Täuscht Euch nicht

Auf die Rot-Rote Koalition in Berlin und die bedingungslose Unterstützung des Herrn Sarrazin durch die Linke, haben wir schon mehrfach hingewiesen. Da erstaunt es auch nicht, dass die Linke ebenfalls das sogenannte Rettungspaket unterstützt. Wenn es in einem Land keine Opposition mehr gibt, kann man dann noch von einer Demokratie reden?

Nachtrag: Linke und auch Grüne haben nun gegen das Paket gestimmt.

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25 Antworten zu “Täuscht Euch nicht”

  1. Stefan sagt:

    «bedingungslose Unterstützung des Herrn Sarrazin»?

    Was ist mit dem «Sarrazin-Experiment», dem Antrag auf Rücktritt, etc?

    Mark — Suche nach Sarrazin

    Klar, das ist einer von vielen, aber die pauschale «Verurteilung» der Linken bzgl. Sarrazin halte ich für fehl am Platz.

  2. ckwon sagt:

    Finde ich jetzt nicht unbedingt widersprüchlich, da der Staat ja scheinbar auch Mitspracherechte und Anteile an den Banken bekommt. Also eben gerade den starken Staat raushängen lässt.

  3. Henry sagt:

    Naja, die «linkezeitung» ist ein Medium deren Macher für eine Rätedemokratie eintritt. Sie begreifen sich dabei als «revolutionär» und lehnt daher die parlamentarische Demokratie ab. Auf «Die Linke» haben sie sich schon länger eingeschossen und operieren da auch mal gerne mit Halbwahrheiten

    Abgesehen davon, widerspricht dies folgender Meldung:

    direktbroker.de — Linke will Rettungspaket nicht zustimmen

  4. safSaf sagt:

    Die Auswirkungen auf den aktuellen Haushalt sind genau NULL. Ja, genau: NULL. Daher kann auch Steinbrück einfach mal so sagen «Eine Steuererhöhung wird es in absehbarer Zukunft deswegen nicht geben», denn er hat Recht damit, schließlich taucht die Bürgschaft erstmal in keinem Haushalt als geregelter Posten auf.

    Ob das überhaupt ein *krasses* Negativgeschäft wird mit der Unterstützung der Banken weiß man FRÜHESTENS 2013 (das man nicht ganz rasukommen wird, auch wenn ggf. gekaufte Bankanteile steigen ist klar). Nur weil der Bund bürgt heißt das aber noch lange nicht, das auf einmal alle Kredite zwischen den banken platzen. Also mal schön die Kirche im Dorf lassen, auch der Staat hat nicht einfach mal so ein paar hundert Milliarden zu verschenken, Amigos hin oder her.

    Chris: ist das nicht einfach gebashe oder ist die ganze Sache von deiner Seite aus absichtlich Überspitzt?

  5. Fabian sagt:

    Ich denke man muss auch fragen, was denn die Alternative wäre? Der Crash des Finanzsystems und die PLeite vieler Banken auf einmal? Man kann mich ja für falsch oder unzureichend informiert halten aber ich glaube, dass wenn wir weiterhin am Automaten Geld bekommen wollen, dieser Schritt nunmal notwendig ist. Und da steht es für mich erst an zweiter oder dritter Stelle, dass diese Krise gößtenteils von größenwahnsinnigen Bankmanagern heraufbeschworen wurde. Diese Tatsache nützt mir nämlich nichts wenn mich morgen mein Sachbearbeiter anruft um mir mitzuteilen, dass ich mein Geld leider in den Wind schreiben kann. Und genau das ist bei Leuten in meinem Bekanntenkreis bereits geschehen. Dass 500 Mrd. EUR ne Menge Holz sind und dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden müssen, ist für mich ganz klar und das verlange ich auch. Aber bitte erst wenn mein Geld sicher ist… danke.

