Warum der nächste Kanzler Karl-Theodor zu Guttenberg heißt

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Bild: Agenda 2013

Angela Merkel befindet sich gerade im Herbst ihrer Kanzlerschaft, die SPD und die Grünen frohlocken, scheinen die Umfragen doch auf eine rot-grüne Bundesregierung 2013 hinauszulaufen. Doch da haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht, in diesem Fall die rechts-konservativen Kreise, an der Spitze die Bild-Zeitung. Der nächste Bundeskanzler wird mitnichten Sigmar Gabriel oder gar der neoliberale Zombie Peer Steinbrück heißen – ab 2013 wird das erste Mal ein CSU-Politiker im Kanzleramt Platz nehmen: Karl-Theodor zu Guttenberg.

Schon seit zu Guttenberg den Problembären Michael Glos in der letzten Legislaturperiode als Wirtschaftsminister ablöste, galt er als der neue Shootingstar. Die Bild hob den Adligen auf ein Podest, der Rest der Medien folgte, Deutschland hatte einen neuen Politstar. zu Guttenberg spielte diese Popstar-Klaviatur perfekt – man denke nur an das für jeden normal denkenden Menschen lächerliche Foto am New Yorker Time Square. Wenn zu Guttenberg eines verstanden hat, dann sich selbst über die Bild und die restlichen Medien zu vermarkten.

Und selbst als Angela Merkel den Shootingstar im neuen Kabinett ins vermeintliche Verlierer-Ressort, dem Verteidigungsministerium, abschob, konnte das den Freiherrn aus dem Süden nicht stoppen. Selbst die Kunduz-Affäre, seine offensichtlichen Lügen, schadeten ihm nicht. Andere Minister sind für ganz andere Dinge zurückgetreten – mit jeder Schlagzeile, auch wenn sie negativ war, stieg die Popularität zu Guttenbergs.

In den letzten Wochen präsentierte sich unser Verteidigungsminister als ein Top-Gun-Tom-Cruise-Verschnitt. Während Dirk Niebel ausgelacht wird, scheint zu Guttenberg die bessere Werbeagentur zu beschäftigen. Deutschland kann auf seinen Tom Cruise wahrlich stolz sein, die Menschen lieben ihren Verteidigungsminister. Die Medien nehmen diese Bälle natürlich dankbar auf – eine Boulevardisierung der Politik bringt Quote und Einnahmen.

Es verwundert dabei nicht, dass zu Guttenberg der erste Politiker war, der Thilo Sarrazin verteidigt hat – über die Bild ließ er mitteilen, dass Sarrazin die «richtige Debatte angestoßen» habe. In den nächsten Monaten wird darauf zu achten sein, wie sehr zu Guttenberg den konservativen Flügel der Union anspricht, die CSU, Horst Seehofer hat damit schon begonnen.

Doch was wäre Deutschland ohne eine «atemberaubende» First Lady — hier kommen wir nun zum letzten Puzzleteil. Bisher hat sich die Freifrau Stephanie zu Guttenberg eher zurückgehalten – in den letzten Tagen jedoch wird auch sehr medial vermarktet und Fotos von ihr veröffentlicht, die eher an einen Filmstar erinnern, als eine Politikerehefrau.

Vera hat nebenan einen komischen Verdacht – sicherlich, ein Buch will verkauft werden. Doch ich denke, das Ziel ist ein anderes. Stephanie zu Guttenberg hat sich schon während der Debatte um die Netzsperren als Kinderschützerin sehr gut verkauft, nun zieht sie gegen die Pornografie zu Felde – wer möchte nicht eine so engagierte First Lady im Kanzleramt sehen?

Zensurremix – Ursula von der Leyen, Brigitte Zypries & Karl-Theodor zu Guttenberg ft. Special Guests

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Im nächsten Jahr wird Schwarz-Gelb die Landtagswahl in Baden-Württemberg verlieren. Nicht nur für Guido Westerwelle wird dies der Anfang vom Ende sein – insbesondere für die Union wird diese Wahl einem Erdbeben gleichen, ähnlich wie es die Landtagswahl 2005 in Nordrhein-Westfalen für die SPD war.

