Vom Respekt vor dem Konsumenten

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Foto: F!XMBR

Frank Schirrmacher hat heute in der FAS einen weiteren Beitrag zur Urheberrechtsdebatte geleistet: Schluss mit dem Hass. Seit beinahe 20 Jahren bin ich nun schon online, das erste Jahrzehnt fast ausschließlich auf Foren, in denen es Bereiche gab, in denen man alles finden konnte, was das Herz begehrt: Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Musik,Videos und TV-Serien. Und natürlich habe ich das eine oder andere Angebot angenommen. Ich erinnere mich an das erste große heruntergeladene Programm: 200 Files mit einer Größe á 1,44 MB, damit es auf Diskette passte. Heute habe ich hier mehrere Versionen dieses Programms als Original im Regal stehen.

Ich habe Glück gehabt: Wenn auch F!XMBR mir bisher vier anwaltliche Streitigkeiten beschert hat, so bin ich in meiner Vergangenheit niemals wegen Filesharings abgemahnt worden. Ich könnte aber sofort mehrere Namen aufzählen, bei denen es passiert ist. Es gab Zeiten, da ging ich wöchentlich ins Kino, wenn ich meine DVD-Sammlung verkaufen würde, wären das wahrscheinlich drei, vier oder mehr Hamburger Monatsmieten. Ich bin wahrscheinlich das, was man einen guten Kunden nennt.

Lange habe ich mich gegen ein Smartphone gewehrt, Ende letzten Jahres habe ich mich dem Unterwegs-online-sein nicht mehr verschlossen. Und wieder stand ich wie schon so oft in den letzten 20 Jahren vor einem Problem: Im Google Play Store ist es derzeit nur möglich, per Telekom-, bzw. Vodafone-Telefonrechnung zu bezahlen oder per Kreditkarte. Als ich nach langer Zeit mal wieder das eine oder andere Forum aufgesucht habe, wunderte es mich nicht, dort mittlerweile auch eine gut ausgebaute Android-Sektion zu finden.

Ich habe mit mittlerweile eine Kreditkarte zugelegt, aber es kann durchaus passieren, dass ich die eine oder andere App vorher länger teste, bevor ich sie kaufe. Und ich bezahle in aller Regelmäßigkeit die Apps, die ich nutze, für mich eine Form des Respekts — und ich möchte den oftmals kleinen Entwicklerstudios einen kleinen Obolus zukommen lassen. Warum aber an mancher Stelle ein längerer Test? Google bietet die Möglichkeit, eine App bei Nichtgefallen wieder «zurückzugeben». Allerdings ist diese Zeit auf lächerliche 15 Minuten begrenzt. Innerhalb von 15 Minuten lassen sich die meisten Apps nicht ausgiebig testen. Bei jedem neuen Angebot für uns Konsumenten werden immer und immer wieder die gleichen Fehler gemacht. Es gibt heute, im Jahr 2012, weltweit nicht ein einziges legales Angebot, welches mich als Kunden zufriedenstellt.

Frank Schirrmacher verweist auf Constanze Kurz, die davon berichtet, dass die Abmahnindustrie mittlerweile ein eigenes Geschäftsfeld ist. Doch nicht nur, wenn es finanzielle Folgen hat: Ich möchte als zahlender Kunde nicht als Krimineller behandelt und beschimpft werden. Die Contentindustrie hat die Politik dahin gebracht, dass Filesharing mit bis zu 5 Jahren Freiheitsentzug geahndet werden kann, man denke an die unsägliche Kampagne «Raubkopierer sind Verbrecher». Fast jede neue DVD, die ich einlege, beinhaltet einen Spot, den ich nicht überspringen kann, und der mich davor warnt, eben diese DVD zu kopieren. Selbst als legaler Kunde werde ich als Illegaler angeschrien.

