Warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren

dbcDer Don Dahlmann hat einen Artikel verfasst — warum aus seiner Sicht Blogs in Deutschland (noch) nicht funktionieren. Er schreibt sicherlich viele wahre Dinge, sein Tunnelblick bzgl. der Journalisten in diesem Land lässt mich aber fast verzweifeln. Wenn er mehr Journalisten animieren will, zu Bloggen, ist das per se erstmal ein Widerspruch. Zudem kann man Journalisten ganz bestimmt nicht trauen, nur weil sie auf einmal eine Weblogsoftware aufgesetzt haben. Das hat selbst PI geschafft. Was ich damit sagen will: Journalisten sind mit ein Grund, warum es Blogger gibt. Die Menschen sind auf der Suche nach Alternativen, nach anderen — unabhängigen — Quellen. Wenn man die Qualität der deutschen Blogs damit anheben will, indem man mehr Journalisten zu Bloggern machen will, ist es das berühmte Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Von den Verlagshäusern, den Zeitungen und Zeitschriften ist die Vierte Gewalt in diesem Lande, sollte sie jemals existiert haben, zerstört worden. Sollten nun — neben den Werbern — die Journalisten Meinungsführer der deutschen Blogs werden, ist das der letzte Sargnagel für die deutsche Blogosphäre. Das beste Beispiel ist Stefan Niggemeier: Ich weiß nicht, in wie vielen Artikeln er auf seinem Blog anprangert, dass der und der Kollege auf Mails, Kritik, etc. pp. nicht geantwortet hat. Die Kollegen, die der Herr Niggemeier kritisiert, zeigen dabei nur das Verhalten, welches er schon seit über einem Jahr im Fall adical Nads Adnation zeigt.

Der Don schreibt, dass er die momentane Schwäche der deutschen Blogszene für eine temporäre Erscheinung hält. Das impliziert Folgendes: Es ging ihr mal besser. Nun kann man anderer Meinung sein, oder halt nicht. Gehen wir mal davon aus, dass er Unrecht hat. Woran kann man das festmachen? Nur wenige Vergleichsmöglichkeiten stehen zur Verfügung — die Deutschen Blogcharts gehören dazu. Nun gab es in den letzten Wochen ein paar Diskussionen, warum die Verlinkungen untereinander abgenommen haben. Ich zitiere mich da gerne selbst: Es wurde seit über einem Jahr keine “richtige” Sau mehr durchs Dorf getrieben. Keine Sau, bei der sich “harte” Fronten gegenüberstehen. Keine Sau, bei der die deutsche Blogosphäre geschlossen zusammensteht. Denn nur dann verlinkt sich Alles und Jeder gegenseitig. Wenn wer was anderes behauptet, macht sich selbst, den Blogs, den Werbekunden etwas vor. Auch auf deutschen Blogs bringt Boulevard die meiste Aufmerksamkeit, sprich die meisten Verlinkungen. Spreeblick von F!XMBR unterwandert. Lanu in Wirklichkeit ein Mann. Robert Basic der neue T1300 in Terminator 4. Diese Schlagzeilen garantieren Verlinkungen. So war es zur angeblichen Hochphase der deutschen Blogosphäre: adical, Grimme, Abmahnungen, um nur ein paar Themen zu nennen. Dem entgegen stehen aber auch die eigenen Beobachtungen — die Verlinkungen nehmen ab, der Traffic, die Unique IPs geht in die andere Richtung und schießen so manchen Tag durch die Decke. Gehen wir nun aber mal davon aus, dass der Don Recht hat. Wieso gab es dann einen so rasanten Abstieg? Des Rätsels Lösung kann und muss dann in der sogenannten Professionalisierung der deutschen Blogs gesucht werden. Die deutschen sogenannten Top-Blogs tümmeln sich in einer eigenen Vermarktungsagentur, sind in den etablierten Medien präsent. Man könnte jetzt natürlich schlussfolgern, dass die Aushängeschilde der deutschen Blogosphäre sich dem etablierten Journalismus angeglichen haben — inkl. Käuflichkeit. Wie man das Blatt auch dreht und wendet — beide Argumentationen sind wahrlich kein Ruhmesblatt für die sogenannten deutschen Top-Blogs. Manchmal reicht ein Blick in den Spiegel, also der zu Hause, nicht die Zeitschrift, um des Rätsels Lösung ein Stück näher zu kommen.

Der Don selbst, auch Mitglied bei Adnation, weiß im Prinzip schon, warum die deutsche Blogosphäre ein so jämmerliches Bild abgibt: Ich sehe das Problem eher in den Versuchen, Blogs zu monetarisieren, so schreibt er. Wenn ich nur daran denke, dass Spreeblick mittlerweile so gut wie jeden Tag das Seite-1-Thema der BILD ebenso zum Thema macht, dann kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Die Jagd nach Klicks, nach Awareness, nach dem goldenen Kalb hat meiner Meinung dafür gesorgt, dass man sich, wie ich oben schon schrieb, den etablierten Medien angeglichen hat. Und auch da ist dann sicherlich ein weiterer Punkt zu suchen: Mit steigender Abhängigkeit zu Klicks & Kohle nimmt die Bereitschaft ab, eigene Inhalte zu liefern. Wen interessiert schon die Busfahrt morgens zur Arbeit? Die BILD, und da sind dann auch SpOn, WELT und FAZ mit eingeschlossen, liefern die Themen. Die Leute klicken, steuern vielleicht die Kommentare zu, die sie schon am Morgen in der Frühstückspause losgelassen haben. Und alle sind froh. Nur das Individuelle, der Kick, das, was Blogs zu etwas Besonderes machen sollte, bleibt auf der Strecke. Ich schrieb es vor Monaten schon einmal: Der Griff nach der Vermarktung, der Wunsch, sich zu professionalisieren, um mal diesen Ausdruck zu benutzen, kam vor den Inhalten. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, so sagt ein Sprichwort. Bei den deutschen Top-Blogs lief es anders herum. Eine Schwalbe — besser: ein Jamba-Artikel — macht noch keinen Sommer.

Im nächsten Punkt beschreibt der Don, dass die Blogs in Deutschland in den etablierten Medien kein Standing haben, als Schmutz bezeichnet werden. In anderen Ländern haben Blogger etwas bewegt, gehören zur Medienwelt dazu, tragen zur Meinungsbildung bei. Bei uns werden sie im positiven Fall ausgelacht. Nun, ist das nicht auch eine Folge des eigenen Verhaltens? Ein Blog wie netzpolitik.org schaltet Werbung für Yahoo. Der Nerdcore-Rene schaltet mittlerweile fast für den Hans und Franz Werbung und macht fast bei jedem Werbemist mit. Auf die ach so innovative Werbung, die mal als adical angekündigt war, ist von Adnation immer noch nicht umgesetzt worden. Blinkzappeldiwink-Flashbanner gibt es zu sehen. Grausamere Werbung gibt es kaum — es fehlen wirklich nur noch Layerads bei den Damen und Herren. Und genau hier sehe ich den Punkt, warum Blogs in Deutschland so belächelt werden. Der Widerspruch zwischen Anspruch und Realität. Die Medien merken auch, mit denen können wir es ja machen. Das, was in den etablierten Medien geerntet wird, wurde in erster Linie von den deutschen Blogs selbst gesät.

