Von einem Versucht mit einer rechten Hetzseite in Diskussion zu treten

Bastian Engelke verfasst vor 4 Tagen einen Artikel bei Telepolis über die Diskussion westlicher Intellektuelle über den Umgang mit islamistischen Migranten. In seinem Artikel erwähnte er auch mehrfach das Weblog Politically Incorrect — und outete es als das, was es ist: Ein rechtes Hetzblog besonderer Güte. Schon Stefan hat sich in die Niederungen des Blogs Mitte letzten Jahres begeben — einfach nur schlimm.

Bastian zitiert das rechte Hetzblog z. B. mit den Worten:

Warum kümmert sich die Bundesrepublik eigentlich um diese Bazille? (…) Und der Michel zahlt das ganze Schauspiel und wahrscheinlich die Stütze bis zum Lebensende des Herrn K.» «Ich würde sogar so weit gehen, ihn als Parasit zu bezeichnen. Liege ich da etwa falsch? Bin ich jetzt ein Rassist? Nur weil ich mich darüber ärgere, solchen Abschaum auch noch durchfüttern zu müssen?»

Bastian kommt zu den Schluß, dass das rechte Hetzblog eine Strömung des Zeitgeists aufgreift und radikalisiert, die vom Mainstream gar nicht so weit entfernt ist. Die Verbindungen von Politically Incorrect indes, sind auch interessant zu verfolgen — über Henryk M. Broder ist der Weg nicht weit zu Lizas Welt und zu diversen Blogs, die sich das Attribut links auf die Fahne geschrieben haben — man korrumpiert 24 Stunden am Tag die Ideale, für die man vorgibt zu kämpfen. Unbelievable.

Der Artikel Bastian Engelkes ist sehr interessant zu lesen, und doch macht er Angst. Der Rechtsradikalismus, der Antisemitismus ist mittlerweile in unsere Gesellschaft fest verankert. Selbst vermeintlich Linke bedienen sich der Methoden dieser Holzköpfe, zeigen selbst ihre Verbohrtheit um es positiv auszudrücken und um nicht anzumerken, dass auch bei diesen Blogs faschistische Sprachausfälle zu finden sind. Erschreckend und doch — schreibe zumindest ich nicht das erste Mal über diese Vollpfosten. Heute dann hat Bastian Engelke auch wieder geschrieben — natürlich hat sein Artikel Reaktionen hervorgerufen.

Hass, Gewalt, Intoleranz sind die Worte, die dem Leser sofort in die Augen springen. Auf Politically Incorrect erschien der Versuch einer Replik, Versuch deshalb, weil sie sich in keinster Weise mit den Argumenten von Bastian Engelke auseinandersetzte. Bastian berichtet weiter davon, dass Telepolis zum Schweigen gebracht werden sollten, anstelle sich inhaltlich miteinander auseinanderzusetzen, sollte Heise boykottiert werden. Auch nett — trotz der Ernsthaftigkeit des Themas belustigt diese Aussage dann doch.

Mittig des Artikels verliert sich Bastian Engelke leider teilweise in Rechtfertigungen, dabei hat er das gar nicht nötig. Er wurde beleidigt, bedroht, antisemitische Äusserungen wohin das Auge blickt — aber eben nicht von ihm, der nur in eine Diskussion einsteigen wollte. Man warf dem Autor sogar vor, Jürgen Cain Kübel zu sein, der mit diversen Herrschaften auch schon seine Erfahrungen gemacht hat — und wieder treffen wir auf bekannte Namen. Manche Verbindungen sind sehr, sehr interessant zu beobachten.

Wenn ich mich hier mal mit Jo ein wenig zoffe, dann ist das pille-palle — der rechte Dreck, der rechte Sumpf da draußen ist viel schlimmer, und warum da die Behörden noch nicht tätig geworden sind, das mag man nur vermuten. Meine Vermutung: Rechts ist in unserem Land wieder gesellschaftsfähig — unter gewissen Voraussetzungen behaupte ich sogar, mehrheitsfähig. Mir ist schlecht.

Telepolis — Von der aufgeklärten Intoleranz zum pauschalen Hass

Telepolis — Argumentation, Schlammschlacht, Gewalt

Jürgen Cain Külbel — STRAFANZEIGE GEGEN UNBEKANNT

Jürgen Cain Külbel — ERGÄNZUNG ZUR STRAFANZEIGE GEGEN UNBEKANNT vom 15. 12. 2006

Stefan — Hass (update)

Stefan — Politically Incorrect

2 Antworten zu “Von einem Versucht mit einer rechten Hetzseite in Diskussion zu treten”

  1. asynchron sagt:

    Rechts ist in unserem Land wieder gesellschaftsfähig

    nicht «wieder». leider.
    mglw. wird es medienfähiger als es zwischendurch war, an der gesellschaftsfähigkeit hat sich aber kaum je was geändert

  2. JumpingJakk sagt:

    über derartige Entwicklungen unterhalte ich mich recht häufig mit meinem Kollegen, und wir sind beide zu der Ansicht gelangt, das wenn nicht hier und jetzt von jedem einzelnen gegengesteuert wird, die daraus resultierenden Konsequenzen sollten jedem mit gesundem Menschenverstand klar sein — leider.
    Ich war bis dato der Ansicht das ein «grober» Fehltritt in der Geschichte eines Landes reichen sollte das sich so etwas nicht wiederholt.
    Und wenn die derzeitige Entwicklung in dieser Richtung weitergeht sehe ich Schwarz (oder man sollte besser Braun sagen)

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