Obwohl ich wie so viele andere Menschen sehr guter Kunde bin, werde ich wie ein Verbrecher behandelt. Man muss das einmal auf das reale Leben übertragen: Man stelle sich vor, meine Freundin würde mich vor und während jedem Austausch von Zärtlichkeiten warnen, dies nicht mit einer anderen Frau zu tun. Und das täglich. Wie lange würde diese Beziehung halten? Die Contentindustrie behandelt mich nun schon seit zwei Jahrzehnten wie einen Schwerverbrecher. Nicht wir, die Konsumenten, haben diese Beziehung einseitig aufgekündigt, wir werden täglich mit Misstrauen bedacht, beschimpft, kriminalisiert.

Ich glaube, dass jeder Kreative, jeder Künstler, jeder Musiker und Autor das gute Recht hat, bezahlt zu werden, seinen Lebensunterhalt mit Kunst zu verdienen. Unsere Welt besteht ohnehin aus zu wenig Kunst — wir leben in Zeiten, in denen Bücherhallen allen Ortes geschlossen werden, gleichzeitig «mehr Bildung» von der Politik propagiert wird.

Wir leben gleichzeitig in einer Welt, in der wir gezwungen sind, um unsere Bürger– und Freiheitsrechte zu kämpfen. Ich möchte nicht auch noch an der Urheberrechtsfront an dieser Stelle kämpfen möchten. Die Folgen der aktuellen Kampagnen im Handelsblatt und der Zeit sind leicht umschrieben. Jedes Byte und jedes Bit, welches wir verschicken und empfangen, sei es per Mail, Chat, im Browser oder Filesharing-Client, soll zukünftig überwacht und kontrolliert werden. In so einer Welt möchte ich nicht leben.

Selbstverständlich gibt es auch auf Konsumentenebene Extreme. Auch das gilt es zu verurteilen. Doch gilt es auch an diesem Punkt, zu differenzieren. Die Verluste, die jährlich von der Contentindustrie veröffentlicht werden, sind keine realen Verluste. Kein Filesharer, der sich täglich die Festplatte füllt, würde die gesammelten Werke auch bezahlen. Es geht oftmals «nur» um das Jagen und Sammeln. Das kann man Verurteilen, die veröffentlichten Verlustrechnungen sind aber pure Propaganda. Und es sei angemerkt, dass Filesharer die größten Kunden sind. Kreative, Musiker, Autoren, Filmschaffende leben auch von Filesharern, ihrer kostenlosen Werbung für das Produkt. Der Kreislauf auf einem Forum ging früher wie folgt: Ein vielleicht neuer Kinofilm wurde per Cam abgefilmt, geteilt — gleichzeitig wurde eine meist positive Rezension veröffentlicht und viele Menschen nahmen das zum Anlass, ins Kino zu gehen. Eine typische Win-Win-Situation.

Wir leben in einem Kreislauf, im digitalen Zeitalter, in dem Jeder von Jedem profitiert. Frank Schirrmacher hat Recht, wenn er darum bittet, mit dem Hass Schluss zu machen. Dafür benötigt es gegenseitigen Respekt. Mir scheint, als sei jeglicher Respekt der Contentindustrie vor dem Konsumenten verloren gegangen. Der Kunde wird als Feind angesehen, nicht als Freund. Es gibt keine legalen Angebote, die wirklich zufrieden stellen und ohne Wenn und Aber akzeptiert werden können.

Mit den Kampagnen des Handelsblattes und der Zeit ist eine neue Eskalationsstufe gezündet worden. Die Kriegserklärung der Contentindustrie ist schon vor Jahren erfolgt. Es scheint, als würde man sich zur letzten Schlacht rüsten — Kollateralschäden inklusive. Wenn ich nicht selber Urheber wäre, wenn ich es nicht genießen würde, ein Buch in Händen zu halten, eine DVD mit ihren Extras zu genießen, könnte es mir egal sein.

Ich finde nicht den Kreativen. Seine Werke finden mich. Auf legalem oder auch illegalem Weg. Aus Respekt würde ich immer den legalen Weg gehen und meine Geldbörse öffnen. Es ist an den Kreativen, diesen Respekt zu erwidern und Möglichkeiten zu schaffen, dass der legale Weg als genauso selbstverständlich angenommen wird, wie es bei vielen Nutzern beim illegalen Weg der Fall ist. Kriegserklärungen, Eskalationen helfen da nicht weiter. Im Gegenteil. Es ist eine einfache Rechnung: Ich kann damit leben, wie es in den letzten zwei Jahrzehnten gelaufen ist — auch wenn es mir an vielen Stellen nicht gefallen hat.

