Universität Buyreuth — summa cum laude

uni_buyreuth
Logo: Universität Bayreuth. Satirische Verfremdung: F!XMBR

Die Universität Bayreuth hat heute, wie erwartet, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg den Doktortitel entzogen. Die Universität Bayreuth ist mit der heutigen Entscheidung den Weg des geringsten Widerstandes gegangen: sie hat zu Guttenberg den Doktortitel mit der Begründung entzogen, wörtliche oder sinngemäße Übernahme von Textstellen ohne hinreichende Kennzeichnung verstoßen nach der Rechtsprechung gegen die Grundsätze wissenschaftlicher Arbeit, somit ist die Annahme der Arbeit als Dissertation auszuschließen. Eine eingehende Prüfung der Doktorarbeit auf Täuschung fand nicht statt. In der Pressekonferenz hat Prof. Rüdiger Bormann auf die hohen wissenschaftlichen Standards der Universität Bayreuth hingewiesen. Ein Hohn sondergleichen, wenn man sich vor einer wissenschaftlichen Entscheidung drückt und im Grunde nur die politische Entscheidung zu Guttenbergs bestätigt. Damit hat die Universität Bayreuth den gleichen Weg beschritten, wie die CDU/CSU-Fraktion und die Verteidiger zu Guttenbergs. Ein fataler Irrweg.

Die Universität Bayreuth hätte für den Wissenschaftsort Deutschland ein starkes Signal setzen können: wissenschaftliche Standards gelten nicht nur für Studenten oder (unbekannte) Doktoranden, sondern auch für Verteidigungsminister, andere Prominente und Mitglieder von Familien, die mit der Universität Bayreuth scheinbar eng verknüpft sind. Dies ist leider nicht geschehen. Man ist den einfachen Weg gegangen, wie Prof. Rüdiger Bormann in der Pressekonferenz freimütig bekannt hat. Nicht nur das Verhalten zu Guttenbergs und die aberwitzige Argumentation und Verteidigung von CDU/CSU haben in den letzten Tagen dem Wissenschaftsstandort Deutschland und dem Ansehen der Wissenschaft im Allgemeinen immens geschadet; die Universität Bayreuth hat der Farce heute die Krone aufgesetzt. Die Universität Bayreuth kann mit dem heutigen Tag nicht mehr als seriöse wissenschaftliche Institution gelten. Sie ist nunmehr ab sofort als politische Institution zu sehen: Universität Buyreuth.

Nachtrag: Die Universität Bayreuth teilt mit, dass untersucht werden, ««ob es Hinweise auf eine Täuschung gibt». Lassen wir uns überraschen, was nach dieser windelweichen Ankündigung kommt…

, , , , , , , , , , , , , ,

53 Antworten zu “Universität Buyreuth — summa cum laude”

  1. Huge sagt:

    Ich will hier sicher nicht dem Freiherrn das Wort reden, aber sollte die Universität ihm lieber den Titel gelassen haben?

  2. Du hast den Artikel nicht verstanden. Es geht darum, dass die Universität praktisch nur den Willen zu Guttenbergs erfüllt hat, nicht aber das Verfahren «normal» zu Ende gebracht hat. Wie bei jedem anderen Fall auch, sprich: die Doktorarbeit auf Täuschung zu überprüfen. Somit steht zu Guttenberg weiterhin als der großmütige Freiherrr dar, der seinen Titel freiwillig abgelegt hat. Niemand kann sich aber darauf berufen, dass ihm Täuschung von der Universität nachgewiesen wurde. So, wie es bei jedem normalen Studenten und Doktoranden der Fall gewesen wäre.

  3. Anonymous sagt:

    @Huge:

    Natürlich nicht, aber auf diese Weise erspart man sich das Stellen einiger kritischer Fragen bezüglich gewisser Doktorväter, Kommissionen und Spenden gewisser Kliniken an die Universität…

    Ein Schelm wer böses dabei denkt…

    Mal sehen ob Gutti kommt:

    Samstag, 21. Mai 2011
    11:30 Uhr Eröffnungsveranstaltung und Begrüßung
    H 21 RW
    Thilo Brodtmann, 1. Vorsitzender RWalumni
    12:00 Uhr
    bis
    18:00 Uhr Wiedersehen mit alten Studienfreunden/Innen, Biergarten im Innenhof der RW-Fakultät
    12:00 Uhr: Anstich zum Biergarten, Spanferkelgrillen, fränkischer Weinstand, Jahrgangsstammtische, u.v.m.
    ab 13:00 Uhr: Führungen durch den Erweiterungsbau des RW-Gebäudes mit der Bauleitung
    ab
    14:00 Uhr Lehrstuhlcafé im S 40 RW:
    Kaffee & Kuchen mit (ehemaligen) Professoren und Lehrstuhlmitarbeitern
    16:00 Uhr Festrede und Preisverleihungen im Audimax
    16:00 Uhr: Begrüßung durch den Dekan der RW-Fakultät Prof. Dr. Markus Möstl
    16:15 Uhr: Gastvortrag von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg
    17:00 Uhr: Preisverleihungen für beste Lehre und Auszeichnungen der besten Doktorarbeit (Karl-Schmidt-Preis, Carl-Gareis-Preis) mit anschließendem Empfang in der BAT-Campusgalerie
    ab
    21:00 Uhr Homecoming-Party für Alumni & Studenten im Borracho — Feiern wie zu Studienzeiten!

