Ursula von der Leyen — Eine faule, deutsche Mutter

Uschi (warum Uschi? Klick) hat gerade einen neuen Familienbericht vorgestellt, der wunderbar in ihr Konzept passt. Grundaussage: Deutsche Mütter sind faul. Nun, wenn ich sehe, wie eine 7-fache Mutter, die noch Ministerin ist, und in jede Kamera, die ihr nahe kommt, Schwachsinn absondert ein Interview gibt, dann kann ich in diesem speziellen Fall zustimmen. Der Rest ist natürlich hanebüchener Unsinn. Uschi muss da dringend weg aus dem Familienressort, bevor gänzlich das Familienleben in Deutschland zerstört wird.

Uschi sieht sich und ihre Familie gerne als Vorzeigefamilie, das ist in meinen Augen nahezu pervers. Allein die Tatsache, dass sie immer wieder ihre Kinder vor die Kamera schleift, ist meiner Meinung nach ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Hier liegt augenscheinlich ein Missbrauch der Kinder vor - für die eigenen Interessen, passend:

Oh«, soll Ursula von der Leyen, damals noch Sozialministerin in Niedersachsen, einmal gesagt haben, als sie das Familienfoto einer Amtskollegin auf deren Schreibtisch bemerkte, »was für ein schönes Bild, das habe ich ja noch nie in der Zeitung gesehen!« ? »Und das werden Sie auch nie sehen«, lautete angeblich die ätzende Antwort der Kollegin. Quelle 

Aber um diese Kleinigkeit soll es nicht gehen. Uschi sieht sich selbst ja als Vorbild-Mama, seht her, es geht, Karriere und Kinder, überhaupt kein Problem. Natürlich ist das kein Problem, wenn man aus reichem Elternhaus kommt, dann reich heiratet, dann kann ich sogar noch mehr Kinder zeugen — selbstverständlich ist das kein Problem. 😀

Aber die ?Seht-her-es-geht-doch?-Botschaft der siebenfachen Mutter mit der Wirklichkeit gewordenen Märchenfamilie wirkt auf all jene wie ein rotes Tuch, die schon für ein einziges Kind ihren Lebensstandard herunterschrauben müssen, weil sie nicht aus einer Ministerpräsidentenfamilie stammen und von reichlichen Politikerbezügen Tagesmütter finanzieren können. Quelle

Allein diese Perversität — seht her, geht doch, weil Ihr, die dummen Bürger habt es ja bezahlt — rechtfertigt schon die Forderung nach einem Rücktritt. Aber das wird natürlich ein Wunschtraum bleiben, das deutsche Volk hängt gebannt an den Lippen der lieben Vorzeige-Mami.

Dann schauen wir uns mal ihre Pläne, ihre fachliche Kompetenz an.

Alle Führungsqualitäten — Belastbarkeit, Organisationsfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft — werden überwiegend nicht im Beruf, sondern in der Familie und im Ehrenamt gelernt.

Ein einfacher Satz, so es scheint, in einem einfachen Interview. Nun, man sollte dabei bedenken, dass solche Interviews 20-mal gegengelesen werden, autorisiert werden, bevor sie veröffentlicht werden dürfen. Dieser Satz ist bestimmt nicht einfach so von ihr hingeworfen worden. Das lässt zwei Schlüsse zu: Zum einen denkt sie, dass Mütter und Väter bessere Menschen sind, als andere, was Rassismus nahe kommt. Zum anderen denkt sie evtl. darüber nach, ein Gesetz zu schaffen, welches bei gleichen fachlichen Voraussetzungen Familienväter /-mütter bevorzugt (siehe kpl. Interview, lese zwischen den Zeilen). Auch das hat meiner Meinung nach etwas von Rassismus. Was ist z. B. mit Elternpaaren, die keine Kinder bekommen können? Aber lassen wir das, das ist unnötiger Ballast.

