Warum der Kino.to-Bust gut und richtig ist

kinoto

Bevor F!XMBR gegründet wurde, habe ich mich hier und da auf diversen Foren rumgetrieben. Die meisten Foren hatten eine spezielle Ecke, in der Warez & Co. jeglicher Art getauscht wurde. Damals gab es so etwas wie ein eisernes Gesetz: Warez gegen Geld wurde geächtet, wer die Software länger nutzte, bezahlte schlussendlich dafür und kaufte sich das Original. Es war eine Frage der Ehre. Ich habe einmal für einen Bekannten eine ganz spezielle Software gesucht, die eher selten war, die er testen wollte, bevor er sie beruflich einsetzte. Ich startete die Suchanfrage und auf die Rückfrage, wofür ich sie denn brauchen würde, antwortete ich: «Ein Bekannter braucht sie beruflich.» Ich vergaß zu erwähnen, dass er selbstverständlich bei Gefallen die Software kaufen würde, somit nicht nur Anspruch auf Support und Updates hat, um nur zwei Vorteile zu erwähnen. Gegen den Shitstorm, der mich auf diesen einen Satz erreichte, sind die Shitstorms der Piraten ein laues Lüftchen. Vergangene Woche wurde die Webseite Kino.to hoch genommen und die Betreiber festgesetzt. Das ist gut und richtig so.

Warez, Moviez und andere Dinge aus dem grauen Bereich gegen Geld? Ich weiß gar nicht, wann diese Unsitte nicht mehr geächtet wurde. Vielleicht kann man es mit dem berühmten Frosch vergleichen, der in kaltes Wasser gesetzt wird, das Wasser langsam erhitzt und der Frosch somit langsam gekocht wird. Der Frosch wird nicht aus dem Wasser springen, er wird es jedoch tun, wenn man ihn zu Beginn gleich in kochendes Wasser setzt. Begann es damit, dass die Macher von gulli schalten und walten konnten, wie sie wollten, die User die Augen verschlossen haben, Hauptsache, sie kamen an ihren Stoff? Wenn ich heute mich in den einen oder anderen Account auf einem Forum einlogge, sehe ich, wie manche «Ehrenamtliche» von damals einen Pro-Account bei Rapidshare besitzen, wie selbstverständlich Werbung dafür machen oder gleich das All-Inklusive-glücklich-Paket von UseNeXT gebucht haben.

Vielleicht ist es die Technik, die heute alles einfacher macht. Damals gab es kleine Accounts auf Arcor und anderen Seiten, auf denen man seine Webseite hosten konnte. Selbstverständlich wurden diese Provider auch genutzt, um dort Angebote aus dem grauen Bereich zu tauschen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie einzelne Programme in +200 Teile gesplittet wurden, sie von unterschiedlichen Seiten runtergeladen werden mussten und letztendlich wieder zusammengefügt wurden. So manches Mal fehlte ein Teil, weil das File vom Anbieter gelöscht wurde, so machte man sich weiter auf die Suche und fluchte leise vor sich hin. Warezslutzz, Roxy Warez, und FOSI sagen vielleicht dem einen oder anderen Leser etwas. Auch sind unsere Asien-Reisen unvergessen. Damals wurde nach öffentlichen FTPs gescannt, die nicht abgeschlossen waren, dort wurde dann hoch– und runtergeladen, bis der Admin den Traffic bemerkte und den FTP abschaltete. Das konnte bereits nach einem Tag der Fall sein, manchmal waren solche FTPs aber eine Woche und länger online. Die FTP-Adressen wurden unter dem Label Asien-Reisen getauscht.

Der letzte große Bust war der Fall FTP Welt. Damals habe ich noch sowas wie Zustimmung aus der Szene vernommen. Die Macher von FTP Welt hatten ein ebenso einträgliches Geschäftsmodell wie die Jungs von Kino.to auf die Beine gestellt. Der Bust war damals genauso schön anzuschauen, wie der aktuell von Kino.to. Muss man heute vielleicht rückblickend konstatieren, dass es viele User damals nur gefreut hat, den Namen Bernhard Syndikus in Verbindung mit dem FTP-Welt-Bust gelesen zu haben? War es damals nur der «Hass» vieler Leute auf Syndikus, nicht aber die Ächtung von FTP Welt? Wahrscheinlich war es so.

Die Zeiten ändern sich, klar. Dass aber die Ächtung von Seiten und Leute, die Warez, Moviez und Co. gegen Geld anbieten kaum noch vorhanden ist, erstaunt dann doch. Wenn ich dann noch lese, dass irgendwelche Volltrottel in Dresden auf die Straße gegangen sind, um pro Kino.to zu demonstrieren, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Klar ist, dass die Contentindustrie nun über Jahrzehnte die Zeichen der Zeit verschlafen hat und nicht ein einziges gutes Angebot auf die Beine gestellt hat. Doch ist dies kein Grund, Projekte wie FTP Welt oder Kino.to zu unterstützen und hinterher zu weinen, wenn solche Projekte eingestellt werden. Oliver hat dies vor über 4 Jahren schon in ähnlicher Form eindrucksvoll beschrieben. Das Fehlverhalten der einen Seite ist keine Entschuldigung für das eigene Fehlverhalten.

Warez, Moviez & Co. als Geschäftsmodell ist schlicht und ergreifend Mist und sollte auch in heutigen Zeiten geächtet werden. Wer Software regelmäßig nutzt, sollte diese bezahlen, wer regelmäßig einen Film schaut, sollte den Film auf DVD kaufen. Es gibt immer wieder Angebote, so dass man nicht den vollen Preis bezahlen muss. Wer die Contentindustrie herausfordert, muss sich nicht wundern, wenn diese regiert — wie sie es eben tut. Dabei ist es selbstverständlich unstrittig, dass die Contentindustrie noch nicht im Internetzeitalter angekommen ist — doch kann dies keine Entschuldigung für Angebote wie Kino.to sein. Die GVU soll Informationen, die zum Kino.to-Bust geführt haben, aus der Szene selbst erhalten haben. Leider war nicht in Erfahrung zu bringen, ob es «Mitbewerber» waren, oder «Altgediente», die damals schon das Geschäftsmodell Warez geächtet haben. Letzteres würde ein wenig Hoffnung zurück geben.

Mein Bekannter im Übrigen hat damals «blind» die Software gekauft und erfreut sich noch heute daran. Bei mir selbst ist heute nicht ein Programm installiert, dass nicht gekauft wurde oder als Freeware, bzw. Open Source verfügbar ist. Mehrere Programme, die ich, manchmal durchaus teuer, bezahlt habe, habe ich vorher per Testzeitverlängerung ausgiebig getestet. Viele Programme, die heute Standard sind, wären ohne diverse Warez-Seiten niemals bekannt geworden. Damals war es noch ein Geben und Nehmen und so manches Mal trat der Programmierer von Programm X mit denen in Kontakt, die sein Programm suchten und machte ihnen ein legales Sonderangebot. Damals ging es noch um die Ehre, heute scheint es nur noch ums liebe Geld zu gehen. Und Niemand scheint es mehr zu stören. Und da wundert ihr Euch wirklich, dass die Contentindustrie eher auf das Geschäftsmodell Abmahnung setzt, dieses offensichtlicher ertragreicher ist, als ein legales Angebot zu entwickeln? Der Kino.to-Bust war gut und richtig — und sollte den Machern wirklich die Bildung einer kriminellen Vereinigung nachgewiesen werden, sie somit für ein paar Jahre gesiebte Luft einatmen: gut so.

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56 Antworten zu “Warum der Kino.to-Bust gut und richtig ist”

  1. Heiko sagt:

    Ich befürchte, das es nicht lange dauern wird, bis die nächsten halbseidenen Angebote die Lücke, die kino.to hinterlassen hat, schließen werden. Und sehr wahrscheinlich werden sich diese Betreiber dann auch besser schützen (Server in Osteuropa oder der Karibik etc). Das ändert aber nichts daran, das die Aktion gegen kino.to richtig ist.

  2. Deusi sagt:

    Danke!

  3. Grumpy sagt:

    Bester Kommentar, den ich bislang zu diesem Thema gelesen habe. Danke dafür!

  4. Stefan sagt:

    Sehr richtiger Text. Und ich kann mich den anderen nur anschliessen: Danke.

  5. Glamypunk sagt:

    Das mit dem Satz, die Contentindustrie habe nicht ein einziges gutes Angebot auf die beine gestellt, stimmt nicht so ganz.
    Zumindest nicht, wenn es um Musik geht. last.fm und simfy sind wirklich sehr gute legale Angebote und zeigen Wege auf, die Künstler wieder an den Einnahmen zu beteiligen, wenn auch (noch) nicht im ausreichenden Maße.