    Sonntag, 22. Mai 2011
    11:00 Uhr Brunchbuffet & Katerfrühstück im «Engin’s Ponte» am Canale Grande

  4. Seraphyn sagt:

    @Huge
    — schnipp —
    Eine eingehende Prüfung der Doktorarbeit auf Täuschung fand nicht statt.
    — schnipp —
    Ausgehend von dieser Aussage gebe ich CS recht.
    Ich hätte mir gewünscht, dass es komplett auseinander genommen und danach jede Quelle benannt wird.
    Ich empfinde das was gerade passiert als beschämend, aber mehr als langsam, leider, typisch für unsere Regierung.
    Ich postuliere nun nicht weiter, denn ich habe meine Wahlbenachrichtigung bekommen und bin immer noch am Nachdenken, Kopfzerbrechen, welches kleiner Übel ich nehmen soll.
    Eiternder Schorf oder eine Platzwunde, man vergebe mir den Lapsus der Aussage, aber so kommt es mir langsam vor. Beides ist nicht schön, schmerzhaft und kann hässliche Spuren hinterlassen.
    Nur, wenn man sich nicht einmal mehr auf die «Gelehrten» verlassen kann, auf wen denn dann?
    Gruss

  5. Mick sagt:

    moin,

    also wenn ich es recht verstanden habe, läuft die wissenschaftliche Prüfung durchaus noch weiter, allerdings im hintergrund, da sie «zeit braucht» — wie viel auch immer. ob das nun darauf hinausläuft, die ganze sache über monate versacken zu lassen, bis sie keinen mehr interessiert (was ich fürchte) oder echter akademischer genauigkeit geschuldet ist, bleibt natürlich offen. dass sich nicht mal der doktorvater geäußert hat — und sei es elektronisch, nachdem er im moment ja im ausland zu sein scheint, finde ich ebenfalls schwach.

    was mir aber noch viel saurer aufgestoßen ist, ist, dass nun explizit überhaupt nicht mehr ermittelt wird, ob es sich hier um intendierte täuschung handelt oder nicht. das wurde ja auch auf der pressekonferenz angesprochen — ohne diese erkenntnis sind rechtliche folgen nicht möglich, die ganze angelegenheit verbleibt so quasi im privatbereich und der saubere herr minister ist damit im rahmen seines vergehens maximal entschuldet.

    das ganze ist feige, rückgratlos und macht mich nur über eine sache froh: dass es nicht an der uni passiert ist, an der ich arbeite.
    die folgen haben aber alle hochschulen in deutschland zu tragen: akademischer betrug ist von nun an ein kavaliersdelikt. — macht ja jeder. nicht so schlimm, schlimmstenfalls ist die damit ertrogene qualifikation weg und das ist alles. also kein großes risiko.
    dem ruf der uni buyreuth dürfte es auch nicht gerade zuträglich sein.

    dieser gesamte verlauf ist m.e. die bankrotterklärung der akademischen, politischen und moralischen welt deutschlands. ein betrüger darf minister bleiben, weil er ja nicht in seinem ressort betrogen hat, sondern anderweitig. und das, obwohl der ertrogene titel mit zum bestallung — wie auch seine anderen hochgestapelten qualifikationen seines geschönten lebenslaufs — beigetragen hat. was für eine widerwärtige farce!

  6. Andre sagt:

    Wozu braucht man denn da Täuschung nachzuweisen wenn der Fall so eindeutig ist? Im übrigen ist ja selbst wenn das alles von ihm selbst wäre ein «Summa cum laude» dafür peinlich. Der Prof. em. Häberle kann sich im Prinzip erschiessen. All das, weil der Guttenberg nicht sofort aus seinem Amt entfernt worden ist und der Skandal immer weitere Kreise zieht. Die Uni Bayreuth glaubt doch nicht, dass das jetzt ausgestanden ist? Jetzt werden alle genau die wirtschaftlichen Verbindungen des noch amtierenden Ministers zur Universität untersuchen, sie werden alternativen Erklärungsansätzen wie den in seinem Vorwort leis angedeuteten homoerotischen Beziehungen zu seinem Doktorvater angehen, sie werden auch andere Doktoranden an der Uni Bayreuth durchleuchten, die ganze Promotionspraxis bei Häberle untersuchen. Und der Guttenberg wird bestimmt auch noch strafrechtliche Konsequenzen ziehen müssen. Ausserdem hatte er wohl Recht mit seinem Hinweis sich am Wochenende die Arbeit zum ersten Mal angeschaut zu haben. Ein schneller Rücktritt hätte ihm das «war wohl ein Ghostwriter» Feigenblatt gegeben, und sogar die CSU-Jammerkampagne über die missgünstige Opposition hätte funktioniert. So aber zieht Guttenberg die Würde aller möglichen Kreise mit sich in den Keller. Es ist ein wenig wie bei der Affäre Dreyfus. J’accuse. Es geht hier um eine Krise des politischen Systems, um ein Versagen der Redlichkeit der Regierungsparteien.

  7. Anonymous sagt:

    Man beachte bitte:

    16:15 Uhr: Gastvortrag von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg
    17:00 Uhr: Preisverleihungen für beste Lehre und Auszeichnungen der besten Doktorarbeit

    😉

  8. rauskucker sagt:

    Und außerdem kommt Guttenberg so darum herum, die zunächst angeforderte Stellungnahme zu den Plagiaten abliefern zu müssen. Sehr praktisch.
    Stinkt gewaltig.

  9. Anonymous sagt:

    «Tatort Internet» war also nur ein mißverstandener Hilferuf von Steffi…

  10. Hans sagt:

    Was hätte die Universität auch anderes machen sollen? Einer ihrer renommiertesten Professoren hat ein so umfangreich fehlerhaftes Werk mit «summa cum laude» bewertet — jedes Zugeständnis an Plagiat oder an die große Täuschung wäre ein Schuss in das eigene Bein gewesen, weil es im Umkehrschluss bedeutet, dass Häberle unfähig war, eine Täuschung oder ein unwissenschaftliches Verhalten zu erkennen — wieviele Doktorarbeiten wären dann eventuell noch so fehlerbehaftet?

    Die Rufschädigung ist jetzt noch enorm, zudem wird ein ungeheurer politischer Druck auf der Universität lasten, die letztendlich immer noch eine staatliche Insitution ist und damit von Landes– und Bundesregierung abhängig ist. Von der Uni hier also eine scharfe Verurteilung erwartet zu haben spricht für eine gewisse Blauäugigkeit. Natürlich wäre es schön gewesen, aber es geht halt auch meilenweit an der Realität vorbei.

