Von der re:publica 07 zum Abitur 97 und zurück

Wirtschaftsabitur
(Klick aufs Bild für größere Darstellung.)

Ach, was waren das damals für Zeiten, 4 Jahre WGO1 (inkl. Ehrenrunde in der 12) — der Billardsalon nebenan war einfach zu verführerisch — Fehlstunden waren die Folge. Ich war damals mit der Älteste in unserer Jahrgangsstufe — Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach der Ausbildung zum Industriekaufmann. Ja genau, BWL und Konsorten. 😉 Alt war ich damals schon, wie geschrieben, aber weise? Mitnichten — auch das Wort weise mag ich nicht wirklich: eher unangepasst, hinterfragend. Und nachdem ich dann die falsche Entscheidung getroffen hatte, Mathematik zu meinem Leistungskurs zu machen, musste manchmal als Ausrede die Frage herhalten, wofür ist dieser abstrakte Kram eigentlich notwendig — den braucht kein Mensch jemals wieder in seinem Leben . Ich sollte bis heute recht behalten… 😉

Dementsprechend fiel das Abitur aus. 0 Punkte [sic!] schriftlich — Name aufs Papier, ab nach Hause, für den zweiten Leistungskurs, Betriebswirtschaftslehre, lernen. 2 Punkte mündlich, die man mir wohl mit Augenzwinkern so gerade noch geben konnte, 1 Punkt insgesamt, mit BWL das ganze ausgeglichen und ich hatte mein Abitur in der Tasche. Schon damals bin ich meinen eigenen Weg gegangen. Während andere vielleicht einen Punkt mehr in Mathe geschafft haben, ohne mündliche Nachprüfung, dafür aber nächtelang gepaukt haben, und somit den zweiten Leistungskurs vernachlässigt haben, und heute ohne Abitur darstehen.

Warum ich das gerade alles schreibe? Nun, ich wurde heute an unsere Abi-Zeitung (s. o.) erinnert. Wir hatten uns damals echt Mühe gegeben, auch ich steuerte ein Gedicht, zwei Texte bei — schon damals war es sehr fein, die unterschiedlichen Reaktionen zu beobachten. Heute ist es eine sehr nette Erinnerung, nicht mehr, über die Qualität mag man gar nicht nachdenken. Die Cover-Auswahl gefällt mir aber noch heute, es würde mit Sicherheit auch auf manchen Blogger passen, ein Editorial von den beiden Chefredakteuren2 und auf Seite 3 folgte gleich die Werbung: Gas, Wasser, Scheiße, das örtliche Sanitätshaus hatte tatsächlich eine Anzeige geschaltet — somit konnten wir einen Teil der Druckkosten auffangen.

Cartoons, selbtgezeichnet, und natürlich der Part, der in keiner Schülerzeitung fehlen durfte, die Zitate des Jahres waren auch vertreten. Und wenn ich mir die Fotos im Abspann so anschaue — damals hatte ich noch mehr Haare, aber den gleichen verschlagenen Blick. *fg*

Warum ich immer noch in Erinnerungen schwelge und immer noch nicht zum Punkt gekommen bin, keine Ahnung — muss daran liegen, dass das, worauf ich hinweisen möchte, Ähnlichkeiten einer Schülerzeitung hat, für mich unbedeutend, für manchen Blogger, der dabei war, aber vielleicht eine nette Erinnerung. Spreeblick hat zur re:publica ein Begleitheft herausgebracht: Print ist tot. Die 1000 gedruckten Hefte waren wohl schnell vergriffen, aber wie das im Netz so ist, mittlerweile gibt es eine PDF-Version zum Download. Zum Inhalt habe ich oben schon etwas geschrieben: Nettes Cover, Editorial, Werbung, Zitate, Fotos und einige Berichte, rund um die re:publica, die schon mehrfach rumgereicht wurden. Für die Teilnehmer vielleicht nett, ansonsten sagen wir mal nichts dazu, doch halt, an alte Jamba-Zeiten fühlte ich mich erinnert, als ich diese Worte von Johnny gelesen habe:

Print ist tot. Steht ja überall, oft sogar gedruckt. Und da dachten wir uns, machen wir doch schnell mal Print! Bevor es ganz verschwunden ist.

Danke dafür. Das Highlight der Schülerzeitung des re:publica-Begleitheftes gleich in den ersten 3 Sätzen, perfekt sozusagen. 😉

CongressRadio — Spreeblick-Sonderheft zur re:publica 2007

Spreeblick — 1000 Stück, 16 Seiten

Print ist tot

Ach, und bevor ich es vergesse. Dass Ihr auch dort Werbung für adical macht, geschenkt, aber:

[…] und vermarkten Textanzeigen, Bannerkampagnen, kommentierbare Werbung sowie als Werbung gekennzeichnete RSS-Feeds.

Ähm, Ihr wollt auch an die RSS-Feeds ran? Freunde der Sonne, das wird ein Spaß. Überlegt sehr vorsichtig und verdammt gut, welche Bastion Ihr da angreift… 😉

  1. Wirtschaftsgymnasium Osnabrück []
  2. und ohne scheiß, schon damals folgte nach Veröffentlichung von einem Schüler, der sich angegriffen fühlte eine Abmahnung, die beiden hatten die Kostennote in Höhe von 1.032,74 DM zu zahlen []

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3 Antworten zu “Von der re:publica 07 zum Abitur 97 und zurück”

  1. Julius H. sagt:

    Glückwunsch zum 10jährigen!

  2. Danke. Sehr schön geschrieben. Hat mich sehr zum Schmunzeln gebracht. Und nicht nur das…

  3. Prospero sagt:

    Genau — macht mehr Printfanzines! Wozu gibts Lulu.com? *g*
    Ad Astra

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