  6. Das sind zwei Startups, die jeweils Kooperationen mit den großen Labels abgeschlossen habe. Die Contentindustrie selbst hat diese Seiten nicht ins Leben gerufen, kassiert nur Lizenzgebühren…

  7. Markus sagt:

    Das «Geiz ist Geil» Phänomen schlägt/schlug halt auch hier um sich, leider.

  8. Thaniell sagt:

    Einige Punkt die das «Sharen gegen Geld» in der Wahrnehmung heute bei kino.to scheinbar «tragbarer» machen als damals aus meiner Sicht in Kurzform:
    – andere Klientel; früher waren es die Geeks — Hardcorefans von Software/Spielen/Filmen etc. also u.a. mit dem Verständnis dafür was es heißt gute Software zu schreiben, die sich in Foren rumtrieben, jede Menge Zeit investierten um neue Perlen im eigenen Interessenbereich zu entdecken, kommerzielles auszutesten und einiges im «Lieblingsbereich» zu sammeln — und Normalo musste jemanden fragen der tief drin steckte oder konnte nur an der Oberfläche kratzen; Kino.to Nutzer sind breitere Masse, mit größerem Prozentsatz an Gelegenheitsnutzern die den «Produkten» evtl. weniger «Wert» zugestehen und Achtung entgegenbringen (im Schnitt, Sammler die einfach alles sammelten gab’s auch immer).

    - die «alte» Clique zahlt gar nicht; ich zähle mich nicht zu den Hardcoreforisten, war eher Webseiten (damals noch Musik– und klein, versteckt und dediziert), LAN und P2P-Tauscher, und doch verstehe ich deine Attitüde und klicke direkt weiter, wenn mir ein Premium-Bezahl-und-dann-fröhlich-laden Angebot vor die Nase poppt. Allerdings habe ich auf kino.to auch seltenst Werbung etc. wahrgenommen — halbwegs netzaffine Leute haben ja meist Popupblocker an und soweit möglich Javascript aus bzw. gezähmt; (ich unterstütze altruistisches Treiben dann viel lieber mit Spenden, wenn es denn mal sein muss, als einen werbetreibenden zu betrügen (und ihm vorzugaukeln mich interessiert sein Mist, damit er ja noch mehr davon bucht)). Von daher springt der kommerzielle Aspekt einem auch nur bedingt ins Auge — Mainstream-Neueinsteiger dagegen werden gleich an die Werbeberieselung gewöhnt, ist für die dann also nicht anders als Free-TV.

    - Umgekehrt wird man freilich auch als bemühte Nase irgendwann des komplizierten Zusammensuchens müde, zumal wenn die Unterhaltungsindustrie ständig rechtlichen Druck macht und damit u.U. immerhin den Aufwand erhöht, da kommt ein Anbieter, der das Risiko scheinbar auf sich nimmt (und dafür eben etwas Knete sehen will) wie gerufen

    –es ist nichts zum Anfassen; besodners Verrufen waren in meiner Wahrnehmung vor allem kommerzielle Raubkopierer, die ihre Kopie dann als das echte Produkt ausgaben und entsprechend in physikalischer Form verkauft haben; durch die digitale Form und die miese Qualität der Streams fühlt man sich evtl. auch nicht so nah dran am Originalprodukt;

    - zudem macht es die Industrialisierung dem persönlichen Gewissen mit ihrem Verhalten doch auch leicht den Schaden (gedanklich) auf eben jene Industrie zu schieben und die dahinter stehenden Künstler zu verdrängen; bei Spielen sind es immer weniger die kleinen sympathischen Studios die innovative Spiele bringen, sondern es zentralisiert sich bei großen Spieleschmieden oder es wird zumindest ein dicker Publisher dazwischengeschaltet, so dass das Studio unwichtiger, leichter zu verdrängen wird; ähnlich lassen sich die Millionengagen von Filmstars etc. pp. als Ausrede benutzen und nicht zuletzt macht sich die Industrie (bzw. ihre Vertretung) ja auch immer «beliebter» -> je heftiger sie sinnlos auf Kopierer einschlägt, je mehr sie auf eine Überwachung und Einschränkung persönlicher Freiheiten drängt, desto unsympathischer wird sie und desto besser fühlt man sich, wenn man ihr ein Schnippchen schlägt.

    - dazu kommt sicherlich auch eine gewisse Verärgerung bzw. Unverständnis ob dem Mangel legaler Angebote bzw. kennt Otto-Normalo die vermutlich gar nicht, weil das beste, bekannteste eben die Sharingseite war; Wie du sagst, es kann auf den Einzelnen bezogen moralisch nicht als Ausrede dienen, dass die Angebote der Industrie völlig für die Tonne sind (in D jedenfalls) aber ein Grund auf emotionaler und auf soziologischer (Bekanntheit etc) ist das sicherlich;
    Dazu kommt, dass man es meiner Meinung nach auf einer übergeordneten Ebene sehr wohl doch als moralischen Grund anführen kann, sozusagen über Bande, wenn man annimmt, dass die Kulturindustrie in einigen Bereichen derart monopolisiert und in ihrer Selbstvorstellung festgefahren ist, dass sie schlicht den Druck von außen braucht um sich in eine vernünftige Richtung anzupassen.

    Letztlich prallen hier schlicht 2 verschiedene moralische Grundsätze aufeinander, vereinfacht das Recht des einen zu entscheiden mit wem er wie Handel treibt und zum anderen die Freiheit des Einzelnen wie er mit seinen «erworbenen Sachen» umgeht bzw. stellt sich übergeordnet die Frage, wie wir bei einer industrialisierten Kulturerzeugung die Verteilung dieser Güter organisieren wollen — und wie wir hier die westliche Vorstellung «gleiches Recht für alle» mit der Freiheit der Kulturindustrie die Handelsbedingungen zu bestimmen vereinbaren wollen.
    Natürlich verhalten sich beide Seiten da gerade nicht moralisch einwandfrei — eben weil die beiden moralischen Werte hier in Konflikt stehen und noch keine «Lösung» gefunden wurde.

    Raubkopieren ist in meinen Augen momentan der pragmatische Ansatz einfach zu machen anstatt 20 Jahre zu warten bis die Gesetze den moralischen Vorstellungen der Mehrheit wieder entsprechen — allerdings muss dabei eben klar sein, dass ohne Änderung der anderen Umstände (eben der Vermarktung von Kulturellen/ideellen Gütern) der Radikalansatz «freies Kopieren muss (immer) erlaubt sein» auch nicht funktioniert.
    Ein bisschen sehe ich das so wie bei der Prohibition oder dem Verbot von Abtreibungen — wenn die Mehrheit grundsätzlich Alkohol trinken will, dann findet sich ein Weg das auch auf illegale Weise zu tun. Nur hat sowas dann meist einige negative Begleiterscheinungen, wenn der Druck zwischen dem «gesetzlichen Sein» und dem Mehrheitswillen so groß wird, dass sich kriminelle Vereinigungen lohnen…

    P.S. Man sollte bei aller Aufregung über kommerzielle Sharer auch versuchen das Ausmaß richtig einzuschätzen — ich weiß nicht wieviele wirklich Pro-Accoutns auf Sharingseiten zahlen, aber man reibt sich natürlich auch gerne an den Extremfällen…

    P.P.S. Für mich am traurigsten bei der Sache ist, dass diese Seiten trotz der miesen Qualität und trotz des erhöhten Aufwands und gewisser Komforteinbußen auf Kundenseite (ständiges Uploaden, Kampf gegen Löschungen, evtl. tote Links, Captchas etc pp) und obwohl sie halb verdeckt arbeiten so florieren und das aus gutem Grund; gut es wird nichts an die Urheber gezahlt, dennoch finde ich es immer wieder beschämend wie unfähig sich die legalen Seiten im Vergleich oft anstellen — nicht nur technisch, sondern auch ökonomisch. Kaum eine (mir bekannte) Seite hat bei einem meiner letzten Versuche eine passable legale Online-Lösung zu finden a) eine «werbefinanzierte Billigflat für alten Filmschrott *hust* Klassiker» im Angebot b) low-quality Versionen zum günstigeren preis und anlocken von Kundschaft c) tägliche «Freiminuten», die dann zum Abonnieren verleiten… und so könnte ich vermutlich bis z) weitermachen. (Ich gehe nur von Angeboten in D aus, wer da was wirklich gutes kennt, nehme Hinweise dankend entgegen).

  9. Thaniell sagt:

    noch kurz zur Musik: Einerseits trifft das daneben weil kino.to ja nun keine Musik hat, sondern Filme und während, da muss ich Glamypunk teilweise zustimmen, die Musikindustrie sich zumindest ansatzweise geöffnet hat und lastfm etc. offenbar toleriert sowie frei kopierbares mp3/ogg etc. duldet/anbietet (itunes, amazon), ist die Filmindustrie diesem Level an Anpassung noch meilenweit hinterdrein.