  11. student sagt:

    Ich könnte so kotzen. Das darf doch alles gar nicht wahr sein. Die ganze Mühe, die Anstrengung, umsonst? Die Uni Buyreuth hat Guttenberg mit einem billigen Trick gerettet:

    «Die Frage eines möglichen Täuschungsvorsatzes konnte die Kommission letztlich dahinstehen lassen. Für die Kommission war entscheidend, dass unabdingbare wissenschaftliche Standards objektiv nicht eingehalten worden sind. Im Fall ihrer Verletzung ermächtigt Artikel 48 Verwaltungsverfahrensgesetz zur Rücknahme des Doktorgrades, ohne dass ein Täuschungsvorsatz nachgewiesen werden muss.

    Verwaltungsverfahrensgesetz!! Wie lange haben sie da gebrütet, um das Schlupfloch zu finden? Jetzt wird sich der Guttenberg darauf berufen, daß die Uni seine Version bestätigt: er hat ja nur ein paar Fehler gemacht. Auf nur 70% der Seiten. Und nur irrtümlich den Einleitungstext geklaut. Wie geht es denn jetzt weiter? Es kann doch nicht sein, daß ein Lügner und Betrüger weiter Minister bleibt.

  12. Anonymous sagt:

    nach thieme, deutsches hochschulrecht., 2. aufl., rn. 355 kann ein doktor kann NICHT über art. 48 vwvfg, sondern NUR nach der promotionsordnung entzogen werden. dafür aber ist eine täuschung festzustellen! es gibt allenfalls eine hintertür über das gesetz über die führung akademischer grade, auf das die promotionsordnung verweist. ob hier ein entzug ohne täuschung möglich ist, scheint aber zweifelhaft, weil nach der promotionsordnung in bayreuth nicht schuldhafte verfahrensmängel mit dem bestehen der prüfung grundsätzlich geheilt sind. die entscheidung der uni bayreuth ist nicht nur politisch feige, sondern wohl auch rechtlich falsch.

  13. mick sagt:

    ich bezweifele, dass der verzicht auf die untersuchung über vorsätzliche täuschung aus rücksicht um häberle geschehen ist. die fakten, nämlich die existenz großflächiger plagiate, die der doktorvater und die anderen prüfer (gibt’s da eigentlich namen?) nicht erkannt haben, ändert das ja nicht. ob vorsatz oder nicht kann einzig auf guttenberg zurückschlagen; und für rücksicht ihm, bzw. seiner partei, evtl. auch familie, auf jeden fall seinem wie auch immer gearteten umfeld, gegenüber, halte ich es dann auch.

    würde sich vielleicht eine petition zur absetzung guttenbergs lohnen? ich denke drüber nach, fürchte aber, dass jemand der so offensichtlich auf recht und gesetz sch.… wie merkel und der rest der schwarzgeldcamarilla, auch eine von tausenden von leuten unterzeichnete rücktrittsforderung eiskalt ignoriert. und dann ist da noch die bildzeitung mit ihren kampagnen, die den «volkswillen» auch wunderbar manipulieren kann, wie sich gerade wieder zeigt. hmmm…

  14. Carlos sagt:

    mal ernsthaft, habt ihr wirklich mit etwas anderem gerechnet? die uni wird doch nicht wirklich ein verfahren gegen guttenberg, der immerhin (selber, oder über umwege) ein großer sponsor ist, anstrengen. das würde nur andere sponsoren oder söhne von sponsoren davon abhalten, sich da einen doktor zu erschleichen.

    was ich wirklich erschreckend finde ist, das angeblich (wenn man den diversen umfragen trauen darf) immer noch eine mehrheit der deutschen guttenberg gut findet. das ist nicht nur ein armutszeugnis für dieses land, sondern auch für den stellenwert, den bildung und wissenschaft in diesem land haben.

  15. da beschleichen sich bei mir Ahnungen, dass wir es mit einem System Guttenberg zu tun haben und das System jetzt strukturell vorbereiten will, dass er in 5 Jahren seinen Doktor dort in Bayreuth nach holen kann…es ist nebolös und verdächtig, weitere Beispiele, wie devote Herr Plasberg mit dem Thema heute um ging, unterscheidet sich kaum vom Verhalten der Uni Bayreuth…so, jetzt hat die Staatsanwaltschaft ja keinen Beweis für die Täuschung, so würde ich mich nicht wundern, wenn ein Verfahren wegen Mangel an Beweisen eingestellt wird… der tut immer so unschuldig, aber der ist ein Lux, der selbts wenig tut (Procrastination) und genügend Helfershelfer hat. Der Wert seines Ghostwriters steigt stündlich, aber das kann er sich leisten.

  16. Taylor sagt:

    Anzeige gegen die sogenannte «Universität»?
    Anzeige gegen die sogenannten «Prüfer», «Gutachter» die «Kommission»?
    Gemeinsame Erklärung der gesamten akademischen Welt in Deutschland, dass ab sofort keinerlei Prüfungsleistungen und Titel/Grade dieser «Universität» mehr irgendwo oder irgendwie anerkannt werden?

    Das ist wirklich ein unfasslicher Abgrund. Jeden Tag tiefer.

    In aller Öffentlichkeit und für jeden offensichtlich. Lug, Betrug, Korruption und der nochmalige Nachweis, dass Deutschland extrem verblödet und Demokratie ein nicht heimisch gewordenes Fremdwort ist. Equal justice for all. Yeah

  17. teatom sagt:

    Bimbesrepublik Deutschland. Nacheinander demontiert diese Regierung Legislative (Rücknahme des Atomausstiegs), Präsidentenamt (Wulff), Judikative (Berufung genehmer Richter) und jetzt auch die Reputation des Wissenschaftsstandorts (Buyreuth) — und die Doofen stehen dabei und klatschen Beifall. An was erinnert mich das nur??? Ich arbeite schon im Ausland als Grenzgänger und Akademiker, ich sollte wohl ganz auswandern…

  18. Arno sagt:

    Ich meine mich zu erinnern, dass ich das gestern auf dem GuttenPlag Wiki schon las, dass das so abgewickelt werden wird. Leider finde ich das nicht auf die schnelle, da haben die Spammer gute abeit geleistet.