Die FDP wird sich Christian Lindner zuwenden – und die Union wird Angela Merkel zu verstehen geben, dass ihre Zeit abgelaufen ist. Sie ist in der Union ähnlich beliebt, wie es Gerhard Schröder innerhalb der SPD war. Beide wurden geduldet – solange man Erfolge vorweisen konnte. Für Merkel wird nun eine Serie der Niederlagen beginnen – so wird man sich ihrer schon bald entledigen. Während Schröder noch als Wahlkämpfer gebraucht wurde, wäre dies bei Angela Merkel eine Belastung.

Und so wird die Union spätestens 2012 Karl-Theodor zu Guttenberg zu ihrem Kanzlerkandidaten küren. Die Bild hat nach jahrelanger Arbeit wieder einen Kanzler ihrer Gnaden — den sie selbst geschaffen hat, eine selbst erfüllende Prophezeiung. Wenn die Debatte um Thilo Sarrazin eines gezeigt hat, dann ist es der Umstand, dass die rechts-konservativen Meinungsmedien in unserem Land die Macht besitzen und sie gnadenlos ausspielen. Die NPD hängt riesige Sarrazin-Plakate auf – und niemand (außer, welch Ironie, dem Aufgehängten selbst) stört sich daran. Das Land ist in den letzten Wochen stark nach rechts gerückt – und es braucht auch keine lächerlichen Parteigründigen diverser Rechtspopulisten. Die Bild und andere haben ihr bestes Pferd noch im Stall:

Karl-Theodor zu Guttenberg wird der nächste Bundeskanzler unsers Landes.

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41 Antworten zu “Warum der nächste Kanzler Karl-Theodor zu Guttenberg heißt”

  1. Marcel sagt:

    Deine Kritik an Guttenberg teile ich, aber die Passage über seinen Zuspruch an Sarrazin ist eher nicht wahr, und hat auch er nicht verdient.

    ansonsten: mir schaudert’s

  2. Gut, das eine schließt das andere nicht aus. Er hat Sarrazin zugestimmt — dass er sich auch distanzieren muss, so schlau ist er auch. Die Mitteilung, er stehe auf Sarrazins Seite, war die Nachricht. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass zu Guttenberg die Nachricht gerne gesehen hat — kann er doch immer darauf verweisen, er hätte sich auch distanziert.

    Wir kennen den Satz, «es war damals nicht alles schlecht» — so wird heute Sarrazins Rassismus salongfähig gemacht…

  3. Marcel sagt:

    von der warte aus gesehen, dass eigentlich niemand den rassismus direkt benennt und anprangert, hast du durchaus recht. so weit habe ich dann im ersten moment nicht gedacht.

  4. Anonymous sagt:

    Dem ist nichts hinzuzufügen, außer villeicht, dass Frau zu Guttenberg im «Tittenblatt» gegen Pornografie wettert. Aber das ist ja inzwischen salonfähig, denn auch Alice Schwarzer, die eigentlich alle paar Jahre ihre PorNo Kampagne auflegt, schreibt ja inzwischen da :-)

  5. Solarix sagt:

    Ehrlich gesagt bezweifle ich das Guttenberg Kanzler wird, denn so wie ich das aus meiner schwäbischen Heimat beurteile.… ist Schwarzgelb im nächsten Frühjahr am Ende.

    Wenn Mappus die Wahl verliert, wovon im Moment stark auszugehen ist und wir einen grünen Ministerpräsidenten bekommen, wovon auch auszugehen ist… wird es eine Rotgrüne Regierung im Ländle geben und das ist für Angela Merkel und Westerwelle, nicht nur der absolute Supergau, sondern könnte zum implodieren, der CDU führen und das wird Merkel politisch sicher nicht überleben. Die Koalition könnte daran komplett zerbrechen.

  6. BoleB sagt:

    hach ja, mit den Prognosen, besonders wenn sie die Zukunft betreffen, ist es schon schwierig. Ich hoffe diesbezüglich ja auf den CSU-Fluch, von denen hat es noch keiner geschafft…
    Allerdings dürften es Zensursula bzw. Kristina Schröder ganz schön schwer haben, eine Frau war ja schliesslich grade dran (wird wohl eines der Argumente heissen).
    Ich tippe mal auf (+/- 2 bis 5 Prozent) 30 CDU/CSU, 30 SPD, 20 Grüne, 20 Linke, den Rest für die FDP… :-)
    Übrigens: Es gibt bei uns zum Glück keine Freiherrn mehr, auch wenn das goldene Blatt oder wer auch immer da einen anderen Eindruck vermitteln. So oder so, es graust mir jetzt schon. Achso, und ich glaube immer noch nicht an eine planmäßige Erfüllung der Legislaturperiode, das könnte die ganze Sache noch etwas spannender machen…

  7. Anonymous sagt:

    Huch, warum ist das 3D Ding jetzt weg? ich habe, das schwöre ich, nichts mit Blöd gemein!