    Oh mei, ich wollte doch nur einen kleinen kurzen Kommentar schreiben…

  10. Ach, der letzte Kommentar war doch kurz. 😀 Danke für den darüber… 😉

  11. Anonymous sagt:

    > wer regelmäßig einen Film schaut
    > sollte den Film auf DVD kaufen

    Bei Software kann ich das Argument mit Warez einen Testlauf zu machen ja noch verstehen, weil man Software ja wirklich meistens regelmäßig nutzt und wenn es dann keine offizielle Testversion gibt…

    Bei den meisten Filmen ist es allerdings so, dass ich sie einmal gucke und dann ist auch erstmal gut. Wenn es ein guter Film war, dann gucke ich ihn vielleicht ein paar Jahre später nochmal. Aber der Anreiz den Film zu erwerben ist nach dem ersten sehen meistens nicht gegeben. Und das muss ja nichtmal für einen schlechten Film sprechen, manche Filme wirken halt nur beim ersten mal, während man andere x-mal sehen kann. Filme nur zu kaufen wenn man sie «regelmäßig» sieht wäre gegenüber der ersten Gruppe IMHO unfair.

  12. simonr sagt:

    «wer regelmäßig einen Film schaut, sollte den Film auf DVD kaufen.»

    Hab ich schon, vor zehn Jahren auf VHS. Warum sollte ich, mangels fehlender kommerzieller Streamingangebote der Industrie, noch einmal nicht nur für die Materialkosten der DVD sondern eben auch für die Entstehungskosten viel Geld berappen?

    Das sehe ich nicht ein und solange entsprechende Portale fehlen, werde ich eben Derivate von kino.to nutzen (müssen).

  13. Noch einmal zurück zu last.fm. @JoSchaefers macht mich darauf aufmerksam, dass last.fm mittlerweile zu CBS Interactive gehört, also doch zur Contentindustrie gehört.

  14. JKK sagt:

    Hachja, F!XMBR mal wieder, endlich kann ich mal einen Artikel lesen, dem Ich größtenteils zustimmen kann;-)
    Ein Geschäftsmodell, das darauf aufbaut, mit dem Hochladen von Filmen einen signifikanten Gewinn zu erwirtschaften, sei es durch Werbeeinnahmen oder das Anbieten der Inhalte selbst, kann meiner Meinung nach nur verurteilt werden.
    Der fehlende Wille, für vernünftigen Content dementsprechend zu zahlen, scheint ein ein herausragendes Merkmal der heutigen Jugend bzw. Gesellschaft zu sein.
    Ich spreche nicht davon, für jedweden Schrott, der seinen Weg aus Übersee oder auch aus hiesigen Landen in die Läden findet, exorbitante Preise zu zahlen, sondern davon, einen angemessenen Beitrag für Kulturgüter, zu denen Filme sowie Musik gehören, zu leisten.

  15. Thaniell sagt:

    @JKK: So sehr ich die generelle Abneigung gegen Contentschmarotzer, sprich Raubkopievertreiber,die damit reich werden wollen, verstehe und zum Großteil Chris Standpunkt teile, so wäre ich doch vorsichtig mit Verallgemeinerungen:
    «Der Erfolg des Free-TV zeigt eindeutig dass der fehlende Wille, für vernünftigen Content dementsprechend zu zahlen, ein herausragendes Merkmal der heutigen Jugend bzw. Gesellschaft zu sein scheint«
    «Der Erfolg der Tafeln zeigt deutlich dass der fehlende Wille, für vernünftiges Essen dementsprechend zu zahlen, ein herausragendes Merkmal der heutigen Jugend bzw. Gesellschaft zu sein scheint«
    😉
    Einerseits gibt es ja auch diejenigen die zahlen, aber eben an den Downloadhoster, und vielleicht spenden die werbefinanziert streamenden regelmäßig ans lokale Theater, oder evtl. ist der Wille auch generell vorhanden, nur die monetäre Basis nicht gegeben…weiß man eben nicht^^

  16. Alex sagt:

    Klar, die DVD kaufen — und wem nützt das? Als würden die Mächtigen in der Contentindustrie den Leuten bessere Löhne bezahlen, wenn die Gewinne steigen. Die sind doch wie unsere FDP-Klientel einzig darauf aus, ihren Reichtum zu vermehren. Ich persönlich habe mir Hollywood abgewöhnt und will deren beschränkte realitätsferne Gewalt-, Schnulz– und Kriegsfilme gar nicht mehr ansehen. Alles samt eine unendliche Wiederholung der immer wieder selben falschen Emotionen, Auslebung von Machophantasien und hirnlosem Humor.

    Ich würde dieser Verdummungsindustrie keine Träne nachweinen!

  17. Die Meinung ist legitim. Dann braucht es ja auch kein Kino.to…

  18. Babsi sagt:

    Hallo Leute

    Bitte erlaubt mir zunächst, mich kurz vorzustellen: Bin eine unbescholtene Frau Mitte 50 und habe keine Ahnung von irgendwelcher Pc-Technik. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass ich mich mit dieser Aussage hier bereits als ernstzunehmender Diskussionspartner disqualifiziert habe, mache ich einfach weiter und bitte mal ausnahmsweise um Euer Ohr.

    Zum Eingangsartikel: Eine sehr differenzierte Darstellung, die aber in einigen Punkten am Thema vorbeigeht. Sicher ist es legitim, Warez erst einmal testen zu wollen bevor man sein sauer verdientes Geld dafür ausgibt, aber was nutzt oben beschriebenes System dem Otto-Normaluser, wenn er keine Ahnung hat, wie diese speziellen «Puzzles» zu handeln sind?? Ist es tatsächlich ethisch und moralisch so einwandfrei illegale Angebote zu nutzen, die nur einem auserwählten Kreis zur Verfügung stehen, der sich entweder durch ein Übermaß an Freizeit oder berufliche Eingebundenheit qualifizieren kann solche Dinge zu lernen? Der Normalverbraucher kann das nicht PUNKT!

    Ich war begeisterte Nutzerin von Kino.to, womit wir beim Thema wären. Mit einem Klick (selbst für Volldummchen wie mich zu schaffen) konnte ich aus einer Riesenauswahl an Filmen und Serien je nach Stimmungslage auswählen ohne irgendwelche Kosten.

    Um gleich mal bei den Kosten zu bleiben: Natürlich wurde da mal ein Abo eingeblendet, von wegen dieser oder jener Player ist ja noch nötig und kostet soundsoviel, usw, usw., aber so ein Volldummchen bin ich ja nun auch nicht, dass ich den gleich gebucht hätte.…Erst mal ausprobieren obs auch ohne geht und dann gabs ja verschiedene Anbieter von streams,und einer lief immer. Also wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Wenn ich jetzt das Geheule höre, von wegen Abzocke, Leute, da stand klipp und klar bei den Abos der Preis dabei und keiner war gezwungen das Ding zu buchen!

    Nächster Punkt Werbung: Natürlich haben die Leute die Filme nicht aus reiner Nächstenliebe ins Netz gestellt. Muß ja viel Arbeit gewesen sein und dafür möchte man wohl auch eine Entschädigung. Es gibt ne Menge Filmportale, da kann man gar nicht so schnell klicken wie Werbung auftaucht, kino.to hat da nicht dazugehört. Es ging immer «menschlich» zu.Und den Jungs sei der Verdienst von ganzem Herzen gegönnt, denn meine Filme konnte ich ohne Werbeunterbrechung gucken.

    «Die Leute von kino.to waren kein Robin Hood»: Doch, meine Lieben, GENAU das waren sie! Robin Hood war kein Kuschelkätzchen sondern ein ziemlich brutaler Strassenräuber, der aus Gründen des besseren Verdienstes den Reichen eins über den Schädel gezogen hat und den Armen unter die Arme griff, damit sie ihn nicht verraten. Kino.to funktionierte ganz genauso und hat deshalb meine uneingeschränkte Sympathie. Um es etwas detaillierter auszuführen, ich kann mich nicht dafür begeistern bis zu 12,-€ an der Kinokasse zu zahlen, wenn der Star 60 Millionen Euro kriegt und der Komparse 5,-€/Std. Da habe ich beim «Schwarzsehen» einfach kein schlechtes Gewissen.