    Wie dem auch sei, ich bin immer noch sprachlos, was mit den Jüngern der ProGuttenberg Fraktion in Facebook abging und noch abgeht. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass soviele Menschen auf diesen Blender hereinfallen und alles relativieren wollen. Langsam habe ich so eine Vorstellung wie es vor 80 Jahren angefangen haben könnte.

    Ich hoffe nur, dass noch mehr dreck an die Oberfläche kommt, ich befürchte aber, dass die schnelle Entscheidung (ohne den Betrugsverdacht zu überprüfen) die kritischen Stimmen über kurz oder land verstummen lassen. Ich hoffe, dass ich mich irre.

  19. wanderer sagt:

    +++ Uni Bayreuth kommt der Bitte von zu Guttenberg nach und nimmt den Doktortitel zurück +++

    CDU-Sprech.
    wahrscheinlich werden wir uns daran gewöhnen müssen.

  20. Thomas sagt:

    sehr gute beiträge hier! zu hans möchte ich sagen, dass bayreuth um eine echte zäsur nicht herumkommen wird. die jagd ist eröffnet, die messer sind gewetzt. von nun an wird alles und jedes hinterfragt, was von dieser universität kommt. insofern wäre es besser gewesen, den doktorvater nicht aus der schusslinie, sondern sofort in die verantwortung zu nehmen. man wird sich dem mittelfristig nicht entziehen können, bayreuth ist schwerstens beschädigt, ich bin heilfroh, nicht dort studiert zu haben!

  21. […] Christian Sickendieck: Universität Buyreuth — summa cum laude […]

  22. Jürgen sagt:

    Der Ghostwriter-Vorwurf steht ja im Raum, ich persönlich halte den Vorwurf auch für plausibel…spinnt man mal etwas weiter: Sogesehen ist der Verteidigungsminister der BRD extrem erpressbar, oder?

  23. Taylor sagt:

    Und das Merkel gibt es auch noch zu:
    „Die Entscheidung
    der Uni Bayreuth liegt auf der Linie dessen,
    __ was der Verteidigungsminister vorgegeben hat. __
    Sie macht daher Sinn.“!!!

  24. Herm sagt:

    Merkels Erklärung dazu ist eh der sprichwörtliche Schlag ins Gesicht. Ich hab geschäumt heute morgen als ich gehört habe, dass das alles ja Sinn macht. Mir ist ehrlich schlecht wie man einen Betrüger so ignorant im Amt halten kann.

    Die Liste derer die Guttenberg für seine Karriere opfert ist also länger geworden, erst Schneiderhan und Wichert, danach Norbert K. Schatz, nun also sein eigener Dr. jur. — und scheinbar kommt er damit sogar durch.

  25. Johannes Bayer sagt:

    Ich komme aus Bayreuth, alles andere als die gestrige Entscheidung hätte hier in der Stadt (wir leben ja in Bayern!) mehr als erstaunt. Im übrigen: ich postuliere mal, dass KEINE Universität in Deutschland (in den USA oder England erst recht nicht) ein Mitglied aus ihrem stärksten Förderkreis (siehe Rhönklinik) «bestraft». Wer etwas anderes erwartet oder glaubt, kennt anscheinend den Leidensdruck insbesondere auf finanzieller Seite bei den Universitäten nicht. Dass das Verhalten der Uni Bayreuth moralisch mehr als fragwürdig war, will ich daher auch nicht bestreiten, aber es ist leider(!) mehr als verständlich.

    J.

  26. Helmut sagt:

    Hallo zukünftige Doktoranten/innen
    Nach diesem Zugeständnis des zu Guttenberg und den Aussagen der Uni Bayreuth das hier Handwerkliche Fehler vorlagen und somit der einfachste Weg gewählt wird, der Aberkennung des Doktortitels,finde ich für beide Seiten peinlich!
    Das sollte im wahrsten Sinne der Worte «Schule machen»!
    Also fangen wir bei der Grundschule an, und gehen den Weg über die vielen anderen angebotenen Schulformen bis hin einer Möglichkeit den Doktortitel zu erlangen.
    Also raus mit den Spickzetteln, bei Tests und Klassenarbeiten. Bedrückt Euch selbst, aber lasst Euch nicht erwischen.
    Mein Handwerk bedarf keinen Doktortitel, aber zum Meister habe ich es auf ehrliche Art und Weise geschafft.
    Hoffe nur das ich durch einen groben Fehler nicht meinen Arbeitsplatz verliere.
    Denn eine Doktorarbeit zu schreiben wird mir sicher nicht mehr eingeräumt und als verlogener Politiker meinem steuerzahlendem Volk gegenüber zu teten, bin ich zu Alt.
    Bis denne mal und bleibt Gesund.

  27. simonr sagt:

    Mir fehlen manchmal die Worte. Als Kleiner kämpft man jeden Tag. Man kämpft darum, seine Familie zu ernähren, darum seinen Job nicht zu verlieren und sich dabei glz. körperlich nicht komplett zu ruinieren. Man schränkt sich ein wo es nur geht, fährt nicht mehr auf Urlaub, kauft billigstes Industriefressen,… nur damit man halt über die Runden kommt.

    Und der Dr.strg.c.? Der kann lustig Qualifikationen faken, der Großkopferte, Doktorate herbei plagiieren und dann darüber sinnieren, wie hart das alles ist und wie schwer das alles unter einen Hut zu bringen ist. Ja so ein Adelstitel inkl. Schloss, einer Herscharr Haushälter und Ehefrau als Hausfrau… ein schreckliches Leben, Guttenberg!

    Das nächste mal, wenn ich von der kalten Luft draussen spröde und blutige Hände bekomme… dann ist vielleicht meine blutige Faust in deinem Gesicht… dann zeig ich dir mal, was ein hartes Leben ist. Du blödes Sch.…!