  6. Falk sagt:

    Ob das überhaupt ein *krasses* Negativgeschäft

    Ich würde das «Ob» durch ein «Wenn» ersetzen. Denn für was wird denn gebürgt? Vor allem und auch für faule Kredite, wo ich jetzt mal unterstelle, das ein paar Menschen da schon wissen, daß diese als Verlust abgeschrieben werden dürfen. Und die 20 Milliarden Sofortspritze müssen ja auch aus dem Haushalt gegenfinanziert werden. Also kann ich deiner Aussage mal so gar nicht folgen, daß dies keine Auswirkungen auf den Haushalt haben soll. Vor allem: Wo bitte sichert sich der Bund denn Anteile? So wirklich davon sprechen, daß hier private Banken teilweise in staatliche Hand überführt werden, kann doch wohl nun wirklich niemand. Und die Managergehälter sind da ja nun echt das geringste Problem, wo die Regierung dann mitreden will.

    Aber wir werdens alle mit sinkenden Sozialleistungen und irgendwann auch höheren Steuern bezahlen dürfen. Das Jahr bis zur Wahl läuft doch jetzt eh unter «Beschwichtigung des Volkes» und «Deckmantel des Schweigens breiten» über die Auswirkungen. Die aber spätestens dann sichtbar werden, wenn wir nächstes Jahr ein negatives Wortschaftswachstum, mindestens eine halbe Million mehr Arbeitslose, einen am Boden liegenden Binnenmarkt und die Wahl zwischen Pest und Cholera für Berlin haben.

    Dann, aber auch nur vielleicht, wirst du wohl deine Aussage korrigieren. Und ich würd mich verdammt gern irren, allein mir fehlt der Glaube…

  7. Oliver sagt:

    >Der Crash des Finanzsystems und die PLeite vieler Banken auf einmal?

    Der Crash natürlich. Man kann sich natürlich weiterhin in Selbstkasteiung üben und ein absurdes System voller asozialer Zocker stützen, die die Menschen so oder so zugrunde richten. Der Irrtum beginnt auch dort von einer Bankenkrise zu träumen, diese Krise zieht weite Kreise, auch in IT-Gefilden und manche dort werden tief stürzen.

    >dass wenn wir weiterhin am Automaten Geld bekommen wollen, dieser Schritt nunmal notwendig ist.

    Das ist ein ähnlich unsinniges Argument, wie Hauptsache der Strom liegt weiterhin an der Steckdose an — egal wie.

    Während also alle besorgt sind, um ihre Hunnies am Automaten, ersinnt die Wirtschaft schon Pläne weiterhin den Menschen zu optimieren und alles was nicht wirtschaftlich ist dahinzumetzeln. Das man dabei noch Hilfestellung leistest hat schon eine äußerst absurde Dimension.

  8. Roman sagt:

    @Oliver: So ist es leider.
    Was mich ja besonders ärgert, ist, für wie dumm der Bürger mal wieder gehalten wird.
    Da werden «Experten» herangezogen, die helfen sollen, die Steuerkohle zu verteilen. Und wer sind diese Experten? Dieselben Pfeifen^WTrottel^WFachleute, die uns diese Suppe überhaupt erst eingebrockt haben. Diese verdienen sich jetzt noch durch die Beratungsleistungen eine goldene Nase. Und schärfer reglementiert wird da gar nichts, das sind doch nur Sprüche, die da geklopft werden, um den Zorn des Stimmviehs^WWahlvolkes abzuwenden.

    Mir ist schlecht.

  9. Falk sagt:

    wenn wir weiterhin am Automaten Geld bekommen wollen

    Sofern dein Gehalt auf einem Konto der Sparkassen oder Volksbanken landen, dürfte das selbst bei einem Crash der Privatbanken noch recht sicher sein.

    Und genau das ist bei Leuten in meinem Bekanntenkreis bereits geschehen.

    Aber sicher doch auch nur, weil sie in riskante Anlagen investiert hatten, oder?

  10. Grainger sagt:

    Die Sparkassen haben in den letzten vier Wochen mehr Kontoneueröffnungen gehabt wie sonst in 9 Monaten!