  8. Meinst Du nicht, dass es peinlich ist, hier einen Kommentar «zur Ergänzung» zu hinterlassen um dann sich selbst zuzujubeln mit einem zweiten Kommentar «schöne Ergänzung»?

    Auf den Arm nehmen kann ich mich alleine, da brauche ich Dich nicht zu…

  9. Anonymous sagt:

    He, das ist jetzt aber wirklich ein totales Missverständnis! Ich juble BLÖD ganz bestimmt nicht zu!!! Ich hatte nur deinen Artikel aufgegriffen und fand das 3D Bild völlig pervers. Mein Kommentar «schöne Ergänzung» sollte nur ausdrücken, dass ich deine Ergänzung in meinem Kommentar «wir verlinken sogar zu Bild», oder so ähnlich, witzig fand! Also bitte keine Paranoia 😀

  10. Dann war es ein Missverständnis…

  11. Anonymous sagt:

    Ja, war es.

  12. Anonymous sagt:

    Nachdem wir das geklärt haben, könntest du ja vielleicht darüber nachdenken, das 3D Bild doch zu zeigen. Muss ja keine Verlinkung zu BLÖD sein (braucht kein Mensch!). Du bist da ja technich genug beschlagen :-) Ich finde es einfach nur so krass!, weil es deinen Artikel so gut unterstützt! 😀

  13. Wenn ein Kommentar gelöscht ist, ist er gelöscht.

    Hier ist aber der Link

  14. Anonymous sagt:

    ahhhhh, muss natürlich technisch heißen :-)

  15. Anonymous sagt:

    :-) Da warst du jetzt aber für F!XMBR Verhältnisse seeeehr großzügig :-) Danke!

  16. devnull sagt:

    Also irgendwie wollt ich Dir ja widersprechen; Kanzler wird der nie. Aber dann kam im Hintergrund im TV der Hinweis, dass der bei Beckmann ist. Dacht’ ich: schau erst mal, auch wenn’s Quark ist. Hab ich mir dann angetan. Meine Fresse, mal abgesehen von dem Sermon den er ablieferte, was Giovanni di Lorenzo (Die Zeit, bei «Live aus dem Alabama» hielt ich den noch fuer vernuenftig), Axel Hacke (SZ, hallo Herr Prantl, kann man jemandem auch mal auf die Pratzn hauen?), Beckmann selbst und am Schluss auch noch Hans-Ullrich Joerges (Stern, fehlte gerade noch) an — tja was eigentlich — devoter Huldigung entgegengebracht wurde, wahrscheinlich hast Du doch recht — Ludos incipite

  17. […] anrichten, wie irgend möglich, um sich damit die Taschen zu stopfen. Oder die CDU/CSU erhebt Baron Guttenberg zum Kanzlerkandidaten 2013. Dann könnte es durchaus nochmal reichen. Die Realität von Hartz IV Klingt ziemlich frustriert. […]

  18. Tobias sagt:

    So sehr ich auch deine Gedankengänge nachvollziehen kann, komme ich dennoch zu einem anderen Ergebnis.

    Ich kann es mir nicht vorstellen, dass man sich in der CDU in Zeiten der bröckelnden Zustimmung und der inneren Reibereien einem CSU Mann ausliefert, der einem die Mehrheit im Bund sichern soll.

    Wäre zG ein CDU Mann, dann würde ich dir Recht geben. Aber so hat er einfach das falsche Parteibuch. Soweit geht mE die Geschwisterliebe nicht.

    Sehr lachen musste ich auch beim Vorschlag, dass die CSU bundesweit antreten solle … stelle mir gerade einen Ur-Bayern als ersten Landesvorsitzenden von Schleswig-H. vor. Das wäre ein Spaß …

  19. Tobias sagt:

    merke gerade, dass ich einen nicht unwichtigen Zwischensatz nur gedacht habe und nicht niedergeschrieben:

    ***
    Soweit geht mE die Geschwisterliebe nicht. Eher im Gegenteil, erst recht aus den Reihen der CSU.

    Sehr lachen musste ich …
    ***

    Ich bitte dies zu berücksichtigen, falls man meinen Abschlussatz nicht zuordnen kann.