Der nächste Punkt lässt mich ja doch ein wenig schmunzeln. Was wurden wir in den ersten 1,5 Jahren kritisiert, dass wir mit unseren Kommentaren so verfahren, wie wir es tun. Zensur wurde uns zugerufen, um die ganzen anderen Beleidigungen mal außen vor zu lassen. Mittlerweile gab es auf fast allen großen Blogs Artikel darüber, dass das so mit den Kommentaren nicht weiter gehen kann. Zuletzt hatte ich es, glaube ich zumindest, im Feed von Nerdcore-Rene gelesen. Wir hatten in vielen Dingen also doch recht — danke für die Bestätigung. Das soll hier aber nicht der Punkt sein. Der Don bemängelt die fehlende Diskussionskultur auf deutschen Blogs. Er greift tief in die Geschichte um dieses Phänomen zu erklären. Dazu zwei Punkte: 1. Sicherlich hat er damit nicht ganz unrecht. Auch der Autor dieser Zeilen trägt (leider) sein Herz auf der Zunge — was das eine oder andere Mal durchaus mit Ärger verbunden war. Und natürlich muss man auch sagen, dass die Anonymität bei manchen Zeitgenossen jegliche Hemmungen fallen lässt. Um mal ein Beispiel zu nennen: Dieser Artikel hat aufgrund Mama Google ein wenig Resonanz. Wenn alles wahr geworden wäre, was dort schon kommentiert wurde, würde ich heute nicht diese Zeilen tippen. Ich wäre bereits tot. Die Lösung kann und muss eine strikte Kommentarpolitik sein. Und das nicht nur aus diesen Gesichtspunkten heraus. Bei der wunderbaren unklaren Gesetzeslage findet sich sehr schnell ein Richter, der den Blogbetreiber mal eben für den Kommentar eines Lesers verantwortlich macht. Lieber einen Kommentar zu viel löschen, als einen zu wenig — mit diesem Leitspruch fahren wir sehr gut. Und das hat nichts mit Zensur zu tun, sondern mit gesundem Menschenverstand. Und so schwer es auch manchmal fällt — es ist auch ein Eingliedern in diese sich entwickelnde Mediengesellschaft, in unser Land, in unser System auch wenn man anderer Meinung ist und sich besser mit der Freedom of Speech der USA identifizieren kann. Wir sind nicht die USA. Gott sei Dank. 2. Zumindest mir geht es oftmals so, dass ich gar nicht diskutieren will. Das sei auch mal eingeschoben. Ich will meine Meinung äußern, vielleicht den einen oder anderen zum Nachdenken bewegen — aber diskutieren will ich in den wenigsten Fällen. Meist habe ich schon das eine oder andere Argument abgewogen, bei der Recherche, beim Schreiben des Artikels — schon im Vorfeld habe ich in der Regel mehrere Meinungen gelesen. Das reicht sehr oft. Mir fehlt meist die Zeit, aber auch der Wille zu diskutieren. Zudem ändern sich Meinungen, Ansichten im Laufe der Zeit — durch Erfahrungen und Gespräche im Real Life — dort spielt das Leben und eben nicht auf Blogs. Gespräche führe ich viele — im Real Life, weniger über eine Online Plattform. Das Thema jedoch, mit der Gegenfrage, warum dann ein Blog, wäre ein eigener Artikel.

Die nächsten beiden Punkte vom Don möchte ich in einem zusammenfassen: Es gibt zu wenige politische — qualitativ gute — Blogger. Mir fällt da auf Anhieb nur der Spiegelfechter und die NachDenkSeiten ein. Vielleicht noch die Oeffinger Freidenker, Feynsinn — und was kommt dann? So gut wie nichts. Und wenn ich jetzt ein Blog vergessen habe, schlagt mich, beißt mich, gebt mir Tiernamen. Was ich eigentlich sagen will: Um gesellschaftlich relevant zu werden, um medial ernst genommen zu werden, um eine Alternative bilden zu können, muss sich in Deutschland erstmal eine politische Blogosphäre entwickeln und etablieren. Und damit meine ich eine gesellschaftspolitische, eine parteipolitische Blogosphäre. Wir müssen die Menschen bei sich zu Hause abholen, ihnen das liefern, was sie bewegt und interessiert. Das Apple iPhone oder gar die Überwachungskamera am Bahnhof interessiert die Menschen genauso wenig, wie das tägliche Best-Of aus den US-Nerd-Blogs. Um die Menschen in diesem Land zu erreichen, muss man sie in ihrem Wohnzimmer ansprechen. Und genau da muss man eine Alternative zu den Medien sein. Die Agenda 2010 wird trotz des Desasters immer noch gefeiert. Die Menschen erleben täglich das Grauen, was diese sogenannte Reform gebracht hat. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Es gibt sie, die politischen Blogger — doch die meisten haben ihr Herz auf der Zunge, sind ideologisch verblendet oder leben in ihrer kleinen Verschwörungswelt. Der Autor dieser Zeilen benutzt ja schon ab und zu mal das Stilmittel der Polemik — bei vielen sogenannten politischen Bloggern habe selbst ich manchmal das Gefühlt, als wäre jeder Artikel abmahnfähig. Wir brauchen mehr vom Schlage der oben bereits genannten. Ein Politiker muss zittern, wenn auf einem Blog ein Artikel über ihn erscheint. Heute lacht er, zur Not kümmert sich die Rechtsabteilung um die Angelegenheit. Wenn der erste Politiker wegen eines Blogartikels zurücktritt, hat die deutsche Blogosphäre es geschafft. Doch das wird nicht geschehen. Oliver hat mal geschrieben, dass es durchaus sein kann, dass die deutschen Blogs in 10 Jahren als die Mantafahrer des Internets gelten. Ganz so schwarz muss man es nicht sehen — doch wenn die gesellschaftliche Relevanz bald nicht zunimmt, sieht es ganz düster aus. Und diese Relevanz kann nur entstehen, wenn es auch auf den sogenannten Top-Blogs endlich mal eigene politische Artikel mit eigenen politischen Argumenten gibt — und nicht nur ein einzelner Absatz mit Link zu SpOn, zur WELT oder zur FAZ. Diese Artikel haben 90% der Blogbesucher schon gelesen– bevor sie das Blog betreten haben. Die etablierten Medien werden im Regelfall zuerst gelesen.

Zum letzen Punkt möchte ich dann noch wenig schreiben. Zur Vermarktung von Blogs, speziell durch adical Nads Adnation habe ich schon den einen oder anderen Artikel geschrieben. Ich sage auch immer, dass das bloggen nie allein dazu benutzt werden sollte, um Geld zu verdienen — so der Don. Und damit ist eigentlich alles gesagt. Ich schrieb es oben schon, und wiederhole es noch einmal: Auf diversen deutschen Blogs kam erst das Vergnügen des Geldverdienens, dann hat man es mit Arbeit, sprich mit Inhalt probiert. Und da sind dann viele der sogenannten Top-Blogger in Deutschland schnell an ihre Grenzen gestoßen, um nicht zu sagen — gescheitert. Das konnte nicht funktionieren — und es wird auch nie funktionieren. Ein Problem ist auch, dass sich dort mittlerweile an der Spitze ein Blog(ger)kartell gebildet hat. Man verlinkt sich, man trifft sich, man schließt Geschäfte ab. Kein neues Blog hat die Chance, aufzusteigen– es sei denn, es gehört zu einem Unternehmen und es steckt viel Werbung dahinter. Man kauft sich also ein. Solange dieses, nennen wir es beim Wort, Berliner Blog(ger)kartell, die Meinungsführerschaft — Reden Sie mit Bloggern. Reden Sie mit uns. — inne hat, solange wird sich nichts ändern. Solange diese Damen und Herren die Schnittstelle zu den etablierten Medien sind, es teilweise selbst Journalisten sind, wird die deutsche Blogosphäre in diesem jämmerlichen Zustand bleiben, in dem sie sich befindet. Dass sich dies irgendwann einmal ändert, davon ist nicht auszugehen. Darum habe ich auch das noch aus der Überschrift dieses Artikels rausgelassen — im Gegensatz zu Don.