Als nächstes wäre da natürlich die Zwangsverpflichtung der Väter für 2 Monate für ihre Kinder zu sorgen (als wenn Mütter und Väter, die arbeiten nicht für ihre Kinder sorgen würden). So einen hanebüchenden Blödsinn, so einen Schwachsinn habe ich seit Jahren nicht aus Berlin gehört. Es hört sich ja ganz nett an — kommen wir aber mal zur Realität: Im Regelfall ist es so, dass nach der Geburt die Mutter zu Hause ist, auch noch in Deutschland im Jahre 2006. Um dann volle staatliche Unterstützung zu erhalten, muss der Vater 2 Monate zu Hause bleiben. Was macht die Mutter in der Zeit? Geht sie dann mal eben für 2 Monate arbeiten, die Arbeitgeber werden sich bedanken — hey, ich komme ab nächsten Monaten mal für 2 Monate, Sie wissen doch Chef, das Uschi-Gesetz. Denn eines ist ja klar, auch in dieser Zeit will das Essen, die Miete, etc. bezahlt werden. Auch werden sich die Arbeitgeber bedanken, wenn der Herr des Hauses mal eben ankündigt, 2 Monate zu Hause bleiben zu wollen müssen. Na super Uschi, da hast Du echt nachgedacht. Das ist natürlich (im Normalfall) fernab jeglicher Realität. Hier geht es meiner Meinung nach darum, den deutschen Bürger eiskalt zu belügen. Offiziell kann man sagen, hey, Ihr bekommt 12 Monate Unterstützung, seht her, wir die Union, wir sind die guten mit unserer Vorzeige-Mami. Inoffiziell ist natürlich klar, dass nur 10 Monate gezahlt werden. Auch ein Grund für diese Dreistigkeit, die Uschi ihre Sachen packen zu lassen.

Nun hat sie auch gerade zu einem Bündnis geladen, ein Bündnis zur Wertevermitllung, zu dem sie die katholische und evangelische Kirche geladen hat. Weitere Teilnehmer? Fehlanzeige. Auch hier werden wieder anders denkende Menschen ausgegrenzt — Rassismus, siehe auch oben. Was ist mit den Juden, was ist mit den Muslimen, den Menschen, die einen anderen religiösen Glauben nachgehen, oder einfach Menschen, wie ich, die keinen religiösen Glauben nachgehen. Ich fühlte mich in dem Moment ausgegrenzt, nicht ernst genommen, andere Menchen wurden als besser angesehen, als ich. Kommen wir in dem Zusammenhang mal zu einem Zitat von unserer Uschi:

Die Kirchen und ihre Verbände sind nicht nur starke Partner mit einem dichten bundesweiten Netz an Betreuungs– und Bildungseinrichtungen. Sie verknüpfen auch in besonderer Weise soziale und moralische Ansprüche. Werte wie Respekt, Verlässlichkeit, Vertrauen und Aufrichtigkeit sind Leitplanken, die unseren Kindern helfen, ihren Weg ins Leben zu finden. Quelle

Schon klar. Wer kann mir schlüssig begründen, warum ausgerechnet die Kirchen ein Monopol auf die Weitergabe der Werte Respekt, Verlässlichkeit, Vertrauen und Aufrichtigkeit haben sollen? Ich bin sogar der festen Überzeugung, dass nicht religiöse Menschen diese Werte eher vermitteln können, weil da kein Fanatismus, keine Verblendung hintersteckt. Mal im Ernst: Uschi merkt in ihrer Welt doch nichts mehr. Da muss dringend mal ein Therapeut her.

