Warum Gauck gefährlich ist

Nun ist es amtlich: Wir bekommen einen Neuen Rechten als Bundespräsidenten: Seine erste Rede hat Bundespräsident Joachim Gauck heute mit den Worten Was für ein schöner Sonntag begonnen. Gauck hat hier das NS-Opfers Jorge Semprún zitiert, der seine Erfahrungen im KZ Buchenwald niedergeschrieben und sein Buch eben so genannt hat.

Die taz hält dazu fest: Semprún attackierte damit einen weitreichenden Konsens […]: nämlich mit dem beschwörenden Rekurs auf die Einmaligkeit von Auschwitz jeglichen Versuch zu unterbinden, Nationalsozialismus und Stalinismus, rechten und linken Totalitarismus zu vergleichen. Ulrike Ackermann schreibt weiter in ihrem Artikel: Hitlers Rassenmord sei eine Folge des Stalinschen Klassenmords gewesen, d.h. die «linken» Verbrechen seien den «rechten» ursächlich vorausgegangen.

Gauck hat es bereits mehrfach anklingen lassen: Was über Jahrzehnte Konsens innerhalb der deutschen Bevölkerung und Politik war, nicht nur im linken Spektrum, wird von Gauck in den nächsten Jahren aufgekündigt werden: Der Nationalsozialismus, das Dritte Reich, die Judenverfolgung, Ausschwitz und Buchenwald, waren keine einmalige Sache, sondern können mit den Verbrechen Stalins, dem sogenannten Stalinismus vergleichen werden, Stalins Massenmorde begründeten den Nationalsozialismus sogar.

Mit diesem Präsidenten werden wir noch sehr viel Spaß haben…

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11 Antworten zu “Warum Gauck gefährlich ist”

  1. […] F!XMBR schreibt gut zum Amtsantritt des neuen Bundespräsidenten: Was über Jahrzehnte Konsens innerhalb der deutschen Bevölkerung und Politik war, nicht nur im linken Spektrum, wird von Gauck in den nächsten Jahren aufgekündigt werden: Der Nationalsozialismus, das Dritte Reich, die Judenverfolgung, Ausschwitz und Buchenwald, waren keine einmalige Sache, sondern können mit den Verbrechen Stalins, dem sogenannten Stalinismus vergleichen werden, Stalins Massenmorde begründeten den Nationalsozialismus sogar. […]

  2. Gauck zum Abend

    Nachdem Joachim Gauck zum Bundespräsidenten gewählt wurde, begann noch heute der Medienmarathon. Nachdem ich sein Interview in der ARD gesehen habe, war ich gespannt auf seine Rede am Freitag im Bundestag. Den einen oder anderen Vorwurf hat er durchaus verstanden, differenziert zu erklären.

    Gerade war er im ZDF zu Gast, da zerplatzten diese zarten Hoffnungen schon wieder. Das ZDF-Duo Schaustein und Frey hat es geschafft, dem Bundespräsidenten ein wenig mehr zu entlocken. So sagte Gauck Sozialleistungen seien Beruhigungspolitik. ‘Er sieht sich selbst als Fan der Politik, Sozialleistung nur noch bei Gegenleistung. Das ist nun wirklich negativste neoliberale Propaganda. Eigentlich hatte ich gedacht, diesen Irrsinn weitestgehend hinter uns gelassen zu haben.

    Die Person Gauck manifestiert sich an einem einzigen Satz. Wie wir wissen, negiert das Wort Aber rhetorisch den vorangestellten Teil eines Satzes. Joachim Gauck:

    «Für uns Deutsche ist der Holocaust einzigartig, aber.….»

  3. Josch sagt:

    «Für uns Deutsche ist der Holocaust einzigartig, aber.….wir können noch mehr.»

  4. kulinux sagt:

    tja, und da Gaucks Antikommunismus ja autobiographisch daher rührt, dass die bösen Kommunisten gewagt haben, seinen Nazi-Vater nach Sibirien zu schicken – in der Zeit konnten sich nur seinen Nazi-Mutter und der Nazi-Onkel um seine Erziehung kümmern –, können wir uns wohl sogar auf weit mehr als eine «Totalitarismus»-Relativierung gefasst machen. Angeblich soll sein Vater als Kapitän für die Erschießung von Kriegsgefangenen verantwortlich gewesen sein – in Nürnberg wäre er dafür gehängt worden …

    Und von der Mitläufer-Rolle Gaucks in Rostock – bis die Wende im Oktober 89 entschieden war, ist er praktisch nicht öffentlich in Erscheinung getreten – oder seinem dubiosen Umgang mit den Stasi-Akten, von denen immer wieder passend etwas an die Öffentlichkeit durchsickerte, wenn es den Neoliberalen/Rechten nützte … ganz zu schweigen.

