Totalitärer Merkel’scher Überwachungsstaat wird weiter umgesetzt

Datenkrake | openclipart.org | wikipedia.org | gimp | creative commonsThey will do it again. War die Volkszählung 1987 ein großes Desaster mit unzähligen Demonstrationen, Falschangaben, einer lebenden Bevölkerung, halt mit Allem was dazu gehört, den Herren Politikern zu sagen, mit uns nicht, so scheint dies unsere Bundeskanzlerin aus dem totalitären Überwachungsstaat Deutsche Demokratische Republik nicht zu stören, im Gegenteil — Bundesregierung beschließt registergestützte Volkszählung. Unsere herrschende Masse hat aus dem Jahr 1987 gelernt, so sollen diesmal nicht die Bürger befragt werden, soll es sich diesmal um eine Rasterfahnung Registerzählung handeln. Dabei wird auf die Daten verschiedener Register zurückgegriffen, die durch Stichproben ergänzt werden. Beim deutschen Verfahren bilden das Melderegister und die Register der Bundesagentur für Arbeit den Daten-Grundstock der Zählung. Das ist doch mal super — ich fabuliere nun nicht darüber, dass so unzählige Daten aus verschiedenen Datenbanken zu einer zusammengefasst werden. Auch sowas profanes wie der Datenschutz — geschenkt. Nur soviel: Bundesinnenminister Schäuble freut sich wie ein kleiner Schuljunge. Kann es einen wichtigeren Grund geben, die Rasterfahndung Registerzählung Volkszählung abzulehnen? Merkel setzt mit ihrem Kabinett weiter ihren Traum der optimierten Deutschen Demokratischen Republik um. Mahlzeit. :)

21 Antworten zu “Totalitärer Merkel’scher Überwachungsstaat wird weiter umgesetzt”

  1. Missi sagt:

    Aber Chris, was solls… wir haben doch alle nichts zu verbergen, nicht wahr?

  2. Chris sagt:

    Stimmt auch wieder. 😉

  3. Dr.Thodt sagt:

    Bei Wikipedia stand noch, daß der Spaß mit 300 Millionen wesentlich kostengünstiger wäre, als nach «der herkömmlichen Methode».
    Ich mach schonmal ne Regierungszählung: ein Arschloch, zwei Arschlöcher, drei Arschlöcher […]

  4. Oli sagt:

    Nicht jede heilige Kuh kann mit einem Prinzip gerechtfertigt werden.

    Sueddeutsche

    Selbstreflektion von Merkel?

  5. Thomas sagt:

    Das mit dem Überwachungsstaat, gabs das nicht schon mal?
    So kurz vor dem 2.Weltkrieg? Und auch bei unseren ehemaligen Nachbarn (Ostdeutschland)?
    Wenn ich mich recht entsinne, hat das so gar nicht geklappt.

  6. Volker sagt:

    Paranoiker aller Länder vereinigt euch?! Da ich bei einem Statistischen Landesamt arbeite, kann ich vielleicht etwas besser beurteilen, was mit den Daten passiert. Nach Abschluss der Plausibilisierungsphase werden alle Datensätze anonymisiert, so dass kein Rückschluss auf Einzelpersonen möglich ist. Veröffentlicht — und das schließt Datenweitergabe an Regierungen ein — werden ohnehin zusammengefasste Summensätze.

    Volkszählungen sind international etwas völlig normales und registergestützte Zählungen sind ein in zahlreichen Ländern — darunter auch die ganzen skandinavischen Länder, die doch wohl des Überwachungsstaates unverdächtig sind — ebenfalls üblich.

    Dass die Zählung 1987 ein Desaster war, wage ich übrigens stark zu bezweifeln, am Ende fehlten nicht einmal zwei Prozent der Angaben und wer mal etwas mit Statistik zu tun hatte weiß, dass sich mit 98 % Daten ein absolut sicheres Ergebnis erstellen lässt — gerade weil am Ende keine Einzelangaben, sondern Summen und Durchschnitte stehen.

    Aber boykottiert mal schön bzw. macht Falschangaben — sonst habt ihr hinterher nichts zu meckern, wenn die Politiker aufgrund auch eurer Angaben mal wieder falsch entscheiden …

  7. Chris sagt:

    Wenn man keine Argumente mehr hat, kommt das Wort Paranoiker. Linksradikale fehlte noch oder evtl. Anarchist. 😉

    So naiv und gutgläubig wie Du war ich auch mal Volker. :)

    Achja, bevor ich auf abschicken klicke: Was also in anderen Ländern getan wird, normal ist, ist auch automatisch gut und richtig für unser Land? Was ist das denn für eine Logik? Hanebüchener Unsinn!