Als Fazit bleibt nur noch wenig zu sagen. Der Don schreibt: Blogs haben weiterhin ein ungeheures Entwicklungspotenzial. Wie oft habe ich diesen Satz schon gelesen? Alle Jahre wieder kommt das Christuskind — und jede Woche ist auf irgendeinem sogenannten Top-Blog diese Behauptung zu finden. Ich kann darüber nur noch lachen. Nur weil man diesen Satz immer und wieder wiederholt, wird er auch nicht wahrer. Ich bin fast versucht, Orwell zu zitieren: Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten –, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit. Um die deutschen Blogs endlich aus der Schmuddelecke zu holen, muss viel passieren. Es müsste der deutschen Blogosphäre ähnlich ergehen, wie es der SPD zu wünschen wäre: Ein kompletter Austausch des Führungspersonals. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass morgen die beiden Stones der SPD zurücktreten? Und darum wird die deutsche Blogosphäre — zumindest vom Niveau her — genau da stehen bleiben, wo sie gerade steht. Vielleicht wird der eine oder andere Euro verdient. Die Welt verändern geht aber anders. Und wenn die nächste Entlassungswelle bei den etablierten Medien dafür sorgt, dass mehr Journalisten anfangen zu bloggen, dann ist es sowieso zu spät. Gleich zu gleich gesellt sich gern. Und so werden dann in Zukunft die Journalisten die Journalisten zitieren, die es geschafft haben, eine Weblogsoftware aufzusetzen. Düstere Aussichten. Und wisst Ihr was? Die deutsche Blogosphäre — wir — sind selbst schuld.

Disclosure: Wie schon im letzten Satz angedeutet, nehme ich bei all der Kritik natürlich F!XMBR nicht aus.

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67 Antworten zu “Warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren”

  1. lahnix sagt:

    Und wenn ich jetzt ein Blog vergessen habe, schlagt mich, beißt mich, gebt mir Tiernamen.

    Du hast F!XMBR vergessen! Und das meine ich ausnahmsweise mal ganz ohne Zynismus.

  2. PZK sagt:

    Mich auch 😉 Aber ich bin ja auch noch klein. Wobei ich dir sagen muss Chris, dein «Busfahrtposting» fand ich leider zu schnulzig. Ich kenne das Gefühl, jeden Morgen die selben Menschen zu sehen und eine Vertrautheit zu spüren aber für mehr Emotionen reicht es bei mir dann doch nicht!

  3. Boulevard-Blogs werden besonders gerne gelesen. Das ist bei gedruckten Presseerzeugnissen ja auch nicht anders.

    Würde aber wirklich die Auflage des «Lettre International» steigen, wenn der «Focus» verschwände? Ich meine nicht.

    Die geringe Relevanz des Blogwesens in Deutschland, im Vergleich zu den USA, ist eher dem Umstand geschuldet, daß die in Amerika tradierte Freedom of Speech hier den Leuten noch immer nicht so recht in Fleisch und Blut übergegangen ist. Wir haben ja schon Angst, etwas zu schreiben, was einen Leserkommentar provozieren könnte, für den wir abgemahnt werden könnten.

  4. Oliver sagt:

    >fand ich leider zu schnulzig.

    Du erkennst wahrscheinlich stante pede das Problem in diesem Land, oder? Die I-don’t-care-Mentalität sorgt letztendlich auch dafür das viele sich umsonst auskotzen in puncto Humanismus etc. Man muß wohl kein Klosterbruder sein, aber mittels der Konsequenz des eigenen Handelns erreicht man letztendlich mehr bei den Mitmenschen, als denn tausend Worte vermögen. Aber jedem das seine …

    >Wir haben ja schon Angst, etwas zu schreiben, was einen Leserkommentar provozieren könnte, für den wir abgemahnt werden könnten.

    Wenn man sich ein klein wenig auskennt, dazu Erfahrung mitbringt — positiver als auch negativer Natur, dann versteht man auch warum man es eben nicht an Patriotismus-Gefasel festmachen kann, welcher letztendlich der modus vivendi in den Staaten ist. Darüber hinaus ist in den Staaten die Gesetzgebung auch ein klein wenig liberaler, läßt man denn einmal die Bush-gestählten Scheuklappen beiseite, fair use (wenn auch inzwischen mittels DMCA stark beschnitten) markiert da z.B. einen gänzlich anderen Ansatzpunkt in puncto verwendeter Materialien, eine legislativ ausgeprägte Freiheit (die aber auch u.a. gewisse Blüten treiben kann) markiert die dort vorherrschende freiheitliche Spannweite. In Deutschland reicht tatsächlich ein mißlicher Ton, um Erfahrung mit der Abmahnmaschinerie zu machen, wenn es andere noch können hat dies mehr mit Glück zu tun, als denn tatsächlich mit Verstand.

  5. Chris sagt:

    Ich schrieb oben nicht umsonst, dass wir Gott sei Dank nicht in den USA leben. Ich bin durchaus ein Verfechter für Absatz 2, Art. 5 des Grundgesetzes. Den Absatz vergessen nämlich viele Leute…

  6. PZK sagt:

    Also den Schulterschluss musst du mir nochmal erklären, wieso ich bei der Aussage dass ich dein Busfahrtposting schnultig, das Problem in Deutschland nicht verstehe? Das ich eine «I-don’t-Care» — Mentalität vertrete, nene also da biste über dein Ziel hinaus geschossen.
    Aber nochmal ein Gedankengang zu politischen Blogs. Im Moment ist es mit Informationen einfach zu extrem. Wenn ich als Vollzeit arbeitender Mensch versuche politisch zu bloggen, muss ich auf die üblichen Themenlieferanten und vielleicht etwas tiefer den Bundestag — Feed etc. abbonieren. Aber darüber umfassend zu bloggen, bedarf es eigentlich mehr Zeit und da beißt sich die Katze innen Schwanz. Da müsste dann nämlich der Blog Geld abwerfen. Genauso wenn ich versuche die Themen nicht als den Magazinen und Zeitungen zu ziehen, wieso soll man dass denn bitte machen?
    Ich kann auch beobachten, dass viele Blogs mittlerweile nur noch verlängerter Arm der BILD oder von Google Trends sind. Hauptsache etwas geschrieben, was Geld abwirft. Selbst wenn 0 Infos drin sind, aber Hauptsache 200 Wörter vollbekommen. Oder ganze Postings als Werbung? Nein also auch nicht für mich!

  7. Chat Atkins sagt:

    Vieles am Text ist richtig — aber in meinen Augen wird es mit der Blogentwicklung anders kommen: Erst dann, wenn es rings um uns her eine gesellschaftliche ‘Obama-Stimmung’ gibt, beispielsweise statt der derzeitigen Merkel’schen Abbruchstimmung, dann wird der Wind sich drehen. Dann schlägt auch die Stunde der Blogs. Die Blogs aber sind nicht der Wind. Die Holzmedien übrigens auch nicht — selbst wenn manches kapitale Alphatier dies zu denken scheint.

  8. Oliver sagt:

    @PZK

    Es geht um *Menschen* soweit noch klar? Anscheinend ist für viele Aktionisten heutzutage nicht mehr der Mitmensch ausschlaggebend, sondern der Aktionismus per se. Oder gilt der Aktionismus nur der eigenen Person? Bevor man also leichtfertig das Attribut «schnulzig» verteilt bzw. die anonyme Masse preferiert, sollte man sich vielleicht einmal vor Augen führen das andere das Menschsein leben und nicht nur abstrahiert für irgendwelche $Menschen trommeln, die sie im Prinzip doch gar nicht tangieren.