  28. […] Den Doktortitel ist Guttenberg los, aber wie?! Die Uni Bayreuth (teilweise auch schon als „Buyreuth“ verspottet) hat sein Geständnis (am Wochenende waren so manche Dinge noch abstrus) wohl als alleinige Grundlage für ihre Entscheidung verwendet, ohne weitere Nachforschungen anzustellen. Es soll kein weiterer Staub aufgewirbelt werden – vorerst eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Guttenberg braucht keine unangenehmen Fragen zu fürchten (z.B. ob er vorsätzlich handelte oder es gar einen Ghostwriter gab), die Uni hat „konsequent“ gehandelt und ihm den Titel aberkannt. Aber damit bleibt die für alle Beteiligten peinliche Geschichte (unsaubere Arbeit abgeliefert, unsaubere Arbeit mit Bestnote bewertet) lediglich an der Oberfläche. So ein halbgares Vorgehen hat mit Wissenschaft nicht viel zu tun. Wem ein Doktor auf der Visitenkarte wichtiger als Doktorarbeit ist, sollte einen heiraten oder sich um einen ehrenhalber bemühen. […]

  29. anderer sagt:

    Der Uni Präsident sprach hinsichtlich der strittigen Zitatstellen doch wohl für jeden gut hörbar von Plagiaten.

    Das heißt dann wohl,wir haben einen Plagiator im Ministeramt.

    Herr Gutenberg hat eine ehrenwörtliche Erklärung abgegeben, daß er alle verwendeten Quellen benannt hat. Diese Erklärung ist unwahr.

    Irrelevant und letzten Endes nur ein Täuschungstrick ist die Aussage Guttenbergs, nicht vorsätzlich gehandelt zu haben.

    Wer in Deutschland mit dem Gesetz in Konflikt gerät, kann sich nicht mit der Behauptung, daß er nichts von der Strafbarkeit seinens Tuns wußte herausreden. Die vorgesehenen Strafen werden trotzdem ausgesprochen. Unwissenheit schütz vor Strafe nicht. Zurecht.

    Herr Guttenberg hat sich im juristischen Sinne, meine ich, nicht strafbar gemacht, aber wohl eindeutig eine unwahre ehrenwörtliche Erklärung abgegeben. Auch in diesem Fall gilt, Unwissenheit schütz nicht vor der eindeutigen Bewertung seines Handelns.

    Wie die Konservativen mit ihrem Wertesystem, sich auf die Seite eines Menschen, der so gehandelt hat, stellen können und ihn im Ministeramt weitermachen lassen, ist für mich der eigentliche Skandal. Offensichtlich begreifen da viele nicht wie sehr sie Deutschland damit schaden.

    Wie verhält es sich denn nun mit Aussagen Guttenbergs in der jüngeren Vergangenheit als Minister? Und in der Zukunft? Kann man denen trauen oder wartet man besser ab, bis jemand nachweist das Guttenberg wieder einmal die Unwarheit gesagt hat. Und Ehrenwörtliche Erklärungen, Beeidungen vor Untersuchungsausschüssen?

    Glaubwürdigkeit sieht anders aus.

    Ich hätte nie gedacht, das die größten Feinde unserer Gesellschaftlichen Werte die sind, die ein Parteibuch der CDU/CSU/FDP in der Tasche haben. Nicht zu vergessen, ..,..% des deutschen Volkes.

  30. Frager sagt:

    Es ist nicht nur die Universität Bayreuth betroffen. Immerhin lehrt der Zweitgutachter, Prof. Rudolf Streinz, der ja ebenfalls das «Summa cum laude» vergeben hat, an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Frage ist also, was ist an den bayerischen Universitäten insgesamt los, und sind deren Abschlüsse überhaupt noch das Papier wert, auf dem sie gedruckt werden? Interessant wäre auch, zu wissen, wer noch so alles von den Professoren Häberle und Streinz promoviert wurde. Nach Aussage Häberles im Guttenberg-Zentralorgan BILD, war Guttenberg einer seiner «besten Seminaristen und Doktoranden». Logischerweise ist dann ein Großteil der anderen Doktoranden schlechter als Guttenberg. Aber wie ist das überhaupt noch denkbar? Schlechter als Guttenberg — klingt nach mission impossible. Eine Liste der übrigen Doktoranden zusammenzutragen, wäre trotzdem ganz aufschlussreich.

  31. teatom sagt:

    Die Uni Buyreuth hat ihre eigene website:
    uni-buyreuth.de

  32. student sagt:

    Guttenberg aufs Schloß zurückschicken!

    Die Zustände der Politik in Deutschland verkommen ins unerträgliche. Die BILD-Leser wollen einen adeligen Blenderkönig haben. Wenn wir uns das gefallen lassen, wenn ein Minister in Deutschland mit so einem Monsterplagiat durchkommen kann ohne zurückzutreten, ist es bald vorbei mit Wissenschaft und Politik in Deutschland.
    Schicken wir Guttenberg zurück auf sein Schloß, zeigen wir dem Lügenbaron den Schuh!

    Treffpunkt: Samstag, 26. Februar 2011, 12:30 Uhr,
    Potsdamer Platz, Berlin, an der historischen Ampel
    Ende: Bundesverteidigungsministerium, Stauffenbergstraße
    [url]http://frank.geekheim.de/?p=1541[/url]

  33. simonr sagt:

    Schneewittchen, Herkules und Baron Münchhausen treffen sich in der heutigen Zeit.

    Sie unterhalten sich — Schneewittchen meint:
    «Ich wüsste gern, ob ich immer noch die schönste Frau der Welt bin!»

    Herkules meint:
    «Und ich wüsste gern, ob ich immer noch der stärkste Mann der Welt bin!»

    Münchhausen meint:
    «Ich wüsste gern, ob ich immer noch der größte Lügner der Welt bin!»

    Da fällt Schneewittchen ein, dass sie noch ihren alten Spiegel hat, den sie befragen können.
    Zuerst geht Schneewittchen den Spiegel befragen.
    Als sie wieder kommt freut sie sich:
    «Ich bin immer noch die schönste Frau der Welt!»