    Die wissen teilweise kaum noch, wie sie den Ansturm personell bewältigen sollen.

    Momentan wechselt scheinbar jeder von den ganzen Privat– und Onlinebanken mit Null-Kontoführungsgebühren und Guthabenverzinsung der Girokonten wieder zurück.

    Ich hatte mein allererstes Konto (noch aus der Ausbildungszeit) bei einer Sparkasse und das hat sich auch nicht geändert. Meine paar Ersparnisse sind ebenfalls bei einer Sparkasse angelegt, ein weiterer Teil bei einer Genossenschaftsbank.

    Alles erzkonservative, seriöse, langweilige und vielleicht auch wenig kreative Banken.

    Andererseits hat mich meine berufliche Erfahrung schon sehr früh gelehrt, das Kreativität eine bei einem Buchhalter eher unerwünschte Eigenschaft ist. 😉

  11. Fabian sagt:

    Natürlich überschlagen sich die Banken mit Versicherungen an ihre Kunden, dass ihr Geld in ihren Händen am sichersten ist. Wenn man dem glaubt ist eine Bank sicherer als die nächste… wahrscheinlich ist das mit der Bankenkrise nur ein Scherz gewesen.
    Was ist an meinem Argument denn Unsinn? Okay ich gestehe ein, es mag Leute geben, die ziemlich gut abgesichert sind. Aber unsereins fände es nicht sehr erhebend wenn seine Bank die Hand hebt und sagt «Sorry, wir haben nix» So ein System kann man nicht einfach mal den Bach runtergehen lassen (auch wenn es menschenverachtend und unsozial ist, da stimme ich dir voll und ganz zu) und dann glauben, dass schon alles gut gehen wird. «Money makes the world go round» so ist das nunmal.

  12. Falk sagt:

    @ Fabian: Sicher könnte man so ein System auch untergehen lassen. Nur die Konsequenzen mag keiner verantworten wollen. Denn das würde nämlich bedeuten, das System als solches und die Minderheitenpolitik in Deutschland in Frage zu stellen. Und das ist eben (politisch) nicht gewollt. Leider bist du oben auf meine Frage nicht eingegangen, aber ich wiederhol mich gern: Bis zu einem gewissen Betrag sind private Sparvermögen abgesichert und dies vor allem (da nicht dem freien Finanzmarkt komplett überlassen) bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Gabs zwar weniger Zinsen, aber wer mehr als 7% Rendite erwartet hat, muss halt jetzt um sein Vermögen zittern. Das dies bei einem Wirtschaftswachstum von 1–2,5% einfach nur Irrsinn sein kann, hat mir irgendwann mein Mathematiklehrer beigebracht. Und ja, ganz so einfach ist das alles nicht — aber warum unnötig verkomplizieren? Das solche Geldanlagen und die Börse enorme Risiken darstellen, wollt ja auch keiner verstehen und hat sich das Blaue vom Himmel erzählen lassen. Und wer sich Luft in Tüten verkaufen läßt, bei dem hält sich mein Mitleid dann durchaus in sehr engen Grenzen.

  13. Oliver sagt:

    Wenn man ein klein wenig Geschichtshintergrund mit sich bringt, weiß man das die Zeiten nach einem Zusammenbruch hart aber auch immer äußerst reinigend wirkten.

    >Aber unsereins fände es nicht sehr erhebend wenn seine Bank die Hand hebt

    Wir sind hier nicht die Großfinanz oder Leute die mit einem dicken Konto abgesichert sind, wir sind vernünftig denkende Menschen denen auch die gewirkte Realität äußerst bewußt ist und der einhergehende Raubbau der Wirtschaft in allen Bereichen des Lebens. Ob der kleine Mann — ich denke von jenem reden wir — also morgen ob des gewirkten wirtschaftlichen Kolateralschadens vor die Hunde geht oder ob jener nach dem Zusammenbruch eines absurden System eine harte Durststrecke durchleben muß — ist eine gewaltiger Unterschied. Bei letzterem geht es gemeinsam wieder aufwärts, bei ersterem verreckt es sich täglich recht gut. Und bei einem tatsächlichen Zusammenbruch trifft es erst einmal die richtigen, indirekt leidet der kleine Mann so oder so.