    @Chat Atkins

    >Obama-Stimmung

    Willige die folgen, ob markanter Sprüche? Kennen wir doch schon ausgiebig, das ist unsere Erfindung hier :-)

    >Dann schlägt auch die Stunde der Blogs.

    Der Begriff Blog ist der Stock im Arsch eines anständigen Publizisten, aus diesem Grund klappt auch nichts. Wen interessieren Blogs? Auch diese Krankheit wird vorübergehen und über bleiben jene, die auch Inhalt lieferten und Software Software sein ließen. So geschehen schon zuvor mit Leuten die vor der «Erfindung» des «Spar-CMS» Inhalte im Netz publizierten und diese tun es auch heute und nutzen u.a. Blogs.

    Die Leute mit Inhalt definieren sich schon, alle anderen Suchen nach der Definition des Blogs, um mittels dieser auf magische Weise den begehrten Inhalt zu erlangen.

  9. […] Blogger Lesepflicht. Interessantes Thema, hochinteressante Erklärungsansätze: Warum Blogs in Deutschland (noch) nicht funktionieren und Warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren. […]

  10. Maria v. Boisse sagt:

    Hallo zusammen. Im Grunde ist es tatsächlich das Problem der fehlenden Inhalte, ob in Blogs oder Logs oder wo auch immer. Ein befreundeter Regisseur sagte einmal: «Die beste Technik ersetzt keinen Inhalt!». Dem schließe ich mich an. Ich möchte keinem auf die Füße treten, aber vielleicht sollten sich die meisten Blogger im Lesen üben, bevor sie sich am Schreiben vergreifen. Copy & Paste sind keine Mittel zum Erstellen von Inhalten und das permanente Repetieren von SpiegelBild taugt nicht einmal dazu, die dortigen Verantwortlichen neugierig auf den eigenen Kommentar zum dort erscheinenden Schrott zu machen. Der einzige Unterschied zwischen denen und vielen Bloggern besteht in der Bezahlung. Das bringt mich zu den umworbenen Lesern. Wenn die Veröffentlichung von Poesiealben auch nur annähernd so interessant sein würde, wie manche glauben, würden diese hoch im Kurs stehen — tun sie das? Das ist die eine Seite. Die andere besteht ganz schlicht aus der Tatsache, dass der geistige Horizont eines Internetusers nicht an der Fähigkeit zu Bedienung eines Rechners gemessen werden kann. Die Realität der meisten Menschen besteht aus unreflektierten Inhalten, derer sich diese meist nicht einmal bewusst sind. Dafür gibt es SpiegelBild und die dortigen Redakteure und dafür gibt es das Geschäft, welches sich eben vom Print zum Flimmerschirm verlagert, aber immer den gleichen Un/Geist befriedigt. Qualität war nie eine Frage der Quantität! In diesem Sinne Danke für den guten Artikel.

  11. PZK sagt:

    O Mann, also wie man so reagieren kann, weil man der Meinung ist ein anderer Eintrag sei zu sentimental? Ich lese und verweise eigentlich oft gerne hierhin, aber das jetzt hier so ein Verlauf gesucht läßt mich arg grübeln. Angenehmes Wochenende noch!

  12. Oliver sagt:

    >weil man der Meinung ist ein anderer Eintrag sei zu sentimental

    Mangelndes Gefühl ist ein Übel dieser Welt.

    >Ich lese und verweise eigentlich oft gerne hierhin

    Schon klar es harpert nur an dem Verständnis, um was es uns eigentlich geht. Uns geht es um den Menschen, nicht um die Aktion. Da ist kein Überreaktion nur eine Korrektur, alles eben zu seiner Zeit. Für fun haben wir ebenso eine Rubrik.

  13. Oliver sagt:

    >Wenn die Veröffentlichung von Poesiealben auch nur annähernd so interessant sein würde, wie manche glauben, würden diese hoch im Kurs stehen — tun sie das?

    Ich finde diese «Poesiealben» oder auch den sogenannten cat-content wunderbar, würde doch ohne diesen die Menschheit den letzten Hauch Indentität verlieren. Als Historier ist mir zuweilen des Ach und Weh des kleinen Mannes lieber im Verlauf der Jahrtausende, denn die hochtrabende Kakophonie die sich gut in klingende Münze umsetzen läßt.

  14. >Ich finde diese “Poesiealben” oder auch den sogenannten cat-content wunderbar …<

    Eben wegen dieser Identität und ihrer Funktion als privates Offlineblog mag ich sie auch. Als veröffentlichten Ersatz für fehlenden Inhalt oder gar zur Bewegung von unten sind sie, meiner Meinung nach, unerheblich und kosten eine Menge Strom. Aber Du kannst sie gern aus meiner Argumentation herausnehmen :-)

    Ein Wort noch zu den Mainstreammedien oder der Vierten Gewalt, wie sie sich gern bezeichnen. Ihr Auftrag ist definiert als meinungsbildend und nicht meinungsverbreitend — das ist meines Erachtens der einzig wirklich erhebliche Unterschied zu Blogs. Zeitungen u.ä. machen Meinung und verdienen damit Geld, die meisten Blogs verbreiten diese freiwillig und ein paar von ihnen sind als Informationsalternative durchaus geeignet — ob mit oder ohne Bezahlung. Das hinter ihnen vorwiegend Amateure stehen, ist (Inhalt vorausgesetzt) für ihre Bedeutung nicht ohne Bedeutung. Ein Amateur ist ein Liebhaber von Etwas. Amateure haben die Arche gebaut — Profis die Titanic!

    Alles in allem halte ich die so genannte Bloggerszene aber für durchaus für geeignet, der kommerziellen Meinungsbildung eine differenzierte und damit gezielte Meinungsverbreitung und –kommentierung entgegen zu setzen, bzw. den vielfältigen und meist nicht in Mainstreammedien veröffentlichten Meinungen zu Meinungen Ausdruck zu geben.

  15. Chris sagt:

    Ich finde diese “Poesiealben” oder auch den sogenannten cat-content wunderbar

    Mehr ist dazu kaum zu sagen. Um mal ein Beispiel zu nennen: Der Robert Basic. Am Anfang habe ich da den Kopf geschüttelt, vielleicht auch schon mal über ihn gelästert. Seit ich aber den Menschen Robert auf Basicthinking entdeckt habe, lese ich das Blog sehr gerne. Wenn er über seine Kids schreibt, hat das für mich mehr Bedeutung als irgendwelche Berichte über ein Web 2.0-Startup.

  16. Oliver sagt:

    >Als veröffentlichten Ersatz für fehlenden Inhalt oder gar zur Bewegung von unten sind sie, meiner Meinung nach, unerheblich

    Ganz im Gegenteil, sie liefern damit mehr Inhalt und beschäftigen sich mit dem Menschsein per se als z.B. derlei Dinge.

    Dinge die sich mit dem Menschen beschäftigen ob auf banaler oder hochgeistiger Ebene sind, ein ausgewogenen Verhältnis vorrausgesetzt, immer vorzuziehen.

    >Ein Wort noch zu den Mainstreammedien oder der Vierten Gewalt, wie sie sich gern bezeichnen. Ihr Auftrag ist definiert als meinungsbildend und nicht meinungsverbreitend

    Das ist ein selbstdefiniertes Gesetz, das eben durch dieses Meinungsmonopol, welches sich nun im Bröckeln befindet, postuliert wurde. Die Menschheit wußte auch wohl mit Informationen umzugehen und diese weiterzutragen ohne diese professionellen Laien die diese Profession in klingende Münze umsetzen. Und was z.B. früher der Jahrmarkt beispielsweise im Mittelalter ist heute das Internet. Viel Schrott, viel Information, es verlangt Intelligenz um die Spreu vom Weizen zu trennen.