Können es die Kreativen auch?

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12 Antworten zu “Vom Respekt vor dem Konsumenten”

  1. Thaniell sagt:

    Kleine Anmerkung am Rande, es gibt immer mehr schöne Beispiele dafür dass die «aber ohne Urheberrecht können wir doch nix verdienen» Propaganda völlig ins Leere läuft.

    Zwei schöne aktuelle Beispiele sind CK Louis
    http://techcrunch.com/201.….10/sabo/
    http://money.cnn.com/2011.….ndex.htm
    und Kickstarter generell, hier nen Beispiel das für alte Spielhasen evtl. interessant ist:
    http://www.iwcp.co.uk/new.….342.aspx
    http://www.kickstarter.co.….arnation
    http://www.kickstarter.co.….dventure
    und was Innovationen und Erfindertum angeht, es scheint die übernehmen auch gleich den Job den das Patentrecht eigentlich machen sollte, nämlich die kleinen Erfinder fürstlich entlohnen:
    http://www.kickstarter.co.….-android

    Hoffe du betrachtest das nicht als Linkspam, aber ich hatte hier noch nichts davon erwähnt gefunden (ich mag es übersehen haben falls doch dann sorry) und ich finde das sind in der Diskussion schöne kleine Denkanstöße in welche Richtung das alles zumindest zum Teil gehen könnte, wenn man mal seinen Horizont etwas erweitert…

  2. Thaniell sagt:

    Oh und eine schöne Nebensächlichkeit fällt mir dabei auch gerade wieder auf. Bei etlichen PC-Spiel-Projekten auf Kickstarter ist die Story erstmal «wir, das ursprüngliche Entwicklerteam, mussten uns erstmal die Rechte an der Marke/Franchise etc. zurückkaufen, weil die automatisch an den Publisher/Mutterfirma etc. gingen«
    Das war bei dem oben verlinkten Carmageddon Projekt so, bei dem ebenfalls recht populären Shadowrunprojekt hier (in hübsch krasser Rechte-wandern-fröhlich-rund-manier):
    http://www.kickstarter.co.….-returns
    und die gleiche Aussage ist mir noch bei einigen anderen begegnet (die genannten nur mal als beispielhafte Belege dass ich mir das nicht zusammenfantasiere). Soviel dazu, dass Vermarktungsrechte den kleinen kreativen helfen in der derzeitigen industriellen Wirklichkeit… … so Zeit zum schlafen^^

  3. Christian sagt:

    Wir ehrlichen Leute die DVDs kaufen bekommen nervige Spots und Warnhinweise geboten, teilweise Trailer die man spätestens beim 2. Mal schauen nicht sehen will die nciht zu überspringen sind … und das Beste daran ist:
    Die Raubkopierversion ist komplett davon befreit.
    Von Region-Codes red ich besser gar nicht erst, sonst kommt mir die Galle hoch …

  4. Hackwar sagt:

    Zwei Anmerkungen von meiner Seite:

    1. Ich gehe inzwischen nur noch sehr selten ins Kino. Ich war nun letztens in «The Avengers», erfreulicherweise OmU (ich will gar nicht wissen, wie das durch die Synchro verhunzt wurde…), und bin quasi aus den Latschen gekippt, als ich an der Kasse bezahlen durfte. Ich selber habe kein Interesse an 3D, muss dies aber in diesem Fall mitbezahlen, denn in unserem Kino gibts das nicht in 2D. Also Zahle ich zu den 7,70 Euro schon direkt einmal 2,50 Euro 3D Zuschlag dazu. Dann kommen noch einmal 2 Euro Überlängen-Zuschlag dazu. Und dann darf ich noch 1,50 Euro Leihgebühr zahlen. In der Summe macht das dann mal eben 13,70 Euro für meine einzelne Karte. Wir waren zu viert, also haben wir mal eben 54,80 Euro gezahlt und das für eine halbe Stunde Werbung und dann 2:20 Stunden Unterhaltung. Solche Preise motivieren mich nicht, häufiger ins Kino zu gehen. Da investiere ich lieber direkt in die DVD und verpasse den Film dann halt im Kino.