  20. Wolle sagt:

    Hurra, endlich wieder eine völlig abgedrehte Kanzlergattin statt einer Kanzlöse! Machen wir den Guttenberg doch gleich wieder zum Kaiser! Ein gegelter CSU-Kanzler/Kaiser passt doch zum dt. Michel wie Arsch aufm Eimer.
    Denkt ich an Deutschland in der Nacht, …

  21. Stimmvieh sagt:

    Mir geht beim Lesen des Artikels der Gedanke durch den Kopf, dass Schwarz-Geld Herrn Guttenberg vielleicht schon vor Ablauf der Legislaturperiode zum Kanzler wählt. Merkels Stern ist seit der letzten Bundestagswahl ohnehin im Sinkflug, und wenn Baden-Württemberg für die Regierungskoalition verloren geht, könnte das ein ähnliches Fanal sein wie die Wahlniederlage in NRW 2005 für Rot-Grün.
    Und wenn Schwarz-Geld 2013 Guttenberg mit einem Kanzlerbonus in den Wahlkampf schicken kann, dann kann die SPD im Grunde ins Rennen schicken, wen sie will, Kanzler oder Kanzlerin wird er oder sie eh nicht. Ich verstehe beim besten Willen nicht, wieso, aber Guttenberg ist wirklich verhältnismäßig populär.

  22. Tankwart sagt:

    mh, es klingt zumindest plausibel. Doch die Vorstellung auch noch so einen Kanzler ertragen zu müssen, ist nicht schön.

  23. Blob sagt:

    Ich weiß ja nicht.

    Schon allein das Schwarz/gelb einfach kampflos das Ländle räumt kommt mir nicht wirklich in den Kopf… schließlich würde auch ein strahlender König Guttenberg ziemlich dämlich darstehen wenn sein Ross aka Bundesrat mit zwei gebrochenen Vorderbeinen nur noch auf den Gnadentod wartet.
    Anti-Stuttgart 21 wird sich totlaufen zu mal man sich ja noch an den Springer-Verlag wenden kann, der wird schon wissen wie man das alles ins Lot bringt.

    Was ist mit der FDP… ich traue ihr zu das sie wieder ihre Geist namens Möllemann und den von Sarrazin herbeiruft. Westerwelle wird es ziemlich egal sein ob der Mob der ihn über 10% bringt, “nur“ per Steuergesetzte nach unten austeilt oder gleich alles für sie Schwaches über die Grenze treiben will.

    Schließlich gibt es ja da noch die beiden «Gegenspieler» namens SPD und Grüne, dass die immer wieder gerne auf Teufel komm raus mit der Macht paktierer haben sie auch schon demonstriert.… und was ist besser für die CDU/CSU als wieder einen Juniorpartner der durch das ganze abgewürgt wird?

    Alles Fälle wo dann nach keinen Guttenberg geschrien wird, oder er gebraucht wird. Wenn Merkel das schlau anstellt wird sie auch denn Grinser aushalten… auch wenn es dadurch nicht besser wird.

  24. Bundeswehrsoldat sagt:

    Was wir im Moment bei Fa. Bundeswehr auf Betreiben von Gutti erleben läßt ahnen, das er Kanzler werden will. Er betreibt eine Bw-Reform welche die Truppe total verändert, Geld und Personal spart. Wenn das alles in drei Jahren Früchte trägt, kann er etwas vorzeigen, was kein anderer in der Regierung geschafft hat. Eine Reform, die den Namen verdient. «Seht, was ich in nur drei Jahren mit der Bw geschafft habe, wenn ihr mich zum Kanzler macht, schaffe ich das mit ganz Deutschland».
    Er liefert gerade sein Meisterstück ab, die beste Empfehlung für die Kanzlerschaft.
    Ein Mann steil auf dem Weg nach ganz oben !

  25. no0ne sagt:

    Wie ich bei dem Usernamen «Stimmvieh» lachen musst 😀 nicht schlecht…

    @topic
    Der Gedanke hat sich mir auch schon aufgedrängt, damals noch vor der Bundestagswahl 09, der wurde ja in den Himmel gelobt, dass die Schwarte krachte. Die Frage ist ja, wofür wurde er eigentlich gelobt? Weil er im Büro bei seinen Eltern im Betrieb abgehangen hat und an einer Exceltabelle für den durchschnittlichen Kaffeverbrauch im Monat/je Mitarbeiter geschraubt hat?
    Was hat dieser Mann vorzuweisen?