    Der Journalismus versuchte diese Dinge mit seinem Aufkommen zu kanalisieren und natürlich davon zu leben — das ist eben der einzige Unterschied. In der gesamten Menschheitsgeschichte, ist der kurze Abschnitt der Meinungsmacher belanglos.

  17. Maria v. Boisse sagt:

    Ok, vergiss bitte für einen Moment das Poesiealbum, ich hoffe keine alten Wunden aufgerissen zu haben 😉

    Ich persönlich meine damit ausschließlich inhaltsleere Blogs mit vielen Zeichen.

    Mein Kommentar bezieht sich grundsätzlich zustimmend auf folgende Passagen:

    «Nur das Individuelle, der Kick, das, was Blogs zu etwas Besonderes machen sollte, bleibt auf der Strecke.»

    Dazu Frage 1: Was soll das Besondere sein?

    Mein Vorschlag: Inhalt.

    «Um gesellschaftlich relevant zu werden, um medial ernst genommen zu werden, um eine Alternative bilden zu können, muss sich in Deutschland erstmal eine politische Blogosphäre entwickeln und etablieren. Und damit meine ich eine gesellschaftspolitische, eine parteipolitische Blogosphäre. Wir müssen die Menschen bei sich zu Hause abholen, ihnen das liefern, was sie bewegt und interessiert.»

    Dazu Frage 2: Gibt es (trotz aller Mängel) diese Sphäre nicht?

    Meine Meinung: Ja, es gibt sie, wobei die Qualität entscheidend ist und nicht die Quantität.

    Frage 3: Wie holt man die Menschen zu Hause ab?

    Meine Meinung: … wenn nicht mit Inhalten?

    MvB

  18. Oliver sagt:

    >Ok, vergiss bitte für einen Moment das Poesiealbum

    Ich sehe das auch nur exemplarisch für ein Spektrum an *Inhalten*, *den* Inhalt sehe ich nicht. Da jeglicher noch so gut gemeinter Inhalt, der seinerseits wieder in einer Monokultur verhaftet ist, eben nur Einfalt anstatt Vielfalt hervorruft.

    >Ich persönlich meine damit ausschließlich inhaltsleere Blogs mit vielen Zeichen.

    Und eben das kritisiere ich, nicht die bloße Existenz dieser ist das Übel, sondern die steigende Dominanz. Vielfalt und Ausgeglichenheit ist Trumpf und dazu gehört auch die «Inhaltsleere». Für mich ist auch ein ausschließlicher Politblog «inhaltsleer», ebenso wie ein reiner Technikblog. Die erlangen dann wiederum erst Bedeutung im gesamten Spektrum der Publikationen — sofern dieses Spektrum gewahrt bleibt.

    >Mein Vorschlag: Inhalt.

    Exakt, jedoch keine dogmatische Monokultur, sondern Inhalt jedweder Couleur, auch Inhalt der mir nicht schmeckt. Und ebenso wie Werbung ein Kulturträger ist, entfaltet diese wiederum erst ihren desaströsen Charakter bei anhaltender Dominanz. Man sieht Inhalt ist wertfrei zu betrachten, Monokulturen sind das tatsächliche Übel.

  19. Maria v. Boisse sagt:

    @Oliver >Exakt, jedoch keine dogmatische Monokultur, sondern Inhalt jedweder Couleur, auch Inhalt der mir nicht schmeckt.<

    Ich persönlich mag mehr Themenblogs, so wie ich Themenbücher mag und ich sehe darin auch keine Gefahr der Monokultur, da ich als Leser immer die Möglichkeit habe, die Vielfalt durch individuelle Zusammenstellungen herstellen zu können. Multithemenblogs erscheinen mir hingegen öfter als Versuch der Kopie eines Mainstreammediums — von allem etwas, von nichts viel — was nicht bedeuten soll, dass sie a priori schlecht wären. Da die meisten Blogs von einem Autoren beschrieben werden, bleibt die thematische Ausrichtung wohl eher Programm, als die von vielen Autoren geschaffene Vielfalt. Es besteht dabei auch die Gefahr der hier angesprochenen Verflachung im Dienste der Klickraten — siehe z.B. germanblogs.

    Abschließend noch ein kleines Zitat zum Thema:

    «Man muß den Tatsachen ins Auge sehen, meine Lieben, unsere Zeit ist rettungslos verloren, es ist die Zeit des Seichten, Substanzlosen, die Zeit der Hochstapelei. Das Übel unseres Jahrhunderts ist nicht mehr der Überdruß, sondern die Eitelkeit, unser Jahrhundert steckt in einem Sumpf von Zeitschriften fest, durch den unsere Zeit gebildet erscheinen will, obwohl es doch eine rohe, dumme Zeit ist, in der der Idiot regiert und der Philosoph Schuhe putzt.» (Abilio Estévez]

  20. Für mich ist die Sache eigentlich recht einfach: In Deutschland fehlt es an hinreichend prominenten Personen, die das Medium Blog für sich entdecken und nutzen.

    In den USA etwa bloggen nicht wenige Personen, die auch schon vor ihrer Zeit als Blogger bekannt und anerkannt waren. Das hat dem Medium dort erheblich geholfen.

    Genau dies aber steht bei uns noch vollständig aus. Im Gegenteil: Wer Teil der Leistungselite in Deutschland ist, wird eher nicht bloggen, da Blogs hierzulande noch keinen besonders guten Ruf haben.

  21. Oliver sagt:

    >In den USA etwa bloggen nicht wenige Personen, die auch schon vor ihrer Zeit als Blogger bekannt und anerkannt waren.

    Ja aber hat es denn dem oft formulierten Anspruch geholfen? Wohl kaum? Wir wissen zwar das der Playboy im Moment ein paar der bloggenden Celebrities weiblicher Natur ansprach ob der üblichen Fleischbeschau,aber joe user dort juckt das ebenso wenig wie hier. Im Gegenteil man ist nicht auf der Gralssuche, sondern macht einfach, geht ungezwungen zu Werke und das Medium per se ist eigentlich Nebensache und nicht Hauptsache wie hierzulande

  22. Tim sagt:

    Ein paar bekannte Grössen hätten dem Bloggen in Deutschland gut getan. Nur muss man sich mal die Situation vor 2–3 Jahren vergegenwärtigen. Damals wurde vom Berliner Blogkartell alles weggebissen, was sich aus der Deckung traute. Nicht gerade einladend, um das neue Medium auszuprobieren, solange man keinen Zwang dazu hatte. Im Gegensatz zu vielen Bloggern in und rund um die Berliner Szene, die die Deutungshoheit über Blogs für Aufträge und Kunden nutzte. Nach dem NE-Crash war das die einzige Chance, wieder aus dem Elend rauszukommen.

  23. Oliver sagt:

    *shrug* wenn das ewige Ziel der einen die im Rampenlicht stehen der monetäre Nutzen ist und das Ziel der recht kleinlauten Masse dahinter der hochgeistige Inhalt, welchen Sinn sollte dann die Bloggröße besitzen? Vorbildfunktion, erinnert mich dann eher an irgendwelche RTL-Shows …

    Dazu dem gegenübergestellt die Groß-Blogger der USA, erfolgreich, bekannt — Vorbild für unsere Berliner Alpha-Herden und nu? Diese gereichen average joe in den Staaten ebenso wenig als Vorbild und formulieren etwas völlig entgegengesetzes. Wenn Spon beispielsweise in der Vergangenheit stark der Wikipedia-Lektüre frönte ist das mehr Beweis für den Erfolg der Community als irgendein Vorzeige-Blogger mit fragwürdigen Ansichten. Wir reden von Gegenöffentlichkeit und suchen dennoch nur nach einem Führer …

  24. Chris sagt:

    Ich habe hier gerade nen affigen Trackback vom Godfather der Werbung, dem Nerdcore-Rene gelöscht. Er wollte nen Trackback haben, nein wie süß. Vielleicht sollte er mal drüber nachdenken, was ein Trackback ist. Welchen Artikel hätte ich denn anpingen sollen? Geh woanders spielen, Kleiner.

