehmen Google sollte nach den Erfahrungen der letzten Zeit nicht weiter reichen, als der eigene Arm lang ist.

  54. Fred Edison sagt:

    Vielen Dank für diesen Text. Er bringt es auf den Punkt. Danke.

    Wenn man in anderen Foren einige Kommentare liest, hat man wirklich das Gefühl, das Privatphäre und Bürgerrechte nur einen Stellenwert haben, wenn der Staat seine Finger im Spiel hat oder die Gefahr besteht, nicht mehr urhebergeschütztes Material downloaden zu können bzw. dabei leichter erwischt zu werden. Wenn ich dann an die geringe Resonanz der Ganzkörperscanner zurückdenke, dann kann man sich bei letzterem bestätigt fühlen.

    Manchmal kann man echt verzweifeln, wenn im Umkehrschluss immer alles erlaubt sein soll, weil alle anderen das auch/ähnlich machen und keiner dagegen einen Widerspruch eingelegt hat. Dann müssen die PayBack Karten herhelten (die ich auch nicht besitze) und und und … hat man einmal nichts gesagt, bekommt man das Recht aberkannt, Bedenken zu äussern.

    Hut ab, dass ihr es immer wieder versucht und Euch auf die kommende Diskussionen immer wieder einlasst! Ich verzweifle schon im meinem Freundes– und Bekanntenkreis. xD

    Grüsse
    Fred

  55. unschland sagt:

    kleines gedankenspiel:
    1. du ziehst aus liebe zu deiner freundin in eine dir unbekannte stadt. die beziehung geht in die brüche.
    2. du suchst dir eine neue wohnung. du findest eine mit netter, freundlicher, unlängst renovierter fassade
    3. später suchst du einen neuen job
    4. dein halbdigitaler chef gibt deine adresse ein
    5. er sieht eine mit politischen parolen aufgehübschte fassade, auf den stufen des ramponierten eingangs feiern punks und langhaarige bombenleger eine nette orgie, ein typ, der dir ähnlich sieht kotzt aus dem fenster
    6. weder du noch dein chef in spe wissen, dass das haus vor zwei jahren noch bestzt war, als das foto aufgenommen wurde, bevor der straßenzug an eine heuschrecke verscherbelt und grundsaniert wurde

    [] du bekommst deinen traumjob im sicherheitsbereich
    [] …

  56. Sir Richfield sagt:

    [x] Ich möchte keinen Job im einem «Sicherheitsbereich» in dem man sich auf bekannt obsolete Daten verläßt.

    😉

    PS: Es sei denn, das Geld stimmt. Aber dann ist die Inkompetenz meistens so hoch, dass man dieses Bild nicht finden würde, wenns nicht ausgedruckt am Lebenslauf hinge…

  57. Nachdem die Fronten einigermaßen geklärt sind, haben wir denke ich ein Niveau erreicht, auf dem sich ein recht gehaltvoller Diskurs fortführen läßt. Einige die sich hier nur abreagieren möchten, tun dies besser zuhause oder eben auf der eigenen Plattform, falls vorhanden. Hier gilt wie anderswo auch Hausrecht, was keinesfalls hitzige Diskussionen unterbindet, nur eben ein gewisses — uns genehmes — Niveau wahrt. Wer seine Meinungsfreiheit beschnitten sieht, denkt erst einmal darüber nach was diese en detail bedeutet und was _Meinung_ per se bedeutet. Einen Blog kann man heute für lau bei wordpress.com oder anderen Diensten eröffnen, für 2–5€ im Monat gibts sogar die «eigenen vier Wände» im Netz. Ansonsten viel Spaß weiterhin …

  58. Ich weise nochmals darauf hin: wer zum x-ten mal hier aufkreuzt und uns etwas vorweint, weil wir angeblich alleinig auf dem geliebten Google herumhacken, der wird hier sicherlich nicht seinen Kommentar wiederfinden. Diese Publikation besitzt ein Archiv, eine Suche, mittels Stichworten findet man auch andere Beispiele, selbst hier in den Kommentaren erwähnt. Wer die Diskussion komplett ignoriert, muß auch nicht an dieser störend «mitwirken».

