Vista sicher oder nicht?

Geht man nach den Sicherheitsexperten in Form von Symantec oder Kaspersky ist Microsoft nicht besonders offen zu ihnen, ergo beschwört man auch den Weltuntergang herbei. Andererseits muß man aber auch sagen, so unsicher ist Windows nicht — es gehören eben ein paar Hirnzellen mehr dazu als anderswo. Darüber hinaus finde es jedoch auch fahrlässig von diesen Experten die eigenen Lösungen in den Himmel zu loben, weiß man doch gerade bei PFW1 und Virenscanner2 , das die gebotene Sicherheit nur recht oberflächlicher Natur ist. Insbesondere Computerviren kann man gut mit biologischen Viren vergleichen3 , beide können nur bekämpft werden, wenn man sie kennt und weiß wie man sie bekämpfen muß und zu guter letzt zeichnen sich Viren durch Variationen aus, was die initiale Erkennung/Bekämpfung erheblich erschwert.


Bevor überhaupt der Virenscanner beispielsweise in Aktion treten muß, muß der Verstand ansetzen und etwaige Gefahren im System bändigen, sei es nun ein bestimme Applikation oder die Art und Weise wie überhaupt mit Software Dritter umgegangen wird. Dann kann der Virenscanner kommen und auch nicht in der überflüssigen online–Variante, sondern manuell aufgerufen — spart Resourcen und der Rechner ist ebenso sicher. Die Absurdität in puncto PFWs brauche ich wohl nicht weiter auszuführen.
Ein Opensource Betriebssystem bietet gegenüber Windows/Mac OS einfach schon einmal die bessere Basis, es ist offen, man arbeitet nicht primär gen monetären Prioritäten und die Welt hat quasi Einblick in dieses. Nichtsdestotrotz kann man auch ein Opensource Betriebssystem unsicher machen, selbst wenn die Basis stimmt — denn letztendlich entscheidet der Anwender und der nötige Grips läßt auch bei den unixoiden Systemen immer mehr zu wünschen übrig.
Das natürlich PR-Gefilde, die monetäre Gelüste befriedigen sollen nicht unbedingt mit Sicherheitsaspekten korrespondieren, dürfte wohl mehr als logisch sein. Allerdings kann man dieses Problem in puncto Sicherheit in Opensource-Gefilden auch geflissentlich durch Ego und Bequemlichkeit austauschen.

Die closed-source Systeme schneiden da schlechter ab, ganz klar — aber bei so manchen Einzelfällen kanns ganz anders ausschauen. Plötzlich ist das z.B. Windows sicherer als Linux, weil halt der User mehr Ahnung hat, sprich zwischen Einbildung und Realität klafft so manches mal eine gigantische Lücke.

Defective by design — oft in puncto DRM verwendet bezüglich Windows, das ist ein Spruch den sich so mancher Zeitgenosse gerne aufs Hemd drucken sollte oder direkt auf die Stirn — mitunter ist nur derart die Aussage wirklich verständlich. 100prozentige Sicherheit wird es nie geben, ein System kann besser geeignet sein — aber letztendlich zählt nur ein Punkt, Hochmut kommt vor dem Fall. D.h. wer glaubt sicher zu sein, ob eines vermeintlich sicheren Systems hat schon so gut wie verloren und gehört mit einer Horde Crackern, sowie einer Legion Viren bestraft.

Vista bietet womöglich einige bessere Ansätze als XP, Mac OS bietet vom Grunddesign her eine größere Sicherheit als Windows — jedoch fließen ob Couture und Bequemlichkeit auch wieder Lücken in der sicheren Basis ein, Linux/BSD bieten die größtmögliche Sicherheit in der Basis — sofern man sich an der Basis bzw. dem KISS-Prinzip orientiert, OpenBSD bildet gar krönend den Abschluß — KISS hat hier oberste Prioriät. Aber allen gemein ist, in der Basis unterscheiden sie sich, in der Praxis, sprich der Anwendung, können sie allesamt gleichermaßen unsicher sein. Denn letztendlich reißt der User die Lücken auf, durch unbedachte Installation irgendwelcher Anwendungen oder durch unsachgemäße Manipulation des Systems.
Man kann sich mit der richtigen Wahl des Systems einen sicheren Start verschaffen, in der alltäglichen Praxis entscheiden jedoch nicht die Systeme über die Sicherheit oder irgendwelche Software Dritter, sondern die massive Anwendung von Brain 1.0, sowie das Credo man lernt immer hinzu.

Mag er denn jetzt Windows? Nein mag er nicht, aber auch beim bashen sollte man das Hirn einschalten, sonst wird defective by design leicht zum Pferdefuß.

  1. ein gutes Beispiel unter vielen sieht man hier []
  2. was das z.B. mal dummes passieren kann sieht man hier, hier oder hier []
  3. natürlich nur recht oberflächlich []

4 Antworten zu “Vista sicher oder nicht?”

  1. Steffen sagt:

    Als ich den Titel gesehen habe, hab ich mir nur gedacht: Vista? Sicher nicht! 😉

    Aber die Frage, ob die Alternativen Betriebssysteme genauso löchrig sind, wie Windows lässt sich eben nur schwer beantworten. Windows ist viel weiter verbreitet und dementsprechend wird ja quasi provoziert, dass man mehr Sicherheitslücken *sucht*. Dass man auch so viele findet ist sicherlich was anderes…

    Und bei Linux, BSD oder sonstwo, wo der Quelltext frei verfügbar ist können Fehler andererseits auch wieder leichter gefunden werden…

    Und überhaupt sitzt wohl wie so oft die größte Sicherheitslücke zwischen Monitor und Sessel. :-/

  2. Oliver sagt:

    War auch mehr nur als Aufmacher gedacht für das eigentliche Problem. Gelegentliches bashen ist nicht schlecht :D, aber dieser Fanatismus einiger ohne irgendwelche Grundlagen, teils nur Aussagen Dritter, ist mir einfach zu dumm auf Dauer.

  3. Sammy sagt:

    Das Hinzulernen wird allerdings unter Windows am ehesten behindert.

  4. Oliver sagt:

    Mag sein — aber teils mit der Oberflächen-Manie so mancher Großraum-Distro kommts aufs gleiche raus.

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