Unser täglich «Clement unser»

Clement Christus

Clement unser in der SPD,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Hartz IV-Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Wasser und Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns in den Neoliberalismus,
und erlöse uns von sozialer Gerechtigkeit.
Denn Dein ist Hartz IV und die Agenda 2010 und die Armut in Ewigkeit.
Amen.

Das Sommertheater um Wolfgang Clement und die SPD findet natürlich auch heute ihre Fortsetzung. Da soll nun ein Hubertus Heil, genau der, der zu anderen Zeiten SPD-Ortsmitgliedern nicht mal die Schuhe hätte zubinden dürfen, Brücken bauen. Clement macht die gesamte Partei lächerlich, insbesondere die Parteiführung. Das hat er gestern erst bewiesen, als er den Kompromissvorschlag aus Bochum abgelehnt hat. Er hat bewiesen, dass für Wolfgang Clement nur eines zählt: Der heilige Wolfgang Clement. Clement ist vieles, aber eines ist er ganz bestimmt nicht: Sozialdemokrat. Wolfgang Clement hat so viel mit der Sozialdemokratie zu tun, wie ich mit dem Stricken. Clement sieht rot — aber es ist ganz bestimmt nicht die Parteifarbe.

Natürlich findet das neoliberale Kampfblatt aus der Brandstwiete das Wischiwaschi-Verhalten der SPD-Führung ganz toll. Ein fast schon überschwenglicher Artikel, der die Realität nicht annähernd widerspiegelt. Clement treibt die SPD vor sich her, wohl wissend, das er auf die Unterstützung der Stones zählen kann. Beck wird nichts dagegen tun können — es sei denn, er stellt sich gegen sein aufrechten Stellvertreter. Aber gut, es soll ja auch Menschen geben, die an den Weihnachtsmann glauben. Es wird der Sommerhit des Jahres 2008: Wolfgang Clement featuring SPD — Wir wollen niemals auseinandergehen als Limited Edition inklusive Special Extended Parasiten– und Schmarotzer-Neoliberalistenmix.

Die SZ spricht in einem Artikel davon, dass Clement den Fall bis zum Ende durchfechten wird. Natürlich wird er das. Und er wird mit Unterstützung der Medien, seiner neoliberalen und mächtigen Freunde auf ganzer Linie obsiegen. Ich behaupte: Kurz danach wird Steinmeier Kanzlerkandidat und die SPD zeigt wieder ihr wahres, aufrechtes und menschenverachtendes Gesicht. Dass Steinbrück nun vermitteln soll, amüsiert dann doch. Das ist dann ungefähr das gleiche, als wenn man einen Alkoholiker mit einer Flasche Whiskey zu einem anderen Alkoholiker schickt, damit dieser dem anderen das Saufen abgewöhnt. Sind die in der SPD noch ganz dicht?

Zum Abschluss das Zitat des Tages aus der FAZ:

Wenn Clement gehen müsste, würden auch andere ihr Engagement einstellen — jene nämlich, welche die Agenda-2010-Vorhaben Schröders nicht nur parteitaktisch, sondern aus Überzeugung guthießen und durchsetzten.

Ja! Ja! Ja!

Fotos: Wikipedia (1, 2)

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7 Antworten zu “Unser täglich «Clement unser»”

  1. Fenrir sagt:

    Wuhahahahh! Das ist echt gut. Aber vielleicht wäre ein Dämon besser :-) . Gute Arbeit.

  2. Oliver sagt:

    Bei dem ganzen klerikalen Kram ist das eh alles gleich.

  3. Yuggoth sagt:

    APPLAUS APPLAUS APPLAUS!!!

    darf man verlinken??

  4. […] … überlasse ich heute einfach wieder F!XMBR. Unser täglich “Clement unser” […]

  5. theman sagt:

    Goiler Beitrag Chris!
    Passt wie Hand auf *rsch!!

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