    Naja, so ist er halt, der Nerdcore-Rene. Sei es drum — zu Werbebuden verlinke ich eh nicht. Von daher — passt schon.

    Rene, Dein Blog funktioniert (das ist im Übrigen Deine Meinung, darüber kann man durchaus streiten) wie Rapidshare. Du klaust Dir Deinen Inhalt auf den US-Blogs zusammen und begehst in etlichen Artikeln Urheberrechtsverletzungen — zumindest ist das mein Eindruck. Muss nicht stimmen — um den Anwälten genüge zu tun. Im Gegensatz zu der Nerdcore-Werbebude…

    Achja, und zu den BILD-Themen bei Spreeblick. Zuletzt konnte mal dies Jagd nach den Klicks beim Thema Roger Kusch beobachten. Und da auch hier das Verstehen fehlt, scheint angeboren zu sein: Ich habe Spreeblick allgemein geschrieben, nicht Rene auf Spreeblick. Aber ich habe Befürchtung, dass der Nerdcore-Rene selbst diesen Satz nicht versteht.

    Aber was tippsel ich hier eigentlich einem kleinen käuflichen Blogger, der im ersten Satz schreibt, ich würde lügen… *seufz*

    Wenn man den Artikel oben liest, dann Rene, bleibt nur Eines zu sagen:

    Q.e.d.

  25. Fabian sagt:

    Meinst Du mit PI Political Incorrectness ?

  26. Chris sagt:

    Ist das wichtig? Nicht wirklich. Aber um die Neugier zu befriedigen: Ja…

  27. Voodooschaaf sagt:

    Oh my God, bin ich froh, dass ich nur ein vollkommen unwichtiges, winzigkleines Blog fuehre, in dem ich sagen und zeigen kann was ich will und mag und dafuer nicht in den Boden gestampft werde.
    Nehmts locker, ist doch eigentlich vollkommen unerheblich, wieviel Leute das Ding lesen, solange sich jemand drueber freut und man erfaehrt dass es denjenigen ein wenig den Tag versuesst hat.
    Das finde ich wichtig und das sollte einen doch froh machen.

    Es gruesst das Schaaf

  28. Oliver sagt:

    omg — was bin ich froh das ich lesen kann, denn es geht nicht um das Gelesen werden, sondern um die seltsamen Ansprüche einiger.

  29. ondamaris sagt:

    die debatten um die relevanz von blogs verfolge ich ja immer wieder, mit interesse, mit erstaunen … und freue mich, nur ein kleines nischen-themen-blog zu machen … mit dem man m.e. in seiner kleinen nische durchaus ein wenig relevanz erreichen kann. aber das ist zugegebenermaßen ein anderes thema als die general-public-blogs …

  30. Baynado sagt:

    Hört endlich auf euch gegenseitig zu bekriegen, handelt lieber.
    Der eine Blogger zieht über den anderen her. Ich kann Deiner Argumentation schon sehr gu folgen.
    Velinkt euch und werdet zu einem Thema geschlossen aktiv. Ich habe in mienem Blog damit angefangen.

  31. Chris sagt:

    Sorry, den Link zu Deinem aktionistischer SEO-Kinnergeburtstach habe ich rausgenommen. Nicht hier. Und bitte auch keine Diskussionen darüber…

  32. […] paar Tipps zum Lesen. Als erstes ein langer Text von F!XMBR über die deutsche Blogszene: “Warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren“. Finde ich sehr interessant, weil ich mir meine tägliche Ration Nachrichten mittlerweile […]

  33. Martina sagt:

    Chris,
    schon erstaunlich! 😉 Da schreibst du mal wieder über das «Selbstverständnis» der Blogger und über ihren «Anspruch auf Dasein» und prompt bricht eine rege Diskussion darüber aus, die offensichtlich auch von Nerds dazu verwendet wird, mal wieder etwas SEO zu spielen. 😉

    Und genau hier liegt ja die Dauerkrise der Blogger, die von den «Werbetreibenden» sehr gut erkannt ist: Fang an, die Blogger in ihrer Fähigkeit zu bezweifeln und du bist thematisch top on the rock.

    Ich glaube, wenn die Blogger endlich einmal aufhören würden, immer nur nach ihrem Nabel zu suchen, um dann anschließend darin herumzupuhlen, dann sind sie reif und erwachsen.

    Es gibt nicht DEN Blogger, es gibt auch nicht DEN politischen Blogger — und wenn die Frage nach politischen Bloggern gestellt wird, dann muss ich leider sagen: 5– für die Suche! Viele nämlich sind politisch in ihrer Schreiberei, manche sogar parteipolitisch aktiv. Man sollte dann nur genau hinlesen.…BTW, ist fixmbr für mich auch ein politischer Blog!

    Ich brauche keinen Blogfather oder einen Dunst aus der Berliner Luft, um mein Selbstverständnis entwickeln zu können. Vielleicht brauchen viele andere Blogs noch diese Entwicklungsstufe?

  34. Chris sagt:

    Ach martina, wenn es nur das wäre. Wenn ich sehe, was für ein Hass uns schon wieder entgegen geschlagen ist. Da antworten die bekloppten Irren nicht auf den Text, die einzelnen Punkte, die der Don da gebracht hat, auf die ich ja auch geantwortet habe, da werde ich als Mensch angegriffen.

    Durchgeknallte Irre sind es. Zuminmdest zum größten Teil…

  35. Martina sagt:

    Chris, damit musst du leben, wenn du dich so eines Themas annimmst. :)

    Kurz zur Relevanz der Blogger: Solange Plattformen wie rivva usw. zeigen, dass hauptsächlich IT– & Web-Themen in Blogs diskutiert werden, werden die «politischen» Blogs kaum mehr wahrgenommen (bis auf die von dir aufgeführten wenigen großen).

    Nur — was bedeutet bitte «politischer Blog»? Kann mir irgendjemand dabei helfen, hier eine eindeutige Definition zu geben? Muss das bedeuten, dass man sich ausschließlich und nur mit politischen Themen befasst, oder bedeutet «politisch» nicht auch, wenn man über kleine Begebenheiten aus dem alltäglichen Leben berichtet, die einem passiert sind?

    Wenn z.B. jemand über die Art und Weise schreibt, was er bzw. sie in einer Arztpraxis erleben musste, ist das nicht auch politisch? Beschreibt so ein Text nicht auch eine Situation, die vielen vielleicht nicht bekannt ist, die aber abgestellt gehört?

    Okay, ein solcher Bericht hat dann wirklich einen «Tagebuch«Charakter, aber ist dies nicht auch ein Zeichen von politischem Interesse, darüber zu berichten?

    Oder soll ich nur über meine Arbeit hier im OV berichten, um politisch zu sein?

    Hilf mir bitte bei der Findung einer Defintion, mit der ich leben kann.

    Und lass bitte in diesem Punkt einfach mal den Don aus dem Spiel, denn er führt, wenn man es so will, auch einen politischen Blog, auch wenn er in die Richtung «Wirtschaftspolitik» in Klein-Bloggersdorf geht.

  36. Chris sagt:

    Blödsinn. Damit leben müssen. Ts. Das wäre das gleiche, als würde man Frauen, die sich etwas freizügiger kleiden, für deren Belästigung verantwortlich machen. Um mal einen etwas gewagten Vergleich zu bringen.