    2. Ich bin Fan von einigen US-Serien (Two and a half men, How I met your mother, Simpsons) und würde diese gerne sehen, sobald sie in den USA im TV laufen und das bitte im Originalton. Das ist bekannterweise nicht möglich. Also muss ich mir die Folgen (illegal) aus dem Netz ziehen. Wieso bietet die Content-Industrie hier kein ordentliches Angebot an? Und bitte ohne DRM, sonst spar ich mir das auch gleich wieder. Ich erzähle immer wieder gerne von meinem idealen Angebot: Sobald die Folgen in den USA laufen, kann ich mir diese für 1 Euro pro Stück herunterladen. Bei einer Staffel von 24 Folgen fliessen so bereits 24 Euro von mir in die Tasche der Produzenten. Nach dem Ende der Staffel bietet mir der Anbieter dann noch die Möglichkeit, das ganze als DVD mit Synchronisation und evtl. Extras für 10 Euro zu kaufen. Somit haben die Jungs an mir 34 Euro verdient, statt den 15–18 Euro, die ich sonst bereit bin, für eine Staffel auszugeben, ich habe die Folgen zeitnah und legal bezogen und habe dazu noch eine schöne Box fürs Regal.

  5. Thaniell sagt:

    @hackwar: Avengers gibt’s glaube ich nur in 3D, mag mich täuschen, hab ich aber imho so gelesen. Find ich auch etwas schräg; gibt ja auch Leute die 3D-blind sind etc. Als (optionale) Aufwertung des Kinoerlebnisses find ich das ja vollkommen okay, aber dann sollten sie die «normale» Version als Alternative anbieten… oder endlich direkt ins Wohnzimmer als Alternative vermarkten.

    Dafür muss ich sagen, die Synchro kommt ausreichend gut rüber, freu mich zwar den auch mal im Oton zu schauen, aber im Grunde stieß mir an der Synchro mal kein Diletantismus auf, Sprachwitz der sich einfach nicht übersezten lässt gibt es natürlich immer mal, aber dann haben sie das im Schnitt gut überspielt…

  6. Käptn Blaumeise sagt:

    Das hier beschreibt das Dilemma sehr treffend:

    http://macfidelity.de/blo.….evil.jpg

  7. Thaniell sagt:

    Das mit dem «nur 3D» nehm ich direkt korrigierend zurück. Zumindest international gibt’s wohl schon eine 2D Variante, aber es scheint in Deutschland mindestens wird die Popularität stark genutzt um 3D Preise einzutreiben…

  8. Finmike sagt:

    «Ich glaube, dass jeder Kreative, jeder Künstler, jeder Musiker und Autor das gute Recht hat, bezahlt zu werden, seinen Lebensunterhalt mit Kunst zu verdienen.«
    – Nun, mit religiösen Bekenntnissen ist das so eine Sache. Wer darf sich denn Ihrer Ansicht nach alles als Kreativer, Musiker, Künstler oder Autor bezeichnen? Sollte man dabei nicht auch den Nebensatz einfügen «wenn sein Werk entsprechend geschätzt wird» oder etwas in dem Sinn?

  9. Frank sagt:

    @Hackwar: Auf iTunes kannst du mittlerweile Serien im o-Ton und am selben Tag oder einen Tag nach Ausstrahlung bekommen. Die Preise legen die jeweiligen Studios fest, die Staffelpässe sind aber meist ok preislich… Nur mal so zum Thema Angebot.

