Verschlüsselung tut Not

Nicht nur beim gemeinen Volk tut Verschlüsselung Not selbst beim profanen Email-Verkehr. Erst recht sollte dies Pflicht sein, wenn der Inhalt heikler Natur ist z.B. im folgenden Beispiel einer wiederholt aufgetretenen Bespitzelung durch den BND. Diese Praxis ist leider jedoch noch nicht usus, noch nicht einmal bei der Presse, welche doch recht oft mittels Informanten etc. arbeitet. Der BND hingegen ist schon recht geübt in derlei Maßnahmen, im Moment besteht der Vorteil auf der einen Seite einzig ob der Ignoranz auf der anderen Seite.

Die Reporterin habe über Mails in Kontakt mit afghanischen Politikern gestanden. Nach Angaben von Uhrlau sei die elektronische Post zwischen dem 7. Juni und dem 29. November mitgeschnitten worden.

SZ

Übrigens zeigt sich hier wiederum eines, ein Geheimdienst widerspricht jeglichen demokratischen oder gar freiheitlichen Prinzipien.

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11 Antworten zu “Verschlüsselung tut Not”

  1. MacMacken sagt:

    Zustimmung!

    Ebenfalls Not tut aber Software, die Verschlüsselung komfortabel und als Selbstverständlichkeit erscheinen lässt …

  2. Oliver sagt:

    Nun ja inzwischen sehe ich kaum mehr ein Problem beim Verständnis bzw. seit Jahr und Tag existierenden Anleitungen, sondern vielmehr ein Problem der Akzeptanz. Warum das ganze? Und wer derart denkt kann auch in diesem System hier irgendwann die Zeche bezahlen, darüber sollte man sich im klaren sein. Denn der Kolateralschaden der mit der Überwachung einhergeht ist unlängst an zahllosen Beispielen belegt. Darüber hinaus schadet es nicht zwischen den zwei bis drei Klicks auch ein wenig darüber nachzudenken wie das Prinzip funktioniert? Warum? Nun wenn man nur klickt und auf Automatismen hofft, wird man auch definitiv einer derjenigen sein der einen Fehler begeht und somit die Verschlüsselung ad absurdum führt.

  3. Martina sagt:

    Oliver, in den Unternehmen, in denen ich bislang gearbeitet hatte / habe, findet keine Verschlüsselung von E-Mails statt. Es gibt noch nicht mal eine entsprechende Direktive, die in irgendeiner Form definiert, wie mit vertraulichem digitalem Material umzugehen ist.

    So, und nun geh ich wieder rechnen… 😉

  4. ori sagt:

    Du hast recht. Aber in mir schwehlt die Angst das die Leute genau das sachen wie Bitlocker für Festplatten sich durchsetzen. Dann wird man den Leuten recht schwer verständlich machen müssen, das es unklug ist in sachen sicherheit auf ein proprietäres Produkt einer US Firma zu setzen. (Microsoft hat ja schon oft seinen «Kooperationswillen» bewiesen)

    Und ich glaub Thunderbird mit PGP dank enigmail -> einfacher gehts fast nicht.

  5. Juergen sagt:

    Sobald Verschlüsselung zu komfortabel wird, wird geschlampt. Dann werden Passphrasen (womöglich sogar im Klartext) gespeichert und Signaturen nicht ordentlich überprüft… und schon freut sich der Angreifer.
    Die Wichtigkeit Geheimnisse zu wahren muss sich in den Köpfen einbrennen. Dann klappts auch mit dem bisschen Mehraufwand des Verschlüsselns.

  6. Bernd sagt:

    Das größte Problem beim Email verschlüsseln ist, dass das Gros Emails 1. gar nicht so ernst nimmt und 2. keine Mail-Clients benutzt, mit denen man auf kompfortablem Wege Emails verschlüsseln könnte. Webmailer werden häufig benutzt und deren Betreiber ist es eigentlich auch schnuppe, ob Franz Mustermann seine Mails verschlüsseln kann oder nicht. Das 3. Problem ist, dass bei der ganzen Technik ein wenig Verständnis für das Problem und die dahinterstehende Technik verlangt wird, was der größte Fehler ist. Wäre das Angurten in einem Auto derart kompliziert, würde es keiner tun.

  7. Oliver sagt:

    >Wäre das Angurten in einem Auto derart kompliziert, würde es keiner tun.

    Eben und da die Folgen den wenigsten wirklich bewußt sind oder einhergehende Gefahren bei der Nutzung, schnallen sich auch heute viele nicht an oder begurten Kinder auf dem Beifahrersitz und sich der Gefahr für diese bewußt zu sein ob der Größe. Die Analogie paßt überall, auch der Umstand des fehlenden Verständnisses.

    >dass bei der ganzen Technik ein wenig Verständnis für das Problem und die dahinterstehende Technik verlangt wird, was der größte Fehler ist.