    Da tippsel ich seit Monaten mal wieder ein paar Gedanken zusammen — und dann diese Welle des Hasses? Sorry — die meisten Artikel, die in den etablierten Medien über Blogs zu finden sind scheinen noch ein kompliment zu sein…

    Durchgenkallte Irre…

    Aber Gott sei Dank entlarven sie sich selbst…

  37. Oliver sagt:

    >Muss das bedeuten, dass man sich ausschließlich und nur mit politischen Themen befasst, oder bedeutet “politisch” nicht auch, wenn man über kleine Begebenheiten aus dem alltäglichen Leben berichtet, die einem passiert sind?

    Nein Politik bezeichnet ganz grob das Verhalten der gesamten Gesellschaft hinsichtlich eines zu erreichenden Ziels. Was natürlich die kleinen Einträge nicht minder interessant macht, da kulturhistorisch von immenser Relevanz und indirekt in ihrer Gesamtheit auch eventuell politisch richtungsweisend, wenn auch wiederum oft ignoriert.

  38. strappato sagt:

    Da wird ja ein nicht sehr emanzipatorischer Politikbegriff gewählt. Klar sind die gebloggten Erlebnisse einer Krankenschwester im medizinisch-industriellen Komplex politisch.

    Als «durchgenkallte Irre» würde ich das nicht bezeichnen. Der aus dem eigenen Umfeld geprägte Begriff «urbane Penner» — den ich schrecklich finde — ist da treffender. Übrigens hat diesen eine Dame aufgebracht, die ihre Blog-Texte sicher als «politisch» charakterisieren würde, die aber nur sprachlich aufgesexter Stuss sind. Da ist mir der Krankenschwesterblog erheblich politisch brisanter.

  39. Oliver sagt:

    >Da wird ja ein nicht sehr emanzipatorischer Politikbegriff gewählt.

    Ich bin kein Politologe, sondern greife gemäß meinem Umfeld die Herkunft des Begriffes auf. Diese heutigen Unschärfen resultieren hingegen nur in einem Brei, bei dem die Majorität nach Worten lechzt, um sich überhaupt noch worttechnisch in Szene setzen zu können. Kunstwörter sind dann die Antwort — die Absurdität ist recht leicht erkennbar. Kann man unterstützen, muß man aber nicht — alles eine Frage des Niveaus. Ich schließe daraus auch, das du der Kulturhistorik wenig Wert beimißt, sonst würdest du nicht mit einer derartigen Unschärfe kontern, nun ja jeder wie er mag. Jemand der mit diesen Begrifflichkeiten etwas anzufangen weiß, wird meiner Definition jedoch eine enorme Wertschätzung entnehmen können.

  40. Chris sagt:

    @strappato: Mit durchgeknallte Irre meine ich nicht die Leute wie Rene — trotz unterschiedlicher Meinung, Handlungsweisen, habe ich ihn ja noch ihm Feed. Wie andere seiner Kollegen auch.

    Nein. Damit meinte ich die kleinen Furunkel am Arsch des Berliner Blog(ger)kartells. Die, die gar nichts zur Sache sagen (im Gegensatz zu Rene, dem Don oder meiner Wenigkeit) und als Antwort nur Angriffe auf meine Person, auf mich als Mensch fahren oder gar Mutmassungen über mich anstellen. Das sind die, die nun wirklich gar nichts zustande bringen und auf die 10 Klicks heiss sind, die über einen Trackback hineinkommen.

    @Oliver: Die Dame, die strappato meint, ist die gleiche, die meinte, den linken Neoliberalismus zu erfinden. Ich hoffe, ich sage da jetzt nichts falsches. Bei den ganzen Begrifflichkeiten, die da Jahr für Jahr verkauft werden, kann man sich schon mal irren. Nichts als Worte, die man vermarkten kann, wie Du schon sagtest… 😉

  41. […] sogenannten A-Blogger haben es da schwerer. Bei Nerdcore und F!XMBR ist gerade eine recht interessante Diskussion über die Bloggszene in Deutschland […]

  42. […] 20. Juli 200816:24 Uhr Gerade bei Riva gefunden: Warum Blogs und Deutschland funktionieren und warum sie nicht funktionieren. Die beide Artikel habe ich nur am Rande überflogen. Warum? Gut, ich weiß, dass heute […]

  43. Martina sagt:

    @Oliver (#38):

    Nein Politik bezeichnet ganz grob das Verhalten der gesamten Gesellschaft hinsichtlich eines zu erreichenden Ziels.

    Wenn das dein Verständnis von «politischen» Blogs ansatzweise umschreibt, dann gibt es wesentlich mehr «politische» Blogs… 😉 Und darunter sind sicherlich noch mehr Perlen, die sich aber mehr oder weniger bewusst im Dunkeln aufhalten. 😉

  44. @ Martina:

    >Nur — was bedeutet bitte “politischer Blog”? Kann mir irgendjemand dabei helfen, hier eine eindeutige Definition zu geben? Muss das bedeuten, dass man sich ausschließlich und nur mit politischen Themen befasst, oder bedeutet “politisch” nicht auch, wenn man über kleine Begebenheiten aus dem alltäglichen Leben berichtet, die einem passiert sind?<

    Wenn wir die 3 «Grundpfeiler politischer Gewalt» und ihre Auswirkungen zugrunde legen, also Legislative, Judikative und Exekutive, muss alles, was damit in Verbindung steht, respektive darauf zurück zu führen ist oder damit in Verbindung gebracht wird, politisch sein — womit im Grunde alles politisch sein kann, aber nicht muss. Grundlegend ist der jeweilige Autor, weiterführend seine Leser für eine diesbezügliche Definition der vorliegenden Schreibe verantwortlich. Alles in allem ist es im Grunde sehr klar erkennbar, ob ein Blog (oder was auch immer) politisch ist oder nicht.

  45. […] einem Artikel im F!XMBR Blog gibt es eine interessante Meinung von Don: “Warum Blogs in Deutschland nicht […]

  46. Oliver sagt:

    >Wenn das dein Verständnis von “politischen” Blogs ansatzweise umschreibt

    Nein das hat nicht mit Blogs zu tun, sondern dem Begriff Politik selbst und der Relevanz kulturhistorischer Aspekte und bei jenen ist der «normale» Mensch ebenso von Bedeutung. Der Blogsoftware selbst messe ich keine Bedeutung bei, außer das sich WordPress leidlich gut eignet ein wenig Zeit einzusparen beim Publizieren.

  47. Martina sagt:

    @Maria (#45):
    Deine Definition deckt sich ansatzweise mit der meinen, wobei ich mich hüte, die drei Grundpfeiler unserer Demokratie als Definitionsgrundlage zu nehmen, mir reicht es, wenn ich einen gesunden Menschenverstand hinter den Texten erkennen kann… 😉

    Womit für mich jetzt freilich unwiderruflich klar ist, dass die Feststellung des Mangels, es gäbe zuwenig _gute_ (wobei diese Wertung allein dem Leser überlassen bleibt!) politische Blogs, lediglich dazu dient, über entsprechende Widersprüche «etwas» Awareness in der Leserschaft (und darüber hinaus) zu generieren.