    Und jetzt noch ein paar Worte zur Contentmafia: Was mich wirklich an kino.to begeistert hat, war der Umfang des Angebots. Da gabs jede Menge Dokus, alte Serien und Filme, Klassiker und Trash einfach so gut wie alles, ausser Pornos, die ich auch nicht vermisst habe. Ich stelle jetzt mal öffentlich rein, was ich im letzten Jahr so alles geschaut habe: ganz viele Folgen von Akte X, PSI, Hitchcock presents, eineinhalb Staffeln am Stück von «Arpad der Zigeuner», die komplette erste Staffel von Bonanza auch am Stück «HUUUAAAAACH» war das super…! diverse alte Filme incl. M! eine Stadt sucht einen Mörder (war ich hin und weg, hätte ich nie erwartet sowas!!) jede Menge neuere Filme NICHT aus Hollywood, ein paar sachen die wohl nur unter der Ladentheke gehandelt werden und letztendlich so eklig waren dass ich ne schlaflose Nacht hatte. Nicht zuletzt habe ich die letzten sogenannten «Blockbuster» angeklickt: Thor nach 10 Minuten ausgeschaltet, Priest nach 45 min. ausgeschaltet, The Ritual gequält bis zum Ende geschaut und anschließend bereut, usw, usw.…Ein einziger Film ist mir wirklich im Gedächtnis geblieben, für den ich auch im Kino horrende Preise zahlen würde, einfach nur um diese wunderschöne Fantasiewelt auf einer großen Leinwand sehen zu können: Avatar. Leider Pech gehabt, den Film gibts nur noch auf DVD, in meinem popeligen Fernsehen kann ich mir das dann auch sparen.

    Fazit: Wenn es vernünftige Flatrates der Filmindustrie geben würde, die ein wirklich umfangreiches Angebot beinhalten würden, ohne den Verbraucher abzuzocken so wie sie das bisher tun, dann wäre ich auch bereit dafür zu bezahlen und anschliessend doch auch den einen oder anderen wirklich gut gemachten Film nochmal im Kino zu schauen, wenn denn sich da auch etwas ändern würde und man Filme nicht nur in der Premierenwoche zu sehen bekommt. Aber momentan ist das alles Schall und Rauch und es bleiben nur die sogenannten «illegalen» Alternativen übrig. Wobei ich gerne unterstreichen würde, dass der Begriff «illegal» bisher von keinem Gericht bestätigt wurde, und wenn es denn überhaupt noch ein Fitzelchen Gerechtigkeit gibt, dann wird die GVU eins auf den Deckel kriegen. Ansonsten können wir uns alle warm anziehen, denn dann ist ein für allemal klar, wer in diesem Land die Gesetze macht und kino.to wird nur ein Anfang sein.

    Ich Danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen und den Betreibern von kino.to alles Gute

    LG Babsi

  19. Mr. X sagt:

    Irgendwei ist es eine Genugtuung gegenüber denen die so cool waren nicht erst persönliche Beschaffungswege aufzubauen sondern rotzfrech da sich den Datenstrom senden zu lassen.

    Völlig außer acht gelassen wurde bislang noch die Funktion von kino.to bzw. der verlinkten Seiten als Wurmschleuder. Ob nun als drive-by-Attacke social indem man den vermeintlich neuen „Flash-Player“ brauchte der entweder Schadsoftware enthielt oder von einer Seite mit zwei-Jahres-Abovertrag für Freeware.

    Ganz zu schweigen von denen die durch Poker– und Pornowerbung angefixt wurden in ein süchtiges Verhalten zu kommen.

  20. Sleeksorrow sagt:

    Ich will mal versuchen, meine Meinung sehr simplifiziert und polemisch zusammenzufassen:

    kino.to hat die Filme für den Konsumenten kostenlos angeboten und ist mit der Werbung reich geworden. Illegal, kriminell, etc. pp., keine Frage, keine Diskussion.

    Die Contentmafia überlegt hingegen unentwegt, wie sie es schaffen könnten, die Geldbörsen der Konsumenten noch weiter aufzureißen.

    Statt daß sie die Filme auch kostenlos zum Streamen anbieten und mit Werbung die Millionen verdienen, die angeblich kino.to verdient hat, basteln sie an pay-per-view, DRM, Zahlungsmodellen, Flatrates, etc., weil ihnen die paar Millionen aus Werbung ja nicht reichen. Und am Ende verdienen sie an all dem unterm Strich einfach nichts, weil die Leute eben schnallen, wann ihnen der Geldbeutel aufgerissen werden soll. Sie scheitern also lediglich an ihrer eigenen Gier.

    Daher werden sie in Zukunft gegen solche illegale Konkurrenz ankämpfen müssen, ihr Geld in diesem Kampf verbrennen, ihre Kunden als Gegner verheizen und immer schneller an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen. Gier frißt Hirn. Selber schuld.

  21. Ismirworscht sagt:

    Mir hat eigentlich immer ne Option gefehlt, wie ich den Machern der Filme was zukommen lassen kann, NACHDEM ich den Film gesehen habe. Weil er mir gefallen hat. Mit der Software habe ich es ja auch schon immer so gemacht: Wenn sie brauchbar war, gekauft, oder bei Open Source bei Vielnutzung hier und da mal ne Spende, wenn ich mal wieder Geld entbehren konnte.

    Irgendein System ähnlich Flattr, wo ich einen vernünftigen Betrag jeden Monat bezahle und dann wird ein Anteil an die Hersteller abgegeben: Jeder geladene Film bekommt was ab, für von mir gut bewertete Filme gibt es jedoch anteilig mehr. Ich wäre noch versucht, ggf. für neue Filme mehr in die Formel einfließen zu lassen, allerdings dürften die ohnehin deutlich höhere Klickraten haben. Das Ganze ließe sich weiter ausfeilen.

    Ich war bei manchen Filmen froh, nichts dafür ausgegeben zu haben und bei anderen dachte ich wieder: Ohne diese Plattform hätte ich ihn mir nie angeschaut und mir wäre was entgangen. Jetzt würde ich sie auch gerne unterstützen. Und teilweise tat ich das dann auch, indem ich mir die DVD gekauft habe, wenn ich es mir grade leisten konnte.

  22. Sleeksorrow sagt:

    @ismirworscht

    Geniale Idee. Das kombiniert mit den anderen Ideen wäre das:

    Ein von den Rechteinhabern betriebenes kino.to — also kostenlos und ohne Anmeldung — das eine Basiseinnahmequelle durch Werbung hat, das einen bezahlbaren Premium Zugang anbietet, um die Werbung abzuschalten, und das für nach dem Gucken ein leicht zu benutzendes pay-what-you-want beinhaltet. Das ganze kombiniert mit Bewertungen und Rezensionen ala Amazon, von Konsumenten vergebene Keywords/Tags ala last.fm, Empfehlungen und Listen, mit denen man eine Community aufbauen kann und natürlich auch gerne eine einfache Kaufoption für verschiedene Medien (DVD, BluRay, Download Version).

    Ich wäre sofort dabei und kann mir sehr gut vorstellen, daß ich nach dem Gucken freiwillig so einiges an Geld locker machen würde.

  23. Robert B. sagt:

    Aus moralischer Sicht ist dem Artikel zuzustimmen, aber die ganzen Kommentare rund um diese Geschichte sollten der Filmindustrie doch zu denken geben, denn es gibt wohl eine nicht unerhebliche Nachfrage nach Werken auch im Internet, bei Serien überdies recht zeitnah (viele Kommentatoren nennen recht häufig bspw. »Big Bang Theory«). Die Filmindustrie wäre vielleicht gut beraten, jetzt schnell mit einem legalen und genau so einfachen Angebot nachzulegen, vielleicht sogar durch „Aufkauf“ einer solchen Streaming-Plattform. In einer globalisierten Welt gehen die alt hergebrachten Verwertungsketten nun einmal baden. (Wenn ich da z.B. an das Herumgeeiere mit »Californication« im Fernsehen denke, oder eben auch »Big Bang Theory« …)

  24. Analyzer sagt:

    zum Artikel: bezieht sich die Kritik nur drauf, dass kino.to damit Geld machte — oder ist die Kritik auch an die Nutzer gerichtet, die sowas konsumieren?
    Ich denke nicht, dass der Content-Industrie dadurch Einnahmen entgehen. Ihr geht es immernoch prächtig, Filme erzielen Rekordeinnahmen im Kino… denke eher es wurde genutzt für Filme, die nicht gut genug waren, dass man sie im Kino sehen wollte… und gute Filme kauft man sich noch als DVD.

    Will sagen: ja, es ist unmoralisch. Aber ich kann die Nutzer verstehen und finde es nicht so schlimm, weil es niemanden schadet — denke ich

    an die Kommentare:
    die Content-Industrie ist nicht nur böse und veraltet. Zumindest für US-IP-Adressen gibt es mit Hulu oder von den den Netzwerken das TV-Programm kostenlos werbefinanziert zum erneuten Ansehen. In Deutschland bieten das bisher nur die ÖR — die aber durch ne dämlich Regel älteren Content löschen müssen…

    es gibt in Deutschland mittlerweile auch die ersten Anbieter, die Filme als DVD-Verleih oder zum Instant-Ansehen anbieten… leider noch mit relativ kleinen Datenbanken.. und der Ausgrenzung von Linux-basierten Systemen wegen des DRMs…

    ich denke aber, wenn auch die Filmindustrie wie die Musikindustrie ihre Inhalte online leicht und zu einem angemessenen Preis anbieten, werden auch die illegalen Angebote aussterben.