    Während als einige kleine Bürger nur an heute und morgen denken, denken andere wiederum auch an übermorgen und die kommenden Zeiten per se. Der Deutsche wurde selbstredend von Kindes Beinen an auf Sicherheit konditioniert. Mach eine gute Ausbildung die viel bringt,heirate, Kinder, Zahl in die Rentenkasse, verändere dich ja nicht, wage nichts, never change a running system etc. pp. — bis zu Rente eben, zurücklehnen und genießen. So jedenfalls die Mär und der kleine Mann täte gut daran, wenigstens endlich einmal den Geist zu stählen und somit etwas zur Emanzipation des Deutschen Michels beizutragen. Kurzum: es existiert keine Sicherheit und selbst demjenigen der auf einem Ponyhof aufwuchs sollte unlängst eines klar sein, man kann nicht einmal für fünf Jahre tatsächlich vorausschauen.

    D.h. im Klartext sofern du nicht in der nächsten Zeit in Rente gehst, träum nicht von dieser in ein paar Jahrzehnten, verschulde dich nicht mit einem schnuckeligen Eigenheim — die Chancen sind groß in der Gosse zu landen, die Zwangsversteigerungen bei den Banken sind seit Jahrzehnten unvermindert, wenn nicht gar steigend. Glaube nicht an die Riester-Rente, rechne mit dem Schlimmsten — eine intensivere Beschäftigung mit Politik und Geschichte diese Landes, sowie gewirkter aktueller Tagespolitik sollte genügen.

    Es existieren keine sicheren Ausbildungen, kein Glückseligkeit verheißendes Studium, kein Fond der einmal liegen gelassen für den goldenen Lebensabend sorgt — du schaust politischen Zweckoptimismus, welcher in der Regel nicht mal für eine halbe Legislaturperiode im Ansatz Gültigkeit besitzt. Du schaust jetzt auch nichts neues oder eine kleine Bankenkrise, du schaust eine recht verzerrte Weltwirtschaftskrise die so langsam aber sicher ihr häßliches Antlitz offenbart. Aktien/Fonds sind vergleichbar dem sicheren System auf der Spielbank — die Großen verlieren Taschengeld, die kleinen Zocker um ihr Leben.

    Du schaust tagtäglichen Sozialabbau, immens steigende Kosten in allen Bereichen des Lebens, eklatante Fehlentscheidungen der Politik, eine Ökonomisierung bis hinab in den Kindergarten und du klammerst dich dennoch allen Ernstes an die Tatsache noch morgen dein Geld vom Konto abheben zu können? Das entbehrt nicht einer großen Portion Naivität, aber wie immer gilt: your mileage may vary. Andererseits, wenn man sich vielleicht doch mit Geschichte beschäftigen sollte, ein Blick ins Mittelalter genügt. Dort verhieß man dem kleinen Mann das Himmelreich — später selbstredend — auf das er sich weiter plagte und das ihn ausbeutende System stützte. Heute nennen wir das ganze Rente, am Traum vom kleinen Mann hat sich jedoch nichts geändert, ebenso wie am irdischen Jammertal. Dem kleinen Mann damals untersagte man die Bildung, heute tut man dies freiwillig.

  14. Fabian sagt:

    @Falk: Ja ich weiß aber ich bin mir nicht sicher, ob die Dresdner dazu gehört. Außerdem geht es doch auch gar nicht darum ob ich Geld bekomme oder nicht. Es ist doch vielmehr so, dass es nunmal nicht angeht dass man ein globales Finanzsystem vor die Hunde gehen lässt. Punkt. Und die Folgen bestünden mitnichten darin eine harte Durststrecke durchstehen zu müssen. Für viele, sehr viele geht es da um die nackte Existenz.

