Oops, they did it again …

Microsoft kann alles besser und ehrlich gesagt wollen sie den omnipotenten Einluß in jedem Bereich. An letzterem besteht kein Zweifel mehr und man muß schon recht naiv sein um darin den normalen Weg einer Firma zu sehen. Quo vadis Microsoft? Qualität statt Quantität wäre das bessere Credo für die redmondschen Jungs, denn an Qualität mangelt es massiv.

Neuester Coup, Windows Media Photo als Rivale zu Jpeg bzw. Jpeg2000. Weitaus bessere Kompressionsraten soll es bieten als Jpeg etc., die Lizenz soll der Verbreitung auch keinen Abbruch tun. Nun all das kennen wir schon von Windows Media Audio/Video, viel Hype, wenig Qualität im Vergleich zu anderen Formaten, die zudem noch in freier Form daher kommen.

Wohin soll das führen? Die quasi Todgeburt .NET als Pendant zu Java, Iron Python gegen Python, das unausgegorene DirectX (im Grafikbereich) gegen OpenGL, überhaupt die Etablierung unsinniger und i.d.R. oft unterlegener eigener Standards nur um dem Monopol zu fröhnen und die Nutzer zu gängeln, ja liebe Leute nicht nur die sogn. Contentindustrie gängelt. Apropos Contentindustrie, wer das immer noch getrennt betrachtet hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt, Microsoft ist einer der größten Supporter dieser Industrie und dank des quasi-Monopols auch sehr einflußreich in ihrem Unterfangen. Über C# versus C++ versus profanem C läßt zu genüge streiten — was ich da bisher ausmachen konnte, C an sich langt für alle Fälle, aber dafür gibts berufenere Leute 😉
Mag sein, das das ein oder andere mal ein paar nutzbare Fortschritte dabei herausspringen, auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, aber zu welchem Preis? Der Preis ist omnipotente Abhängigkeit und Gängelung, das Arbeitswerkzeug der Contentindustrie ist nunmal das weitverbreiteste Betriebssystem — Windows.

Ich mag gewiss nicht Apple als Firma oder gar als Betriebssystem, aber immerhin zeigen sie das man auch mit der Nutzung offener Standards gut und einträglich leben kann. Wenn man denn will, Microsoft ist eng verstrickt mit der Contentindustrie und tickt somit ähnlich.
Was also tun gegen DRM, Kopierschutz an jeder Ecke, Gängelung etc. whatever. Zetern, polemisieren, mit gleichen Mitteln zurückschlagen? Wohl kaum, jeder bekommt das was er verdient. Das Gros der User unterstützt den Microsoft way und somit auch aktiv die Gängelung, tat ich auch — shit happens.

Man kann sich natürlich weiterhin ausweinen und das ach so einfache Windows nutzen mit all den innewohnenden Unmöglichkeiten, nur wird all dies in einer Betriebssystemdiktatur nichts nutzen. Wer Freiheit, echte Freiheit — free as in freedom — möchte muß zu einem freien System migrieren und damit den Kampf aufnehmen. Da muß man halt mal in den sauren Apfel beißen (nein nicht Apple) und ein wenig umdenken. Es lohnt sich, anderfalls befindet man sich auf verlorenem Posten und trägt Eulen nach Athen.

Natürlich mag der eine oder andere einwenden, aber Linux/BSD ist schwer und ich muß wieder anfangen selbstständig zu denken, okay das ist halt die harte Realität und diese macht jedes kleines Kind durch das die Welt kennenlernen möchte :)

Man möchte also dagegen ankämpfen und etwas verändern? Ja tatsächlich, man gab doch auf Dauer das Hirn mit der Benutzung von Windows ab. Microsofts Erfolg basiert nicht auf Gutmenschentum, warum sollten sie freiwillig davon abrücken oder gar die vielzitierte Contentindustrie? Get serious, eher friert die Hölle ein …

Wenn man etwas ändern möchte muß man konsequent sein bzw. überhaupt mal damit beginnen. Aktiven Umweltschutz usw. betreibt man auch nicht indem man den Grünen beitritt und sein Haus in feng shui einrichtet, da heißt es aktiv werden und konsequent handeln. Mitunter bezeichnet man diese Leute dann als militante Umweltschützer etc., heuchlerisches Handeln wird eben höher eingeschätzt in dieser Gesellschaft.

Predigt hier der perfekte Übermensch von seiner Kanzel? Wohl kaum, nur erkenne ich meiner Meinung nach große Teile der Problematik und einen essentiellen Ansatz diese zu lösen. Da muß man auch nicht viel zu tun, man muß nur einmal den virtuellen Arsch in Bewegung setzen. Der erste Schritt z.B. weg von Windows kann auch schon sein konsequent auf Opensource selbst unter diesem System umzustellen, Anleitung findet man dazu auch auf EFB.NU. Der arme Mensch der von seiner Firma gegängelt wird gewisse Software zu nutzen, wird daran wohl kaum etwas ändern können, das Gros der Leute jedoch, die sogn. Privatanwender, könnten etwas bewegen, wenn sie denn wollten.

Stattdessen konstruiert man permanent Ausflüchte, erhofft sich durch permanentes Zetern eine Änderung der desaströsen Zustände herbeizuführen. Von nichts kommt halt auch nichts, die Situation wird nur immer schlimmer.

Wie Chris hier bemerkt in puncto Contentindustrie,

Krise? Eine Krise an Unfähigkeit und Verlogenheit

das gilt natürlich für beide Seiten. Denn wir die Kunden/die Nutzer bauen uns die, die uns letztendlich gängeln! Wer also aktiv sein möchte, muß anfangen zu denken und auch zu handeln — bequem ist der Weg nicht, aber Gejammer bringt letztendlich auch nichts.

RSS-Feed abonnieren