    Das genau ist das Problem, deswegen hatten wir auch in der Regel mit Mac-Nutzern im CIP Pool das Gros der Probleme über die Jahre. Man möchte nichts verstehen, was nicht einen Klick weit entfernt ist und was man mittels eines Klicks erledigen kann ist wiederum uninteressant. Der größte Trugschluß ist jedoch das Technik einfach ist oder einfacher wird zukünftig. Die Komplexität eines Computer wächst astronomisch an, das Betriebssystem wächst mit, ebenso die Gaukler die gewisse PR betreiben. Die Analogie zum Auto ist völlig verfehlt, denn a) mußte man den Umgang lernen und b) ist die Technik im Auto im Vergleich zu einem Computer mit OS vorsinflutlich. Last not least gibts noch der Vergleich mit dem Videorekorder, der Gott-sei-dank ausstirbt, denn so richtig bedienen konnten diesen die wenigsten. Und den Umstand mit Alkohol am Steuer braucht wohl auch nicht mehr erklärt zu werden, dennoch tut man es — wir sprechen also von Ignoranz, sprich Dummheit. Und diese Dummheit manifestiert sich oft nicht ob des fehlenden Verständnisses, sondern tatsächlich ob der Ignoranz. Geht es nicht nach dem Willen oder dem Credo einer oft gehört PR (damals mitte der 90er das unsäglich Think different beispielsweise), schaltet man auf taub. Ich habe bis dato schon mehr Windows-Nutzern diverse Dinge nahegelet als irgendeinem Mac-Nutzer, denn dort muß ich in der Regel gegen PR kämpfen. Für die Leute die die Rechner pflegen, nachdem die Ignoranten diese nutzten ist es jedoch der blanke Hohn. Da hilft mir auch nicht das Promille Techvolk, daß die Macs eventuell ebenso nutzt.

    Die Rangfolge:

    –Windows-Nutzern muß ich in der Regel nur einen groben Überblick geben
    –Linux-Nutzern langt meist die Sinnhaftigkeit des Warum
    –Mac-Nutzer blocken in der Regel ab, da ich das Techvolk eigentlich nur im Netz antreffe, die anderen weichen mir hier zumindest Gott-sei-dank aus

  8. Bernd sagt:

    Der größte Trugschluß ist jedoch das Technik einfach ist oder einfacher wird zukünftig. Die Komplexität eines Computer wächst astronomisch an, das Betriebssystem wächst mit, ebenso die Gaukler die gewisse PR betreiben.

    Genau das. Deshalb empfehle ich Menschen, die absolut keine Lust haben, sich ein wenig dafür zu interessieren oder sich mit dem Thema auseinander zu setzten, heikle Emails erst gar nicht zu schreiben. Die gesamte Computer-Technik ist heute immer noch nicht genügend ausgereift, um sie sicher und einfach («mit einem Hauch von Ahnung») im Alltag zu nutzen. Wer es gerne einfach und sicher hat, der geht hoffentlich schnell zurück zu den guten alten Geräten, Schreibmaschine, Stift und Papier, Videoschnittgerät, Kopierer, Spielkonsole und Hifi-Anlage und das meine ich nicht herablassend. Man ist nicht doof, wenn man auf den gemeinen Computer verzichtet — im Gegenteil!

    Zu den Macusern:
    Die gründe warum der gemeine Macuser einen Mac kauft, ist dass er es einfach haben will — «Hightech verpackt in Lowtech» — so sieht er das wahrscheinlich. Wenn man jetzt an diesen User herantritt und eine Sache «verkomplizieren» will, dann blockt dieser ab, was ganz verständlich ist, denn sonst hätte er sich ja keinen Mac gekauft, wo alles — laut PR — so einfach ist.
    Wie schon gesagt, es ist besser Menschen von der Benutzung einer unsicheren Lösung abzuraten, als sie dazu zu drängen etwas zu verstehen — das würde man nicht mal mit dem «Sendung mit der Maus»-Niveau schaffen 😀

  9. Juergen sagt:

    Wer es gerne einfach und sicher hat, der geht hoffentlich schnell zurück zu den guten alten Geräten, Schreibmaschine, Stift und Papier, Videoschnittgerät, Kopierer, Spielkonsole und Hifi-Anlage und das meine ich nicht herablassend. Man ist nicht doof, wenn man auf den gemeinen Computer verzichtet — im Gegenteil!

    Ja man kann auch auf Malle eine Strandbar eröffnen und braucht nichtmal mehr ein Videoschnittgerät. 😉
    Ein (international agierendes) Unternehmen kann sich diese Rückbesinnung aber nicht leisten, wenn es denn wettbewerbsfähig bleiben will. Es geht hier ja um den leichtsinnigen Umgang mit Informationen. Nicht umsonst wurde einmal der Briefumschlag und das Postgeheimnis erfunden. Verschlüsselung ist nur eine ans digitale Zeitalter angepasste Version davon. (Wobei auch schon zu Caesars Zeiten verschlüsselt wurde)
    Ein, zwei Stunden Hirn anstrengen würde reichen, den Ablauf zu verstehen. Weitere 3 Sekunden pro Email fürs Passwort Eintippen kämen dazu. Aber zu diesem Mehraufwand scheinen viele nicht bereit zu sein.

  10. […] der BND mal aus Lust und Laune heraus jemanden bespitzelt und das man auch vor Politikern oder der Presse nicht halt macht ist bekanntlich nichts neues in diesem Staat. Zumindest haben Politiker und Journalisten noch das Glück eine größere […]

  11. […] Susanne Koelbl gewechselt hatte.Kwelle: Heise Online Hatten wir nicht irgendwo eine Diskussion, in der es um die Leichtsinnigkeit im Umgang von E-Mails bei Privatpersonen und auch Institutionen […]

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