    @Oliver: Nein, leider habe ich nicht vor, in der nächsten Zeit in Rente zu gehen. Ich bezweifle auch, dass es allzuviel zu bekommen gäbe (–> Student). Das meiste von dem was du hier anführt ist mir sehr wohl bekannt und ich weiß auch um die direkten und indirekten Schäden, die unser Finanzsystem (oder sollte ich besser sagen: unsere gesamte Gesellschaft) den Schwachen zufügt. Und man muss mir auch nichts über die heutige Arbeitsmarkt– und Ausbildungssituation erzählen, die kenne ich zur Genüge aus eigenen Erfahrungen.
    Vielleicht fehlt mir der Blick für das Große und Ganze, mag sein. Trotzdem passt mir deine «Durststrecke» nach einem Finanzcrash so gar nicht in den Tagesablauf. Und auch der Gedanke daran lässt mich wenig frohlocken. Ich will jetzt nicht viel über die Unterschiede zwischen deiner und meiner Generation bezüglich dem Aufbegehren gegen Missstände sinnieren. Dass es da eklatante Abweichungen gibt, ist mir bereits zu Ohren gekommen. Ich sage einfach: Das System, so wie es ist, ist scheiße aber leider haben wir momentan kein Besseres. Es gibt eben keine heilbringende Sofortlösung. Einstein sagte einmal (sinngemäß; das exakte Zitat finde ich gerade nicht) «Ich weiß nicht womit der 3. Weltkrieg ausgetragen wird. Aber im 4. Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen»… Tja vielleicht braucht es dafür keinen 3. Weltkrieg.

  15. Herr Q. sagt:

    Oppositionsparteien sind grundsätzlich gegen die Regierung. Dies fällt zum Zeitpunkt positiv auf, bei welchem sich die Regierenden «Fehler erlauben».
    Teile der jetztige Opposition demonstrieren gegen die von ihnen vormals eingeschlagene Richtung.

    Wer sagt, dass das momentane Finazgebilde überhaupt noch mit realen Produktionswerten übereinstimmt und es gar nicht anders kann, als zu kollabieren?

    Wieso haben wir ein bescheidenenes System? Gibt ein besseres?
    Liegt es am System? Liegt es an den Menschen? Ohne Menschen gäbe es kein System.

    Fragen über Fragen? Ich bin Ratlos, aber auch kein Finanzexperte.

  16. Chris sagt:

    Ja mei, was ist denn hier los. Das hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass auf ein kleines satirisches Werbeplakat so viele Reaktionen folgen…

    @Stefan: Und? Die Linke stehen immer noch stramm an der Seite Wowereits und Sarrazin ist immer noch im Amt. Wenn ich morgen den Rücktritt von Angela Merkel fordere, hat das ähnliche Folgen, wie diese Spiegelfechterei der Linken.

    @Henry: Wenn ich einen Text verlinke, habe ich mich durchaus damit auseinandergesetzt — auch im Kontext der Linkszeitung. Bereits gestern Abend kam über die Ticker, dass die Linksfraktion dem sogenannten Rettungspaket zustimmen wird. Bevor ich den Text verlinkt habe, habe ich mich noch einmal rückversichert. Nennt sich Quellenkritik. Gerade weil ich auch anderes erwartet habe. Was bleibt? Die Linkszeitung ist seröser als Dein hingerotzter Kommentar mit dem Link. Aber wenn ich schon Broker lese, muss man da nicht drauf klicken.

    @safSaf: Mit mind. 20 Mrd. sind wir jetzt schon dabei. Je nach Quelle sind sogar bis 100 Mrd. drin. Und bei dem Bankendomino ist davon auszugehen, dass noch die eine oder andere Bürgschaft greifen wird. Du bist herrlich naiv. Und ja, Satire stellt den Sachverhalt immer auch ein wenig überspitzt dar.

    Zur nachfolgenden Diskussion bzgl. des Crashs haben Oliver, Falk und Grainger alles gesagt.

  17. Oliver sagt:

    >Wenn es in einem Land keine Opposition mehr gibt, kann man dann noch von einer Demokratie reden?