  59. […] Warum Google Street View gestoppt werden muss » F!XMBR. […]

  60. ZEITungsleser sagt:

    Ich denke mal, dass es am sinnvollsten wäre, sich einmal Gedanken über Anwendungsfälle zu machen, und eine Liste mit allen möglichen/unmöglichen Szenarien zu erstellen, wo überall Daten aus der realen in die digitale Welt der Datenbank einfließen könnten, und ob man dies gar nicht, nur mit Einschränkungen oder gar nicht will. Anders werden wir die Grenzen nicht ausloten können, als mit praktischen Beispielen.
    Heute werde ich selbst dazu aber wahrscheinlich nicht kommen, und würde dann eher hoffen, dass ich es am Wochenende vielleicht mal hinbekomme. Aber vielleicht kommt mir ja jemand zu vor. 😉

  61. Ein Mensch sagt:

    Ich habe heute einen Brief von google bekommen, ja einen richtigen aus Papier, auf hochglanzbeschichtetem Papier sogar, und er hat mir klar gemacht, was mir eigentlich an der google-Argumentation nicht gefällt. Danke, google.

    Zitat: «Street View ist eine neue Funktion unseres Kartendienstes Google Maps, mit der Sie Strassen, Plätze und Sehenswürdigkeiten, wie z.B. das Kolosseum in Rom oder Disneyland Paris, in einer 360-Grad-Ansicht erleben können. So können Sie bei der Planung Ihrer Urlaubs– und Geschäftsreise nicht nur das Hotel, sondern auch dessen Nachbarschaft kennenlernen.»

    Das sind klassisch öffentliche Plätze, wo sicher niemand etwas dagegen haben würde, dass google die fotografiert, speichert, verarbeitet oder veröffentlicht. Für das Hotel oder das Gewerbe sicherlich noch kostenlose Werbung.

    Die Privathäuser in den Siedlungen der Vorstädte gehören aber ganz sicher nicht dazu.

    Zitat weiter: «Auch wenn Sie umziehen möchten, können Sie mit Street View die neue Gegend erkunden, so als wären Sie direkt vor Ort.»

    Eine bessere Begründung für die Aufnahme der Privathäuser fällt google nicht ein? Umzugswillige sind eine winzige Untermenge der Bevölkerung. Worum geht es also wirklich? Ich weiss es nicht und google hilft mir dabei nicht. Mir fällt aber nur ein Grund ein: Voyeurismus. Ist das ein Allgemeinwohlinteresse? Wohl kaum.

  62. […] Moment ist die Diskussion um Google Streetview im vollen Gange. Die einen würden am liebsten a la Christo das gesamte Anwesen verhüllen und […]

  63. mrm sagt:

    ich bin noch unschlüssig meiner Meinung bezügl Streetview. Habe eine einfache Frage: Was denkst Du, kann Google (oder ein anderes Unternehmen) mit den Bildern von Häuserfassaden anfangen, das Dich ausspioniert? Mit welchen Daten können die Daten verknüpft werden, so dass eine Gefahr oder gar ein Schaden für Dich entsteht?

  64. Nofate sagt:

    @mrm
    Es ist vieles denkbar, der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Was mir dazu einfällt ist z.B. Folgendes:
    – In welchem Zustand ist das Haus, in dem du wohnst? Welches Unternehmen könnte dir dazu passende Werbung unterbreiten?
    – Sind Wintergarten, die Garage, der Balkon etc. erlaubt und eingetragen?
    – Wie sieht deine Nachbarschaft aus?
    – Welche Geschäfte gibt es in deiner Gegend und was könnte man dir daher auf anderem Wege anbieten?
    – Wohnst du in einem finanzstarken Viertel und kann man dir entsprechend teure Sachen verkaufen?
    – Hast du bei deiner Versicherung angegeben, dass in deinem Haus unten eine Kneipe ist? (Das kostet dann mehr)
    – Ist der Energiepass deines Hauses korrekt? (Fenster, Dämmung, Dach)
    – Darüber hinaus wird ja auch in Gärten, Fenster, Garagen sowie über Hecken und Zäune (2,90m ist die Höhe der Kamera) fotografiert — das fällt mit Sicherheit nicht mehr unter die Panoramafreiheit. Sollen wirklich alle sehendürfen , dass du Gartenzwerge hast oder einen Swimmingpool oder deinen Garten nicht pflegst etc.?

