Unsere Zensurprovider

Es würde mich nicht wundern, wenn unsere Zensurprovider demnächst Patenschaften oder Geschäftsabschlüsse in China feiern können. Ob Obermann und & Co. bei der nächsten Reise unseres Herrn von und zu Guttenberg ins Reich der Mitte mit in den Flieger steigen? Eine Hand wäscht bekanntlich die andere. In Deutschland brechen wieder dunkle Zeiten an — dafür gibt es den Schlüssel für einen der größten Märkte auf diesen Planeten? Wäre nicht das erste Mal. Hier hatte ich schon über die üblen Machenschaften von Hansenet/Alice hingewiesen — wie ich gerade gesehen, geht T-Online mittlerweile den gleichen Weg und nennt das ganze frecherweise Navigationshilfe. Ab dem 07. Mai bin ich glücklicher Kunde von wilhelm.tel — obwohl, ich sollte mal eine Mail schreiben, ob nicht auch wilhelm.tel zu den Zensurprovidern in Deutschland gehört:

In den letzten Wochen gab es verschiedene Meldungen, dass unser Familienministerium unter der Führung von Ursula von der Leyen die Internetzensur in Deutschland einführen will. Durch die Hintertür der vermeintlichen Kinderpornografie sollen dann Webseiten für deutsche Internetnutzer gesperrt werden. China lässt grüßen.

Veröffentlichte Sperrlisten aus Schweden, Thailand und Australien beweisen, dass im Regelfall überwiegend harmlose Inhalte gesperrt werden. Ebenso hat unsere Regierung in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, dass vermeintliche Gesetze gegen den Terror oder zum Kampf gegen die Kinderpornografie ausgenutzt werden, um weiter die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger abzubauen. Es ist praktisch immer wieder das gleiche Spiel: Man behauptet, Terror und Kinderpornografie zu bekämpfen — um dann die Gesetze gegen die Menschen in diesem Land einzusetzen.

Diesbezüglich hatte ich eine Frage: Wird sich wilhelm.tel an diesem vorauseilenden Gehorsam beteiligen und unsere Demokratie ein stückweit Richtung Zensur– und Willkürstaat marschieren lassen? Oder ist wilhelm.tel nicht dabei?

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7 Antworten zu “Unsere Zensurprovider”

  1. Wolf-Dieter sagt:

    Jetzt mal ganz trocken. Wenn mein Provider irgend eine Seite sperrt, betrache ich das als einen außerordentlichen Kündigungsgrund.

  2. Paul sagt:

    Ich schließe mich der Meinung von Wolf-Dieter an.
    Es müssen neue jüngerer Leute in die Politik um den konventionellen Menschen dort zu sagen was sinnvoll und was sinnlos ist.

  3. Sven sagt:

    Es müssen keine jüngeren Leute in die Politik ( vielleicht auch mit ), es geht darum, das die Politiker ihre Werte verloren haben, Ehrlichkeit, Treue, Politik und Staat müssen den Menschen dienen. Wenn die Herren und Frauen Politiker denken, dass sie mit Zensur im Internet was erreichen, dann haben sie sich verkalkuliert.

  4. norderstedter sagt:

    Ich hab auch gestern so eine Mail an wilhelm.tel geschickt. Wolln wir mal schaun watt die antworten.

  5. Oliver sagt:

    Na dann schaut man sich mal jene auskunftsfreudigen in puncto Vorrat an und kann sich eventuell den Rest denken. Letztendlich basiert es jedoch auf Glauben und in diesem Fall etwaigen späteren Erfahrungswerten. Schließlich war Kunde noch nie König, sondern der liebe Mammon — insofern erwartet man gar nichts und erfreut sich an etwaigenfreiheitlichen Happen für die Meute :-)

    Addendum: ein Forum gibts zu wilhem.tel auch, inkl. entsprechender Thematisierung.

  6. Chris sagt:

    Was ich von dem uberwach.de-Blödsinn halte, habe ich bereits vor langer Zeit aufgeschrieben

  7. […] andere staatliche Überwachungs– und Zensurtechniken folgen. Bis dahin hilft betroffenen Kunden der Zensurprovider nur ein stückweit ziviler Ungehorsam. Mehr kann es nicht […]

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