Und wieder 25 Mrd. verschleudert

Der Bundestag hat des neue Wachstumsgesetz beschlossen. Kinderbetreuung, Handwerkerrechnungen und Umsatzsteuer für kleinere Unternehmen sind einige der Gesetze, die geändert werden sollen. Wie nicht anders zu erwarten, hat die Große Koalition dafür gestimmt, die Opposition dagegen. Wie auch nicht anders zu erwarten, werden die treuen Medien aus Berlin vollen Lobes über dieses Paket berichten, doch wie sieht es wirklich aus?

Zuerst wären da die Handwerkerrechnungen, in Zukunft sollen bis 600 Euro (wenn die Summe mal nicht zu hoch ist) von der Steuer abgezogen werden können. Die Regierungsparteien versprechen sich davon einen Rückgang der Schwarzarbeit, und dass mehr Aufträge aus Privaten Haushälten heraus an die Handwerker vergeben werden. Das ist natürlich fernab jeglicher Realität. In Verbindung mit der Mehrwersteuererhöhung wird nämlich genau das Gegenteil passieren, die eh schon völlig überteuerten Handwerkerrechnungen (kein Vorwurf an die Handwerker, die können da am wenigsten für) werden nun noch mehr versucht, durch Schwarzarbeit zu umgehen. Auch sind diese 600 Euro eher lächerlich gestaltet, wegen so einer Summe hole ich mir keinen Handwerker ins Haus, da versuche ich immer noch alles selbst zu regeln, evtl. mit Hilfe von Freunden, und das was nicht geht, da muss dann halt eine andere Lösung gefunden werden.

Durch Steuervergünstigungen sollen private Haushalte als Arbeitgeber gefördert werden, Kinderbetreuung soll steuerlich absetzbar werden. Ein guter Ansatz, nur mal wieder völlig fernab jeglicher Realität. Die Vergünstigungen treten nur in Kraft, wenn jemand eingestellt wurde zur Betreuung, heißt natürlich, diese Neuregelung trifft insbesondere die Reichen, die sich vorher schon ein Kindermädchen leisten konnten — wegen 100 Euro wird sich kein normaler Haushalt nun ein Kindermädchen leisten können. Unglaublich, dass sowas als Erfolg verkauft wird.

Hinzu kommen Abschreibungsverbesserungen für Unternehmen, für kleinere Unternehmen werden die Regeln bei der Umsatzsteuer gelockert und Betreuungskosten für pflegedürftige Personen können demnächst abgesetzt werden.

Große Worte hat man von der Kanzlerin nach der Wahl gehört — seitdem hat man von ihr nichts, aber auch gar nichts gehört. Sie macht ihre Tour durchs Ausland, buckelte sich durch die USA, durch Frankreich, in Deutschland herrscht seit der Wahl immer noch Stillstand, es geht in manchen Bereichen sogar noch weiter bergab. Schlimmer als ihr Vorgänger nähert sie sich mit großem Schritten Helmut Kohl an — das Paket, was gerade geschnürrt wurde kann man diplomatisch vielleicht noch als 25 Mrd.-Irrtum bezeichnen, was bleibt, ist ein Satz: Gute Nacht Deutschland.

Eine Antwort zu “Und wieder 25 Mrd. verschleudert”

  1. Oli sagt:

    Blendwerk — wie in allen Bereichen — nur wer wirklich davon betroffen ist bzw. derlei Dinge in Anspruch nimmt, bekommt die Realität zu spüren und die Absurdität von solcherlei Polit-blabla.
    Kahlschlag kann jeder veranstalten, insbesondere wenn es nicht die eigene Person betrifft. Intelligente Sparmaßnahmen erfordern jedoch Grips, der in Berlin nie vorhanden war.

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