    Mit welchen Daten könnten diese verknüpft werden? Nun, mit allen, die es über dich gibt. Mit deiner Adresse und Telefonnummer, mit Satellitenaufnahmen, mit Schufa-Daten, mit deinen Profilen bei sozialen Netzwerken etc. Das ergibt ein um ein weiteres, kleines Detail umfassendes Profil.

    Wenn der Spruch «Wissen ist Macht» gilt, dann ist SV ein kleiner Baustein zu noch mehr Macht. Und das macht den Einzelnen wiederum machtloser.
    Der Schaden kann also insgesamt bis zur völligen Entmündigung reichen (ganz abgesehen von dem Kollateralschaden, wenn Gesichter nicht ordentlich verpixelt werden, die originalen Daten irgendwo erhalten und gehandelt werden oder SV irgendwann kostenpflichtig wird und damit die Öffentlichkeit privatsiert wird…)

  65. unschland sagt:

    «ganz abgesehen von dem Kollateralschaden, wenn Gesichter nicht ordentlich verpixelt werden«
    @ chris
    wie sicher ist denn jetzt die verpixelung eigentlich?
    könntest du/man nicht auch eine automatische entpixelung durch die scheuble.xpi als arbeitgebernaher service der firehundt.com verwirklichen? man scrollt durch die lieblings-verpixelungsalgorithmen bis es scharf wird? bewegungsprofil durch gesichtserkennung inclusive?
    die gehlen-gedenk-initiative für sicherheit in der arbeitswelt bietet fürstliches gehalt…

    (wollt immer schon mal headhunter spielen)

  66. Die Verpixelung geschieht automtisch durch Software. Die Fehlerquote kann man sich selbst ausrechnen…

  67. Katrin sagt:

    Der Widerspruch, der eingelegt werden «darf», ist perfide.
    Wenn Google die Verknüpfung Name/Adresse/Haus nicht sowieso schon besitzt, hat sie ihn nach dem Widerspruch garantiert.
    Und man muss eventuell noch mehr Informationen preisgeben, damit der Antrag überhaupt bearbeitet wird (Anzahl der Stockwerke, Art des Daches). Obwohl ich eine Gegnerin von Streetview bin, kann ich aus dem oben genannten Grund keinen Widerspruch einlegen.

  68. >Obwohl ich eine Gegnerin von Streetview bin, kann ich aus dem oben genannten Grund keinen Widerspruch einlegen.

    Jede Firma die möchte besitzt gewiß schon das Gros unserer Daten und dank auskunftsfreudiger Kommunen auch mehr als nur die profane Adresse. Dazu kommen noch diverse Versicherungen die beinahe stetig Daten verlieren. Insofern könnte man schließen «who the fuck cares?», aber ein Plus an Daten ergibt wiederum ein Plus an Information. Manche Daten entfalten ihre Wirkung erst zusammen mit anderen. Etwas als «harmlos» zu bezeichnen ist meist nur Ausdruck von Unkenntnis oder CTRLVerlust.