    Heißt Opposition eigentlich «Immer dagegen sein»?

  18. phoibos sagt:

    @ oliver:

    opposition meint ja eigentlich ein dagegen stehen, quasi ein advocatus diaboli–sein. doch ich denke, auch ein anwalt der gegenpartei kann überzeugt werden.

    tja, und was das rettungspaket angeht, da denke ich, dass im moment nur verluste sozialisiert werden. wenn keiner aus der jüngsten vergangenheit lernt — davon gehe ich aus — müssen wir die zeche zahlen und dieses kranke system ein ums andere mal retten. falls die verantwortlichen lernen sollten, können wir erst in zwanzig jahren oder so sagen, ob diese maßlose geldausgabe früchte getragen hat. so oder so, die plebs ist der dumme in diesem spiel und wird nicht nur über seine steuern, sondern vor allem durch das für ihn geschaffene und alsbald für die zocker abgeschaffene soziale netz bezahlen.

    ciao
    phoibos

  19. Falk sagt:

    @Fabian

    Für viele, sehr viele geht es da um die nackte Existenz.

    Das tut es bei den ca. 8 Millionen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, bei vielen Studenten und Rentnern auch. Die hatten erst gar kein Geld, was sie verspielen konnten, weil sie es zum überleben brauchen.

    Trotzdem passt mir deine “Durststrecke” nach einem Finanzcrash so gar nicht in den Tagesablauf. Und auch der Gedanke daran lässt mich wenig frohlocken.

    Das seh ich mal als DIE Kernaussage, denn so oder so ähnlich hab ich das schon mehr als oft gehört. Das ist die Angst, daß sich was verändern könnte. Das lieb gewordene Gewohnheiten auf dem Spiel stehen, ein Lebensstandard in Frage gestellt ist, die Altersvorsorge den Bach runter geht…aber weißt du: Ich kann da lediglich müde drüber lächeln. Und mein das nicht einmal böse, sondern kann mich lediglich wundern, daß von uns als ehemalige DDR-Bürger genau dies auch verlangt wurde. Wir sollten/mussten uns anpassen, weil wir über Nacht ein anderes System hatten, in dem wir lebten. Und plötzlich erscheint das aber einer Großzahl an Menschen in diesem Land unmöglich? Schon ein bißchen seltsam.

    Und mal ehrlich: Mir war und ist diese ganze Finanzspekuliererei schon immer mehr als nur suspekt gewesen. Es hat doch keiner was dagegen, Geld für eine Leistung oder Ware zu bezahlen. Aber dieses «Geld steht im Mittelpunkt des Lebens» ist doch einfach nur abartig, oder nicht? Sicher gehts nicht ohne in dem jetzigen Wirtschaftssystem und es vereinfacht ja durchaus eine Menge. Auf Naturalienhandel hätt ich auch keinen Bock. Aber sonst? Vielleicht wärs ja durchaus sinnvoll, den Mensch als Solches mal wieder im Mittelpunkt der Gesellschaft zu sehen.

    @Oliver

    Heißt Opposition eigentlich “Immer dagegen sein”?

    Im Wortsinne schon, in der Politik eher nein. Allerdings haben wir ja auch keine Demokratie, von daher müßig da überhaupt drüber nachzudenken. Es ist doch wohl mal bspw. ein Unding, daß ein Kauder (CDU) von der SPD fordert, daß sich gefälligst die Fraktion dem Vorstand zu unterwerfen hat. Was für feuchte Träume hat diese Pfeife denn sonst noch?

  20. Chris sagt:

    Opposition heißt Alternativen aufzeigen, den Regierenden die Stirn bieten, Widerstand erzeugen. Opposition heißt aber auch Kontrolle der Regierung — das alles ist im sogenannten Rettungspaket nicht gegeben.

    Frage: Was hat das mit Opposition zu tun?

    Ich behaupte, wir leben in einer Zeit, in der die Demokratie, wie wir sie kennen zumindest außer Kraft gesetzt, wenn nicht sogar abgeschafft wird.

