Twitter als Multiplikator

TwitterDass ich Twitter kritisch sehe, ist nicht erst seit gestern bekannt. Auch wenn ich mir mittlerweile zur Kommunikation eine kleine Insellösung auf Identi.ca geschaffen habe. Seit gestern morgen jedoch, erfahre ich auch einmal die positiven Folgen von Twitter: Der Microbloggingdienst als Multiplikator. Ich hatte gestern einen kleinen Text geschrieben — und seitdem wird er nicht nur auf Blogs und Foren zitiert und verlinkt, auch auf Twitter wird er rumgereicht, als wenn es kein Morgen geben würde. Wenn ich von geheisten und gediggten Geschichten absehe, hatte F!XMBR gestern den erfolgreichsten Tag seiner Geschichte. In Zahlen ausgedrückt: Knapp 5.300 unique IPs und gut 12.000 PIs — selbstverständlich bereinigt, ohne Bots und anderen Kram. Das ist für dieses kleine Privatblog, wie ich es hier führe, schon keine schlechte Sache. Man muss immer dabei berücksichtigen: Ich habe keine mich verlinkende Geschäftspartner und keine befreundeten Journalisten, die F!XMBR in den etablierten Medien rumreichen. Je nachdem, wie viele Artikel ich veröffentliche, kommt F!XMBR sonst wochentags bei normaler Schlagzahl auf 3.000 Unique IPs. Im Moment schaut es so aus, als würde der heutige Tag den gestrigen sogar noch übertreffen. Dabei habe ich doch gar nichts getan. 😀

Ich höre schon das Lachen — ja, da hinten in der Ecke. Doch ist dieser Umstand gestern und heute natürlich die Ausnahme. F!XMBR wird selbstverständlich jeden Tag auf Twitter verlinkt — es passte einfach die Thematik, die Sprache, der Artikel traf ins Schwarze. Diesen Einzelfall jetzt auf Blogs generell und die Zukunft anzuwenden, wäre falsch. Kommt Inhalt, kommt Verlinkung. Wo auch immer. So kurz und knapp kann man es durchaus ausdrücken.

Bei den etablierten Medien sieht es im Übrigen ähnlich aus. Ich gebe ja gerne zu, dass Twitter in den letzten Tagen zu Zensursula meine erste Recherchequelle war. Auf Twitter, aber auch auf Rivva bei den Twitter-Links wurde eines sehr deutlich: Am meisten wurden die etablierten Medien verlinkt. Ob es nun die ZEIT war, die dargelegt hat, warum die Politikerkaste derzeit eine ganze Generation verliert oder der TAGESSPIEGEL, der feststellt, dass unser Staat zu einem Problem wird, ist unerheblich. Es war eindeutig festzustellen, solange unsere Medien ihren Job gut tun, erreichen sie die Menschen, werden von den Menschen gelesen — in der Folge erhöhen sie dadurch auch ihre Einnahmen.

Die letzten Tage haben bewiesen, dass Web 2.0 und der etablierte Journalismus nicht gegeneinander arbeiten. Im Idealfall, und das war gegeben, ergänzen sie sich wunderbar. Das Web 2.0 verlinkt zufrieden auf die Online-Auftritte der Medien, diese reichern ihre Artikel mit den Informationen aus dem Web 2.0 an. Ein Zusammenspiel par excellence. So sollte es auch in Zukunft sein. Dass dadurch nicht die Probleme der Medien gelöst werden, ist klar — aber es ist ein Anfang, wieder die junge Generation zu erreichen, diese teilnehmen zu lassen, an deren Leben teilzunehmen. Das Web 2.0 darf von den etablierten Medien nicht länger als Gefahr angesehen werden, sondern als Chance. Ein Chance für die Zukunft.

Die letzten Tage haben Spaß gemacht. :)

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6 Antworten zu “Twitter als Multiplikator”

  1. schrozberg sagt:

    Und wo findet man chris/fixmbr nun bei Twitter?

  2. Chris sagt:

    Isch abe gar kein Auto Twitter-Account. 😉

  3. schrozberg sagt:

    habs mir fast gedacht, schad.

  4. phoibos sagt:

    harrr, unbedingt bei jung von matt anrufen und sauteuer werbung verkaufen 😉

  5. FoolMoon sagt:

    Ich denke schon das es ein ernst zunehmender Multiplikator ist.
    Sollte ich es schaffen auf Carstens oder Alper Twitter-Account erwähnt zu werden werde sicherlich sehr viele aus reinem Interesse dem Link folgen.

    Allerdings möchte ich nur Menschen auf meinen Seiten haben die gerne mit mir über meine Themen diskutieren wollen. Nur um die Seitenzugriffe damit zu steigern finde ich primitiv.

  6. John Doe sagt:

    Klar ist Twitter ein Multiplikator, sobald die richtigen Leute einen im Tweet erwähnen. Die richtigen Leute sind immer die, die viele Follower haben — und häufig die, die sich mit bestimmten Themen besonders gut/genau/viel auseinander setzen und für diese Themen eine Art Authority darstellen.

    Wenn man nun auch einen besonders lesenswerten Beitrag über deren Thema schreibt und es irgendwie schafft, dass sie das lesen — tja dann steigt die Wahrscheinlichkeit von ihnen verlinkt zu werden in unermessliche — aber das trifft nicht nur für Twitter zu — und natürlich werden von denen verlinkte auch weiter verlinkt. Auch nicht nur auf Twitter so.

    Ich finde, in Twitter wiederholt sich nur alles, was es in Blogs schon gibt. Nur eben schneller, geballter und konzentrierter. Genau wie die Länge der Nachrichten eben. Blogs kann man auch alle zwei/drei Tage lesen ohne dass die Beiträge veraltet sind und tut das vielleicht gerade wegen der Beitragslänge auch durchaus. Twitter ist eher auf kurz, knapp, hochaktuell getrimmt und die Textlänge erfordert wenig Lesezeit. Daher alles schneller.

    Ich mag Twitter trotzdem nicht, followe niemandem, tweete nicht in der Gegend rum und lege auch keinen Account an 😉 zumindest derzeit nicht… wer weiß was in einem halben Jahr alles passiert…

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