  69. Apropos «pro Streetview», wenn Leute wie @oliverg heutzutage 140-Zeichen-Sprechblasen schmieden a la «Würde heut das Feuer erfunden, der Innenminister wäre sicher dagegen. Würde heute die Schrift erfunden, der Datenschutz würd sie blockieren.» dann kann man damit mitunter irgendeinem Unternehmen etwas verkaufen, gewiß aber findet man diese Blasen nicht innerhalb einer Bürgerrechtsbewegung. Das sind zwei paar verschiedene Schuhe und dies sollte in einer Diskussion auch derart gewürdigt werden. Twitternde «social web»-Fanboys wie @mspro, @sixtus, @oliverg et al. wären ohne diese Bewegung im digitalen Raum mehr oder weniger «arbeitslos», insofern setzen diese natürlich argumentativ alles daran, daß ihr Habitat erhalten bleibt, sprich mehr Daten, mehr Mashups. Verständlich insofern, muß man jedoch nicht tolerieren …

  70. Herm sagt:

    Man habe nur ein wenig Phantasie. Die Frage ist nicht, was könnte MAN mit den Daten anfangen, sondern was würde ICH damit anfangen wenn ich in deren Position wäre. Man nehme einen beliebigen Softwareentwickler eines Kreditberatungsinstituts. Dank Google-API wäre es wahrscheinlich (bald) kein Problem mehr, dass nach Eingabe der Adresse des potentiellen Kundens eine Query abgesetzt wird und dessen Hausansicht im Bearbeiterformular auftaucht.
    Geschieht dies nun automatisiert während des Beratungsgesprächs, kann man durchaus davon ausgehen, dass der Berater auch durch den Eindruck des Fotos in der Kreditvergabe beeinflusst wird (und sei es nur durch längere Laufzeit und damit höhere Zinseszinsen).

    Das soll nur ein Beispiel sein, wie die Daten automatisiert verwendet werden könnten, ohne auch nur einmal manuell eingreifen zu müssen. D.h. hier ist auch kein Schutz mehr durch manuelle Selektion der Daten vorhanden (wie oben argumentiert wurde, weil sind ja Bilder und keine Texte). Was automatisiert werden kann, wird automatisiert werden. Die API ist da, die Daten sind da, also warum sollte so etwas nicht stattfinden. Selbst wenn die API derzeit die entsprechenden Befehle nicht unterstützt, wer gibt mir die Garantie, dass so etwas in Zukunft nicht möglich sein wird?

    P.S. Weil hier mit ELENA verglichen wurde: Ich finde Google SV weit schlimmer als ELENA, weil ELENA auf deutschen Servern mit deutschem Rechtsstandort und damit auch deutschem Datenschutz läuft. Googles SV läuft allerdings in den USA, und damit auf quasi datenschutzfreiem Gebiet. Google ist damit nicht der erste Konzern, der amerikanisches Recht erst einmal weltweit anwendet und danach schaut, wer sich eigentlich beschwert. Nicht einmal die Datenbank an sich, sondern eben diese Praxis, sich über geltende Gesetze hinwegzusetzen solange niemand öffentlich Einspruch erhebt, finde ich den eigentlich größten Skandal.
    (hierbei bitte nicht verwechseln, dass stattfindende Relativierungen keineswegs verharmlosen sollen. Natürlich sollte ELENA auch kritisch beobachtet werden, aber in Anbetracht der Umstände ist jetzt halt erst einmal SV zu Recht im Fokus)

  71. DxU sagt:

    @ Herm
    Nun, das ist Ansichtssache.
    Ob SV wirklich schlimmer sein soll als ELENA wage ich aber zu bezweifeln.
    Ob man sich gegen SV währen kann ist fraglich, ich glaube kaum, das das Opt-Out mehr Daten von mir verlangt als ich so preisgeben würde, wenn ich diese Option nicht nutzen würde. (Das ist IMHO auch einer meiner Hauptkritikpunkte)
    Aber ELENA, dagegen kann ich mich einfach mal alleine überhaupt nicht wehren, ok vielleicht mit einer Verfassungsbeschwerde. Und überleg mal was schwerer wiegt, deine Hauswand und wie hier beschrieben, ein eventueller Kredit, den du dann nicht oder zu ungünstigen Konditionen bekommst oder ein massives ausschnüffeln deines beruflichen Alltags.
    Für mich ist ELENA ein absolutes Horror Szenario:
    – Am Streik teilgenommen, ohne vorher den Anwalt gefragt zu haben ob der eventuell mal als nicht rechtmäßig eingestuft werden könnte.
    – Du bist bei deinem Arbeitgeber in Ungnade gefallen und er verewigt im Freitext missliebige Infos über dich, gegen die du dich dann evtl. nicht mal währen kannst, selbst wenn sie nicht der Wahrheit entsprechen
    – Zu oft krank gewesen?
    – Erfahre ich überhaupt, wasüber mich dort alles gespeichert wird?
    – Künftige Arbeitgeber
    – Das Arbeitsamt, kann nicht nur den unmittelbaren Grund einer Kündigung gegen dich verwenden (Sperrzeiten) sondern auch dein Verhalten insgesamt auslesen und dir bei Bedarf «aufs Butterbrot schmieren». Andere wissen mal wieder über dich mehr als du selbst.
    Ich bin sicher nicht DER Experte zum Thema, aber das sind die Befürchtungen die zum Thema habe