    Diese Woche wird als schwärzeste Woche in die junge Geschichte dieses Landes eingehen. Traurig, sehr traurig das alles…

    Einfach mal hier klicken bitte

  21. Mark sagt:

    Es tut mir ja leid, aber auch wenn das Plakat eine Satire ist, ist es einfach falsch. Die Linke hat dem Rettungspaket nicht zugestimmt. Auf die tolle «Linkezeitung» sollte man sich da wirklich nicht verlassen. Die nehmen es mit den Fakten traditionell nicht so genau, zumal die Abstimmung auch erst heute war.

  22. Mark sagt:

    Ich muss auch nochmal zu Sarrazin was sagen. Ich finde den ja auch extrem unerträglich, wie Ihr wisst und würde ihn lieber heute als morgen in Rente sehen.
    Hier in Berlin aber eine Vassallengefolgschaft der Linken zu Sarrazin zu kontruieren, finde ich etwas dreist. Überhaupt: Wieso geht so eine Kritik nicht an die SPD?
    Die Frage ist hat, ob man Politik als feel-good-Maßnahme für das eigene Ego sieht oder mehr einen praktischen Zugang dazu hat. Man kann ein reines Gewissen haben und in keine Koalition eintreten, an der Sarrazin beteiligt ist. Dann hatte die SPD mit den Grünen die BVG privatisiert, es würde keine Gemeinschaftsschule geben, Studiengebühren würden eingeführt, es gäbe keinen ÖBS. Aber das Gewissen wäre rein.

  23. Chris sagt:

    1. Dieser Hüh– und Hott-Blödsinn ist nicht mein Verschulden, sondern das dieser sogenannten Partei, die sich Linke nennt. Ich schrieb es oben schon, gestern lief es durch mehrere Quellen, dass die Damen und Herren zustimmen wollten. Vorgestern Abend lief es durch die Ticker.

    2. Die restlichen Ausreden kenn ich von den Grünen hier in Hamburg. Was die Verlogenheit angeht, ist die Linke also schon bei den anderen Parteien angekommen.

    3. Follow the white rabbit. Also den Links. Selbstverständlich ging die Kritik in erster Linie an die SPD. Dafür muss man aber lesen, vielleicht auch ein wenig diese Publikation kennen.

    4. kein Wunder dass die Linke nur als Protestpartei gilt, bei so wenig Substantiellen…

  24. Oliver sagt:

    >SPD

    Ich war SPD-Mitglied, hier existiert eine ganze Rubrik bezüglich der Fehlungen und in diesem Beitrag schaut man eben explizit auf die Linken.

    >Linkezeitung

    Tja was soll man dann von der Sache halten, wenn schon das Ökosystem versagt? Oder orientiert man sich da an Vorbildern wie Vorwärts? Da hängen wohl noch zuviele ex-SPDler herum, die nicht wirklich verstanen warum die SPD wurde wie sie sich heute darstellt.

  25. Henry sagt:

    @Chris: Ich habe auch diverse Tickermeldungen gelesen. Alles was ich fand waren allenfalls vage Andeutungen, dass die Linke dem Paket zustimmen wird. Die einzige konkrete Meldung war der von mir verlinkte Artikel von direktbroker.de, der — wie sich anschließend rausstellte — auf einer Reuters-Meldung basierte. Die Meldung, dass die Linke zustimmen wird haben sich m. E. einige übereifrige «Journalisten» aus den Fingern gesaugt. Soweit ich informiert bin ging es bei den Linken in den vergangenen Tagen um die Frage Ablehnung oder Enthaltung. Eine Zustimmung stand nie zur Debatte.

    In der Grundtendenz gebe ich Dir aber recht. Die Linke eifert etwas zu sehr und zu schnell den Grünen nach. Bei dieser Finanzkrise machen sie bisher keine all zu gute Figur, da würde ich deutlich mehr Kritik am System erwarten und nicht eine Rede von Lafontaine in der er das Vorgehen der Regierung «technisch nicht beanstandet».

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