  8. Oli sagt:

    Aber boykottiert mal schön bzw. macht Falschangaben — sonst habt ihr hinterher nichts zu meckern, wenn die Politiker aufgrund auch eurer Angaben mal wieder falsch entscheiden

    Wenns denn so einfach wäre, sprich diese Logik inne wohnen würde, dann hätts hier schon die Überdemokratie in diesem Land.

    Dass die Zählung 1987 ein Desaster war, wage ich übrigens stark zu bezweifeln, am Ende fehlten nicht einmal zwei Prozent der Angaben und wer mal etwas mit Statistik zu tun hatte weiß, dass sich mit 98 % Daten ein absolut sicheres Ergebnis erstellen lässt -

    Und wie wurden die anonymen Daten auf ihre Richtigkeit hin überprüft? Oder ging der geübte Statistiker von einem Modell aus, das da besagt die meisten werden, ob des vermeintlichen anonymen Charakters der Befragung, genüßlich die Wahrheit postulieren?
    Da die Stimmung hochgradig gegen diese Befragung gerichtet war, glaube ich nicht daran — aber mathematisch läßt sich bestimmt auch anhand eines Modells beweisen, das wir hier den üblichen kleinen Teil der Spinner präsentieren 😉

    Btw. besser lesen sollte man auch …

    Dabei wird auf die Daten verschiedener Register zurückgegriffen, die durch Stichproben ergänzt werden.

    D.h. großartiger Boykott ist eh nicht, sondern wir sind eventuell von der Tauglichkeit einiger Statistiker abhängig — folge ich deiner obigen Logik … na dann, gute Nacht 😀

  9. Falk sagt:

    …wenn die Politiker aufgrund auch eurer Angaben mal wieder falsch entscheiden

    Seit wann entscheiden denn Politiker allein aufgrund der Interessen Ihres Volkes, was sie vertreten? Wär mir ja neu…aber vielleicht hab ich das ja auch irgendwie verpasst.

    Ich glaub auch kaum, das es uns darum ging, *prinzipiell* Statistiken in Frage zu stellen oder Erhebungen, sondern das einfach nicht wirklich 100% nachvollziehbar ist, wie und wo die Daten denn gewonnen werden und wie die Abläufe denn dann genau sind. Ehrlich mich würds wirklich mal interessieren und ich würd gern mal ein paar Wochen dir bei der Arbeit über die Schulter schaun, wenn du mit *sensiblen* Personendaten hantierst.

    Und was man dann letzten Endes aus den Ergebnissen macht, lässt sich doch wohl auch kaum anhand einer Statistik voraussagen. Da kommen ja dann wohl noch mehr Faktoren dazu, als die, die aus den angegeben Quellen offensichtlich werden.

  10. Volker sagt:

    @ Chris — ich habe Argumente genannt, dass du sie nicht magst oder akzeptierst, ist deine Sache. Ich arbeite schon ziemlich lange in der Statistik und kenne die Ängste der Menschen um Datenmissbrauch aus vielen Telefngesprächen und Schreiben und weiß aus meiner Praxis auch, dass diese Ängste unbegründet sind. Ich bin durchaus nicht gutgläubig (und finde diese Formulierung auch ziemlich herablassend) — aber kenne im Gegensatz zu dir die Verfahrensweisen in der Statistik.

    >Was also in anderen Ländern getan wird, normal ist, ist auch automatisch gut und richtig für unser Land? Was ist das denn für eine Logik?
    Schwache Argumentation — d.h. alles was in anderen Ländern gemacht wird, ist also verkehrt nach deiner Logik? Worauf soll sich denn Politik stützen, wenn nicht auf Fakten und es ist wohl eher gut, wenn die mal nicht von Lobbyisten kommen.

    @Oli — du hast doch schon einmal etwas von Ausreißern in der Statistik, Hochschätzverfahren u.ä. gehört? Dann weißt du auch, wie man entsprechende Fehler bereinigt.

    Was das Lesen betrifft, gebe ich das gerne zurück: Neben der Registerauswertung gibt es einerseits eine 10prozentige Ergänzungsstichprobe mit erweitertem Frageumfang,zum anderen wird der Teil Gebäude– und Wohnungszählung mangels Register als Vollzählung bei allen Eigentümern bzw. Verwaltern durchgeführt.