Ursula von der Leyen ist das typische Beispiel einer verzogenen Göre aus reichem Elternhaus, die noch nie etwas aushalten musste. Alles wurde ihr hinterhergetragen, in den Bobbes geschoben, und auch den richtigen Ehemann hat sie sich ausgesucht. Wie man diese Frau zur Bundesministerin machen konnte, ist mir ein Rätsel, aber gut, das fragt man sich bei unseren Volksdeppenvertretern öfter. Ihre eigene Erfahrung (die der Tagesmütter, die schönen Bezüge, die ihr der deutsche Stuerzahler hat zukommen lassen) projeziert sie nun auf das gesamte deutsche Volk. Dass sie damit mehr als verkehrt liegt, in vielen Sachen die braune Sosse überschwappt, ist der pure Wahnsinn, und man kann nur hoffen, das Angie dem bald Einhalt gebietet. Das wird aber nur ein Wunschtraum bleiben, so dass die familiäre Situation in unserem Land nicht verbessert wird — im Gegenteil, sie wird nochmal auf Jahre hinaus nachhaltig geschädigt..

10 Antworten zu “Ursula von der Leyen — Eine faule, deutsche Mutter”

  1. Oli sagt:

    Meine Mutter bzw. die anderer normaler Leute kümmerte sich wahrscheinlich x-mal besser um die eigenen Kinder, als diese Über-Mutter. Qualität statt Quantität. Meine Mutter hatte mit zwei Kindern und einem Job nebenbei genug zu tun. Da gabs weder Rückhalt durch eine reiche Familie, noch einen reichen Ehemann. Das war harte Arbeit — wenn ich deartiges höre wird mir nur kotzübel!

  2. Falk sagt:

    Und wer spricht über DIE Väter? Nachtigall ick hör dir trapsen … ich werd seit Jahren durch solchen Blödsinn ständig und permanent diskriminiert, da ich bei uns den Job meiner Frau übernommen habe. Da spricht auch keiner drüber, denn es passt schlichtweg nicht ins Weltbild. Ich könnte mittlerweile ein Buch drüber schreiben, welchen Äußerungen und Diskriminierungen ich seitens von staatlichen Stellen ausgesetzt war und bin, nur weil ich mich erdreistet habe, statt den Kopf in den Sand zu stecken (nach Kündigung etc. blabla) den Part des Hausmanns zu übernehmen. Dreistigkeit ist dort die wohl noch harmloseste Umschreibung des Ganzen.

    Das Kotzen hab ich mir mittlerweile abgewöhnt, soviel zu Essen hat der Supermarkt um die Ecke nicht am Regal.

    Und wohl dem, der große Töne ob finanzieller Sicherheit und 7 Kindern spucken kann. Da stehen täglich ganz andere Dinge in der Familie zur Debatte, als Mr. Supermutter zu glauben scheint.

  3. Björn sagt:

    Ganz groß finde ich auch immer die Phase, wenn wieder ein Politiker die Idee hat, dass Eltern mit Kindern für jedes Kind eine Stimme mehr bekommen sollten als Kinderlose. «Nix gibt’s, Mandy-Jacqueline. Mama wählt für dich CDU und garantiert nicht die PARTEI, da kannst du jetzt noch so quängeln.»

    Anderweitig: Ich weiß wie du das mit Rassismus meinst, aber der Begriff greift daneben, weil er halt einen sehr speziellen Umstand beschreibt. Die Wörter «undemokratisch» oder schlicht «diskriminierend» tun hier ihren Dienst vielleicht besser. Nur so am Rande.

  4. Oli sagt:

    Warum man muß die Dinge halt beim Namen nennen, hört wer den Begriff Rassismus horscht jener auf, mit der Platitüde «undemokratisch» versickert die Aussage in Nichtigkeiten.

  5. Björn sagt:

    Gut, ich akzeptiere, dass «undemokratisch» zu schwach ist für das was Chris aussagen will. Von mir aus. Aber wenn ich sozial benachteilt werde weil ich keine Kinder habe oder sozial benachteilt werde, weil ich nicht einer bestimmten Religion angehöre, dann ist das trotzdem kein Rassismus.