    Dann geht Herkules den Spiegel befragen.
    Er kommt wieder und meint:
    «Ich bin immer noch der stärkste Mann der Welt!»

    Dann geht Baron Münchhausen den Spiegel befragen.
    nach 10 Minuten kommt er wieder mit hochrotem Kopf und meint:
    «Wer zum Teufel ist dieser Guttenberg?»

  34. Conny von Striesen sagt:

    ok. das «an» war zu viel.

    Aber ansonsten: Ihr seid ja nur neidisch auf unseren smarten Freiherrn und außerdem in der Minderheit. Die Meisten wollen
    von (der Politik) und zu (Lasten der Wahrheit) verschaukelt werden. Und selbst wenn es sich herausstellen sollte, dass auch bei dem A400M gemogelt wurde*), Schwamm drüber, es schafft Arbeitsplätze und wird doch eh auf Pump bezahlt.
    CvS

    *) Airbus verzweifelt am A400M

  35. wschira sagt:

    Ich hab da mal einige simple Fragen:
    …somit ist die Annahme der Arbeit als Dissertation auszuschließen.
    Wie ist denn das für einen gewöhnlichen Nichtjuristen zu verstehen? Die Arbeit wurde doch angenommen und mit summa cum laude bewertet. Kann anschliessend die Annahme der Arbeit als Dissertation ausgeschlossen werden?

    Ich habe heute in einem Kommentar auf irgendeinem Blog gelesen, dass die Promotionsordnung der Uni Buyreuth eine Aberkennung oder Rücknahme einer Dissertation nur bei Täuschung vorsieht. Ich kenne diese Promotionsordnung nicht, aber wenn dem so ist, kann dann Herr vuzG nicht irgendwann, wenn Gras über die Sache gewachsen ist, auf Rückgabe der Rücknahme bestehen, möglicherweise gerichtlich? Schliesslich ist ihm ja in diesem Fall die Promotion zu unrecht entzogen worden!!??
    Fragen über Fragen.

  36. student sagt:

    na sowas:
    Guttenberg setzte auf CSU-nahen Zweitgutachter.
    Streinz’ Funktion als Vertrauensdozent der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) ist für die politische Debatte nicht unerheblich. Unionspolitiker hatten die Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg in der vergangenen Woche als Kampagne von links zurückgewiesen. Zur Begründung hatten sie darauf verwiesen, dass der Bremer Juraprofessor Andreas Fischer-Lescano, der die Affäre ins Rollen gebracht hatte, als Vertrauensdozent der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung dient.

  37. willi sagt:

    Das arme Fussvolk grämt sich: schlimm genug, dass es nur Fussvolk ist –aber dass jetzt auch noch die, die täglich auf ihm herumtrampeln, offenbar echte Lumpen sind, ist dann doch zu viel des Schlechten.
    Aber gut eingerichtet ist es schon. Während sich der Pöbel mit Jubeln oder Greinen beschäfftigt und am besten noch übereinnader her fällt, lachen sich die feinen Damen und Herren ins Fäustchen und nehmen sich noch ein Stück vom Kuchen. Sie haben zwar längst genug –aber wer wollte sie daran hindern sich weiter zu mästen?
    Dabei zeigt die ganze Aufregung den Eliten doch eigentlich nur an, dass sie in Sicherheit sind, weil der Pöbel öffensichtlich immer noch an die Illusionen von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit glaubt und das er ihr Spiel immer noch nicht durchschaut hat. Sie waren immer schon gleicher als die anderen und das öffentlich vom Wasser predigen und heimlich Wein saufen ist für sie ebenso selbstverständlich, wie dass man sich untereinander hilft wenn es eng wird.
    Alles nur inkonsitentes Theater. Skandale verkaufen sich gut und sorgen für Unterhaltung. Gehen müssen nur die Unbequemen oder schlecht vernetzten. (Vorgänger Jung musste wegen «schlechter Informationspolitik» gehen. Sein Nachfolger der lügt und betrügt, darf bleiben –wo ist da die Logik?)

    Wir haben doch mittlerweile eine so groteske, sich stetig steigernde Ungleichverteilung von Macht und Geld, dass man sich eigentlich nur wundern kann, dass noch so viele glauben, alles ginge mit rechten Dingen zu.

    Aber so ändert sich nichts –im Gegenteil. Wir stolpern von Skandal zu Skandal, an denen das Fussvolk sich brav abarbeiten und seinen Träumenen von der gerechten Welt nachhängen kann, während die, zu denen sie andächtig hinaufschauen, sie gerade ans Großkapital verfüttern.

  38. R. S. Thaler sagt:

    Ich habe nicht meinen richtigen Namen angegeben, da ich auch an der Uni Bayreuth promoviert habe und in Zukunft wohl immer einem ironischen Grinsen begegnen werde, wenn ich dies zugebe. Die Uni Bayreuth ist gut daran beraten, sich möglichst weit und möglichst bald von K. T. zu distanzieren, um zu verhindern, dass ihr Ruf noch weiter sinkt.

  39. rollwenzel sagt:

    bayreuth. laut unbestätigten quellen ist die universität bayreuth dabei, ihre wirkung in der öffentlichkeit zu präzisieren. in diesem zusammenhang soll auch die corporate identity völlig überarbeitet und eine neues logo eingeführt werden. dieses wird in seiner schlichten stringenz, akademischen klarheit und signalgebenden ausprägung repräsentativ und richtungsweisend für sämtliche fakultäten sein.
    einstimmiger gewinner der kommission wurde der entwurf “die quadratur des kreises”

    in der studentenschaft wird das signet begeistert aufgenommen und man hat ihm auch schon einen spitznamen gegeben: “das lügenkarlchen”

    (bei diesem beitrag handelt es sich um ein vorsätzliches plagiat)

  40. rollwenzel sagt:

    trotz mühevollster kleinarbeit ist mir wohl doch ein vorübergehender fehler unterlaufen, deshalb hier noch einmal der gewinner der kommision als link:
    das lügenkarlchen

    (liegt vllt auch daran, dass man keine bilder in den kommentar einbinden kann)

  41. Müller Georg sagt:

    Wer lügt, der Stielt. der geht auch in die Kirche.
    Ich dachte die Uni Bayreuth sei eine Universität. Leider ist sie ein Ableger der CSU München.