    @Falk
    Und ich habe auch nirgends geschrieben, dass Politiker a l l e i n anhad der Volksinteressen entscheiden — das wäre auch mir neu 😉 und ich sehe unsere Lobbyrepublik durchaus kritisch. Mit dem Über-die-Schulter-Sehen wird es problematisch — das wäre schon mal ein Vertoß gegen den Datenschutz. Aber bewirb dich doch mal als Praktikant o.ä. bei einem Statistischen Landesamt, wenn du genommen wirst, hast du als ersten die ganzen strafbewehrten Verpflichtungserklärungen zu Geheimhaltung und Datenschutz zu unterschreiben.

    Und was man aus den Ergebnissen einer Statistik macht, steht natürlich auf einem anderen Blatt — aber jeder kann alle Ergebnisse (im Sinne zusammengefasster, anonymisierter und nicht auf Einzeldatensätze zurück verfolgbarer Summensätze) anfordern, einsehen und überprüfen, was einem da so von unseren Politikern gesagt wird.

    Uff — etwas viel Text …

  11. Oli sagt:

    Oli — du hast doch schon einmal etwas von Ausreißern in der Statistik, Hochschätzverfahren u.ä. gehört? Dann weißt du auch, wie man entsprechende Fehler bereinigt.

    Ja das ist alles so ungefähr klar, aber woher stammen die Daten? Modelle jeglicher Art basieren auf irgendwann gewonnenen Daten. ’39 fand noch eine Art Volkszählung statt und später, unter teils verschiedenartigen Vorraussetzungen, Zählungen in den jeweiligen Besatzungszonen. Wenn über die Basis dieser nur noch wenig bis gar nichts bekannt ist, ist auch jede Aussage darüber rein spekulativ — da z.B. arbeiten diverse Wissenschaften (Historiker, Soziologen etc.) Hand in Hand um überhaupt einen Konsens zu erreichen.
    Eine Formel alleine nutzt nichts, sprichst du also von Außreißern, mußt du dir im Prinzip sicher sein das ein gewisses Verhaltensmuster bei einer Zählung usus ist, worauf aber basiert diese Annahme?

    Übertrage ich das auf die in naher Zukunft stattfindende Registerzählung, so könnte man bei dieser auf die Erfahrung von jener 1987 bauen — doch wer garantiert die Stichhaltigkeit der Daten, wenn diese in den 80ern wiederum nicht stichhaltig belegt werden kann?
    Und gerade weil in den 80ern eine große Unstimmigkeit der Daten vorherrschte, vollzog man die Volkszählung … anonym. Ob die Außereißer nun tatsächlich Außreißer sind sei also mal dahingestellt.
    Zwar werden auch Daten bei diesen Modellen von anderen Befragungen ausgewertet, eine Volkszählung jedoch ist etwas völlig anderes. Und wenn die Geschichte, nicht die Statistik, eines lehrt, dann das Volkes Wille nicht (immer) mittels mathematischen Berechungen vorhergesagt werden kann. Das klappt schon beim Wetter nicht und dort sich die Daten weitaus besser erhoben bzw. verzeichnet, seit knapp über 100 Jahren 😉

  12. EuRo sagt:

    Bestimmt ein netter Kerl, der Volker. Ich würd gerne mal ‘n Getränk mit ihm zusammen einnehmen — echt jetzt. Als dienstältester Sack hier, könnte ich ihm die Realität aus Sicht eines Ex-Polizisten aus den Siebzigern etwas auseinanderdröseln. Bloß nicht bashen! Da ist noch nichts verloren bei dem Jungen.

  13. Chris sagt:

    Schwache Argumentation — d.h. alles was in anderen Ländern gemacht wird, ist also verkehrt nach deiner Logik? Worauf soll sich denn Politik stützen, wenn nicht auf Fakten und es ist wohl eher gut, wenn die mal nicht von Lobbyisten kommen.

    Es ist Deine Logik und nicht meine. 😉 Du hast davon gesprochen, was in anderen Ländern gut ist, ist auch für uns gut — genauen Wortlaut schaue ich jetzt nicht nach, das ist mir so langsam echt zu blöd hier.