    Hier hab ich noch leichte Befürchtungen. Die Ansätze sind gelegt, die müsste die Filmindustrie weiter ausbauen.
    Die Befürchtung dabei ist jedoch, dass man dieselbe Fehler wie die Musikindustrie macht und sich zu sehr auf Bekämpfung illegaler Seiten und DRM beschränkt… beides fördert nur die illegale Nutzung und die kann man halt nicht bekämpfen (Hydra)

  25. Thaniell sagt:

    @Analyzer: Natürlich ist die Betrachtungsweise der Contentindustrie was ihre Verluste angeht überzogen, nicht jede illegale Kopie wäre sonst gekauft worden, die Umkehrannahme, dass Raubkopien gar nicht zu Einbußen führen ist aber genauso falsch.
    Im Minimalfall geht der Contentindustrie das verloren was die Downloader in die Premium-Downloadaccounts stecken und evtl. kann man die Werbeeinnahmen die streamingplatformen machen auch einrechnen (sollte dabei aber die Werbung die nur zum Würmer verteilen geschaltet wird rauslassen^^) — denn unbenommen des Empfängers sind die Kunden/Werber offenbar bereit diese Summen zu zahlen (und vielleicht würden sie noch eher zahlen, wenn klar wäre dass damit die eigentlichen Schaffenden gefördert und die Entscheidungen welche Art von Filmen gedreht werden sollen beeinflusst werden).

  26. Thaniell sagt:

    @Analyzer: P.S. Natürlich «schadet» es jemandem. Klar, man kann das nicht an den Großproduktionen und den Superstars festmachen; durch die globale Zentralisierung läuft bei den «Spitzenprodukten» genug zusammen. Interessanter sind die «Ränder», man schaue z.b. mal wieviele Filme welcher Art (Genre, Direct-to-DVD (was evtl. immer mehr Direct-To-Stream wird?)) gedreht werden — nicht nur in Hollywood, sondern generell — und wieviel Geld in Filme gesteckt wird, die keine Hitgaranten sind. Ein Ausbleiben von Einnahmen gerade bei den Filmen, die eher weniger Leute ins Kino locken und traditionell mehr Geld mit dem Publikum daheim vor’m Fernseher (via TV, DVDs etc) machen, dürfte die Wahrscheinlichkeit senken, dass solche Filme gedreht werden — oder eben ihr Budget senken. Das trifft dann primär die «Kleinen», zweite Riege bzw. Non-Hollywood Schauspieler, Statisten, Special Effects Firmen etc.
    Ein anderer «Schaden» könnte ein kultureller sein — den jeder von uns Filminteressierten zu spüren bekommt — um ordentlich Knete zu machen, werden Filme für’s große Kino (also mit ordentlichem Budget) gemainstreamt und auf Kinoeffekte anstatt Inhalt getrimmt — irgendwann ist dann alles ein schöner Einheitsbrei damit er ja vielen gefällt und sie ins Kino lockt (oder sieht billig aus).

  27. etg sagt:

    Ich als DVD-Käufer, der kino.to bisher nicht genutzt hat, möchte mal so sagen: letztens 10 DVDs gekauft, 3 schon wieder zurückgegeben, weil geschnitten. Für interessante Japan-DVDs bezahlt man ein Heidengeld. Wenn man sie überhaupt bekommt. DVDs aus Ausland importieren scheitert oft an: Jugendschutz (wenn keine FKS-Bewertung), Zoll oder Regionalcode. Ist die DVD da, kann ich erst mal nicht Film gucken, sondern muss mir anschauen, was für schlimme Menschen Raubkopierer sind (WTF?).

    Ja, die Industrie hat da schon ein mächtiges Schutzschild geschaffen, dass ich *nicht* legal ihre Filme schauen darf.

    Anders ausgedrückt: ich kann kino.to-Gucker sehr gut verstehen.

  28. @analyzer

    >Zumindest für US-IP-Adressen gibt es mit Hulu oder von den den Netzwerken das TV-Programm kostenlos werbefinanziert zum erneuten Ansehen. In Deutschland bieten das bisher nur die ÖR — die aber durch ne dämlich Regel älteren Content löschen müssen…

    Das wird dort mittels Werbung finanziert und von Rechteverwertern hierzulande generell torpediert. Die ÖR besitzen keine dämliche Regel, sondern man gab der Beschwerde der Privaten nach, u.a. auch deshalb, weil die ÖR selbst eine Art von Pay-TV demnächst starten möchten.

    >es gibt in Deutschland mittlerweile auch die ersten Anbieter, die Filme als DVD-Verleih oder zum Instant-Ansehen anbieten… leider noch mit relativ kleinen Datenbanken.. und der Ausgrenzung von Linux-basierten Systemen wegen des DRMs…

    Es ist weniger das DRM, sondern die recht instabile Basis, auf welcher der Code aufsetzen müßte und das nicht nur für DRM per se. X in Linux ist Pita, die primären Probleme sind rein technischer Natur, egal was die Fanboys in den heise-Foren usw. ansonsten rumplärren.

    >beides fördert nur die illegale Nutzung und die kann man halt nicht bekämpfen (Hydra)

    Das ist keine Einbahnstraße, auf der anderen Seite gibts dann eben härtere Verfolgungen, Sperren, etc. pp. Was das Herz begehrt, siehe die verfahrene Situation der PC-Spieleindustrie. Ein sterbender Markt, der nur allzugerne zu Gunsten der Konsolen aufgegeben wird. Der Vendor-Lock-in-Effekt zeigt sich gerade ganz massiv auf diversen Plattformen, wie jene der Apfel-Reihe, den erwähnten Konsolen, usw. — selbst vor dem Desktop wird nicht halt gemacht. Das ist die Zukunft, die just begonnen hat. Der PC in seiner heutigen Form stirbt schlicht aus. Und der marginale Anteil von freien Betriebssystemen weltweit ist schlicht bedeutungslos. Warum sollte also die Content-Industrie irgendetwas in diese investieren? Die dortigen Kunden sind vernachlässigbar.

    Wer das bis dato noch nicht bemerkte, der ist definitiv nicht von dieser Welt.

  29. Robert B. sagt:

    Kino.to-Streamen ist meiner Meinung nach vergleichbar mit Filesharing: Es liefert der Industrie nur weiter Argumente für ihren Kurs.

  30. zersenser sagt:

    Seltsamer Artikel der die goldene vergangene Zeit beschwört.

    Warez waren ein Thema, schon immer. Ob es noch damals um die Mailboxen ging, oder später in den Netzen und danach natürlich in allen Ecken des Internets…

    Aber auch zu der guten alten Zeit gab es Leute, die damit ordentlich Kasse gemacht haben. Und damit meine ich nicht ein wenig Taschengeld. Daher ist dieser Nostalgietrip hier für mich unverständlich.

    Und das Argument, dass man doch gerne vorher die Software ausprobieren möchte ist so alt wie der Spruch «Ich wusste nicht das das nicht legal ist». Sorry!

  31. Analyzer sagt:

    @Oliver Herold:

    «Der PC in seiner heutigen Form stirbt schlicht aus. Und der marginale Anteil von freien Betriebssystemen weltweit ist schlicht bedeutungslos. Warum sollte also die Content-Industrie irgendetwas in diese investieren? Die dortigen Kunden sind vernachlässigbar.

    Wer das bis dato noch nicht bemerkte, der ist definitiv nicht von dieser Welt.»

    Da wäre ich mir nicht sicher.
    Die Zahl der Smartphones und Tablets steigt und da baut Android immer weiter aus.
    das wird man nicht so einfach ignorieren können.
    Für Musik– oder Buch-Content gibts ja Android-Apps. Fehlt nur noch die Film-Industrie.

    Mir ist klar, du hast vom PC geredet. Darüber muss man sich nicht streiten, dass die Nutzung sich ändert hin zu mehr mobilen Medien. Aber dort ist ja eben dieses freie Betriebssystem so verbreitet und eigentlich konkurrenzlos (nicht-Apple-Hersteller werden ja nicht iOS nutzen)

    und doch, ich finds blöde, dass der ÖR-Content nach 2 Wochen offline muss. Ich weiß, dass das dem Druck der Privaten folgte. Nur war oder ist die Mediathek so mit das sinnvollste gewesen, was mit den Gebühren angestellt wurde… und kaum ist es da, wirds beschnitten

  32. Anonymous sagt:

    Sehr guter Text…

  33. seb sagt:

    sorry, aber wenn ich höre, dass damals ja nur software ausprobiert wurde stimmt mich sehr nachdenklich.

    1. gibt es klare gesetze zu «raubkopien» und etwas anderes ist es damals wie heute nicht gewesen.

    2. jaja, die gute alte zeit. sorry, aber damals war es auch schon ein knallhartes geschäft. bei wievielen firmen liefen wohl «spezielle firmenversionen»

    3. es war damals schon ein geben und nehmen. die leute waren damals nur etwas cleverer und haben auch schon veruscht ihrem treiben ein «legales» aussehen zu verpassen.