  42. fishkopp sagt:

    schlage neues Prädikat für Doktortitel vor:
    summa cum K l a u t e !!

  43. Robert B. sagt:

    Summa cum fraude 😉

  44. panda hugger sagt:

    Johannes Bayer irrt sich zumindest im Hinblick auf die USA.
    Dort wurde von Harvard sogar ein heavy weight wie Edward Moore
    Kennedy wegen Täuschung in einer an sich unbedeutenden Spanisch–
    Klausur relegiert. Was Täuschung und Betrug im wissenschaftlichen
    Bereich anbetrifft, kennen zumindest die Elite-Universitäten der
    USA keine Gnade.

  45. Ja die «Elite-Unis», die haben dort einen Ruf zu verlieren. Andererseits weiß man dort auch, daß alle Unis mit ihren exorbitanten Gebühren es den Studenten eher leichter als schwer machen. Es ist dort eine extreme Gradwanderung zwischen Ansehen und Befriedigung des Kunden, der die Lehrkräfte mehr als fürstlich entlohnt. Das treibt teils auch recht seltsame Blüten, keine Sippenhaft, aber auch kein Persilschein für eine weiße Weste.

  46. Peter Stübert sagt:

    Les grad die Beiträge und staune über die Weitsichtigkeit hier, die noch im Februar auf dieser Seite vorherrschte, während mir in der Boulevard Presse einige Infos deutlich fehlen. Klar, ich denke auch, dass da auch was für die Uni Buyreuth rausgesprungen ist, für ne 7 Jahre dauernde Doktorarbeit (das ist ziemlich lang!) dann noch ein Summa cum laude, das war sicher keine Begeisterung der Doktorväter, das war ne Gefälligkeit. Dumm nur, dass die Uni jetzt komplett zurück rudert, das ist unglaubwürdig und peinlich zugleich. Und jetzt gibt sich die Uni auch noch als harter Bestrafer, auch das ist fragwürdig, denn die Uni muss sich genauso den Vorwurf machen lassen, die Doktorarbeit nicht überprüft zu haben, vor allem angesichts der Tatsache, dass (bis zum heutigen Tag) GuttenPlag Wiki herausgefunden haben will, dass bereits 49% der Arbeit Plagiat sein sollen. Wie doof muss denn ein Prof sein, der sich so übers Ohr hauen lässt ? Na vielleicht fehlte der Uni Buyreuth einfach ein Breitbandanschluss. Tschuldigung, ich warte drauf, dass hier die nächsten Köpfe rollen, aber dringend !

  47. >für ne 7 Jahre dauernde Doktorarbeit (das ist ziemlich lang!)

    Das erscheint Laien nur so lang, tatsächlich jedoch — eine ordnungsgemäße Arbeit vorausgesetzt — sind 4–5+ Jahre z.B. an der geisteswissenschaftlichen Fakultät usus. Dort gibt es dann auch Schmöker von 400-500S. In anderen Fakultäten gibts teils satte Forschungsgelder oder auch «lukrative» Assi-Stellen, die wiederum zur «Beschleunigung» beitragen. Ansonsten heißt es auf eigene Kosten Archive nutzen, u.U. diverse Reisen antreten, etc. pp. Da Geld nicht auf Bäumen wächst, geht man dazwischen mehr oder weniger geschickt einer Tätigkeit nach. Nicht wenige straucheln dabei, ob mangelnden Geldes und genau das ist der Unterschied zu Guttenberg. Die Dauer ist kein Malus, erst im Verhältnis betrachtet zu der äußerst mauen «Leistung».

    >Na vielleicht fehlte der Uni Buyreuth einfach ein Breitbandanschluss.

    Nun das Verhältnis zwischen Doktorvater und Doktorand basiert erst einmal auf Vertrauen (siehe auch eidesstattliche Erklärung bezüglich der Eigenarbeit). Da wird kein Abgleich vorgenommen, allenfalls bei konkreten Auffälligkeiten. Schließlich geht es während der Arbeit mehr um die Gespräche, als denn der Vorlage von ausgearbeitetem Material. Hier liegt ein großes Mißverständnis vor, da einige anscheinend meinen, dies funktioniere wie zu Schulzeiten.

    >ich warte drauf, dass hier die nächsten Köpfe rollen, aber dringend !

    Also wir sind hier ja nicht bei der franz. Revolution. Sprich, erst einmal den Geifer beiseite gewischt und nachgedacht bzw. informiert bezüglich des Prozedere. Unter Umständen muß man die beiden Prüfer näher beleuchten, normalerweise fallen faule Eier jedoch spätestens bei der Verteidigung der Arbeit auf, denn da muß man bestens mit der eigenen Materie vertraut sein. Da sind also recht viel Leute daran beteiligt und es fällt schwer dabei an eine Verschwörung zu denken. Warum sollte jemand seine Reputation aufs Spiel setzen? Eher muß man hier wohl die Möglichkeit einer geschickten Täuschung in Betracht ziehen.

    Also abwarten und Tee trinken. Wilde Spekulationen helfen nicht weiter. Was jedoch eine Tatsache ist: die Politik versucht überall, ob bei den Sendern der Öffentlich-Rechtlichen, den Universitäten, etc. pp. Einfluß zu gewinnen. Was wir hier an der Uni sahen, sind mitunter die Folgen des politischen Einflusses, nicht aber die Ursache.