    @Finmike: «Sollte man dabei nicht auch den Nebensatz einfügen «wenn sein Werk entsprechend geschätzt wird» oder etwas in dem Sinn?» — Worauf soll dieser Zusatz hinweisen? Ich wüsste nicht, dass es momentan so ist, dass ich mir bei Amazon eine Deftones-CD bestelle oder deren Download kaufe und ein anderer «Künstler» dafür Geld sieht. Von daher entscheide ich doch sehr genau selbst, wer mein Geld bekommt und wer nicht, oder? Wer einfach schlecht ist, in dem was er macht, bekommt also auch kein Geld von mir. Das sähe anders aus, wenn z.B. das bedingungslose Grundeinkommen oder eine Kulturflatrate für die finanzielle Versorgung Kunstschaffender sorgen sollte, wie das aus diversen Lagern des Öfteren vorgeschlagen wird. Denn wenn man das in dem Zusammenhang vermeiden wollte, bräuchte man dafür einen Überwachungsapparat, der niemandem recht sein kann!

    Bei öffentlich-rechtlichen Modellen, wie dem des ÖR-Rundfunks mag die Sache anders aussehen, sprich jeder GEZ-Zahler bezahlt auch Rosamunde Pilcher oder die Fussball-Übertragungen mit, ob er die sehen will oder nicht. Aber wenn man das ändern will, sollte man sich über die GEZ und die zeitgemäße Verankerung des ÖR im Gesetz unterhalten. Das ist ein anderer Schnack als der hier, denke ich.

  10. Falk sagt:

    «Wer einfach schlecht ist, in dem was er macht, bekommt also auch kein Geld von mir.»

    Wenn das nur so einfach wäre, die Realität sieht aber auch für wirklich gute Künstler auch vollkommen anders aus. Es bekommen die kein Geld, die nicht in der Lage sind, genügend auf sich aufmerksam zu machen. Und das dürfte den Großteil der Kunstschaffenden ausmachen.

    Oder macht sich Qualität daran fest, wie gut sich etwas verkauft? Wenn dem so wäre, dann wären ja bspw. die Media Control Charts ein Meer an qualitativ hochwertiger Kultur. Ich wage dies in Frage zu stellen.

  11. Tai Fei sagt:

    Um den Kunden geht es doch prinzipiell nicht. Nur was verkaufbar für ein Massenpublikum ist, ist auch meist recht einfach legal zu bekommen. Bei Nischenprodukten, die nur eine begrenzte Zahl von potenziellen Käufern haben, wird das schon extrem schwer. Eine vernüftige Lokalisation darf man da grundsätzlich nicht erwarten, Importe sind da praktisch Pflicht und benötigen einige Voraussetzungen, wie Vorhandensein einer CC, Codefree-Player, Zollamt in greifbarer Nähe usw.. Selbst dann ist eine Teilhabe nicht garantiert.
    Ich bin z.B. ein Fan von TVB-Serien. Legal zu kaufen gibt´s davon nur einen kleinen Teil, mit engl. Subs, so das ich was verstehe, noch weniger. Ich bin hier also praktisch gezwungen, auf einige freundliche Vietnamesen zurückzugreifen, die diese Serien mit engl. Subs auch zur Verfügung stellen.

  12. viosz sagt:

    Ein gutes Beispiel für Firmen, welche erfolgreich auf freiwillige Unterstützung setzen ist Grinding Gear Games, eine kleine neuseeländische Firma, welche um Spenden für ihr MMORPG Path of Exile (noch Closed Beta, nach Release kostenlos spielbar) gebeten und trotz der übermächtigen Konkurrenz durch Blizzard, deren Diablo3 ähnlich PoE ist, 200k$ eingenommen hat.
    Es macht Hoffnung, wenn ein nichtkommerzielles Projekt und in diesem Fall ein noch nicht fertiges Produkt von so vielen Leuten mit 10–1000$ unterstützt wird.

    Meine Meinung zum Grund für diesen Erfolg: Spieler wollen keinen Konzern, der ihnen eine restriktive Software verkauft, welche dann unabhängig von ihren Wünschen weiter entwickelt wird.

    Der Kontakt zwischen den Künstlern/Entwicklern und den Kosumenten ist bei GGG viel enger als es ein großer Konzern je realisieren könnte. Klar ist aber auch, dass die Entwickler mit dem Spiel nie reich werden, da die mit den Spenden erworbenen Punkte nicht für spielentscheidende Vorteile oder Gegenstände ausgegeben werden können.
    Ich hoffe, das Prinzip der Firma geht auf und es folgen noch viele Entwickler diesem Vorbild.


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