    4. bitte erzähle nicht so einen müll bzgl. da du vergessen hast zu erwähnen er würde sie ja bei gefallen auch kaufen.

    5. hast du alles immer nach dem ausprobieren alles gelöscht?
    oder lagen da noch irgentwelche datenträger rum…

    6. nur noch als randbemerkung: du verwendest einen screenshot der alten kino.to seite. hast du die erlaubnis der rechteinhaber?
    wenn nein, beginnst du deinen post schon mit einem verstoss gegens urheberrecht…

  34. Zing! sagt:

    Ich denke, wenn ein Angebot da ist wird es auch genutzt. So einfach ist das.
    Früher gab es die schönen großen Warez Seiten, teilweise brauchte man hier auch einen guten Virenscanner. Aber man bekam damals wie heute alles was man wollte.
    Die einen nahmen und bezahlten nichts, andere testeten. Ich, als jemand dessen Familie sich nichts leisten konnte und der selbst nur einen ausgemusterten PC von verwandten bekommen hatte konnte sich die Software eben nicht leisten, und zahle nicht.

    Der Unterschied ist, dass es heute eben leichter für jeden ist an diese Dinge zu kommen. Es gibt keine zig Cracks und gesplitteten Verzeichnisse.
    Vor vielen Jahren erzählte mir mein Vater einmal wie die Daten bei ihm auf Arbeit (in der Produktion, nicht im IT-Bereich) weitergereicht werden. Damals wurde mir schon klar, das es jetzt «Mainstream» ist.

    Ich sehe das alles nicht so krumm. Kino.to ist weg, ggf. kommt etwas neues. Vielleicht bietet die Contentindustrie irgendwann einmal ein entsprechendes Angebot.
    Wie die Nutzer es aufnehmen ist jedem selbst überlassen.

    Ich für meine Teil nutze zum großen Teil Open-Source Software, bis auf wenige Ausnahmen. Ich habe auch ein paar Programme, die ich mir nicht gekauft habe (zu teuer), bei denen mir aber die Open-Source Variante nicht gefällt.
    An mir verliert die Industrie aber keine Umsätz, denn ich würde mir die Software eh nie kaufen.
    Musik benötige ich so gut wie nie, da höre ich Youtube. Und die Angebote sind hier tatsächlich besser geworden. 9€ für das neue Foo-Fighters Album, ohne DRM und Kopierschutz in guter Qualität und inkl. Mehrfachdownload falls man es mal verliert… da kann sich niemand beschweren.

    Und was DVDs angeht… ich kann mich nicht erinnern wann ich meinen letzten Film runtergeladen habe.
    Die Videothek um die Ecke verkauft die Top Aktuellen Filme 3 Wochen nach Release für 5€ das Stück.
    Jedoch bin ich auch dazu über gegangen, geliehene Filme zu rippen. Einfach weil mein DVD-Player kaputt ist und ich so über die Festplatte (lautlos) den Film genießen kann. Gute Filme behalte ich sogar, denn wenn die aus der Videothek rausfliegen oder diese etwas älter sind ist es ein krampf noch einmal daran zu kommen (Alice im Wunderland, der alte Trickfilm kostet aktuell 20–40€ — «Sonderedition»… eine pure Frechheit).

    Kino.to habe ich auch genutzt.
    Für Serien. Alte Serien die schon im TV gelaufen sind und ich noch einmal sehen wollte. Die Box für eine Staffel der entsprechenden Serie kostet 96€!

    Ein anderes Thema sind noch Spiele.
    Ich spiele nur noch wenig, und meine Spiele sind Orginal. Ich besitze Stracraft2, ich werde mir Diablo3 kaufen.
    Jedoch gibt es auch Titel, bei denen ich mit mir kämpfe.
    Die Spieleindustrie schafft es mit Kopierschutz und Onlinezwang selbst die gutmüten Nutzer zu vergraulen.
    Ich hätte gern in Zukunft das neue Deus Ex. Dies erscheint aber nur mit Verbindung zu Steam. Wenn dies dann dadurch in der offline Nutzung beschränkt wird ist das für mich ein No-Go.
    Vielleicht werde ich es Downloaden, und je nach Qualität trotzdem kaufen und in den Schrank stellen.

    Ich denke im Endeffekt ist das Problem, dass es mit dem Internet schon immer möglich war an die Daten zu kommen die man möchte, auch ohne Bezahlung.
    Die Industrie stemmt sich dagegen, sieht aber absolut kein Licht am Ende des Tunnels.
    Die normalen Käufer werden gegängelt und getriezt bis zum Abwinken. Illegale Angebote bieten teilweise einen größeren Mehrwert als das Original (Keine CD; Kein CDkey; Keine Online Aktivierung mit Account-Erstellung und Newsletter…).

    Wieso nicht einfach, wenn auch nur durch Kooperation, auf die Wünsche des Verbraucher eingehen. Legale Angebote die den Kundenwunsch treffen finden reißenden Absatz.
    Die Contentindustrie jammert auf hohem Niveau. Die Kunden schreien nach guten Angeboten für die sie bezahlen können, aber die Industrie verweigert sich.
    Mir tut es nicht leid um Kino.to — genauso kommen mir keine Tränen wenn irgendwo in der Contenindustrie mal die Lichter aus gehen.

  35. RC sagt:

    Generell ist die Frage:

    Ist es illegal, wenn sich ein Bürger eines «zensierten» Systems, seinen Informationsbedarf aus Quellen stillt, die außerhalb seiner natürlichen Reichweite liegen?

    Letzten Endes wird man dem Bürger wohl eher moralische Zustimmung beimessen, dass er sich zumindest in einer Grauzone befindet. Wenn es sich um Nachrichten handelt, geht das Grau wahrscheinlich in Richtung Weiß. Bei Copyright-geschützten Inhalten ins Dunkelgrau, für manche ins Schwarze.

    Und ich finde bei der moralischen Diskussion zu «Contentdiebstahl» geht es um nichts anderes. Ich weiß zu wenig über die tatsächlichen Begebenheiten und deswegen weiß ich auch nicht, wem ich den schwarzen Peter zukommen lassen soll. Aber die Situation, dass Content nur regional beschränkt abrufbar ist, ist so was von Zensur.
    Keine Ahnung, ob es an der Industrie liegt, die sich durch die Salami-Distribution weniger Risiko und mehr Gewinne verspricht. Oder liegt es an den deutschen Sendeanstalten, die egal ob Pay-TV, privat oder öffentlich-rechtlich, egal ob per IPTV oder dem veralteten Satelliten– oder Kabelfernsehen, erst einmal abwarten wollen, wie der Content im Testmarkt USA ankommt. Ich weiß es nicht.

    Beispiel Serie:
    Es existieren keine mir bekannten legalen Möglichkeiten, eine Folge meiner Lieblingsserie, zeitnah nach ihrer Erstaustrahlung, in einer von mir wählbaren Qualität (PAL, 720p, 1080p), zu einem von mir frei wählbaren Zeitpunkt, an einem — Infrastruktur vorausgesetzt — frei wählbarem Ort anzuschauen. Dementsprechend stellt sich auch die Frage des Bezahlens gar nicht erst.

    So lange die Verursacher dieser Lage an dieser Situation nichts ändern, wird es immer wieder eine Tante im Ausland geben, die uns Bananen schickt.

    Hierzu auch empfehlenswert, das Editorial der c’t der Ausgabe 7/11.

  36. brigitte sagt:

    zu den » raubkopien » .wer sich schon mal die mühe gemacht und das geld investiert hat, ein programm zu kaufen, hat mit sicherheit nie die eula gelesen. in einer seitenlangen darstellung wird darauf hingewiesen, sinngemäß und verkürzt, dass der entwickler dieser softwaer keinerlei haftung für sein programm übernimmt. eventuelle schäden, und die passieren öfters als man in den diversen foren jemals liest, gehen zu lasten des kunden. wer dann auch noch, bei einem gekauften programm, ein update macht, der wird bei der arbeit mit diesem » neuen » programm » feststellen, dass sich gegenüber der » alten » version » nur die grafik, nicht aber die funktionalität geändert. es gibt nun mal, auch in der softwareentwicklung einen punkt, an dem ein produkt nicht mehr besser werden kann. ( wenn es denn überhaupt fehlerfrei läuft ). das klassische beispiel dafür war windows vista, das zwar realtiv viel geld gekostet hat, aber mit derart vielen fehlern behaftet war, dass ms sich gezwungen sah, ein kostenloses downgrade auf xp anzubieten. alles in allem, es gibt programme die perfekt auf den markt kommen und tatsächlich jahrelang ohne gravierende problem laufen. leider dürfte der anteil am gesamten softwaremarkt aber nicht die 5 % –marke übersteigen. der rest ist schrott und nicht mehr wert, als als » raupkopie » kurzfristig verwendet zu werden. und dann im orkus der festplatte zu verschwinden.