  48. Peter Stübert sagt:

    Hallo Oliver,

    ich muss sagen, das war sehr interessant zu lesen, auch wenn ich mich jetzt als vorurteilsbehafteter Laie ansehen lassen muss. Das kannte ich nicht, dass eine Doktorarbeit sieben Jahre dauern kann, in meinem Fachgebiet sind max. 5 Jahre vorgesehen. Besser ist es, wenn man es in kürzerer Zeit schafft. Also drei Jahre oder so. Bei den Geisteswissenschaften kenne ich mich diesbezüglich weniger aus. Aber für mich klingt das schon nach einem ineffektiven Arbeiten, für das ein «summa cum laude» schon gar nicht in Frage käme. Wer solange trödelt hat allein deshalb schon keine gute Note verdient.

    Was dein Argument angeht, dass zwischen Doktorvater und Doktorand ein Vertrauensverhältniss bestehen müsse, muss ich dir mitteilen, dass dies in den seltensten Fällen (in meinem Fachgebiet) der Fall ist. Hier werden Ergebnisse genauestens überprüft und bewertet. Im schlimmsten Falle ist die Doktorarbeit hinfällig und die Arbeit war umsonst.

    Aber eines interessiert mich doch sehr: Du hast davon gesprochen, dass die Politik versucht hat überall Einfluss zu gewinnen, z.B. bei den Sendern der Öffentlich-Rechtlichen, den Universitäten, etc. pp. Wie hat das deiner Meinung nach stattgefunden, weil ich mir das im Moment noch nicht vorstellen kann ?

  49. >in meinem Fachgebiet sind max. 5 Jahre vorgesehen. Besser ist es, wenn man es in kürzerer Zeit schafft.

    Besser… besser ist relativ. Eine große Arbeit muß nicht gleichbedeutend mit Qualität sein, vice versa gilt dies ebenso. Die Länge kann entscheidend bezüglich der Güte sein, kann aber auch nur Ausruck mangelnder Ressourcen sein. Für das Gros der Doktoranden ist die Dissertation ein Drahtseilakt in vielerlei Hinsicht. Eine Regel gibt es da schlichtweg nicht. In Karrierefächern mag ein Jahr genügen, anderswo ist die Prägnanz entscheidend, usw. Was bei letzterem wiederum, je nach Thema, nicht bedeuten muß, das eine prägnant ausgearbeitete Arbeit nicht mit 400+ Seiten in 5+ Jahren daherkommen kann. Fixe Regeln existieren einzig für Magister/Diplom/Bachelor/Master. Die Dissertation soll eine selbstständige wissenschaftliche Arbeit darstellen.

    >Hier werden Ergebnisse genauestens überprüft und bewertet. Im schlimmsten Falle ist die Doktorarbeit hinfällig und die Arbeit war umsonst.

    Du mißverstehst hier einiges, Vertrauen ist nicht gleichbedeutend mit Naivität oder Nachlässigkeit seitens des Doktorvaters. Aber ebenso wenig wie in dieser Freiheit, müssen wir eben mit gelegentlichem Mißbrauch leben. Wir können nicht alle vorab in Sippenhaft nehmen. Darüber hinaus garantieren, wie zuvor auch erwähnt, mehrere Prüfer der eigentlichen Arbeit, sowie anwesende Professoren bei der Verteidigung der Diss. die Qualität dieser. Es sind also mehrere Stufen. Natürlich kann man vorab alle als potentielle Betrüger abstempeln und dementsprechend handeln, nun damit stellt man sich jedoch ein Armutszeugnis aus als Mensch in einer Gemeinschaft.

    >Wie hat das deiner Meinung nach stattgefunden, weil ich mir das im Moment noch nicht vorstellen kann ?

    Nun im Rahmen des ZDF sind dir beispielsweise diverse Vorgänge denke ich bekannt? Hier z.B. in diesem Fall ist die Rede davon, das ein äußerst CSU-naher Professor die Zulassung zur Diss. trotz eher mäßigem Staatsexamen ausnahmsweise genehmigte.

  50. panda hugger sagt:

    Ich weiß nicht, ob in Bayreuth, wie Oliver Herold anzunehmen
    scheint, der Doktorand die Dissertation selbst öffentlich oder vor einem Gremium vertreten muß. Im allgemeinen ist es bei Juristen üblich,im Rigorosum mehrere Kandidaten gleichzeitig und mehrstündig einer Prüfung in den juristischen Hauptfächern durch mehrere Professoren zu unterziehen.Die Benotungen der schrift– lichen Arbeit und der mündlichen Prüfung gehen dann in eine
    Einheitsnote ein. Der unglückliche Baron müßte danach für die eine Leistung ein scl und für die andere mindestens ein mcl erhalten haben. Allerdings scheinen die Uhren in Bayreuth anders zu gehen, und ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass vuzG ausnahmsweise eine Einzelprüfung bei seinem so entgegenkommenden Doktorvater bewilligt wurde. Jedenfalls dürfte die Häme, mit der die baierischen Elite-Unis etwa auf Bremen herab zu schauen pflegten, nunmehr mehr als angekratzt sein.

  51. Um weiteren Ratespielen vorzubeugen, wie üblich an jeder Universität in Deutschland finden sich die nötigen Formulare auf deren Server. Promotionsordnung Rechtswissenschaften Uni Bayreuth. Ab §7 findet man dann die nötigen Informationen. Und ich weiß ja nicht was sich sonst so überall Dissertation nennt oder wie dies heute im Rahmen von Bachelor & Co gehandhabt wird, also fern eines echten Studiums, aber früher war der grobe Ablauf überall mehr oder weniger identisch.

  52. Anonymous sagt:

    Warum hat sich hier bislang keiner mit dem Inhalt von Guttenberg’s «Diss» auseinandergesetzt. Das ist der absolute Müll! Auch wenn nicht kopiert worden wäre, ist das eine glatte 5.

    Vergleichbares gibt es übrigens von Möchtegern-Professor Volker Rieble («Ein Lehrstück über den Umgang mit der Justiz! In: NJW 2009, S. 2101–2105″). Auch dort findet man keinen einzigen richtigen Schlussforgerungsschritt (geschweige denn eine Begründung für seine absurden Thesen).

    Warum müssen ausgerechnet juristische Fakultäten so sinnlos mit Titel um sich werfen?

RSS-Feed abonnieren