    Aber prinzipiell macht es mit vG schon Sinn, gerade jetzt wo die CSU sich von der CDU abgrenzt und nach rechts rutscht um die Lücke zwischen CDU-NPD zu füllen, kommt so ein Charismatiker gerade recht. Wenn man ihn als Kanzlerkandidaten aufstellen würde in 2012, dann hätten auch rechte nicht-Bayern (bzw. Sarraziniker) einen Grund CDU zu wählen, weil mit der Stimme für die CDU, der CSU Mann vG auf den Kanzlerposten kommen würde.

  26. vera sagt:

    @BoleB
    Da mußt Du aber mal hören, wie gnädig Frau zu Guttenberg im Blöd-Interview sagt, daß dies Anrede ihr ‘ausreiche’. Wir wollen unsern alten Kaiser Willem wieder ham …

  27. […] Charakteren. Stimmt, etwa so mutig wie zuletzt der tapfere Herr Röttgen. [Apropos Guttenberg: Das hier liest sich bedrohlich …] Tags: Karl-Theodor zu Guttenberg, […]

  28. […] nicht weg! Rechtsruck in Deutschland BILD dir deinen Kanzler: fixmbr über Top Gun Guttenberg und die rechten-konservativen Kanzlermacher vom Axel-Springer […]

  29. […] negativ beurteilt dieses Schwächeln, vor allem das der Regierung, Christian Sickendieck. Er sieht zwar das Ende für sowohl Guido Westerwelle als auch Angela Merkel kommen, ist aber […]

  30. […] denn die Schwarze Witwe verliert nach der Stuttgart-21-Wahl den Parteivorsitz und der nächste Unions-Kanzlerkandidat heißt zu Guttenberg. Sodann feiert die vereinte Konzern-Journale zwei Jahre lang unsere supersexy Freifrau Stephanie. […]

  31. […] schlammigen Sumpf des Subproleten-Fernsehens begibt. Distinktion sieht anders aus. Ob das bei der Kanzlerschaft hilft, darf angezweifelt werden. Es geht mir hier um den Ton und die Botschaft dieses Artikels. Da […]

  32. Heiko sagt:

    Auch auf die Gefahr, das ich mich unbeliebt mache, aber was wir bräuchten wäre mal wieder ein richtiger(!) Sozialdemokrat als Kanzler, der mit einer stabilen eigenen Mehrheit regieren und den Pfusch der letzten Jahrzehnte korrigieren kann.

    Die Union kann weder regieren noch Kanzler(in). Das haben sie ja immer wieder eindrucksvoll bewiesen. Und man sollte nicht vergessen, das Kohl nur durch das Überlaufen der FDP seinerzeit Kanzler wurde.

  33. >das Kohl nur durch das Überlaufen der FDP seinerzeit Kanzler wurde.

    Ja klar, Kohl wurde Kanzler weil er bei den Neuwahlen anno 1983 gewählt wurde und danach ebenso. Die FDP verlor dabei übrigens recht herb. Und der «weise» Schmidt, der Freund von Atomenergie, Studiengebühren, Agenda 2010 etc. pp., hatte damals nur seinen gerechten Lohn erhalten. Sozialdemokrat? Bei Brandt habe ich schon Probleme, aber Deutschland braucht einen Menschen, keinen Sozialdemokraten als Kanzler bzw. Kanzlerin. Geschichtsklitterung ist ein schlechter Ratgeber für zukünftige Wahlen.

    >Die Union kann weder regieren noch Kanzler(in). Das haben sie ja immer wieder eindrucksvoll bewiesen.

    Gegenüber Schröder, hätten sich einige gewiß Kohl zurückgewünscht, zumindest im direkten Vergleich. Die SPD bewies das also auch mehr als eindrucksvoll, also diese Unfähigkeit eine Regierung zu stellen.

  34. Solarix sagt:

    @Heiko
    Die klassische Sozialdemokratie ist tot. Genau so wie die klassische CDU tot ist. Die Zeiten sind vorbei und sie werden auch nicht wieder kommen.