  37. ABC-Schütze sagt:

    Ich stelle fest: Es gibt also wirklich viele Leute, die Geld für diesen Content bezahlen würden, gäbe es denn ein entsprechendes Angebot. Wenn die «Content-Erzeuger» nach 10 Jahren «Masseninternet» immer noch keine geeigneten Angebote geschaffen haben, kann ich nur begrenzt Mitleid empfinden. Mit Firmen muss man sowieso kein Mitleid haben, die haben auch mit alleinerziehenden Müttern kein Mitleid und ruinieren diese wegen ein paar MP3-Downloads ihrer Tochter.

    Der Vergleich mit der «Warez»-Ethik aus der Vergangenheit hinkt ein wenig: Denn (Programm-)Software und Videocontent sind verschiedene Dinge– zwar beides digital kodiert, aber das war’s auch schon an Gemeinsamkeiten. Daraus resultiert auch eine gänzlich verschiedene Nutzung. Software kann man testen, für gut befinden und kaufen oder aber wieder löschen. Das geht beim Film natürlich nicht. Ein Film wird meistens auch nur einmal geschaut, Software wird häufig benutzt. Von diesem Standpunkt aus würde ich illegale Filmkopien als weniger moralisch fragwürdig erachten als bei Software.

  38. @brigitte

    >zu den » raubkopien » .wer sich schon mal die mühe gemacht und das geld investiert hat, ein programm zu kaufen, hat mit sicherheit nie die eula gelesen. in einer seitenlangen darstellung wird darauf hingewiesen, sinngemäß und verkürzt, dass der entwickler dieser softwaer keinerlei haftung für sein programm übernimmt. eventuelle schäden, und die passieren öfters als man in den diversen foren jemals liest, gehen zu lasten des kunden.

    Warum auch? Ein Vertrag kann nur zustande kommen, wenn du von diesem vor dem Kauf Kenntnis genommen hast und diesem auch letztendlich willentlich zustimmst. Alles andere ist Unsinn, von wegen Grauzone, usw. Hier versagt halt wieder einmal die Bildung in der Bevölkerung.

    Eine Gewährleistung auf Software gibts natürlich nicht, wäre ebenso blanker Unsinn. Fahrlässigkeiten oder böse Absicht, können jedoch auch einem Open Source Autor zum Verhängnis werden.

    >das klassische beispiel dafür war windows vista, das zwar realtiv viel geld gekostet hat, aber mit derart vielen fehlern behaftet war, dass ms sich gezwungen sah, ein kostenloses downgrade auf xp anzubieten.

    Ich bin wahrlich kein Windows-Fan, aber den Unsinn glaubst du doch nicht wirklich? Die NT Schiene ist seit NT4 brauchbar, viel der Folklore entstammt den «DOS-Frontents», wie z.B. Win95, 98 usw. Windows 7 war der Feinschliff zu Vista, Vista selbst seit dem Bonbon-System XP, wieder ein Fortschritt gegenüber W2k. Dies aber nur nebenbei. Ich mußte Windows bis dato desöfteren professionell nutzen, in der Regel konnte Windows selbst für das Gros der zugeschriebenen Probleme überhaupt nichts. Aber «1000 Fliegen» können sich eben nicht irren … im Netz der Netze. *seufz

  39. maik sagt:

    Also mal ganz im Ernst. Ich kann da voll und ganz zustimmen! Aber, ich selbst war seit Jahren nicht mehr im Kino(to) und würde es selbst nicht, wenn keine einzige Seite ala kino.to mehr existieren würde. Vielleicht werde ich einfach nur alt… Und was Software angeht, da hab ich z.B. noch so eine ältere Version von 3dsmax und die vier Tausend Euro hab ich bis heute nicht investiert, allerdings hab ich NIE Geld damit verdient, demnach juckt’s mich nicht an der «Ehre»…

  40. @ABC-Schütze

    >Mit Firmen muss man sowieso kein Mitleid haben, die haben auch mit alleinerziehenden Müttern kein Mitleid und ruinieren diese wegen ein paar MP3-Downloads ihrer Tochter.

    Schöne Folklore, man werfe einfach einmal alles was einem so an Informationsfetzen im Netz begegnet in einen Topf und rühre kräftig darin.

    Also bei uns wird wegen ein paar MP3-Downloads keine alleinerziehende Mutter ruiniert. Das ist in den Staaten möglich, dort wiederum existieren jedoch günstige Angebote en masse. Problem? Hier in Deutschland verhindern nicht die Rechteinhaber selbst die Einführung von derlei Angeboten, sondern Dritte, wie die Privaten, die ÖR und die Machenschaften der GEMA.

    Schlimm in den Staaten? Sicherlich. Andererseits ist das dort keine Einbahnstraße und Otto-Normal-User kann eine Firma auf irrsinnige Summen verklagen, ist denn irgendetwas nicht allzu deutlich ausgezeichnet. Wo Licht ist, da ist auch Schatten.

  41. >Ist es illegal, wenn sich ein Bürger eines «zensierten» Systems, seinen Informationsbedarf aus Quellen stillt, die außerhalb seiner natürlichen Reichweite liegen?

    @RC

    Dir ist schon klar was Zensur bedeutet? Mir deucht, da herrscht Klärungsnot. Die Möglichkeit der Zensur ist nur dem Staat gegeben, insofern stellt sich diese Frage auch nicht. Es mag zwar einem Malus gleich kommen, die geliebte Serie erst später zu erhalten, dennoch ist dies keine Zensur.

  42. Ich fange dann jetzt mal an zu moderieren. Genug Deppenkommentare hat es gegeben…

  43. Analyzer sagt:

    Übrigens… gestern (und nicht nur dann) hab ichs schon vorgeschlagen…

    jetzt macht es Amazon wohl vor.
    mit ihren Tablets, die dieses Jahr erscheinen sollen, soll auch Video-Streaming gepusht werden.
    Wahrscheinlich nur in der USA… Deutschland hängt technologisch immer einige Jahre hinterher…
    aber ist sicher auch aus Deutschland aus nutzbar… mit etwas Aufwand

    ist aber auch etwas bedenklich.. all meine Musik und eBooks hole ich mir schon von dort.. wenn jetzt noch Filme dazukommen…

  44. Stefan sagt:

    «Viele Programme, die heute Standard sind, wären ohne diverse Warez-Seiten niemals bekannt geworden.»

    Kannst Du ein oder mehrere Beispiele dazu nennen?

  45. Anonymous sagt:

    Es ist weniger das DRM, sondern die recht instabile Basis, auf welcher der Code aufsetzen müßte und das nicht nur für DRM per se. X in Linux ist Pita, die primären Probleme sind rein technischer Natur, egal was die Fanboys in den heise-Foren usw. ansonsten rumplärren.

    Komisch ich kann unter Linux videos mit diveres mediaplayern abspielen…

  46. nrq sagt:

    > Damals wurde nach öffentlichen FTPs gescannt, die nicht
    > abgeschlossen waren, dort wurde dann hoch– und runtergeladen,
    > bis der Admin den Traffic bemerkte und den FTP abschaltete. Das
    > konnte bereits nach einem Tag der Fall sein, manchmal waren
    > solche FTPs aber eine Woche und länger online. Die FTP-Adressen
    > wurden unter dem Label Asien-Reisen getauscht.

    anderswo liefen solche seiten unter dem stichwort «fxp board» und waren mindestens genauso verpönt wie geld mit warez zu verdienen. der dadurch verursachte traffic hat die betreiber eines solchen offenen ftps nämlich auch einen dicken batzen kohle kosten können, ausserdem hat das natürlichden massen zugang zu releases verschafft die sie eigentlich nicht haben sollten. später wurden auf den einschlägigen boards sites gehackt um ftp server darauf einrichten zu können, was meiner meinung nach noch ein bisschen abstoßender ist. nicht zu vergessen das viele board betreiber auch geld durch werbung verdient haben.

    es ist also nicht alles gold was glänzt.

    ganz davon abgesehen hast du mit deiner restlichen einschätzung zu kino.to natürlich vollkommen recht. es ist widerlich wie diese schmarotzer auch noch verteidigt werden.

  47. FXP war damit nicht gemeint, es war ein Insider, den vielleicht 2–3 Leser von F!XMBR verstanden haben. Oder hast Du jemals in Verbindung damit von Asien Reisen gehört? 😉

  48. nrq sagt:

    für mich hört sich die beschreibung danach an als wäre «asien reise» das damals gängige codewort für offene/gehackte ftps.

  49. mm sagt:

    Asien?.. Schiwago!

  50. Flying Circus sagt:

    @Babsi:

    Die gute, alte Videothek kennen Sie vermutlich auch noch? Da kann man auch DVDs ausleihen.
    Entschuldigung, für das Argument «Die Komparsen bekommen nur 5 Öre die Stunde und Kino kostet so viel, daher gucke ich lieber schwarz» habe ich überhaupt kein Verständnis.