    Gegen ELENA und seine möglichen Folgen ist in meinen Augen SV ein Witz. Sicherlich ist es diskutabel, aber ich finde der Stellenwert der im Moment SV in der Kritik zukommt ist ungerechtfertigt.

    Ich erinnere mich noch an die jahrelange Kritik an M$. Über Bill und Co wurde genauso hergezogen (sicher zu Recht), heute hat sich alles auf Apple eingeschossen (auch hier nicht ist die Kritik berechtigt) Das andere Schlachtfeld ist eben google. Mal sehen was dann kommt.

    Es tut mir leid, aber für mich ist die SV Debatte in den Medien ein gefundenes Fressen im Sommerloch, das lenkt auch so schön ab von deutschen Soldaten in Afghanistan, unveränderter Lage in Guantanamo, das Öl vor Mexiko, der Abbau unserer Rechte in unserem Land, Polzeigewalt, Entmündigung der Schwächsten in unserer Gesellschaft.… usw. Es gibt unglaublich viele Sachen, die ich als schlimmer empfinde, als SV.

    Grüße DxU

    P.S. wenn mein Kommentar durchs Raster fällt und nicht angezeigt wird, was solls. Spar ich mir halt meine Meinung, darauf wurde hier ja mehrfach hingewiesen. Ist ok, aber manchmal kann ich mein Maul halt nicht halten

  72. Du hast dir selbst die Antwort gegeben: es gibt nichts schlimmeres als Daten anzuhäufen, die mit Menschen assoziiert werden können. Sicher lassen sich einige Dinge hierarchisch ordnen, doch ist in ihrer Gesamtheit und in Relation zueinander gestellt entfalten diese oftmals ihr gesamtes Potential.

  73. Katrin sagt:

    «Würde heut das Feuer erfunden, der Innenminister wäre sicher dagegen.»

    Wenn ich einen solch unausgegorenen Spruch lese, weiss ich nie, ob ich lachen oder weinen soll.

    Das Feuer wurde nie erfunden, sondern die Natur hat es durch Blitzeinschlag und Selbstentzündung entfacht. Der Urtyp des Menschen hat es dann nur genutzt und zu seinen Zwecken verwendet. Bis zur Selbsterzeugung von Feuer war es aber immer noch ein langer Weg.

    Davon abgesehen. Man darf doch noch jede «Erfindung» auch mal kritisch hinterfragen. Nicht jeder Mensch wird doch sofort zum jubilierenden Lemming, sobald eine Neuheit auf den Markt geworfen wird.

    Feuer ist im Ernstfall lebensnotwendig, Streetview nicht.

    Ich brauche Streetview nicht, weder zur Urlaubsplanung noch
    interessieren mich die Ansichten Münchener Vorstadtsiedlungen.

  74. Ein Mensch sagt:

    Google stellt die Lösung vor:

    http://www.youtube.com/wa.….hO0qNbkY

  75. Haiko sagt:

    Ein wenig unfair ist das schon. Ich als Fotograf darf auch nicht irgendwelche Leute von der Straße abfotografieren, ohne vorher zu fragen. Danke für diese wunderbaren Gegenargumente!

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