    Eines nur noch: Natürlich sind die Ängste nicht unbegründet. Da werden verschiedene DB’s abgegrast, zu einer zusammengefasst — das weckt Begehrlichkeiten — und denen wird im Anti-Terrorkampf stattgegeben werden. Siehe auch meinen Satz zu Schäuble. Mainstream-Denke von dir Volker — Ich hab nichts zu verbergen, da wird schon nichts schiefgehen. Aber das kennen wir hier auf F!XMBR und werden garantiert nicht müde werden, das anzuprangern, zumindest den einen oder anderen Hinweis zu geben. Glaubst Du wirklich, Du kleine Leuchte erfährst auch nur im Ansatz, wer alles Zugriff auf Deine Daten hat, mit denen Du Tag für Tag beruflich zu tun hast? Aber gut, Paranoia, ich weiß… :)

  14. Volker sagt:

    Ach so, ihr wollt nur Bestätigung, keine Diskussion — ok dann nicht.

    Missi — danke, dass du mich so jung einschätzt, aber ich bin schon ein Weilchen über 40 und durchaus in etwas exponierter Stellung im Stala tätig. Und jetzt huschhusch zurück zur Glaskugel und das nächste Unglück vorhergesagt — bei einer Trefferquote von 50:50 hast du eine reelle Chance und darfst es weiterhin Weitsicht nennen 😀

  15. Volker sagt:

    Hoppla — hat Missi ihren Beitrag wieder gelöscht — naja, ich ändere meinen nicht …

  16. Chris sagt:

    Missi kommt gleich nochmal. Wir sind gerade mit der DB umgezogen — in den zwei Minuten hat sie kommentiert. Argh… :(

  17. Missi sagt:

    Ich habs noch im Clipboard. 😀
    ————–

    Volker, du klingst für mich wie ein Student, der sich als, wie es so schön neudeutsch heißt, ?Interviewer? ein paar Kröten nebenbei verdient, um es nett zu sagen. 😉

    Zur Paranoia:
    Ich bin nach all den Jahren, nach all den ?paranoiden Wahnvorstellungen?, auf die ich immer wieder mit einem ?Ich habs gewußt! Ich habs euch gesagt!? zurückblicken konnte übergegangen zum Term ?unheimlicher Weitblick?. Klingt doch auch viel hybscher, neh? :)

    Und nun tank nochmal dein Auto voll (vergiß deine Paybackkarte nicht) und fahr zum Euro, der spendiert dir ein Bier. 😉

  18. Thomas sagt:

    @Volker
    Da du ja etwas von Statistik verstehst, ist dir wohl auch klar das wir (als Summe) neben den datensammelwütigen Politikern dieser Tage auch dringend ein paar Paranoiker brauchen. Damit dann im Durchschnitt (hoffentlich) etwas Vernünftiges herauskommt, mit dem die große Masse leben kann.

    Ich bin ubrigens mit einer anonymen (sprich quantitativen) Datenerhebungen als Volkszählung einverstanden. Als Staat würde ich auch gerne wissen wollen wie viele sich denn nun da tummeln. Solange es alles schön anonym bleibt und *nicht zweckentfremdet* wird.

  19. Falk sagt:

    strafbewehrten Verpflichtungserklärungen zu Geheimhaltung und Datenschutz

    Das ist mir schon klar, so wirklich ernst gemeint war das auch nicht. Denn als Kontrollinstanz der Kontrolleure der Datenerheber und –verarbeiter taug ich wahrscheinlich auch nur bedingt. Aber um das mal aufzugreifen — grad in dem Bereich sind derzeit einige Bestrebungen genau *diese* Gesetze zu ändern, zu denen du Erklärungen abgegeben hast. You got the point?

  20. Falk sagt:

    Nachtrag: Als Praktikant höchstens beim Kavka. Für alles andere bin ich nicht mehr zu haben 😉

  21. Sammy sagt:

    Alle Hintergründe und Tatsachen einer Volkszählen lassen sich sowieso nicht fassen.
    Aber unabhängig von der Art und Weise der Zählung stellt sie doch eine geradezu wunderbare Gewöhnungsübung in der aktuellen Überwachungserweiterung dar. Dies scheint vor allem im heutigen Kontext sehr brisant. Die Überwachung und Datensammlung wird fast überall betrieben und primär Politiker möchten am liebsten alles durchleuchten, dann wird ja alles einfacher…
    Warum sollte es bei einer Volkszählung anders sein. Nebenbei wird eine Liste, in der «u.a.» hunderte Terroristen aufgeführt sind, freihaus geliefert. Muss man nur noch herausfinden welche die richtigen sind. So lässt sich doch wunderbar der Terrorist von nebenan überführen. Viel Spaß.

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