    Lösung Nr. 1: Mit Freunden DVDs tauschen (keine Kopien, einfach tauschen!)

    Lösung Nr. 2: In die Videothek gehen, DVD ausleihen, nach Gebrauch zurückbringen

    Lösung Nr. 3: Fernsehen

    Lösung Nr. 4: Verzicht

    Alles andere ist in meinen Augen unredlich. Daß die Filmindustrie «böse» ist, rechtfertigt doch keine Rechtsverstöße Ihrer– bzw. meinerseits.

    Das gilt 1:1 auch für Software, vor allem Computerspiele. Da gibt es auch ein brauchbares Gegenmittel, wenn die Preise zu hoch erscheinen: einfach ein wenig warten. Oder gebraucht kaufen — meine liebste Vorgehensweise, um auf legalem Wege an Spiele für meine XBox heranzukommen, ohne horrende Preise zahlen zu müssen. Ich kann keine top-aktuellen Titel direkt nach der Veröffentlichung spielen, aber ehrlich gesagt, wenn ich dadurch statt 60 Öre nur 15 Öre zahlen muß, ist es mir das mehr als wert.

  51. daRusch sagt:

    Stellts ich mir nur eine Frage:
    Wieso zahle ich für CD/DBD/BlueRay Rohlinge, USB-Sticks, usw.. Gema Gebühren, obwohl ich noch nie einen Film/Musik darauf illegal gebrannt habe?
    Ich brenne ja nicht mal legal Musik auf Rohlinge.
    Ich mach das Radio an und gut ist, mir genügt schon diese Beschallung.
    IMHO eine Pauschalverurteilung von Seiten der Gema gegenüber dem Konsumenten.
    Bei dieser Abzocke von Seiten der Gema wundert es mich ehrlich gesagt nicht, wenn die Kino.to Lurrer kein schlechtes Gewissen haben.
    Wie man in den Wald hineinruft, so .…
    Jsut my 2 cent

  52. Ranger/Scoopex sagt:

    ich bin seit gut 25 jahren in der warezszene und muss sagen du stellst dich ja ganz schön als saubermann dar. wenn du wirklich so ein szenenkenner bist solltest du wissen daß maximal 5% von den bösen raubkopierern doch noch die software bezahlen die sie runterladen. das war schon immer so und hat auch microsoft nicht umgebracht.
    sich jetzt hier zu profilieren mit ‘ich kauf mir jede software die ich benutze’ find ich derbst heuchlerisch.
    ich persönlich halte es lieber so einen privaten programmierer eines kleinen programms eher per paypal spenden zukommen zu lassen als z.b. adobe (oder anderen grossen firmen…) das geld in den arsch zu schieben.

    auf deinen beitrag musste ich fast kotzen.

  53. Leo sagt:

    Ranger,

    Microsoft ist ein ganz hervorragendes Beispiel. Ich bin der Ansicht, dass es diesem Softwarekonzern sogar bedeutend besser geht, weil die Software illegale Verbreitung erfährt. Wenn die User ‘dumm’ gehalten werden — sich praktisch selbst dumm halten — indem sie sie benutzen, und eben nicht auf Software wechseln, die nichts kostet und häufig genauso gut oder gar besser ist, so nutzt das Konzernen wie Microsoft logischerweise.

    Insofern profitiert Microsoft sogar von der illegalen Verbreitung von Windows. Oder Office. Die User gewöhnen sich an die Software, und können nicht mehr ohne. Billy hat das mal gut beschrieben: «It’s easier for our software to compete with Linux when there’s piracy than when there’s not.» –Bill Gates, Fortune Magazine, July 17 2007
    http://en.wikiquote.org

    Zum Thema selbst: Ich habe mir abgewöhnt, irgendetwas im PC-Bereich zu kaufen — von der Hardware mal abgesehen, da muss man alle paar Jahre mal ran. Software bekomm’ ich so oder so gratis, weil ich lediglich Open-Source nutze (bis auf Flash-Player, shame on me :( ). Ansonsten lad’ ich halt Videos auf bekannten Warez-Siten runter, und wenn ich Musik hören will, was selten vorkommt, schmeiß ich Youtube oder eine entsprechende Alternative an.

    Ich sehe keinerlei moralische Probleme dabei, Seiten wie kino.to zu nutzen. Hätte es dort nicht so eine furchtbare Qualität gegeben, hätte ich wohl häufiger mal dort geguckt, so halt nicht, so halt irgendeine Alternative. Tatsächlich nutze ich ja den Künstlern, indem ich ihre Sachen runterlade, wenn auch nur indirekt — sie werden bekannter. Und wenn’s mir gefällt, erzähl’ ich’s weiter, und sie werden noch bekannter. Ist doch klasse.

    Ich persönliche liebe das South-Park-Konzept. In HD-Qualität auf einer eigenen Website das ganze Zeug direkt nach Veröffentlichung konstenlos zur Verfügung stellen — und alle sind glücklich, offensichtlich. So sollte es laufen. So find’ ich’s gut. ZDF macht das übrigens ähnlich, zumindest mit der heute-show, andere Sachen guck ich auf ZDF nicht, deshalb weiß ich das bei anderen Sachen weniger.

  54. mschild sagt:

    Ich bin auch schon etwas länger mit dabei, bei mir fing das mit den Warez auf dem Schulhof an, wo man dann statt der Schulbücher zwei Diskettenboxen im Rucksack hatte. :)
    Was Games anging, habe ich mir damals auch Originale geholt, es gab da so Titel, die musste ich einfach haben — Ultima VI zum Beispiel, ich wollte das Pack mit der Karte und dem Mondstein haben und in den Schrank stellen. Ausserdem gab es da bei mir tatsächlich den Grund, dass ich wollte, dass die Firmen weiter machen. Ich selbst wollte irgendwann mal Spiele entwickeln, und man hatte damals noch ein ganz anderes Verhältnis zu den Entwicklern, man wollte, dass es Origin, Factor 5 etc. einfach gut geht.
    Heute stecken die Teams hinter grossen Publishern. Man kann überhaupt kein «Verhältnis» mehr zu ihnen aufbauen.
    Dann gab es ja damals noch die gute alte Shareware. Für zum Beispiel so supi Progamme wie «VGA-Copy» hab ich gerne eine kleine Lizenzgebühr bezahlt. Und auch mein damaliges Betriebssystem, MS-DOS5, Turbo Pascal 6 sowie den Turbo Assembler 4.01 hatte ich als Original, obwohl es noch keine Möglichkeit gab, die Software Online auf «Echtheit» zu überprüfen. Gut, Windows 3.11 hatte ich nur als Kopie, habe dadurch aber zur Bekanntheit von Windows beigetragen, und mal ehrlich: Was konnte man damals schon unter Windows machen, was unter DOS nicht viel besser ging? 😉
    Im Falle der Filmindustrie hatte ich nie den Bedarf, da kann ich nicht mitreden, mein Fernseher ist irgendwann mal kaputt gegangen, ich habe nichts vermisst und bin so gut über die Jahre gekommen, ich gucke heute auch nicht und vermisse auch nichts.
    Musik war damals auch noch sehr rar. Oft wurden Kasetten aus dem Radio bespielt, wollte ein Kumpel dann eine Kopie, wurde die dann schnell mit High Speed Dubbing gemacht, und nach der fünften Kopie war die Quali dann so mies, dass man das schöne Lied nicht mehr hören konnte. Also wurden auch mal 30-40DM für die Original Kassette oder später CD ausgegeben. So kam dann über die Jahre eine ganz stattliche Sammlung an Originalen zusammen.

    Worauf ich einfach hinaus will: Damals gab es dieses Überangebot einfach noch nicht. Heute muss man «alles» kennen — sonst kann man nicht mitreden. Und da wurde dann halt mal schnell ein Film auf kino.to geguckt, nur um zu sehen, dass er das Geld nicht wert ist, und damit man in ominösen Film-Kritiker Foren den dicken Max machen kann. Es gibt leider mehr als genug Leute, die bei Tageslicht Hautausschlag kriegen und nur von Filmbörse zu Filmbörse hecheln, weil sie einfach *alles* sehen müssen! Das diese Menschen ihr «real Life» in die Tonne kloppen, merken sie selbst nicht mal.

  55. Ich sehe das Vorgehen der Justiz so auch mehr als richtig an. Sicherlich ist die Vorgehensweise, die die Filmindustrie teilweise an den Tag legt, unverhältnismäßig — man beachte nebst teils horrenden Preisen die zahlreichen Abmahnungen. Aber das, was die Betreiber von kino-to da tun, sich auf Kosten derer Millionengewinne zu erschleichen, ist noch viel weniger korrekt.

    Schöner Beitrag zum Topic, danke!

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