    Den Mann (den ich mal persönlich getroffen habe) würde ich nicht persönlich anfassen: ein eitler, schleimiger Besserwisser …

  5. Anonymous sagt:

    Christian,

    du schreibst: «Ulrike Ackermann schreibt weiter in ihrem Artikel: Hitlers Rassenmord sei eine Folge des Stalinschen Klassenmords gewesen, d.h. die «linken» Verbrechen seien den «rechten» ursächlich vorausgegangen.»

    Vielmehr schreibt sie doch folgendes: «Der Historiker Ernst Nolte entfachte den damaligen Streit mit seiner These, Hitlers Rassenmord sei eine Folge des Stalinschen Klassenmords gewesen, d.h. die «linken» Verbrechen seien den «rechten» ursächlich vorausgegangen. Nolte konnte sich mit dieser Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen zu Recht nicht durchsetzen.»

    Die Betonung liegt dabei auf dem letzten Satz: «Nolte konnte sich mit dieser Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen zu Recht nicht durchsetzen.»

  6. Darum geht es ja: Gauck wird diese Debatte wieder in die Öffentlichkeit tragen. Es gab da die Tage sogar eine Widerrede auf Springers Welt…

  7. terbisil sagt:

    Die Gaucksche Eröffnung «Was für ein schöner Sonntag» wird zuallererst Ausdruck seine Freude gewesen sein und weniger das Zitat des Buchtitels von Jorge Semprún. Das wäre für mich das Naheliegendste.

    Zitat fixmbr: «Was über Jahrzehnte Konsens innerhalb der deutschen Bevölkerung und Politik war, nicht nur im linken Spektrum, wird von Gauck in den nächsten Jahren aufgekündigt werden.»

    Starke Spekulation. Basiert anscheinend auf dem Umstand, dass Gauck in der Vergangenheit «mehrfach etwas anklingen ließ».

    Vielleicht sollten die Bürger (und damit auch die Macher von fixmbr) ihm zuallererst eine Chance geben und abwarten, was er in der nächsten Zeit kraft seines Amtes weiterführt (Integration) und verbessern wird.

    Vielleicht «fixt» er ja das Amt besser als man denkt.

  8. FF sagt:

    Das Gute daran: der Mann geht auf die achtzig zu. Ich hoffe auf eine biologische Lösung. Denn sich ändern, gar dazulernen wird der keinen Mikrometer. Niente, nada, null, nitschewo.

    Und jetzt aktiviere ich meinen persönlichen Gauck-Filter wieder…

  9. Sukram71 sagt:

    Naja, ich finde diesen fixmbr-Beitrag ehrlich gesagt nicht besonders klug und mächtig übertrieben, vorsichtig ausgedrückt.

    Weil zum einen muss man dem Gauck gegenüber schon extrem negativ voreingenommen sein, um einen so harmlosen Satz wie «Was für eine Schönen Sonntag» gleich in einen NS/KZ-Kontext zu bringen und dem Gauck zu unterstellen, er wollte das relativieren.

    Zum anderen wird sich natürlich auch ein Bundespräsident Gauck nicht gegen solche wissenschaftlich ausführlichst erforschte Erkenntnisse und schon allein logische Tatsachen stellen, wie dass der Holocaust einzigartig war.

    So wie ich das mitbekommen habe, hat der Gauck nur etwas gegen so extreme, fast religiöse, Überhöhungen. Und diesen Eindruck hat man — trotz des monströsen einzigartigen Verbrechens — wirklich hin und wieder.
    Und das meint der ja auch nicht nur zum Holocaust, sondern auch zu manchen linken «Erlösungsphantasien». Ich vermute er meint da so Dinge, wie z. B. das Allgemeine Grundeinkommen, oder manche Gedanken, man könne die Finanzmärkte einfach komplett abschaffen und alles wäre irgendwie gut. Das das sagt Gauck doch auch.

    Er meint nur, man soll etwas auf dem Teppich bleiben und versuchen das Bestehende zu verbessern, weil das Bestehende — trotz vieler Mängel — grundsätzlich gar nicht sooo falsch ist. Und ich meine damit hat er nicht ganz Unrecht.

  10. Sukram71 sagt:

    Dass man eigene Verbrechen, ganz besonders so extrem einzigartige, wie den Holocaust, nicht mit anderen Verbrechen vergleicht, ergibt sich ja schon alleine aus dem Gedanken, wozu solche pietätlosen Vergleiche gut sein sollten und welchem Zweck sie dienen … ^^

    Und ich hatte bisher nirgendwo den Eindruck, dass ein Gauck solch sachlichen Argumenten nicht aufgeschlossen gegenüber ist.

    Nur halt lieber mit den Realitäten auseinander setzen und helfen diese zu verbessern, statt sich in völlige Überhöhungen oder Phantasien zu flüchten. So meint der das, wie ich meine.

  11. Leo Trotzki sagt:

    Herr Gauck ist sicher alles andere als ein Held.
    Warum aber immer diese Vergleiche KZ Nazis, KZ Stalinisten.
    Macht endlich Schluss mit dem Hitler-Stalin– Pack
    und arbeitet an einer konstruktiven Zukunft!

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