    Der Begriff ist für mich zu sehr mit anderen Phänomenen (Nationalsozialismus, Kolonialismus, Apartheid, Robert Mugabe, u.v.m.) verknüpft, in die sich eine übermäßig christliche Bildungskommission oder Vorteile für Eltern nicht eingliedern lassen.

    Ich sage ja nicht, dass Chris unrecht hat, ich betone nur, dass es da vielleicht einen besseren Begriff für gibt als Rassismus.

  6. Chris sagt:

    Als Rassismus wird jede Theorie und Praxis verstanden, welche Menschen auf Grund realer körperlicher (wie Hautfarbe, Gesichtszüge) oder zugeschriebener Merkmale (wie Mentalität) in «Rassen» von unterschiedlichem Status zuteilt. Dies kann theoretisch von unüberlegten Vorurteilen bis zu ausgearbeiteten Ideologien reichen, welche Menschen unterschiedlich bewerten, und sich praktisch von in reinen Trennung bis zu eklatanter Diskriminierung äußern. (de.wikipedia.org)

    Ich denke schon, dass man diesen — sehr provozierenden Begriff — auf Frau von der Leyen anwenden kann. Wenn gerade Politiker Menschen anderen Menschen vorziehen, wie hier beschrieben, weil sie einfach nur Eltern sind oder weil sie einfach einem anderen Glauben nachgehen, dann kann man durchaus von Rassismus sprechen.

    Ich finde diese Diskussion mit dem Hintergrund der Union aber hervorragend:

    Kann es sein, dass in letzter Zeit (wieder einmal) ein großer Rechtsruck durch die Union gegangen ist? Ist das nur Zufall oder wird im Moment peinlichst darauf geachtet, in erster Linie die konservative Wählerschaft zufrieden zu stellen?

    Stichwörter: Popetown, Schäuble, Schöhnbohm, Familiendebatte, Atomdiskussion, usw.

    Ich meine, auch hinter diesen (subjektiv gefühltem :D) Hintergrund muss man der Union entgegen treten, das geht so nicht, was die mit unserem Land vorhaben.

  7. Falk sagt:

    Der Begriff ist vollkommen angebracht, denn eine Gleichstellung der Menschen in diesem unseren Lande (wohlgemerkt ist diese sogar per GG festgehalten) findet kaum bis nicht statt. Und ob man das Kind nun mit dem Bade ausschüttet, es Diskriminierung oder Rassismus benennt, bleibt dem Auge und der Meinung des Betrachters überlassen.

    Und genau dieses Augenmaß vermissen eben viele in den derzeitigen Aussagen dieser sich im eigenen Kreis drehenden Regierung sehr viele Menschen. Und wer provoziert, muss nunmal auch mit solchen Meinungsäußerungen wie hier leben können.

    @ Chris — ich habs nicht auf dem Schirm, aber in welchen Bundesländern stehen denn die nächsten Wahlen so an? IMHO ist das meiste Geschwurbsel ja auf diese ausgerichtet…

  8. […] Über die fantastische Ursula von der Leyen habe ich auch schon ein paar Worte verloren. Auf Perspektive 2010 stiess ich heute auf den feinen Artikel Warum ich Ursula von der Leyen (CDU) für eine miserable Familienministerin halte. Neben diesem Artikel ist der Untertitel des Blogs — Wider den neoliberalen Wahnsinn. Knallhart — der Grund, warum das Blog in meinen Feedreader gewandert ist. […]

  9. […] Mensch habe da ohnehin meinen Vorbehalt, jedoch mutet es ein wenig arg heuchlerisch an dies von jemandem zu hören der sieben Kinder besitzt, Studium und Politikerkarriere absolvierte und dem Volk klar machen möchte beides sei ohne […]

  10. […] Frau Ministerin im Gespräch, entweder dafür oder dagegen. Bei letzterem aber auch zünftig […]

RSS-Feed abonnieren