    Wenn ich mir die Figuren ansehe, die vorne bei der SPD stehen und auch bei der Union kommt mir jedenfalls aktuell keiner so vor als würde er die klassischen Wählerschichten bedienen. Bei der Union tut momentan nur Mappus so, als würde er ein kerniger Konservativer sein.

    Im Grunde ist Mappus aber was ganz anderes, der bereitet nämlich schon die kommende Koalition mit Helikopter Cem vor.

    Bei der SPD sehe ich auch keinen der dem Geiste Wehners entspricht. Wo sollen diese Charaktere noch zu finden sein?
    Das kann auch gar nicht mehr funktionieren, das Rad der Geschichte hat sich weiter gedreht.

  35. Heiko sagt:

    @Oliver:
    1. Kohl ist zuerst einmal durch ein konstruktives Misstrauensvotum zum Kanzler gewählt worden. Erst danach hat er Neuwahlen herbei geführt, die er auch gewonnen hat 😉
    2. Habe ich behauptet, das Schröder ein guter Kanzler war?
    3. Ganz ehrlich: Helmut Schmidt war wahrscheinlich einer der letzten Politiker, die das aus Überzeugung bzw. Patriotismus gemacht haben und nicht, weil es sich toll im Lebenslauf macht.

  36. egghat sagt:

    Das könnte sehr gut so kommen. Bis auf die Wahl von Guttenberg zum Kanzler. Weil ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen kann, dass die «Bürgerlichen» so schnell die Wende schaffen. Meistens dauern Regierungen länger als 2 Wahlperioden.

    OK, Rot(-Rot?)-Grün hätte in der Tendenz eine längere Halbwertszeit. Die haben halt sowas wie Ideale, während es der CxU vorrangig um die Macht geht.

  37. @heiko

    Och aus Überzeugung und Patriotismus? Na dann, damit kann man alles rechtfertigen … auch Bullcrap.

    >Erst danach hat er Neuwahlen herbei geführt, die er auch gewonnen hat

    Nicht er führte herbei, sondern der Bundespräsident. Die Sache mit der Auflösung etc. pp. war damals auch etwas heikler und kein Kohlscher Staatsstreich wie oft mittels Folklore verbreitet.

    >Habe ich behauptet, das Schröder ein guter Kanzler war?

    Nein, aber der Traum vom Sozialdemokrat muß ja irgendwoher stammen. Brandt der schon in der ersten großen Koalition mit der SPD versage und auch später nicht wirklich etwas auf die Beine stellte, kann es wohl nicht gewesen sein. Und Schmidt, wie gesagt, dann doch eher Brandt … so im Notfall.

    @egghat

    > Die haben halt sowas wie Ideale, während es der CxU vorrangig um die Macht geht.

    Woran merkt man dies? Also ich wirkte auch früher aktiv bei den Genossen mit und bin heute bei den Grünen zugegen. Ich denke, wenn ich all dies so lese, dann wird auch die Geschichtsklitterung in 10–20 Jahren aus Schröder einen großen Kanzler a.D. machen :-)

  38. egghat sagt:

    Ich hätte vielleicht besser «sowas ähnliches wie Ideale» schreiben sollen. Die funken selten, aber manchmal eben doch dazwischen.

  39. Solarix sagt:

    @eggheat :)
    Vielleicht bin ich ja nur ein bisschen bodenständig… aber ich glaube praktische Politik ist generell ein dreckiges Geschäft und hat mit Idealen überhaupt gar nichts zu tun. 😀

    Das ist vielleicht ganz am Anfang so, wenn die Leute noch etwas bewegen wollen, unverbraucht sind und an das «gute» im Menschen glauben. 😉

  40. egghat sagt:

    Naja, ich würde mich zwar auch nicht als Politikoptimisten sehen, aber gaaaanz ohne Werte/Ideale sind die Politiker auch nicht. Zumindest manche. Man erinnere sich z.B. an sls_fdp Rücktritt. Klar, das sind die großen Ausnahmen, aber es gab z.B. auch Politiker, die gegen den Kosovo-Krieg gestimmt haben … Jetzt mag man einwenden, dass sie das nicht getan hätten, wenn es bei der Stimme um was gegangen wäre, aber immerhin haben sie dagegen gestimmt.

    Aber in 99% der Fälle ist die pessimistische Sicht (Macht über alles) wahrscheinlich die richtigere …

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