    So, und nun hoffe ich, dass ich endlich wieder Kopfrechnen kann… 😉

  48. […] Blogs in Deutschland nicht funktionieren — Artikel von Don Dahlmann, auf fixmbr und bei […]

  49. Maria v. Boisse sagt:

    Noch einen Kommentar zu der «geringen» Anzahl von politischen Blogs:

    Das Grundproblem sehe ich nicht so sehr in der Anzahl von Blogs, sondern in der (auch und vor allem bei so genannten linken Denk– und Arbeitsweisen) Tatsache der fehlenden Verlinkung oder Vernetzung — Indymedia ist da ein bisher herausragender Ansatz. Würde man z.B. auf einer moderativen Ebene (ähnlich Wikipedia) einen, ich nenne es mal Sammelblog mit verschiedenen politischen Themen schaffen, in dem jeder gewünschte Artikel eines Autors als temporäre Kopie vorgestellt wird und dann den Lesern eine Abstimmung darüber überlassen, welche der Artikel dauerhaft gespeichert werden sollen. So könnte eine «Zentrale» für politische Statements geschaffen werden, welche als Sammelstelle fungieren könnte. Die Kommentare und Diskussionen könnten auf den ursprünglichen Blogs laufen und als Trackback unter den ausgewählten Artikeln erscheinen. Technisch keine Hürde. Es bedürfte dazu jedoch einer Anzahl von «Schreiberlingen» denen politische Meinungsvielfalt mehr am Herzen liegt als die Klickrate in der eigenen Statistik. Es ist immer ein Problem der Zusammenarbeit. Dies als Denkanstoß. Sollten sich da Interessenüberschneidungen ergeben, bin ich gern dabei.

  50. Oliver sagt:

    >Indymedia ist da ein bisher herausragender Ansatz

    Ja wir sollten dann doch bei dem einigermaßen realistischen Ansatz bleiben, sprich jenen mit wenigstens einem Hauch von Bodenhaftung. Indymedia hat bisher alles gezeigt, nur nicht immer Wahrheitsliebe.

    >Würde man z.B. auf einer moderativen Ebene (ähnlich Wikipedia) einen, ich nenne es mal Sammelblog mit verschiedenen politischen Themen schaffen, in dem jeder gewünschte Artikel eines Autors als temporäre Kopie vorgestellt wird und dann den Lesern eine Abstimmung darüber überlassen, welche der Artikel dauerhaft gespeichert werden sollen.

    O Wunder, es existiert gar eine solche Sammelstelle für die tagtäglichen Angriffe auf des Bürgers Privatssphäre, der Entdemokratisierung dieses Landes etc. (metaowl) und die Ressonanz? Nicht gleich Null, aber auch nicht weltbewegend.

    >Es ist immer ein Problem der Zusammenarbeit.

    Nein es ist ein Problem des Interesses, wie tief muß das Niveau sinken, damit man allgemein Gehör erlangt. Diverse Dinge lassen sich halt nicht auf Häppchengröße am Feierabend abstrahieren, ohne die Essenz zu verlieren.

    Die Information muß auch wahrgenommen werden und wenn man dafür erst einen Budenzauber inzinieren muß, nun das überlassen wir dann doch lieber der «prof. Politik» und der Legion eifriger Parteiblogger.

  51. Martina sagt:

    Maria,

    es gibt eine Vielzahl von «politischen» Blogs, die sich (leider) erst dann wieder untereinander verlinken, wenn der Wahlkampf aktiv wird.

    Aus SPD-Kreisen kenne ich nur wenige Blogger, die dauerhaft über ihre Probleme und die Politik schreiben. Gerade mit deinem Hinweis auf die mangelnde Verlinkung untereinander hast du vollkommen recht.

    Ich gehör(t)e zu den sog. «Social Blogs», also zu den Blogs, die sich mit sozialpolitischen Themen wie HartzIV, Bildung, Kinderarmut, Menschenrechte usw befassten. Irgendwann musste ich feststellen, dass meine Leserschaft sich allmählich nur noch aus den Menschen rekrutierten, die ihre Meinung in meinen Texten bestätigt sahen. Damit bewegte ich mich mit meinen Texten in einem eigenen «Sumpf», hatte kaum die Möglichkeit, über die gewohnte Leserschaft neue Leser zu gewinnen.

    Also beschloss ich, langsam meine Inhalte so umzustellen, dass für jeden etwas dabei ist, um so zu hoffen, den einen oder anderen «unpolitischen» Leser über gewisse Vorgänge zu informieren.

    Daraus resultierte aber auch meine Entscheidung, Google-Treffer als etwas positives zu werten, da ich in den Logauswertungen feststellte, dass viele Google-Folger auch weiterlasen.

    Im Hintergrund erhielt ich natürlich auch einige E-Mails zu meinen Texten bzw. führte im Off einige «Verständnisdiskussionen» mit Lesern, die ich persönlich kenne. Von ihnen erfuhr ich, dass sie von den «nur» politischen Texten irgendwann an einen Punkt der Langeweile getrieben wurden, sie Abwechslung suchten. Und eben deshalb bezeichne ich mich als politischen Blog, aber als einen eher «verkappten».

    😉

  52. Maria v. Boisse sagt:

    Kleine Kritik am Rande:

    Das Erste und meist auch Letzte was ich immer wieder beim Thema «Miteinander» zu hören bekomme, sind Berichte von den diversesten Tiefschlägen einzelner Versuche, deren Essenz zwar die Anerkennung der Nötigkeit eines solchen Miteinander ist, aber darüber hinaus alle erdenklichen Argumentationsregister gezogen werden, um gleichzeitig zu beweisen, dass das unmöglich ist weil …

    Ach ja … Bodenhaftung ist nur dann ein angemessener Anspruch, wenn man es als Pendant zum Fliegen erkennt. Es hat nichts mit «am Boden kleben» zu tun.

  53. […] Der SPIEGEL hat panische Angst, panische Angst vor Bloggern. Und das nicht zu Unrecht. Auf den größeren, insbesondere wenigen politischen Blogs, gilt das Magazin aus der wunderschönen Hansestadt Hamburg nur noch als neoliberale Kampfzentrale Deutschlands. […]

  54. […] (– Ja: Wie oft wollen die das eigentlich noch “diskutieren”?) […]

  55. kero sagt:

    Klar koennen Blogs in ger nicht funktionieren, weil deutsche einfach zu viel schreiben. Wer hat schon die Lust und Zeit sich 242 Seiten am Rechner durchzulesen ;-). Da Blogs eh unglaublich egal sind, kann man sich doch auch kurz fassen.

  56. […] selbst F!XMBR sollen mal wieder für den auch literarisch wertvollen Beitrag mit Schluss-Akkord »Warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren« (man beachte: noch ohne […]

  57. […] Warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren. Fixmbr […]

  58. […] F!XMBR: Warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren Und ob tatsächlich einmal ein Politiker in Deutschland wegen einer Blog-Enthüllung seinen Hut […]

  59. […] Blogs in Deutschland aus seiner Sicht (noch) nicht funktionieren. Von diesem Artikel motiviert, teilte Chris von F!XMBR seiner Leserschaft mit, warum aus seiner Sicht Blogs in Deutschland nicht funktionieren. Und weil das alles noch nicht […]

  60. […] Blogwelt losgetreten wurde. Wird sicher einigen Zündstoff geben. Mal abwarten, wie sich diese Diskussion […]

  61. […] in heller Aufregung, ärgert sich übers Nachtreten oder schlechte Wortspiele. Da werden aber auch Artikel veröffentlicht, die weit mehr recherchierte Tiefe und Sachkenntnis aufweisen als der von drei(!) […]

  62. […] nicht oft genug betont werden, da das in Deutschland nicht der Fall ist. Warum das so ist, wird hier von Chris zumindest mal […]

  63. […] DasThema: Wieso deutsche Blogs nicht funktionieren zog sich arg dehnend durch die Kaenale meines portablen Readers. Und zog ebenfalls wie ein kleines […]

  64. […] Mein Artikel bezog sich nicht auf den SPIEGEL-Rant. Nachdem ich diesen Artikel bei Don Dahlmann gelesen habe, […]

  65. […] Vorspiel mit Blick auf ein unmittelbar vorangegangenes Debattentheater : Warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren , 18. 7. — Eine Replik auf des Don Dahlmanns ( seines Zeichens WELT– Blogger , Ex– Edelfeder des […]

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